Auf die Spitze!

Als vor einigen Tagen das Video vom Auftritt eines blinden Magiers namens Richard Turner in der Zauber-Talentshow „Fool Us“ von Penn & Teller auf Reddit erschien, war ich natürlich nicht sonderlich überrascht.

Als versehentlicher Zuschauer einiger TV-Talentshows gewinnt man den Eindruck, dass man als Kandidat dieser Tage ohne tragische Lebensgeschichte sowieso vollkommen chancenlos ist. Wer konnte ahnen, dass Flucht vor Krieg und Hunger, Verlust von Gliedmaßen oder körperlicher Sinne durch Kriegsgerät, Verkehrsmittel oder sonstige unausdenkbaren Ereignisse, körperliche oder psychische Misshandlung aller Art offenbar den brennenden Wunsch auslösen, sich vor ein paar Promi-Judges zu stellen und eine Gesangs-, Musiker- oder Zaubererkarriere einzuschlagen. 😉

Als ich diesen zynischen Gedanken endlich beiseite geschoben und den üblichen inneren Monolog darüber, was „mit dir eigentlich nicht stimmt“ geführt hatte, war es Richard natürlich schon erfolgreich gelungen, die beiden Zauberer hinters Licht zu führen („FOOLER!“) und damit seinen Auftritt im Vorprogramm von deren Las Vegas Bühnenshow zu sichern.

Einigermaßen erleichtert, mich ohne weitere verbalen Entgleisungen dem Ende des Videos zu nähern, ließ man es sich nicht nehmen, eine Trophäe zu überreichen, die in jeder daher gelaufenen US-Importkrimiserie der perfekten Tatwaffe zur Ehre gereicht hätte.

Als sie ihm diese spitze Plastikobszönität in die Hände drücken, konnte mein Hirn nicht mehr einhalten und erwiderte unwillkürlich:

„Mann, mann! Echt lebensgefährlich. Beinahe hätte er sich versehentlich damit ein Auge ausgestochen und wäre für immer bli… — äh!“

An dieser Stelle musste ich das Video stoppen, sonst hätte ich mir den restlichen Tag wahrscheinlich nicht mehr in die Augen sehen können. So wie Rich… – echt traurig.

Mitch musiziert

Kopfhöher um Gehirn mit OhrwurmIn meinem unermüdlichen Kampf, die anhaltende Serie am Dienstag veröffentlichter Beiträge nicht abreißen zu lassen, habe ich auch diese Woche wieder besonders leichte Kost in Form eines „Ohrwurm“-Beitrags vorbereitet.

Auf den schwedischen Musiker Johan Bengtsson alias Mitch Murder bin ich kurioserweise nicht wegen seines Soundtracks für den per Kickstarter finanzierten Kurzfilm „Kung Fury“ gestoßen, sondern erst kürzlich dank eines Audiohäppchens in einem der letzten Monday Morning Podcasts von Bill Burr.

Als Lückenfüller bzw. Überblendung lief ein kurzes Stück von „Remember When“. Dank der Kommentare auf Soundcloud war es zum Glück nicht schwer den Künstler zu ermitteln.

Normalerweise schwöre ich für entspanntes weißes Rauschen zum Ausblenden der Umgebungsgeräusche im Kopfhörer auf Regen & Donner, aber in letzter Zeit läuft dafür „Remember When“.

Genauso faszinierend finde ich auch den kürzlich veröffentlichten Song „Revision Control“. Wer weiß warum, aber beim Anhören habe ich Flashbacks in unbeschwertere Kindertage mit den dreibeinigen Herrschern. 😉

Um dem Sahnehäubchen schlussendlich noch die Kirsche aufzusetzen, habe ich als Fan von Videospielmusik mit Freuden festgestellt, dass sich Mitch Murder auch erfolgreich am „Green Hill Zone“-Theme aus Sonic the Hedgehog versucht hat.

Mehr braucht es eigentlich nicht für ein bisschen Glücksseligkeit. 😀

Sommerkost

Zwei Figuren reden über DeutschlandAls leichte „Sommerkost“ gibt es heute eine kleine Videoempfehlung. Gemeint ist der YouTube-Kanal der niederländischen Reise-Videobloggerin Ivana Perkovic.

Ich bin wie üblich über eine „Germany“-Suche auf ihre YouTube-Videos gestoßen und schaue seitdem immer wieder mal rein. Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass ich abgesehen von gelegentlichem Foodporn größtenteils nur ihre Besuche in Deutschland angesehen habe.

Der Campingtrip mit ihrem Vater im Mai nach Thüringen (Tag 583 ff.) fand ich total faszinierend. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie schön es im Osten sein kann. Wieso sollte man bei solchen grünen Hügeln noch nach Neuseeland fahren?

Podcast statt Hitzlast

Die immer noch andauernde Hitze hat mein Hirn offenbar bräsig gemacht. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass mir so wirklich gar nichts einfallen will, damit ich ein paar Zeilen für einen Beitrag zusammen bekomme.

podcast-microphone

Deshalb belasse ich es heute bei einer Podcast-Empfehlung. Die Rede ist vom „Monday Morning Podcast“ des amerikanischen Stand Up Comedians Bill Burr.

icons_audioMonday Morning Podcast

Keine Ahnung warum, woher und wieso, aber seit einigen Wochen bin ich ein riesen Fan. Schon bevor er in einem seiner Podcasts offenbarte, dass er deutsch-irische Wurzeln hat, war mir anhand des trockenen, ungeschminkten, unverstellt direkten und stellenweise politisch unkorrekten Humors klar, dass da was „Deutsches“ in sein Erbgut mit reingespielt haben muss.

Ich wurde jedenfalls sofort an Chelsea Handler erinnert.

Als kleines „Amuse-Gueule“ hier einer meiner Lieblingsclips. Eine Unterhaltung mit seiner Frau Nia über die Tatsache, dass er nicht aus seinen Hotelzimmern auscheckt, sondern einfach verschwindet, um dem Smalltalk/Kundendienst/Feedbackanfragen zu entgehen.

70er-Zeitgeist

zeitgeist

Als jemand, der sich von Zeit zu Zeit fragt, warum die Dinge gerade so sind, wie sie sind bzw. welche Mechanismen hinter augenscheinlichen Entwicklungen werkeln, möchte ich euch heute zwei Netzfundstücke empfehlen, die nun teilweise schon seit einiger Zeit in meinen Lesezeichen vor sich hin schlummern.

Maker-Bewegung

Immer öfter stolpere ich über Hinweise auf neue sogenannte Maker-Faires, bemerke im Verwandten- und Bekanntenkreis als auch bei diversen YouTubern ein erstarkendes Interesse an Handarbeit (Stricken, Häkeln, …), entdecke Verweise auf eigene Etsy oder DaWanda-Shops.

Bei der Suche nach dem Motiv für dieses Phänomen bin ich auf einen interessanten Spiegel-Artikel gestoßen, den vielleicht ja auch einer von euch ganz interessant finden könnte.

… die Freude am Selbermachen aus der Sehnsucht kommt, verstehen zu wollen, wie die Dinge funktionieren.

Superhelden

Diese Erkenntnis an sich wäre wahrscheinlich noch keinen Blogbeitrag wert. Als ich aber vor einem Monat das „New Rules“-Segment von Bill Maher über die mittlerweile unausstehliche Superheldenschwemme in Film und Fernsehen gesehen habe, in der eine Parallele zwischen der immer komplizierteren Welt und unserer Suche nach einem „Erklärbären“ und „Retter“ gezeichnet wird, beschlich mich auf einmal der Eindruck, dass beide Phänomen etwas miteinander zu tun haben könnten.

Treibt „Maker“ und Superheldenfans die Sehnsucht nach einer einfacheren, verständlicheren und nachvollziehbareren Welt an? Die berühmte „gute alte Zeit“?

Coal Miners, Kubakrise, kalter Krieg, Nixon-ähnliche Zustände im weißen Haus, Brexit, … fühlt sich für mich jedenfalls fast wie die späten 60er und frühen 70er an. Dabei war ich zu der Zeit noch gar nicht auf der Welt. Unter Umständen ist ja an dem Ausspruch, den ich vor einiger Zeit irgendwo gelesen oder gehört habe, etwas dran:

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.

Damenkarte

Als ich vor einigen Wochen so durch die Fernsehkanäle zappte, blieb ich kurioserweise bei einer Sendung über Restaurants hängen. Den genauen Kontext habe ich leider vergessen.

Was mir allerdings in Erinnerung blieb war, dass die Lokalität gehobeneren Niveaus doch tatsächlich noch eine sogenannte „Damenkarte“ führte. Eine Speisekarte ohne Preise, damit sich die weibliche Begleitung frei von Schuldgefühlen und Sitcom-typisch das teuerste Gericht bestellen kann. 😉

retro-meal-menu

Und was soll ich sagen. Ich vermisse angesichts der Sendung die Entrüstungsstürme der Feministen, die für ihr Recht eintreten, ihr Essen im Restaurant selbst zu bezahlen. Wo war der Leitartikel in EMMA, der sich gegen die Damenkarte ausspricht? Wo bleibt der lautstarke Chor an Frauen, die uns ständig als „Manspreader“ verurteilen, ohne nachvollziehen zu können, wie es sich anfühlt, Skrotum und Penis zwischen den Beinen spazieren zu führen?

Ehrlich gesagt habe ich mich aber eigentlich gefragt, ob eine Damenkarte in der heutigen „Social Justice Warrior“ geprägten Zeit nun sexistisch ist oder nicht? Ist es vielleicht nur der Begriff „Damenkarte“ an sich?

Wenn man seine bessere Hälfte – ob nun Mann oder Frau – zum Essen einladen möchte, spricht doch eigentlich nichts gegen den dahinterstehenden Gedanken, dass er/sie sich nicht um den Preis sorgen, sondern nach Herzenslust Essen soll, nach was es ihm/ihr gelüstet.

Keine Ahnung, ob es Wasser gießen auf die Mühlen des teilweise überbordenden Genderwahnsinns wäre, aber ist es nicht an der Zeit, für die „Damenkarte“ einen geschlechtsneutralen Begriff zu finden?

Toiletteneinsicht

Als ich gestern den üblichen Toilettengang absolvierte, um den morgendlichen Harndrang aufzulösen, traf mich bei Ausführung der (Wohl-)Tat schlagartig die Erkenntnis, dass sich die Zeitspanne zwischen dem Hinsetzen – morgens bin ich definitiv „Sitzpinkler“ – und dem eigentlichen Beginn der Blasenentleerung über die fortschreitenden Lebensjahre merklich verlängert hat.

Piktogramm Toilette

Während es in jungen Jahren gemäß meiner Erinnerung nach maximal zwei Sekunden im Porzellanthron plätscherte, muss mein körperliches „Abwassersystem“ heutzutage in der Früh offenbar erst mal in Stimmung kommen. Das kann dann schon mal zehn bis fünfzehn Sekunden dauern.

Ich weiß nicht warum, aber in jenem Moment musste ich unweigerlich an einen alten Baum mit seinen Jahresringen denken. Da man an deren Anzahl das Lebensalter ablesen kann, habe ich mich plötzlich gefragt, ob die Zeitspanne zwischen mentalem Startschuss und tatsächlichem „Wasser marsch!“ Rückschlüsse auf das Alter zulässt?

Getreu dem Motto: „Ich bin schon rauf auf 30 Sekunden. Zeit, sich einen Porsche zu kaufen und die Haare zu färben“ 😉