Google kaputt

In SEO-Kreisen scheint die Top-Position auf der ersten Suchergebnis-Seite ein heiliger Gral zu sein. Es werden Unsummen in die Hand genommen und mit legalen und oft auch schmierigen Tricks alles versucht, um die Konkurrenz auszustechen.

Den Kunden bzw. Empfänger am anderen Ende der Suchergebnisse hat man dabei scheinbar irgendwie aus der Siegesformel herausdividiert.

Strichmännchen verärgert vor PC-Monitor

Dieser kleine Mini-Rant ist deswegen all den zwielichten und öligen Gestalten gewidmet, die mit der anscheinend immer gleichen SEO-Formel ihre nutzlosen „Gelddruck-Maschinen“ auf die vorderen Suchergebnisplätze hieven, wo sie mit generischen Keyword-gespickten Inhalten und der richtigen Domain meine Zeit verschwenden. 😦

Ich weiß nicht ob es inzwischen eine erfolgreiche Zauberformel für hilfreiche Suchergebnisse gibt, aber sobald ich mich heutzutage zwecks Konsumentscheidung über ein Produkt oder eine Gerätekategorie informieren möchte und dabei den Fehler mache, die Worte Empfehlung, Test oder Vergleich mit in die Suchanfrage zu stellen, ersaufe ich förmlich in den immer gleich aufgebauten Websites.

Kernstück ist immer eine Top5/Top10 der besten Produkte, die selbstredend völlig zufällig die Bestseller-Verkaufsränge bei Amazon widerspiegeln und wie nicht anders zu erwarten auch gleich mit den entsprechenden Ref-Links hinterlegt sind.

Man vermische das ganze mit einem hohlen Einleitungstext, einem Potpourri verschiedener – auch falsch geschriebener – Schlüsselwörter für die korrekte Keyworddichte, einer fadenscheinigen Erklärung über das Testprozedere und garniere abschließend mit einer passenden Domain ergänzt um das Wort „-test“ und dem Website-Titel samt aktuellem Monat und Jahr

Voilà und schon steht:

x-beliebiger Test Oktober 2017 • Die 10 besten x-beliebigen Geräte im Überblick
x-beliebigesGerät-test.com
17.10.2017 … Wer liest schon dieses belanglose Blabla , wenn man gerade Knochen wegen solcher Suchergebnisse kotzt? 🤮 Testsieger 🏆 Echte Produkttests Noch mehr Lügen 🤥

Ernsthaft Google, könnte ihr eure fabulöse KI oder Deep-Learning-Algorithmen nicht mal auf diese Art Retorten-Website trainieren und diesen nutzlosen Müll endlich aus dem Index verbannen? Mit den nächsten Monaten Vorlaufzeit hättet ihr jedenfalls genug Zeit für einen gründlichen Hausputz.

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Falthaus

Da rede ich in letzter Zeit ständig von meiner Faszination für „Tiny Houses“ und versuche mich langsam des Eindrucks zu erwehren, das Thema würde mich inzwischen an allen Ecken des Internets und TV-Programms verfolgen – siehe z.B. Amazing Spaces auf kabel 1 oder der schon erwähnte Tiny House Trailer von Laura Kampf – und plötzlich stoße ich auf einen Technology Review Artikel über die britische Ingenieursfirma Ten Fold Engineering.

Während sich Klemens Torggler noch mit einer Tür begnügt hat, falten diese Leute gleich das ganze Haus zusammen. 😀

Als während der Flüchtlingskrise vor zwei Jahren die Auffanglager aus allen Nähten geplatzt sind und man sich „typisch deutsch“ allerortens über die unhaltbare Situation zu beschweren begann, habe ich mir damals schon gedacht, dass hier ein riesiges Potential für eine Lösung für schnell errichtbaren Wohnraum schlummert und mich gewundert dass unsere „Vorsprung durch Technik“-Ingenieure im Geist der zakdornischen Philosophie 😉 nicht schon längst etwas Entsprechendes konzipiert haben.

Die aufklappbaren Wohncontainer von Ten Fold sind jedenfalls genau dass, was mir seinerzeit vorgeschwebt hat. Gefehlt hätte nur ein schnell errichtbares Frisch- und Abwassersystem, Strom- sowie Internetversorgung und ein Wege-/Straßensystem, damit bei Regen nicht alles im Schlamm versinkt.

Eigentlich will ich darauf aber gar nicht hinaus. Vielmehr wäre meine Hoffnung, dass eine großflächige öffentliche Investition für zukünftige Katastrophenvorsorge den Stückpreis für so ein Klapphaus soweit senken würde, das es auch für mich bezahlbar wird. Yum!

Um übrigens nochmal auf den Technology Review-Artikel zurückzukommen. In dessen Kommentaren wird angeregt über das deutsche Baurecht und dessen Probleme mit den „Tiny Houses“ diskutiert. Das wäre tatsächlich mal ein Thema, dass bisher zu kurz gekommen ist und Potential für eine Spezialfolge wäre. Mich würde es auf alle Fälle interessieren.

Open Source Wohnwürfel

Ich hoffe das Thema „Open Source“ hängt euch noch nicht zum Hals raus. Immerhin habe ich gerade erst im letzten Beitrag über die noch laufende Crowdfunding-Kampagne des „Librem 5“ Smartphones gesprochen.

Da ich vor einigen Wochen meine Obsession für die Tiny House-Bewegung erwähnt habe und Laura Kampf just ihre Mini-Serie über ihr zukünftiges Tiny House Trailer Bauwagen-Domizil gestartet hat, muss ich euch natürlich unbedingt einen der letzten Stops von Adam Savage auf seiner Maker Tour als Videoempfehlung ans Herz legen.

Die Rede ist von Incite Focus.

Wie im Video zu sehen, arbeitet man gerade an einem Entwurf für eine „Cabin“ (Hütte/Kabine), deren Baupläne samt Einrichtung komplett Open Source sind und somit von jedermann nachgebaut werden kann.

Ob das Konzept auch dem deutschen Baurecht genügt, sei mal dahingestellt. Von der Grundidee her auf jeden Fall faszinierend.

Für unseren Breitengrad braucht es bestimmt eine gute Wärmedämmung. Außerdem fehlt natürlich ein richtiges Wasserklosett. Eine mobile Chemie-Campingtoilette, die ich bei Bedarf in die Dusche stelle, entspricht jedenfalls nicht meinem Traum von entspanntem Wohnen.

Open Source Smartphone

Auch wenn meine Leserschaft vielleicht nicht besonders groß bzw. zahlreich ist, will ich doch die Gelegenheit nutzen, mit diesem Beitrag auf das neue und laufende Crowdfunding-Projekt von Purism aufmerksam zu machen.

Purism ist ein in San Francisco beheimateter Computerhersteller, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, dass Benutzer wieder die volle Kontrolle über ihre Geräte erhalten und vor allen anderen Dingen nicht ausspioniert werden.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte 2015 mit den durch die Crowd finanzierten Librem-Laptops. Angelehnt ist das ganze Projekt an die vier bekannten Freiheiten, wie sie die Free Software Foundation für freie Software definiert.

Das schließt ein selbst entwickeltes Mainboard mit freiem BIOS, und damit ein Verzicht auf die Intel Management Engine sowie fest verdrahtete Schalter für Kamera, Mikrofon, WLAN und Bluetooth mit ein.

Zudem ist die Hardware und das auf Debian basierende, eigene Betriebssystem darauf ausgelegt, standardmäßig die Privatsphäre des Benutzers zu schützen. Das bedeutet, keine Anmeldung mit eindeutiger ID oder Benutzerkonto wie bei Google/Android oder Apple/MacOS/iOS, um das Gerät überhaupt sinnvoll nutzen zu können.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die Geräte natürlich auch leicht repariert werden können, da sie nicht wie sonst üblich verklebt sondern – man höre und staune – verschraubt sind.

Der Vorstandsvorsitzende (CEO) Todd Weaver erklärt das Ganze sehr anschaulich bei einem Auftritt auf Twit.tv’s Wochenmagazin The New Screen Savers:

Wie im Video am Schluß angekündigt, war der Plan, sich nach Laptop und Tablet im Jahr 2017 dem Projekt Smartphone bzw. Mobiltelefon zu widmen. Und was soll ich sagen, man hat Wort gehalten und tatsächlich am 24. August den Startschuß für die Crowdfinanzierung gegeben.

Das Ziel von 1,5 Millionen Dollar wurde Stand 26.09. bereits fast zur Hälfte (714.000 Dollar) erreicht und die Kampagne läuft noch weitere 27 Tage.

Sollte also jemand von euch Interesse haben, einen kleinen Beitrag zur Unterstützung zu spenden oder sogar eines der Librem 5 Telefone zu kaufen, sei er oder sie hiermit darauf hingewiesen. 😀

Da der letzte Versuch mit dem Ubuntu Edge kapital gescheitert ist, wäre es schön, wenn das Projekt ein unternehmerischer Erfolg werden würde und Verbraucherrechte sowie Datenschutz wieder an erster Stelle stehen könnten.

Da Purism mit Laptops/Tablets bereits einiges an Expertise gesammelt hat und das Finanzierungsziel nicht so ambitioniert festgesetzt wurde, stehen die Chancen hoffentlich diesmal deutlich besser. Ich drücke jedenfalls ganz fest die Daumen 🤞, dass es tatsächlich einen Markt für Produkte gibt, die wieder die Interessen der Benutzer in den Mittelpunkt stellen.

Es würde mich so freuen, wenn es endlich mal jemandem gelingen könnte, dieses unheilige Oligopol aus iOS und Android aufzubrechen und da weiterzumachen, wo Windows Phone und Firefox OS gescheitert sind. Wenn es noch einer schafft, dann hoffentlich Open Source (ohne Google).

Hornhauthobel

Seid ihr eventuell schon mal in den Genuss des „Express Pedi“-Werbespots für diesen elektrischen Hornhauthobel von Scholl gekommen?

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber als Fan von Martina Hills Knallerfrauen sehe ich da ständig einen Sketch vor meinem geistigen Auge.

Ein Frau mit kosmetisch sehr vernachlässigten Füßen und flockiger, zentimeterdicker Hornhaut betritt pfiffelnd ihr Badezimmer, um diesem Zustand mit dem neuen Superhobel wildentschlossen ein Ende zu setzen.

Sie setzt das sirrende Gerät an ihrer Ferse an und mit kettensägenartigen Geräuschen bahnt sich dieses hörbar ächzend unter Aufbringung aller denkbarer mechanischer Kräfte einen Weg durch die tote Haut.

Wer dann letztendlich vorher das Badezimmerfenster nicht verschlossen hat, spielt keine Rolle mehr. Das Ergebnis ist jedenfalls grauenhaft …

Giphy Nebel

An dieser Stelle könnte man dann locker in den Trailer zur 80er Version vom „Nebel des Grauens“ wechseln.

Was immer auch Böses und Grauenhaftes aus dem Nebel auftaucht, überlasse ich eurer Fantasie. Fest steht, das eine Berührung durch das antike Hornhautreibeeisen der Monster augenblicklich am gesamten Fuss Hornhaut und an den Beinen dicke schwarze Haare sprießen lässt.

Was ist diesen armen Kreaturen nur vor 100 Jahren angetan worden?

Unbestätigten Gerüchten zufolge haben sich die Vorväter mit dem Verkauf von Hornhautraspeln der weiblichen Insassen aus der ortsansässigen Irrenanstalt als Biodünger eine goldene Nase verdient, ohne die Damen am Gewinn zu beteiligen.

Klang sehr weit hergeholt. Wer soll so eine Geschichte schon glauben. 😉

Yo‘ Bro

Kopfhöher um Gehirn mit OhrwurmAuch wenn prinzipiell niemand danach gefragt hat, will ich nach zwei Monaten des Wartens dem unermüdlichen Flehen nach einem neuen Ohrwurm-Beitrag nachgeben. Wer will sich schließlich ewig bitten lassen. 😉

Ob es nun die Hurrikan-geplagten Leute in Amerika sind, die wegen „Harvey“ und „Irma“ ihr Obdach verloren haben – während Präsident Trump zeitgleich plant die Katastrophenhilfe zugunsten einer Steuersenkung für die Superreichen zu streichen – oder mein nostalgisches Ego, dass beginnt gegen den sich ausbreitenden egoistischen und despotischen Zeitgeist emotionale Antikörper zu bilden, als ich kürzlich über ABBAs „He Is Your Brother“ stolperte, hat es sofort „Klick“ gemacht.

Seitdem läuft der entsprechende 1977er Live-Auftritt in Australien aus ABBA – der Film – wie eben sonst auch immer – in Dauerschleife in meinem Kopfhörer.

Der Wikipedia-Eintrag zum Song stellt wenig überraschend fest:

Der Liedtext setzt am gleichen Thema an […], dem Wunsch nach einem friedlichen Miteinander.

Ein richtige Erklärung für den „Klick“ habe ich bis jetzt noch nicht gefunden.

Eventuell leidet mein Körper ja gerade an einer Art „Nächstenliebemangel“ und gibt mir durch die Songwahl unterbewusst irgend etwas zu verstehen. Man kennt das ja von Vitaminmangel und damit einhergehenden Nahrungsmittelgelüsten. 😉

Smartwatch-Zusatzgedanken

Diese Zeilen sind ein kleiner Nachtrag zu meinen im April geäußerten Smartwatch-Gedanken. Gemäß WordPress-Statistik nach Aufrufen einer der eher uninteressanteren Beiträge. Da ich das Blog aber auch für mich selbst schreibe, soll es mich nicht davon abhalten, das Gesamtbild mit einem weiteren Puzzle-Teil zu vervollständigen.

armbanduhr-selbstaufzug-armbewegung

Wie ich seinerzeit schon geschrieben habe, ist das Thema Akkulaufzeit in meinen Augen der entscheidende Faktor. Eine Armbanduhr, die ich spätestens alle zwei Tage zum Aufladen abnehmen muss oder bei der ich ständig Gefahr laufe, dass ihr mitten am Tag die Puste ausgeht, ist in Sachen Benutzerfreundlichkeit eine absolute Fehlentwicklung und käme mir nicht an mein Handgelenk.

Auch die sich selbst aufziehenden Automatikuhren vergangener Tage hatte ich erwähnt und was soll ich euch sagen — Potzblitz, stoße ich vor ein paar Wochen im heise-Newsticker doch tatsächlich auf die Meldung der Sequent Smartwatch mit eingebautem Mikro-Generator von Kinetron.

Besagtes Mikro-Generator-System generiert mit Hilfe eines pendelnden Gewichts aus der Armbewegung des Trägers Strom, der in einem Akku in der Uhr gespeichert wird. Genau so hatte ich mir das in meinen wildesten Träumen vorgestellt.

Meine nächsten Frage wäre jetzt:

  • Wie viel Energie produziert so ein Generator in einer üblich großen Armbanduhr und reicht das für den gelegentlichen Betrieb eines (ePaper-)Displays?
  • Können bei entsprechendem Energiebedarf mehrere Generatoren in eine Uhr eingebaut werden, die alle durch das gleiche Pendelgewicht angetrieben werden?
  • Reicht das Energiebudget für die ursprünglich erwähnten Einsatzzwecke, wenn man auf Aspekte wie Fitnessarmband (Schrittzähler, Herzrhythmus, …), Smartphone-Kopplung, … verzichtet?
  • Kann so ein Mikro-Generator auch durch manuelles Aufziehen an der Krone Energie erzeugen, wenn mal Not am Mann/an der Frau ist?

Ts, ts! Fragen über Fragen.

Apropos, nachdem mein derzeitiger Radiowecker scheinbar durch einen Defekt im Lautstärkeregler Radiomusik entweder nur„ultraschall-leise“ oder „herzstillstandauslösend-laut“ abspielt, habe ich mir mal einen Überblick über das aktuelle Marktangebot gemacht und bin relativ enttäuscht. Nichts auch nur annähernd Brauchbares, das mich per Radio oder wahlweise MP3 wecken kann.

Das brachte mich auf die naive Idee, ob man da nicht etwas aus einem Raspberry Pi Zero und einem LED Matrix-Display zaubern könnte. Und warum erzähle ich das alles?

Na, weil das ein weiterer Einsatzzweck für meine imaginäre Smartwatch wäre. Eine (Bluetooth-)Kopplung mit dem Open Source-Radiowecker, der bei Alarm zusätzlich die Uhr am Handgelenk vibrieren ließe. Selbstverständlich könnte ich mit dieser auch die Schlummertaste betätigen, ohne meine Hand unter der wohlig-warmen Bettdecke hervorstrecken zu müssen.

Wie schon erwähnt eben nicht nur faul, sondern „SnugWOW-Faul“ 😉