Pause

Ich habe beschlossen mir die nächsten vier Wochen einmal eine Blogpause zu gönnen und die Dienstagsserie damit abreißen zu lassen.

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In letzter Zeit war es größtenteils doch eher der selbst auferlegte Zwang, die Serie nicht abreißen zu lassen statt wirklich waltender, kreativer Säfte. Wollen wir hoffen, dass sich die Welt in der Zeit weiter dreht. 😉

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Der (L|l)eibhaftige Zuckerberg

Ich denke, aus meiner Antipathie gegen Mark Zuckerberg und sein Facebook habe ich kein großes Geheimnis gemacht. Diverse Beiträge wie „Computer bäh!“ oder „Brain Hacking“ legen Zeugnis darüber ab.

Gerade ist er im Zusammenhang mit Cambridge Analytica wieder mal in aller Munde. Die investigative Reportage von Channel 4 News dazu lässt übrigens tief blicken.

Weit weniger beachtet und für meine Begriffe fast schon sträflich übersehen, ist der Einfluss Facebooks bei den ethnischen Säuberungen in Myanmar. Vielen vielleicht auch bekannt als Rohingya Flüchtlingskrise. Gemäß der Newstickermeldung bei heise kamen UN-Beobachter zu dem Schluss, dass

… Facebook grundlegend zu dem öffentlichen Grad an Verbitterung, Meinungsverschiedenheit und Konflikt in dem Land beigetragen [hat]

Dies und die Beteiligung am Ausverkauf der amerikanischen Demokratie für ein paar russische Anzeigendollars würden mich doch ernsthaft an meinem Lebenswerk zweifeln lassen.

Vielleicht sollten die gleichen UN-Beobachter nach getaner Arbeit in Myanmar im Anschluss die oft beschwörte Spaltung der amerikanischen Gesellschaft untersuchen, die letztens ein Experte soweit ich mich erinnere als „zivilen Bürgerkrieg“ bezeichnet hat.

Es würde mich nicht wundern, wenn auch hier Facebook einen nicht unerheblichen Anteil Schuld daran trägt.

Lüg mich an!

Wenn ich sehe, wie viele irrsinnige Wahlversprechen Donald Trump mittlerweile eingelöst hat, bei denen Wirtschaftsexperten schockiert die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und Journalisten diese als leeres Wahlkampfgetöse abgetan haben, bin ich mittlerweile ernsthaft am Zweifeln, ob Ehrlichkeit noch eine Qualität ist, die in der Politik erstrebenswert ist.

Trump-Lügner-Pinocchio

Sollte man als Wähler das Kreuz am Ende doch bei den lügenden und stehlenden Volksvertretern machen?

Das schizophrene an der Sache ist, dass Donald Trump abgesehen von seinen Wahlversprechen den lieben langen Tag nichts anderes tut, als bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu lügen oder durch Vorteilsannahme die Taschen voll zumachen. Deswegen bin ich momentan etwas verwirrt.

Ich hoffe das legt sich mit der Zeit wieder. Bis es so weit ist, werde ich einfach weiter zusehen, wie er das Loch unter der sprichwörtlichen Latte noch tiefer gräbt.

Haribo macht nur Kinder froh

Als ich letztens mal wieder den inzwischen altbekannten „Verstecken“-Werbespot von Haribo gesehen habe, und diesen nicht nur aus dem peripheren Blickfeld betrachtet habe, ist mir das erste Mal aufgefallen, dass ich den Spot auf mehreren Ebenen nicht verstehe.

Da wäre zunächst mal der abschließende und berühmte Claim, Haribo würde Erwachsene und Kinder froh machen. In besagtem Spot werden dem Erwachsenen in Person von Bully Herbig nicht nur hinterlistig seine Süßwaren geklaut – nein! – ich wage zu behaupten die kleinen Drecksbälger 😉 haben auch gar nicht die Absicht, ihn im Rahmen des Versteckspiels zu suchen.

Nach allem was wir wissen, könnte Bully noch heute in diesem Wäschekorb verhungern. Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, er könnte sich aus eigenen Kräften aus diesem Schmutzwäschebehältnis befreien.

Wir fassen zusammen — keine Süßigkeiten und kein Versteckspiel. Wo bleibt da der Frohsinn für den Erwachsenen?

Ein anderer Punkt ist das gerechte Teilen. Im Video sehen wir drei Kinder. Nur zwei von ihnen – die blonden – scheinen die Goldbären unter sich aufzuteilen, während der braunhaarige kleine Kerl ganz außen völlig leer auszugehen scheint. Ist das normale Geschwisterbeziehungsdynamik? Will Haribo sagen „Goldbären nur für die mit goldenen Haaren“?

Damit sind wir auch bei den scheinbar komplizierten Verwandschaftsverhältnissen. Der Spot legt sich da nicht eindeutig fest. Ist Bully in dem Szenario der Vater eines der Kinder? Vielleicht des Braunhaarigen? Schlagen die Blonden nach der Mutter, welche im 2016er-Spot zu sehen ist? Wieso nennt keines der Kindern ihn „Papa“, um jeden Zweifel auszuräumen?

Ist er am Ende einer dieser Leute, die einen „guten Draht“ zu fremden Kindern haben? Wie in diesen Geschichten von übergriffigen Gemeindepfarrern, Schwimmlehrern und Jugendgruppenbetreuern, die laut den Aussagen bestürzter Nachbarn vor der Kamera eines drittklassigen Regionalsenders immer „so gut mit Kindern konnten.

Selbst wenn wir davon ausgehen, das die zwischenmenschlichen Beziehungen in dem Spot vernachlässigbar sind, frage ich mich dennoch, ob Kinder in dem abgebildeten Alter moralisch schon so verdorben sind, dass sie ihren Vater oder generell einen Erwachsenen für eine Tüte Gummibären so aufs Kreuz legen würden? Sind Kinder in diesem Alter wirklich schon so eiskalt auf ihren eigenen Vorteil bedacht, dass sie ihren Vater oder den Erwachsenen Gummibäreneigentümer leer ausgehen lassen würden? Was für eine Botschaft soll hier vermittelt werden? Kinder würden für einen Tüte Gummibären alles tun?

Und schließlich ist da noch die Sache mit dem Versteckspiel. Was wird den Erwachsenen in Sachen Kindererziehung heute nicht alles vorgeworfen. Sie erziehen sie per Fernsehen, erzählen ihnen keine Geschichten mehr, gehen intellektuell nicht auf sie ein, überwachen nicht ihren ausufernden Medienkonsum per Smartphone, … Dann haben wir in diesem Spot endlich mal einen Erwachsenen, der gewillt ist, auf seine Kinder einzugehen, mit ihnen zu spielen statt sie vor die Glotze zu setzen, und was ist der Dank? Die verzogene Brut lässt den Alten unter Vorspielung falscher Tatsachen im Badezimmer verrotten, während sie sich gütlich an seinen Gummibärchen tut.

Sollte Bully jemals aus dem Wäschekorb rauskommen, ist es das zukünftig mit dem Versteckspiel gewesen. Wer hätte nach solch einem Betrug jemals wieder Lust, mit jemandem zu spielen? Wie sagt man im Englischen so schön

fool me once, shame on you; fool me twice, shame on me

Ich würde es ja zu gerne sehen, dass sich Herr Heiner Kriegel von der Offenbacher Rundschau und Professor Wolf Lämmer von der Hochschule für Film und Fernsehen im Rahmen des Filmspektrums mit den verschiedenen Aspekten dieses Werbespots auseinandersetzen. Film ab, bitte!

Beitragsausfall

Ich habe es doch tatsächlich geschafft, mir nochmal irgend etwas Grippe-ähnliches einzufangen. Dabei war ich der festen Überzeugung das mein Grippevorfall im Januar nur die verfrühte Februargrippe des Vorjahres war.

Grippe-Virus

Anscheinend werde ich dieses Jahr aber reichlicher beschenkt und so liege ich schon wieder darnieder und warte, bis die Symptome abklingen.

Gott, wie ich diese fiebrigen Tage immer hasse. Man verliert gefühlt zwei Tage seines Lebens, wacht alle paar Stunden auf und sobald es draußen dunkel ist, ist man sich nicht mal mehr sicher, ob man jetzt zwei oder zwölf Stunden geschlafen hat und schon ein neuer Tag angebrochen ist.

Würden wir irgend welche biologischen Systeme zerstören, wenn wir Grippeviren ein für alle mal ausrotten würden? Im Ernst, wechselwirken diese in irgend einer Weise positiv mit ihrer Umwelt oder ist Vermehrung deren einziger Lebenszweck?

Interstellares Andocken

Kopfhöher um Gehirn mit OhrwurmIn einem weiteren Anflug absoluter Ideenlosigkeit, bei der neben weißem Rauschen nur gelegentlich einer der typischen Tumbleweeds chamaechorierend von links nach rechts durch die mentale Szenerie fliegt, ist es offensichtlich mal wieder Zeit für einen Ohrwurm-Beitrag.

Der heutige Song, welcher seit 2014 hin und wieder für eine angenehme Geräuschkulisse in meinem Kopfhörer läuft, stammt aus dem Science-Fiction-Film Interstellar und untermalt dort die berühmte Andock-Szene.

Die Rede ist von „No Time for Caution“

Wer dann noch weiteres Interesse hat, sollte sich unbedingt das Making-Of zum Soundtrack und im speziellen die Passage ab 01:46 über die Orgel der Temple Church in London und ihres Organisten Roger Sayer ansehen.

Im Grunde fand ich es schon immer schade, dass auf den größten Orgeln unseres Landes hauptsächlich christliches Kirchenliedgut durchgenudelt wird. 😉

 

Falcon Heavy Ohrenfutter

Ich bin mir sicher, dass mittlerweile wirklich jeder den Testabschuss der Falcon Heavy Trägerrakete von SpaceX sowie die spektakuläre synchrone Landung derer beiden Booster gesehen hat.

Dem Jubel aus dem Kommandozentrum fehlt allerdings eine entscheidende Audiokomponente, die bei der Übertragung auf den flachen (2D) Bildschirm leider verloren geht. Die Rede ist vom ohrenbetäubenden Lärm der Raketentriebwerke beim Start und auch des mehrfachen Überschallknalls bei der Rückkehr der Antriebsbooster.

Wer so etwas noch nicht erlebt hat, ist laut Destin Sandlin — vor allem berühmt durch seinen YouTube-Kanal Smarter Every Day — nicht wirklich dabei gewesen.

Da in unseren Breiten leider keine Trägerraketen ins All geschossen werden und Startplätze wie Kourou, das Kennedy Space Center oder Wostotschny eine zu teure Flugreise entfernt sind, kommt Destin uns hier mit seinem zweiten YouTube-Kanal entgegen. 🙂

Dank The Sound Traveler mit seinem stereofonen 3D-Sound und einem hoffentlich guten Kopfhörer kann man jetzt tatsächlich das gleiche hören, wie die Zuschauer vor Ort.

Wenn zugezogene Anwohner hierzulande schon bei sonntäglichen Kirchenglocken Hass-Traktate ans örtliche Rathaus anschlagen, wundert es mich natürlich nicht mehr, dass bei so einer Geräuschkulisse (siehe z.B. 10:00) Weltraumbahnhöfe „weit draußen“ gebaut werden.