Interstellares Andocken

Kopfhöher um Gehirn mit OhrwurmIn einem weiteren Anflug absoluter Ideenlosigkeit, bei der neben weißem Rauschen nur gelegentlich einer der typischen Tumbleweeds chamaechorierend von links nach rechts durch die mentale Szenerie fliegt, ist es offensichtlich mal wieder Zeit für einen Ohrwurm-Beitrag.

Der heutige Song, welcher seit 2014 hin und wieder für eine angenehme Geräuschkulisse in meinem Kopfhörer läuft, stammt aus dem Science-Fiction-Film Interstellar und untermalt dort die berühmte Andock-Szene.

Die Rede ist von „No Time for Caution“

Wer dann noch weiteres Interesse hat, sollte sich unbedingt das Making-Of zum Soundtrack und im speziellen die Passage ab 01:46 über die Orgel der Temple Church in London und ihres Organisten Roger Sayer ansehen.

Im Grunde fand ich es schon immer schade, dass auf den größten Orgeln unseres Landes hauptsächlich christliches Kirchenliedgut durchgenudelt wird. 😉

 

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Falcon Heavy Ohrenfutter

Ich bin mir sicher, dass mittlerweile wirklich jeder den Testabschuss der Falcon Heavy Trägerrakete von SpaceX sowie die spektakuläre synchrone Landung derer beiden Booster gesehen hat.

Dem Jubel aus dem Kommandozentrum fehlt allerdings eine entscheidende Audiokomponente, die bei der Übertragung auf den flachen (2D) Bildschirm leider verloren geht. Die Rede ist vom ohrenbetäubenden Lärm der Raketentriebwerke beim Start und auch des mehrfachen Überschallknalls bei der Rückkehr der Antriebsbooster.

Wer so etwas noch nicht erlebt hat, ist laut Destin Sandlin — vor allem berühmt durch seinen YouTube-Kanal Smarter Every Day — nicht wirklich dabei gewesen.

Da in unseren Breiten leider keine Trägerraketen ins All geschossen werden und Startplätze wie Kourou, das Kennedy Space Center oder Wostotschny eine zu teure Flugreise entfernt sind, kommt Destin uns hier mit seinem zweiten YouTube-Kanal entgegen. 🙂

Dank The Sound Traveler mit seinem stereofonen 3D-Sound und einem hoffentlich guten Kopfhörer kann man jetzt tatsächlich das gleiche hören, wie die Zuschauer vor Ort.

Wenn zugezogene Anwohner hierzulande schon bei sonntäglichen Kirchenglocken Hass-Traktate ans örtliche Rathaus anschlagen, wundert es mich natürlich nicht mehr, dass bei so einer Geräuschkulisse (siehe z.B. 10:00) Weltraumbahnhöfe „weit draußen“ gebaut werden.

Monster unterwegs!

Habt ihr schon den neuen Werbespot von Monster.de gesehen, in dem eine lila befellte Kreatur in der Tradition King Kongs für das berufliche Wohl eine weibliche Angestellte zwangsweise in eine neue Anstellung versetzt?

Muss ich mir als Mann die übliche stereotype Darstellung des Vorgesetzten als Pascha/Bösewicht/Dummkopf gefallen lassen? Wo bleiben die empörten Aufrufe einer #ManToo-Bewegung, die es langsam satt hat, in der Popkultur ständig wahlweise als sexuell diskriminiernder Pascha oder naiver, übertölpelter Dummdödel hingestellt zu werden, um einen Punkt zu verdeutlichen? (siehe z.B. VW Tiguan Trailer Assist oder O₂ Free)

Das aber nur nebenher. Viel mehr böte sich der Spot doch prima für ein Crossover mit dieser Kampagne über Jugendarbeitslosigkeit an.

Ich finde leider keinen Hinweis oder Link mehr, aber das dazugehörige Video porträtiert, soweit ich mich erinnere, die Lebenslinien zweier junger Leute. Während eine Frau beruflich alles auf die Reihe bringt, sehen wir im Hintergrund ständig einen jungen Mann mit augenscheinlich schlechten Chancen im Arbeitsmarkt. Dazu erzählt eine Off-Stimme etwas über „… das Gefühl nicht gebraucht zu werden …“ bzw. „… kein Teil der Gesellschaft zu sein …“. Am Ende des Videos drückt der Lebensabschnittsgefährte der jungen Frau beim abendlichen Spaziergang mit seiner Angebeteten dem verzweifelten „Chancenlosen“ eine angebrochene Flasche Sekt/Wein in die Hand und fordert ihn auf, sich einen „schönen Abend zu machen“. So oder ähnlich. Kennt jemand das Video und hat einen Link?

Wie wäre es denn, wenn unser haariger, lila Freund bei der beruflichen Versetzung unserer Verwaltungsangestellten zufällig an dem Geschäft vorbeigeht, das unser „Chancenloser“ unverrichteter Dinge, geknickt und mit Lebenslauf unter dem Arm verlässt und es diesen wahlweise mit einem Finger weg schnippt oder zertritt? Nicht gesellschaftskritisch genug?

Wenn nach dem monsterlichen Berufsaufstieg der Dame und dem Zertreten der armen Seele noch Zeit für ein bisschen Freizeitgestaltung ist, könnte sich unser bepelzter Freund gerne ins Kino begeben und diesem Popcorn-werfenden Jobware-Unsympathen, der während der Kinovorstellung offenbar nicht auf die Dienste seines Smartphones verzichten kann, durch Hochlegen der übergroßen Füße auf dessen Rückenlehne die Denkmurmel eindrücken.

So lange es dabei seine Augen ausmacht, hätten alle was davon. 😉

Brain Hacking

Auch auf die Gefahr hin, ständig das gleiche Thema durchzukauen, möchte ich unbedingt auf den Auftritt von Roger McNamee bei Real Time with Bill Maher hinweisen.

Roger McNamee – früher Facebook-Investor und seinerzeit Mentor von Mark Zuckerberg – spricht dort über die Gefahren der sozialen Medien. Ein Thema, über das meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig gesprochen wird.

Ihr dürft mich gerne als fortschrittsfeindlichen Schwarzmaler bezeichnen, aber über die subtilen, gesellschaftszersetzenden und schädlichen Langzeitwirkungen von sozialen Medien wie Facebook und Snapchat sind wir uns glaube ich noch gar nicht richtig im Klaren.

Wenn es nicht völlig unangebracht wäre, würde ich es glatt als den Contergan-Skandal unserer Zeit bezeichnen. Mit dem Unterschied, dass durch die fatalen, spät erkennbaren Nebenwirkungen junge Generationen nicht körperlich sondern mental fehlgebildet aufwachsen. Wobei die Waschmittel-fressende Jugend in letzter Konsequenz ihrer Like-Sucht dann doch körperliche Schäden davonträgt.

Apropos „Tide Pod-Challenge“ — ich sähe es in Anlehnung an Meister Rörich gerne, wenn ein verantwortungsvoller Erziehungsberechtigter mal ein Video hochladen würde, wo er/sie dem Nachwuchs per Ohrfeige die Waschmittelkapsel aus dem Mund befördert und den Vorgang kommentiert mit:

Was soll der Zirkus hier – wieso fresst ihr mein Waschmittel? *SLAP*

Zurück zu Roger McNamee. Neben dem durch Tristan Harris (ehemaliger Produktmanager bei Google) in einem 60 Minutes Interview geprägten Begriff „Brain Hacking“, geht es um die Filterblasenproblematik, Aufmerksamkeitsökonmie, Smartphone-Suchtproblematik und selbstverständlich die Wahlbeeinflussung der Russen durch Bots auf Facebook und Twitter. Spannender Stoff wie ich finde.

Wenn ihr mich fragt, sollte statt dem gebetsmühlenartig geforderten Coden/Programmieren lieber mehr Medienkompetenz in den Grundschulen unterrichtet werden, um diesen schädlichen Einflüssen entgegenzuwirken.

Nachtrag ( 31.01.2018 ):

„… durch die fatalen, spät erkennbaren Nebenwirkungen …“ im vierten Absatz ergänzt, um das Argument zu verdeutlichen.

Autonomes Auto 🤖🚘

Habt ihr im Zusammenhang mit selbst-fahrenden Autos von dem zynischen Argument gehört, dass in Zukunft, bedingt durch den rasanten Rückgang an Autounfällen, Spenderorgane knapper werden, als sie ohnehin schon sind? Heutzutage noch übliche Verkehrsunfälle mit Todesfolge sorgen trotz der sehr niedrigen Spenderquote für einen Nachschub an Organen, der mit der fehlerfrei fahrenden KI für Transplantationen weg fällt.

robot-car-pictogram

Eine interessante Randnotiz finde ich, dass eine gewisse Anzahl an Verkehrstoten im Autoverkehr als „notwendiges Übel“ gesellschaftlich soweit akzeptiert ist, dass niemand für die gefühlte Sicherheit ein gesetzliches Autofahrverbot einfordert, im gleichen Atemzug die einzig gangbare Lösung für das Problem der polizeibekannten islamischen Terroristen aber die völlige Aufgabe aller Bürgerrechte zu sein scheint. Nur ein Gedankenfurz.

Viel abenteuerlicher ist der gerade stattfindende Schlagabtausch zwischen Automobilherstellern, Versicherungen und Bund, wem denn die ganzen anfallenden Daten (Big Data) gehören. Das dies jeweils einzig und allein der Eigentümer des Fahrzeugs sein könnte, scheint geradezu weltfremd und obszön.

Wieso platzen in solche Diskussionsrunden nicht regelmäßig besorgte Bürger mit einer gesunden Portion Polemik herein und verkünden aus voller Kehle

„Mit Verlaub, das geht Sie einen Scheißdreck an!“

Leben wir inzwischen in einer Welt, wo ich für 50.000 € nur noch eine Lizenz zum Führen meines Kraftfahrzeugs erwerbe? Der neue BMW i365 (vgl. Office 365) im attraktiven Jahresabo? Wartung, Kraftstoff, Versicherung, … gehen selbstverständlich zu meinen Lasten, aber wenn ich eines Tages zu schnell in eine abknickende Kurve beschleunige, erlischt besagte Lizenz und das Gefährt bleibt unvermittelt stehen?

Als professioneller Schwarzmaler und Vollzeitpessimist warte ich schon lange auf einen dystopischen Science-Fiction-Streifen, in dem ein autonom fahrender, martialischer E-Bolide die Hauptrolle spielt.

Man stelle sich das mal vor. Ein skrupelloser Oligarch mit drohendem Nierenversagen schickt seine digitalen Schläger los, welche per Verknüpfung der E-Health-Datenbanken mit den üppigen Datenhalden der Fahrzeughersteller einen geeigneten aber ahnungslosen Spender finden. Dieser wird bei nächster sich bietender Gelegenheit bedarfsgerecht vor dem Krankenhaus in einer Mauer oder Straßenlaterne versenkt und das Organbuffet ist angerichtet.

Amazon stellt per Kofferraumzustellung im verunfallten Fahrzeug sogar gleich die passenden Styropor-Organtransportbehälter inklusive Eis zu. Lieferheld macht zu guter Letzt einen marginalen Umweg, verpackt die ganze Chose und ehe man sich versieht, verspeist man am Krankenbett Pizza Napoli mit anschließender Nierentransplantation.

Da wird aus dem schnellen Sprung am Samstag zu Aldi ganz unerwartet eine Familientragödie.
Abgefahren (im wahrsten Sinne des Wortes)!

  • Teslator — Organ-Wars!
  • Toyota-nado — Jetzt mit Cars statt Sharks!
  • Mercedessaker 7 — Organspender wider Willen!
  • BMWeh — Fahr rechts ran – weg ist das Organ!

Erinnert fast ein bisschen an die unrühmliche Naziepisode mit dem Bevölkerungsregister in Holland. Nur das hier kompatible Organspender bluten müssen. Nicht zu vergessen die bedauernswerten Dreamer in Amerika, die sich nach einem präsidialen Dekret von Barack Obama 2013 aus der Deckung gewagt haben, um jetzt vielleicht von Donald Trump bürokratisch unkompliziert per Strichliste abgeschoben zu werden.

Schreit förmlich nach Shocking Shorts 😉

Beitragsausfall

Aufgrund grippeähnlicher Symptome sehe ich mich außer Stande, diese Woche einen Beitrag zu verfassen. Husten, Schnupfen, Fieber, Gelenkschmerz und das restliche Potpourri an erkältungstypischen Wehwehchen vermitteln mir das unwohlige Gefühl, mehrmals gegessen und wieder erbrochen worden zu sein. Zu gut deutsch – ich fühle mich wie ausgekotzt! 😦

Grippe-Virus

Wie soll man so einen klaren Gedanken fassen können, der es wert wäre in einen Beitrag gegossen zu werden. Mein Beitrag zur Männergrippe aus dem letzten Jahr zeigt mir zumindest, dass ich dieses Jahr ein paar Wochen früher dran bin und es somit hoffentlich eher hinter mir habe.

Man kennt das ja. Da hat in einem x-beliebigen Biokatastrophenfilm eine armer Kerl, der sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt, einen Schweißausbruch und etwas harmlosen Husten, nur damit ihm in der nächsten Szene sämtliche Körperflüssigkeiten aus allen Öffnungen heraus laufen und er japsend seinen letzten Atemzug aushaucht.

Solange es also wirklich nur eine Grippe ist, bin ich somit ein richtiger Glückspilz. 😀

Langzeitgedächtnisgedanken

Wer schon dem einen oder anderen Unglück mit globaler Strahlkraft beiwohnen durfte/musste, kennt oft bemühte Sätze wie:

Ich weiß noch genau, was ich am 11. September angehabt habe.

Nachdem ich vor einigen Tagen wieder mal einem dieser Sätze begegnete, brachte es mich komischerweise anders als sonst zum Nachdenken.

brain_400

Es hat den Anschein, dass geschichtlich einschneidende Erlebnisse wie Fukushima, der 11. September oder der Mauerfall am 9. November irgendwie einen direkten Draht in unser Langzeitgedächtnis schaffen. Könnte man sich diesen Fakt nicht irgendwie zu Nutze machen?

Werde das wohl bei nächster sich bietender Gelegenheit austesten müssen.

Wenn also wieder mal scheinbar die Welt stillsteht, weil alle gebannt auf die Nachrichtenticker von CNN oder n-tv starren, werde ich wahlweise schnurstracks in die nächste Buchhandlung spurten und mir ein Wörterbuch Deutsch – Finnisch kaufen oder endlich versuchen, mir die PIN-Nummer meiner neuen EC-Karte einzuprägen.

Wenn mich dann das nächste Mal jemand fragt, was in an hatte, als Präsident Trump die Insolvenz der USA nach Chapter 7 erklärt hat, kann ich mit stolz geschwellter Brust verkünden

Missä on lähin ATM?

anschließend souverän auf die EC-Karte 200€ ziehen und ein paar Hektar billiges Bauland in guter New Yorker Innenstadtlage kaufen. Den Rest investiere ich dann in Pennystocks wie General Electric, Coca Cola, Procter & Gamble und Walmart. Konsumwerte gehen schließlich immer.