Illusionsland

Kopfhöher um Gehirn mit OhrwurmNachdem die Finebrothers mit der 2018er Ausgabe „reagierender Amerikaner“ einen Schlusspunkt unter den diesjährigen Eurovision Song Contest gesetzt haben, passt es wohl ganz gut, dass mein derzeitiger Ohrwurm-Song ebenfalls von einem (viel) früheren ESC-Gewinner stammt.

Auch wenn die britischen „Bucks Fizz“ 1981 mit „Making your mind up“ gewonnen haben, ist es ihr Song „The Land of Make Believe“, der scheinbar einige meiner ’80s‘-Synapsen im Gehirn feuern lässt.

Außerdem war es natürlich auch wieder mal Zeit für einen musikalischen Beitrag. Die Stille hier hält ja keiner auf Dauer aus. 😀

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Was geht, Deutschland?

Zwei Figuren reden über DeutschlandDer letzte Beitrag in Sachen Germæntion ist, man höre und staune, schon annähernd ein Jahr her. Da trifft es sich gut, dass ich unlängst auf eine Artikelserie bei bento.de gestoßen bin, die unter dem Motto „Was geht, Deutschland“ verschiedene Nicht-Deutsche über unsere Eigenheiten zu Wort kommen lässt bzw. genauer gesagt Fragen stellen lässt.

Gefragt wurde dabei bisher nach der uns eigenen Verschlossenheit, der Liebe zum Brot, unserer „Schamlosigkeit“ auf der Toilette, dem Wunsch nach Alleinsein, unserem Kleidungsstil und natürlich dem effektiven Zeitmanagement.

Lesenswert macht die Artikel, dass hier tatsächlich Experten zu Wort kommen, die die jeweilige Frage sachkundig und stellenweise sogar kulturhistorisch beantworten.

Wieder mal eine gute Gelegenheit etwas über den Deutschen in sich zu lernen und obendrein ein Erkenntnisgewinn, wie undeutsch man in gewissen Aspekten des täglichen Lebens sein kann. Entgegen der landläufigen Meinung in einem der Artikel habe ich nämlich durchaus Probleme mit dem Pissoir-Urinieren in Bedürfnisanstalten.

Sobald eine andere Person neben mir steht, schließt da mental irgend ein Ventil in meiner Blase und nichts geht mehr. Nach einer Minute stehender Untätigkeit kommen dann die quälenden Gedanken hinzu, was Miturinierer ob des ausbleibenden Plätschergeräusches denken werden. Das gibt mir und meiner Blase dann den Rest und schickt mich in Richtung Toilettenkabine.

Auf meinem Weg dorthin werde ich dank des ausführlichen Artikels zukünftig wohl auch noch meinen vor langer Zeit verstorbenen Nazi-Großvater hören, der mir hinterherschreit: „Mann, bist du heute wieder undeutsch!“. Danke Bento – nicht 😉

 

Die Cloud klaut …

… und zwar die Privatsphäre. Den Gedanken hatte ich jedenfalls wieder, als ich kürzlich in der aktuellen Ausgabe der c’t den Test zu Nokias neuem Schlafsensor und Smart Home Pad namens Nokia Sleep gelesen habe.

auge-spion-verfolgung

Besonders wichtig waren dabei für mich die folgenden Feststellungen des Autors:

Die von Nokia Sleep ermittelten Daten lassen sich wahlweise auf der „Health Mate“-App oder über das Internetportal „Nokia Health“ abrufen — ein Konto beim Hersteller ist auf jeden Fall Pflicht. …

Der Internetzwang durch die Verbindung über IFTTT nervt aber etwas. …

Da wurden sofort wieder Erinnerungen an das vor zwei Jahren getestete „Gardena smart system“ wach. Dieses „smarte“ System aus Gateway, Pflanzensensor, Bewässerungsventil und Mähroboter ließ sich bei Ausfall des eigenen Internetanschlusses nicht mehr per App fernsteuern, selbst wenn das heimische Netzwerk noch seinen Dienst tat. Auch hier lief ohne die entsprechende Anbindung an die Gardena-Server nicht viel.

Als der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Demokraten im US-Senat Dick Durbin bei den Anhörungen in der Causa „Cambridge Analytica“ Herrn Mark Zuckerberg mit seinen Fragen nach dessen Hotelaufenthalt und den zuletzt kontaktierten Personen ins Schwitzen brachte, wurde er dafür zu Recht gefeiert.

Wie lange wird es aber noch dauern, bis endlich jemand Verantwortliche wie die von Gardena oder Nokia vor ein Gremium schleift und Antworten darüber verlangt, wie feucht deren Rasen ist, wann sie in der Regel zu Bett gehen oder ob sie zum Schnarchen neigen?

Wie schon bei meinem Beitrag über autonome Autos kann ich auch hier nur konstatieren, dass es diese Leute doch einen „Scheißdreck“ angehen sollte, was ich mit meinem bezahlten Eigentum anstelle.

Ich kann gar nicht ausdrücken, wie wütend es mich regelmäßig macht, wenn ich wieder über einen Hersteller stolpere, der seine übergriffigen Händen in meine „Daten-Keksdose“ steckt. Ernsthaft — wieso werden Produkte nicht mehr mit eingebautem Datenschutz (Privacy by design) entwickelt? Wieso muss ich für Datenschleudern jeder Art einen stattlichen Kaufpreis bezahlen, mir das Eigentum der Daten aber über die Politik bzw. Gesetze sichern?

Der Zakdorn in mir sieht hier natürlich statt „Ungleichheit“ die „Herausforderung“ 😀 und damit ein riesiges Potential für entsprechende Produkte.

Wie heißt es im Gegensatz zum röhrenden Hirschen vor Bergsee-Idyll in amerikanischen Filmen auf den ungezählten Stickbildern so schön:

My home is my castle

Ist die Zeit nicht reif für eine auf Open-Source-Software basierende, einfach zu bedienende, modulare und eigene persönliche Cloud?

Ein geschlossenes System. Einfach zu installieren, zu warten und zu bedienen. Das meine E-Mails, Termine, Kalender, Gesundheitsdaten, Video- und Audiodateien, … und alle anderen, denkbar anfallenden Daten auf standardisierter, günstiger Hardware verschlüsselt in meinen eigenen vier Wänden speichert? Über dessen Zugriff durch Dritte ich im Einzelfall selbst entscheiden und den ich jederzeit widerrufen kann? Spricht da heute technisch noch etwas dagegen? Wäre das machbar?

Spiegeleiform²

Eines der größten Rätsel des Alltags ist für mich immer noch die „Quadratische Spiegeleierformverschwörung.“

So habe ich sie jedenfalls benannt, als ich mich schon vor Jahren auf die bis heute erfolglose Suche nach entsprechenden Küchen-/Bratutensilien aufgemacht habe.

Lasst uns für einen tieferen Einstieg in die Materie aber zunächst einen Blick auf das Beweisstück A werfen.

toastbrot-belegbereich

Belegbereich handelsüblicher Toastbrotscheiben

 

Es handelt sich, wie hoffentlich unschwer zu erkennen, um eine stilisierte Scheibe Toast.

Der mit Lebensmitteln belegbare Bereich wurde in unzähligen Arbeitsstunden durch eine rot gestrichelten Linie hervorgehoben. Selbst das ungeübte Auge wird nach kurzer Zeit erkennen, dass hier eine gewisse Quadratur vorliegt. 😉

Wer nun so wie ich auf den anscheinend völlig abwegigen Gedanken kommt, zwei frisch zubereitete Scheiben Toast für ein Sandwich mit einem gebratenen Spiegelei belegen zu wollen, würde logischerweise den Versuch unternehmen, käuflich geometrisch annähernd passende Spiegeleiformen erwerben zu wollen. Da man schon so einiges über Silikonbratformen gehört hat oder sich zumindest gefahrenmäßig etwas einbildet, sollten sie selbstverständlich aus Metall sein.

Mit eben diesem Anliegen ist man unversehens Teil der quadratischen Spiegeleierformverschwörung geworden. Was ich nämlich bei meinen stundenlangen Recherchen einzig und allein finde, sieht in etwa folgendermaßen aus.

spiegeleiform-stern

Neben dem Stern finden sich zugegebenermaßen Klassiker wie Kreis, Herz oder Blume. Es geht aber auch abenteuerlicher in Richtung Kleeblatt, Penis oder sogar Totenkopf. Was sich aber komischerweise nie findet, ist — Schock­schwe­re­not — das allseits beliebte QUADRAT!

Selbstredend gab es natürlich schon Selbstversuche mit Plätzchenformen und entsprechend geformten Speiseringen. Diese waren allerdings

  • … zu leicht, so dass das Ei unten heraus lief.
  • … nach dem Bratvorgang scheinbar auf molekularer Ebene mit dem Ei verschmolzen, so dass selbiges nur durch eilig von Feuerwehr und THW herangeschafftes Spezialgerät wieder aus der Form entfernt werden konnte.
  • … nach dem Bratvorgang so teuflisch heiß, dass es mangels Griff beim Herausnehmen aus der Pfanne mit verbrannten Fingern und dem Ausstoß wilder Flüche endete.

Sollte also jemand unter euch Lesern eine zuverlässige Bezugsquelle für quadratische Edelstahl-Spiegeleiformen parat haben oder auf sonstigen Wegen meine diesbezüglichen physischen und psychischen Leiden lindern können, der möge mir doch bitte einen hilfreichen Tipp in den Kommentaren hinterlassen. 😀

Pause

Ich habe beschlossen mir die nächsten vier Wochen einmal eine Blogpause zu gönnen und die Dienstagsserie damit abreißen zu lassen.

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In letzter Zeit war es größtenteils doch eher der selbst auferlegte Zwang, die Serie nicht abreißen zu lassen statt wirklich waltender, kreativer Säfte. Wollen wir hoffen, dass sich die Welt in der Zeit weiter dreht. 😉

Der (L|l)eibhaftige Zuckerberg

Ich denke, aus meiner Antipathie gegen Mark Zuckerberg und sein Facebook habe ich kein großes Geheimnis gemacht. Diverse Beiträge wie „Computer bäh!“ oder „Brain Hacking“ legen Zeugnis darüber ab.

Gerade ist er im Zusammenhang mit Cambridge Analytica wieder mal in aller Munde. Die investigative Reportage von Channel 4 News dazu lässt übrigens tief blicken.

Weit weniger beachtet und für meine Begriffe fast schon sträflich übersehen, ist der Einfluss Facebooks bei den ethnischen Säuberungen in Myanmar. Vielen vielleicht auch bekannt als Rohingya Flüchtlingskrise. Gemäß der Newstickermeldung bei heise kamen UN-Beobachter zu dem Schluss, dass

… Facebook grundlegend zu dem öffentlichen Grad an Verbitterung, Meinungsverschiedenheit und Konflikt in dem Land beigetragen [hat]

Dies und die Beteiligung am Ausverkauf der amerikanischen Demokratie für ein paar russische Anzeigendollars würden mich doch ernsthaft an meinem Lebenswerk zweifeln lassen.

Vielleicht sollten die gleichen UN-Beobachter nach getaner Arbeit in Myanmar im Anschluss die oft beschwörte Spaltung der amerikanischen Gesellschaft untersuchen, die letztens ein Experte soweit ich mich erinnere als „zivilen Bürgerkrieg“ bezeichnet hat.

Es würde mich nicht wundern, wenn auch hier Facebook einen nicht unerheblichen Anteil Schuld daran trägt.

Lüg mich an!

Wenn ich sehe, wie viele irrsinnige Wahlversprechen Donald Trump mittlerweile eingelöst hat, bei denen Wirtschaftsexperten schockiert die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und Journalisten diese als leeres Wahlkampfgetöse abgetan haben, bin ich mittlerweile ernsthaft am Zweifeln, ob Ehrlichkeit noch eine Qualität ist, die in der Politik erstrebenswert ist.

Trump-Lügner-Pinocchio

Sollte man als Wähler das Kreuz am Ende doch bei den lügenden und stehlenden Volksvertretern machen?

Das schizophrene an der Sache ist, dass Donald Trump abgesehen von seinen Wahlversprechen den lieben langen Tag nichts anderes tut, als bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu lügen oder durch Vorteilsannahme die Taschen voll zumachen. Deswegen bin ich momentan etwas verwirrt.

Ich hoffe das legt sich mit der Zeit wieder. Bis es so weit ist, werde ich einfach weiter zusehen, wie er das Loch unter der sprichwörtlichen Latte noch tiefer gräbt.