vemödalen sei Dank

Ich bin ein großer Fan des Dictionary of Obscure Sorrows (frei übersetzt: Lexikon der unbestimmten Sorgen) von John Koenig. Mit dem Projekt versucht er, schwer zu vermittelnde Emotionen mit Hilfe von frei erfundenen Wörtern einen Platz in der Alltagssprache zu geben.

Masken mit Emotionen

Ich war fast versucht, seine Mission clever mit den vielbeschworenen Wortvarianten für Schnee in der Sprache der Inuit zu vergleichen, wenn meine Recherche dazu nicht ergeben hätte, dass es sich dabei um einen weitverbreiteten Irrtum handelt.

Nicht nur, dass es die eine Inuit-Sprache gar nicht gibt, haben Eskimos auch nicht mehr Wörter für Schnee als z.B. wir Deutschen. Kann es kaum erwarten, bis sich ein zukünftiger Gesprächspartner damit zum Narren macht und ich ob meiner neuen Erkenntnis brillierend in die Bresche springe.😉

Aber genug davon, denn ich schweife ab. Die „unbestimmte Sorge“ bzw. Emotion um die es hier gehen soll, heißt wie der Titel schon vermuten lässt „vemödalen“.

vemödalen

n. the frustration of photographing something amazing when thousands of identical photos already exist—the same sunset, the same waterfall, the same curve of a hip, the same closeup of an eye—which can turn a unique subject into something hollow and pulpy and cheap, like a mass-produced piece of furniture you happen to have assembled yourself.

Auch ein Video existiert bereits auf dem dazugehörigen YouTube-Channel.

Das Lustige ist, dass „vemödalen“ als Ausdruck der Frustration etwas gefühlt Einzigartiges aber im Endeffekt doch nicht Einzigartiges zu fotografieren mich irgendwie innerlich ein Stück befreit hat, auf alles und jeden die Kamera zu richten. Wieso die Mühe machen, wenn Millionen andere Hobbyfotografen das gleiche Motiv abgelichtet haben? Lässt einen doch gleich ein bisschen bewußter leben.😀

Jetzt fehlt eigentlich nur noch das intelligente, neuronale Bilderkennungsnetzwerk im Smartphone, welches beim obligatorischen Sonnenuntergangsfoto den Sprachassistenten – sei es nun Siri, Cortana, Google Now oder Amazon Echo – auffordert, den Besitzer lautstark mit einem genervten „Das soll wohl ein Witz sein!“, einem schnippischen „Das war ja so klar!“ oder einem sarkastischen „Wie ausgesprochen einfallsreich“ auf die Nutzlosigkeit seines Unterfangens hinweist.

Zitatenkiste

Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit,
es ist die Illusion, wissend zu sein.

Ein Zitat das laut meiner Recherche irrtümlich Stephen Hawking zugeschrieben wird, aber wohl eigentlich vom amerikanischen Historiker und Schriftsteller Daniel J. Boorstin stammt.

Das aber nur am Rande. Wichtiger ist natürlich das Zitat selbst. Es löst zwar nicht meinen schon erwähnten Favoriten von Henry Louis Mencken ab, aber rangiert doch ziemlich weit oben.

Unwissenheit

Ich bin immer wieder erstaunt, wie schwer es vielen Menschen fällt, sich das eigene Unwissen einzugestehen oder das was man glaubt zu wissen kritisch zu hinterfragen. Ich vermute dabei handelt es sich um den gleichen Menschenschlag, der auf die Frage, warum dies oder jenes nun so oder so erledigt wird, immer mit einem lapidaren „weil wir das schon immer so gemacht haben“ antwortet.

Ich ziehe ein ehrliches „Das weiß ich nicht“ jederzeit dem Geschwätz eines Menschen vor, der versucht, mit Halbwissen und einer Portion Fantasie seine Wissenslücken zu überspielen.

Das Zitat passt aber auch erstaunlich gut für alle in der Facebook-Filterblase sitzenden Verschwörungstheoretiker, Rechtspopulisten, Freizeit-Volksverhetzer und Leute, die glauben, IKEA-Möbel ohne Anleitung aufbauen zu können.😉

Nicht zu vergessen die ganzen „Big Data“-Enthusiasten, die glauben in großen Datenhalden mit den richtigen Fragen und Algorithmen die ultimative Erkenntnis zu gewinnen aber am Ende Scheinkorrelationen hinterherrennen.

Gronkhs Leben im Minecraft-Wald

Der Sommer und die Temperaturen nähern sich zusehends ihrem Höhepunkt. Im selben Ausmaß schwinden bei mir die kreativen Säfte und wenn man den Zugriffszahlen glauben schenkt, auch die Leselust der Besucher. Was ist nur aus den guten alten Stubenhockern geworden? Sind die jetzt doch alle im Schwimmbad?

Wie auch immer. Ergebnis des quälend schlechten Fernsehprogramms kombiniert mit der Hitze ist eine ausgewachsene Ideenlosigkeit. Ich zermartere mein Hirn aber mir will einfach nichts Produktives oder Unterhaltsames einfallen.

Deswegen heute einfach mal eine kleiner Beitrag zum aktuellen Minecraft „Life in the Woods“ Let’s Play von Gronkh. Eigentlich weniger zum Let’s Play als vielmehr zu dem, was sich beim Konsum Verstörendes in meinem Kopf abspielt.

Selbstzweifel

Als Ü35er nagt in mir ständig der Verdacht, nicht mehr zur richtigen Zielgruppe zu gehören. Sollten Leute meiner Generation nicht lieber ein gutes Buch lesen oder Besseres mit ihrer Zeit anfangen? Bin ich intellektuell vielleicht im Kinder-Fernsehprogramm hängen geblieben? Nur eine rhetorische Frage.😉

Sinnsuche

Läuft die ganze Rohstoffsammlerei, Lagerhaus- und Küchenautomatisierung nicht langfristig darauf hinaus, das komplette Inventar des Kreativ-Modus abzubilden? Ich an gleicher Stelle würde mich in manch dunkler Stunde fragen, warum dann nicht gleich im Kreativmodus spielen?

Ich schau zuviel TV

Bin ich der einzige, der jedesmal, wenn Gronkh über „die Vault“ spricht, nicht an einen Bunker sondern den unsympathischen Bösewicht „Ellis DeWald“ aus Beverly Hills Cop III denken muss?

Ellis Dewald

Für alle Bildungslückler hier exemplarisch die berühmte Dinner-Rede.

Axel Foleys herzhaftes „Bravo DeWald“ würde mir übrigens gut auf dem Soundboard von Gronkh gefallen? Ich höre das sozusagen immer zwischen den Zeilen, wenn er zu Beginn einer neuen Session auf die Änderungen in der Vault eingeht.😉

Ich bin einfach zu deutsch

Geht Gronkhs Aussprache von „gut“ als „jud“ auf Berliner oder doch einen Kölner Akzent zurück? Ich habe dabei jedenfalls immer die berühmte Szene aus Woody Allens „Der Stadtneurotiker“ vor Augen, als Alvy Singer mit seinem treuen Freund Rob die Straßen New Yorks entläuft und er über das Essen mit den NBC-Leuten schwadroniert.

Neulich war ich mit ein paar Leuten von NBC zum Essen verabredet. Ich sagte: „Kommt, Kinder, ich lad Euch alle ein!“. Daraufhin sagte Tom Christie: „Also jud“. Nicht „Also gut“, sondern „Also jud!“ Verstehst Du? Nicht gut, sondern jud! Jud!

Das waren sie also, die Dinge, die sich beim Minecraft-Let’s Play Konsum in meinem Kopf abspielen. Vom sowieso üblichen Selbsthass und den Selbstzweifeln mal abgesehen.😉

SciFi-Props

Hierzulande würde man auch Requisiten dazu sagen. Sollte ich jemals zehntausende Euro herumliegen haben und diese dann auch noch etwas wert sein, würde ich diese garantiert in zwei meiner Lieblingsrequisiten investieren.

Dabei meine ich nicht, diese einfach schnöde zu kaufen, sondern natürlich Modellbauer-mäßig selbst herzustellen.

Zorg ZF-1

Das erste wäre das berühmte Zorg ZF-1 aus dem Luc Besson Film „Das fünfte Element

Idealerweise sollte das ZF-1 voll beweglich sein, also auf und zuklappen, die diversen Waffen ausfahren, die richtigen Geräusche von sich geben und korrekt beleuchtet sein. Ich habe dazu auch eine entsprechende Animation auf YouTube gefunden.:)

Alle Projekte wie z.B. die von Adam Savage (Mythbusters) auf Tested.com oder Jessee Clarkson haben mich bisher nicht überzeugt oder sind in der einen oder anderen Hinsicht ein Kompromiss.

Keine Ahnung, ob das technisch geschweige denn physikalisch möglich ist, aber wenn ja, dann wären die einfahrenden Gehäuseteile vorne und hinten wohl am schwierigsten umzusetzen. Auf jeden Fall würde es Spaß machen, daran herumzutüfteln, so nah ans Original heranzukommen wie möglich.

Light Runner

Bei dem zweiten Requisit handelt es sich um den Light Runner aus Tron Legacy. Der eigentlich Film ist und war für mich als glühender Anhänger des Originals eine einzige Enttäuschung. Wüßte gar nicht, wo ich mir meiner Kritik anfangen sollte.

Der „Light Runner“ hat es mir allerdings irgendwie angetan. Dabei handelt es sich um diesen vierrädrigen Autoverschnitt, aus der Arena-Szene, in der Quorra unseren Protagonisten Sam Flynn aus den Klauen von Clu rettet.

Das Design stammt vom berühmten Automobildesigner Daniel Simon. Einige Bilder zu dem Gefährt findet man auf seiner Homepage. Faszinierend finde ich vor allem die Reifen mit den zwei Geländemodis und selbstverständlich die TRON-typischen Leuchtstreifen.

Die Reifen so hinzubekommen, wie auf den Konzeptgrafiken scheint wohl unmöglich. Wohin verschwinden diese Nupsis, wenn sich die Reifen im Raster-Modus befinden?

Ein Tron-Effekt sollte aber heutzutage schon für bestehende Autos möglich sein. Zumindest legt das ein Video zu dieser LumiLor-Farbe nahe, auf dass ich im Rahmen der Recherche zu diesem Beitrag gestoßen bin.:)

Tattoo-Dilemma

Was Tattoos angeht, ist mein Körper abgesehen von ein paar Muttermalen hier und da noch immer eine weiße, unbefleckte Leinwand. Der Traum und Alptraum jeden Malers.
Das hat natürlich mehrere Ursachen, welche ich mangels eines besseren Themas einfach völlig ungefragt in diesen Blogbeitrag gieße.😉

Tätowierter Elefant

Da wäre zunächst mal meine Hypochondrie kombiniert mit den kolportierten Horrorgeschichten über nicht vorschriftsmäßig desinfizierte Tätowiernadeln und -studios und die etlichen Krankheiten, die man sich einfangen kann. Die bekannte Baywatch-Blondine Pamela Anderson hat sich an der Nadel ihres Mannes schließlich eine unschöne „Hepatitis C“ Infektion eingefangen.

Das allein war schon immer Grund genug, mich von jedem Tattoo-Studio fernzuhalten. In der Regel vermitteln diese ja auch nicht gerade den Eindruck eines gut desinfizierten, Krankenhauszimmers.

Den nächsten Punkt hat für mich der TV-bekannte Tätowierer Daniel Krause in mein Bewusstsein gerückt, als er einen Bundesverband Tattoo gründete, um einen einheitlichen Standard bzw. das professionelle Berufsbild des Tätowierers zu etablieren. Das umfasst z.B. einheitliche Arbeits- und Hygienestandards oder eine Nachweispflicht von Fachkenntnissen im Tattoogewerbe. Bisher kann sich nämlich wie bei den Nagelpflegern offenbar jeder Tätowierer nennen.

Auch sein Kampf für gesundheitlich unbedenkliche Tattoofarben hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass noch gar nicht richtig erforscht ist, was wir da unter unsere Haut stechen. Bei vielen Tätowierern fehlt erschreckend oft das Problembewusstsein. Den Leuten ist vielfach gar nicht bekannt, was genau da dem Kunden unter die Haut gestochen wird. Blau ist eben blau.

Der dritte und höchstwahrscheinlich wichtigste Grund, wieso meine Haut noch immer unbebildert erstrahlt, ist allerdings die Frage nach dem Motiv.

Es heißt ja immer, stechen sollte man sich nur solche Motive, die einem auch dann nicht peinlich sind, wenn man als bettlägriger, alter Sack im Pflegeheim zur Vermeidung eines Dekubitus-Geschwürs stündlich umgelagert werden muss und die Schwester einen Blick auf das Kunstwerk werfen kann.

Genau das ist die Krux an der Sache. Bisher will mir einfach kein Motiv einfallen, das dieses Kriterium erfüllt. Nichtsdestotrotz habe ich mir schon oft über Motive Gedanken gemacht, die mich alle Bedenken über Bord werfen ließen. Und was soll ich sagen, über all die Jahre, sind nur zwei Kandidaten übrig geblieben bzw. haben sich herauskristallisiert.

Da wäre zum einen die bildliche Darstellung meines inneren Schweinehundes, den ich zwar „liebevoll Krastro“ nenne, der in meiner Vorstellung aber nichts mit einem treu doofen, schwanzwedelnden Hund gemein hat, sondern eher an die Bilder von unter der Wasseroberfläche lauernden Monstern (1, 2, 3, 4, 5) erinnert.

Leider hat die Tatsache, dass „Krastro“ ein Monster ist, nie ausgereicht, ihn mir auch bildlich vorstellen zu können. Deswegen – bisher kein Tattoo.

In Tim Urbans TED Talk ist es übrigens kein Schweinehund, sondern ein Affe. Auch das hat „Krastros“ Bild in meiner Vorstellung zu meinem Bedauern nicht schärfer gezeichnet.

Das zweite Motiv wäre eine bildliche Darstellung des berühmten Richard Dawkins Zitats aus seinem Buch „Der entzauberte Regenbogen

Wir alle müssen sterben, das heißt, wir haben Glück gehabt. Die meisten Menschen sterben nie, weil sie nie geboren werden. Die Männer und Frauen, die es rein theoretisch an meiner Statt geben könnte und die in Wirklichkeit nie das Licht der Welt erblicken werden, sind zahlreicher als die Sandkörner in der Sahara. Und unter diesen ungeborenen Geistwesen sind mit Sicherheit größere Dichter als Keats, größere Wissenschaftler als Newton. Das wissen wir, weil die Menge an Menschen, die aus unserer DNA entstehen könnten, bei weitem größer ist als die Menge der tatsächlichen Menschen. Und entgegen dieser gewaltigen Wahrscheinlichkeit gibt es gerade Sie und mich in all unserer Gewöhnlichkeit.

Die Tatsache, dass von allen denkbaren Kombinationsmöglichkeiten der DNS meiner Eltern nur ich das Licht der Welt erblickt habe, empfand ich zu verschiedenen Zeiten schon immer als Motivation, etwas Besonderes aus meinem Leben zu machen.

Für eine symbolische, knackige Darstellung in einem Tattoo fehlt mir bisher die Fantasie. Den Spruch selbst zu stechen, wäre in meinen Augen fantasielos. Da könnte ich mir genauso gut die chinesischen Schriftzeichen für „Toilette“ als Schlampenstempel eintätowieren lassen.

Sollte ich also jemals einen entsprechenden Geistesblitz haben, meine Hypochondrie überwunden haben und die Tattoofarbe klinisch nachgewiesen unbedenklich sein, könnt ihr sicher sein, dass ich der erste in der Schlange vor einem Tattoo-Studio bin.:)

Nachtrag ( 13.7.2016 ):

Wie schon früher, ist einige Tage später auf bento, welches zu Spiegel-Online gehört, ein thematisch verwandter Artikel erschienen, den ich hier der Vollständigkeit halber nachreiche.

Wenn mein Blog nicht der Inbegriff des „Long Tail“-Blogs wäre, müsste ich glatt davon ausgehen, die Spiegel-Online-Redaktion scannt in regelmäßigen Abständen mein  unbedeutendes Blog auf der Suche nach den Stories von morgen.😉

8-Bit Cookies

Da ich selbst zu Weihnachten nie das brennende Verlangen verspüre, unvermittelt in die Küche zu spurten um Kekse oder Plätzchen zu backen, kann ich leider nicht mehr sagen, wieso und wann ich über das „Rainbow Heart Cookie“ Video von Eugenie Kitchen gestoßen bin.

Ich weiß nur noch, dass ich ob der Back-Technik total fasziniert war und das Video unüberlegt in meinen Lesezeichen abgelegt habe.

Dort bin ich dann auch letztens wieder darüber gestolpert und hatte plötzlich den Gedanken, dass man damit doch eigentlich auch lustige Plätzchen in 8Bit-Optik backen können sollte.

Dazu müsste man den ausgerollten, eingefärbten Teig doch nur in quadratische Würstchen teilen, und diese dann zu einem entsprechenden Bild zusammenfügen, oder nicht? Abschließend müsste man die „Kekse“ nur scheibchenweise abschneiden und ausbacken.

Ich habe dazu mal ein kleines Bild erstellt, um meinen Gedankengang zu illustrieren.

Eugenie Kitchen Kekse in 8Bit Optik

Je kleiner die Kantenlänge der einzelnen „Pixel“, desto höher könnte die Auflösung des Plätzchens ausfallen. Die Frage ist nur, wie klein man mit Teig noch arbeiten kann? Sind weniger als fünf Millimeter pro Pixel noch praktikabel oder wird es da schon fitzelig bzw. machen einem da die physikalischen Eigenschaften des Teiges schon einen Strich durch die Rechnung?

Eine weitere Frage wäre die nach den Lebensmittelfarben. Alles was ich bisher in Supermärkten gesehen habe, sind drei, vier Standardfarben. Nicht gerade eine anspruchsvolle Farbpalette.

Gibt es so etwas wie ein Grundfarben-Set aus Rot, Gelb und Blau, mit dem man sich jede beliebige Farbe anmischen kann? Kann man solche exotischeren Farben noch bedenkenlos verzehren, ohne sich gleich zu vergiften bzw. seine Exkremente einzufärben? Fragen über Fragen.

Sofern jemand von euch zur nächsten Plätzchensaison genug Experimentierfreude entwickelt und sich an so etwas mal ausprobieren möchte, wäre es nett, wenn er oder sie die Ergebnisse hier mitteilt, oder besser noch ein eigenes YouTube-Video oder einen Blogbeitrag erstellt.:)

So fliegen die Deutschen, …

Zwei Figuren reden über Deutschland

Viele von euch werden den aktuellen Lufthansa-Werbespot inzwischen schon gesehen haben, aber da er so wunderbar mit den Stereotypen über uns Deutsche spielt, konnte ich natürlich nicht widerstehen, darüber einen kleinen Beitrag für meine „Germæntion“-Reihe zu verfassen.

Da ein gewisser Teil meiner Leser laut eigener Aussage kein Fernsehen mehr schaut, ist es angebracht, zunächst mal den besagten Werbespot hier als YouTube-Video einzubinden. Es soll ja schließlich jeder wissen, über was wir genau reden.:)

Da der Spot von CZAR Germany produziert wurde, war ich versucht, ganz hämisch festzustellen, dass wir „Deutschen“ entgegen der verbreiteten, internationalen Ansicht durchaus eine gute Portion Humor besitzen. Dann musste ich aber feststellen, dass der verantwortliche Regisseur Martin Werner Däne ist. So ein Mist!😉

Immerhin beweist der bei uns laufende Spot, dass wir über uns selbst lachen können. Humor-technisch sind wir also gerettet. Oder ist schon jemand dabei, eine Anklage wegen Volksverhetzung oder Majestätsbeleidigung anzustrengen? Ich muss zugeben, ich habe da mittlerweile den Überblick verloren.

Nach wiederholtem Konsum des Spots wollte ich schon einen süffisanten Beitrag über den fehlenden röhrenden Hirschen schreiben, der in dem Schauplatz für mich irgendwie gefehlt hat. Glücklicherweise ist mir noch rechtzeitig der ungewöhnliche Wurstständer aufgefallen. Das hätte ansonsten sehr peinlich werden können. Puh!

Hirschkopf dekoriert mit Räucherwürsten

Sind euch übrigens die schönen Tapeten, Fensterverzierungen und Kopfstützenbezüge in der Flugzeugkabine aufgefallen?

Während  Tapeten und Fensterverzierungen ein durchaus stimmiges Bild abgeben, erinnern mich die Kopfstützenbezüge an Prilblumen und passen vom Farbschema eher in die 70er Jahre. Ich finde das beißt sich farblich. War der Inneneinrichter der Lufthansa seinerzeit farbenblind?😆

Wer jetzt meint, eine rustikale Einrichtung wie die gezeigte wäre ein typisch deutsches Phänomen, hat noch nie die Quaint my ride Episode von Top Gear gesehen, in der Jeremy Clarkson eine französische Designerin auffordert, eine 96er Mercedes S-Klasse auf „altmodisch“ zu trimmen und im englischen Landhausstil einzurichten.

Wie man sieht, muss uns die Einrichtung im Werbespot nicht peinlich sein. Ich verzichte hier jedenfalls auf das Fremdschämen.

Zum Abschluss sei erwähnt, dass der Titel des Beitrags eine Anspielung auf den umstrittenen „Gauchos“-Auftritt bei der WM-Siegesfeier 2014 ist, welcher auch schon wieder zwei Jahre her ist. Wo ist nur die Zeit geblieben? Ob der offizielle EM-Uhrensponsor, so es denn einen gibt, darauf eine Antwort hat?