Kloraumwunder

Als jemand, der bei allem rund um das Thema „Tiny House Movement“ keinem Klick widerstehen kann, bin ich letztens auf den YouTube-Kanal Living big in a tiny house von Bryce Langston gestoßen.

In der Folge über eine kleine 8m²-Wohnung in Tokyo ist mir dabei ein kleines, neckisches Toilettenraumwunder aufgefallen, das es mir angetan hat.

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8m² Wohnung in Tokio (Living Big In A Tiny House)

Das verschiebbare Waschbecken mit integriertem Klorollenhalter ist eine so simple wie geniale Idee. Bin immer noch hin und weg. 😀

Das alleine wäre aber vielleicht noch nicht genug Grund für einen Beitrag, oder doch?

Mein eigentlicher Mitteilungsdrang rührt von dem Geistesblitz her, den ich augenblicklich beim Betrachten dieses Klappklos bekommen habe – es kommt gleich! – eine dritte Ausbaustufe in Form eines Stehurinals für Männer.

Das wegklappende Waschbecken würde dabei den Blick auf ein praktisches Porzellanstehurinalbecken freigeben, dessen Abfluss in die darunterliegende Toilette verläuft. Plant man dann doch ein größeres Geschäft, schiebt man auch das Urinal zur Seite, welches unter dem Waschbecken verschwindet und wiederum Zugriff auf den Toilettenpapierhalter sowie den obligatorischen Zeitungsständer freigibt.

Wäre damit das „Toilettenbrillenherunterklappproblem“ nicht gelöst? Könnten wir Männer damit nicht endlich unbeschwert im eigenen Haus im Stehen pinkeln?

Interessierte Sanitärbedarfshersteller können meine Kontonummer zwecks Ideenerwerb gerne per E-Mail erfragen. Ich bin dann schon mal beim Zählen und Ausgeben meiner imaginären Millionen. Man sieht sich. 😉

Demokratie

Erdogan, Putin, Maduro, Duterte, Orbán, Kaczyński, … wo man auch hinsieht, scheint die Demokratie auf dem Rückzug zu sein. Gerade deswegen will ich heute als Sommerlektüre bzw. Videoempfehlung die phoenix-Dokumentation „Mensch.Macht.Demokratie“ empfehlen, die ich am Sonntag auf dem gleichnamigen Sender als Wiederholung gesehen habe.

Da ich das gute Stück weder in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender noch im Sendearchiv auf deren Website gefunden habe, muss ein YouTube-Video ausreichen, dass hoffentlich lange genug online bleibt.

Wenn ihr mich fragt, absolut sehenswert, inspirierend und keinesfalls verschwendete 74 Minuten Lebenszeit. Fragt sich nur noch, wer das Konzept Donald Trump so erklärt, dass es in seine angeblich vierminütige Aufmerksamkeitsspanne passt. #Healther

Wortschatz #10

Anthony „The Mooch“ Scaramucci ist zwar schon seit einer Woche Geschichte, aber dennoch war der Spiegel-Artikel in dieser Angelegenheit wieder mal ein Quell bildungssprachlicher Vokabeln, der mich, wie so oft in diesen Situationen, auf eine wilde Online-Recherche in Richtung Duden und Wiktionary geschickt hat.

Der erste Kracher findet sich in dem Satz:

Dann die erfrischend vulgären Pejorativa, …

Das führende „vulgär“ lässt neugierig aufhorchen. Erstaunlicherweise war Wiktionary recht ahnungslos, aber der Duden wies mit dem Suchergebnis Pe­jo­ra­ti­vum zumindest schon mal in die korrekte Richtung. Dessen Erklärung verweist in der Bedeutungsübersicht mit „pejoratives Wort“ auf das Adjektiv. Mit diesem wusste dann auch Wiktionary wieder etwas anzufangen.

pejorativ:

  • [1] abwertend hinsichtlich der (eigenen) Sprache, eines Wortes oder einer Redewendung

Beim zweiten Wort hatte ich zwar zunächst einen leichten Anflug von Déjà-vu, der sich dann aber doch als vollwertige Ahnungslosigkeit entpuppte:

Sein doch nicht klandestines Abendessen mit Trump, …

klandestin:

  • [1] veraltet: unbeobachtet, im Verborgenen befindlich, geheim gehalten

In manch klandestinen Momenten frage ich mich gelegentlich, ob mein soziales Umfeld pejorative Bemerkungen über die Lücken in meinem bildungssprachlichen Wortschatz macht. Andererseits wär das nich gerade mega und voll low von meinen Homies. 😉

Healther statt Birther

Generell stehe ich auf dem Standpunkt, dass „Donald Trump“ nicht so sehr unser Problem, sondern das der Amerikaner ist. Sich über dieses oder jenes aufzuregen, was der alte Mann gerade wieder getan und gesagt hat, ist verschwendete Lebenszeit und schlecht für den Blutdruck.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich eigentlich sogar beruhigt zurück lehnen und die Reality-Show einfach nur die nächsten vier Jahr genießen.

Donald Trump mit wenig schmeichelhafter Wortwolke

Dennoch kann auch ich in gewissen Situationen nicht widerstehen, mich durch dieses Relikt aus den 80ern triggern zu lassen, um einen Kommentar abzugeben bzw. mir Fragen zu stellen.

Eine die mir kürzlich durch den Kopf ging war, wieso die linke Presse und Verschwörungstheoretiker nicht längst und vehement die Vorlage eines notariell beglaubigten Gesundheitszeugnisses von Trump fordern? In schöner Regelmäßigkeit wird angesichts der geistigen Ausfälle und der per Twitter verkündeten Falschaussagen lautstark und per Ferndiagnose über eine Demenzerkrankung spekuliert.

Wer erinnert sich nicht noch an die „Birther“-Attacken Trumps auf Barack Obama, in denen er diesem unterstellte, nicht in den USA geboren zu sein und öffentlichkeitswirksam das „Long Form Birth Certificate“ einforderte.

Wieso bleiben bisher die Forderungen nach einem „Long Form Brain Scan“ aus? Wieso gibt es noch keine „Healther“-Verschwörergruppe mit entsprechenden Hüten und Merchandising-Artikeln, die erst Ruhe geben, wenn zweifelsfrei fest steht, dass ihm nachweislich nicht von einem KGB-Agenten oder Außerirdischen ins Gehirn geschissen wurde? 😉

Ach, und weil wir gerade dabei sind – wieso schafft es Twitter angesichts der vielen kostenlosen Werbung eigentlich nicht, ein paar Dollar zu verdienen?

Fragen über Fragen.

Plazenta-Pillen

Als Hobbyhypochonder 😉 nehme ich normalerweise Reißaus vor jedweder Form medizinischer Sendung. Die anfänglichen Symptome der meisten schreckenerregenden Krankheiten – ob einem nun ein Körperteil abfault oder man unkontrolliert aus diversen Körperöffnungen blutet – scheinen schließlich immer ein Kratzen im Hals, Gelenkschmerz oder das Jucken einer alltäglichen Körperstelle zu sein. Symptome die jeder von uns schon erlebt hat.

Pille mit Klapperstorch und Biohazardsymbol

Umso erstaunlicher ist es, dass ich letztens einen Artikel aus dem Ressort Gesundheit des Spiegels tatsächlich bis zum Ende gelesen habe. Dieser beschreibt die mysteriöse wiederholte Erkrankung eines Neugeborenen, die sich letztendlich auf die Pilleneinnahme der getrockneten und pulverisierten Plazenta durch die Mutter zurückführen lässt.

Hätte ich mich früher über solche Leute mit zu viel Zeit, Geld, übersteigertem Ego und selbstgestricktem Weltbild aufgeregt, reift in mir in letzter Zeit die beruhigende Erkenntnis, dass man hier der Evolution hautnah beim Arbeiten zusehen kann.

Waren es früher Radium-Wässerchen oder die Haarentfernung per Röntgenstrahlung, sind es heute eben Vagina-Jadeeier und Plazentapillen, die dafür sorgen, dass sich dieser Schlag Mensch seltener vermehrt als geistig zurechnungsfähige Menschen.

Zur thematischen Abrundung überfiel mich während des Schreibens dieses Beitrags einer der seltenen „Entropy Fan“-Flashbacks. Danke George Carlin. 😀

Auf die Spitze!

Als vor einigen Tagen das Video vom Auftritt eines blinden Magiers namens Richard Turner in der Zauber-Talentshow „Fool Us“ von Penn & Teller auf Reddit erschien, war ich natürlich nicht sonderlich überrascht.

Als versehentlicher Zuschauer einiger TV-Talentshows gewinnt man den Eindruck, dass man als Kandidat dieser Tage ohne tragische Lebensgeschichte sowieso vollkommen chancenlos ist. Wer konnte ahnen, dass Flucht vor Krieg und Hunger, Verlust von Gliedmaßen oder körperlicher Sinne durch Kriegsgerät, Verkehrsmittel oder sonstige unausdenkbaren Ereignisse, körperliche oder psychische Misshandlung aller Art offenbar den brennenden Wunsch auslösen, sich vor ein paar Promi-Judges zu stellen und eine Gesangs-, Musiker- oder Zaubererkarriere einzuschlagen. 😉

Als ich diesen zynischen Gedanken endlich beiseite geschoben und den üblichen inneren Monolog darüber, was „mit dir eigentlich nicht stimmt“ geführt hatte, war es Richard natürlich schon erfolgreich gelungen, die beiden Zauberer hinters Licht zu führen („FOOLER!“) und damit seinen Auftritt im Vorprogramm von deren Las Vegas Bühnenshow zu sichern.

Einigermaßen erleichtert, mich ohne weitere verbalen Entgleisungen dem Ende des Videos zu nähern, ließ man es sich nicht nehmen, eine Trophäe zu überreichen, die in jeder daher gelaufenen US-Importkrimiserie der perfekten Tatwaffe zur Ehre gereicht hätte.

Als sie ihm diese spitze Plastikobszönität in die Hände drücken, konnte mein Hirn nicht mehr einhalten und erwiderte unwillkürlich:

„Mann, mann! Echt lebensgefährlich. Beinahe hätte er sich versehentlich damit ein Auge ausgestochen und wäre für immer bli… — äh!“

An dieser Stelle musste ich das Video stoppen, sonst hätte ich mir den restlichen Tag wahrscheinlich nicht mehr in die Augen sehen können. So wie Rich… – echt traurig.

Mitch musiziert

Kopfhöher um Gehirn mit OhrwurmIn meinem unermüdlichen Kampf, die anhaltende Serie am Dienstag veröffentlichter Beiträge nicht abreißen zu lassen, habe ich auch diese Woche wieder besonders leichte Kost in Form eines „Ohrwurm“-Beitrags vorbereitet.

Auf den schwedischen Musiker Johan Bengtsson alias Mitch Murder bin ich kurioserweise nicht wegen seines Soundtracks für den per Kickstarter finanzierten Kurzfilm „Kung Fury“ gestoßen, sondern erst kürzlich dank eines Audiohäppchens in einem der letzten Monday Morning Podcasts von Bill Burr.

Als Lückenfüller bzw. Überblendung lief ein kurzes Stück von „Remember When“. Dank der Kommentare auf Soundcloud war es zum Glück nicht schwer den Künstler zu ermitteln.

Normalerweise schwöre ich für entspanntes weißes Rauschen zum Ausblenden der Umgebungsgeräusche im Kopfhörer auf Regen & Donner, aber in letzter Zeit läuft dafür „Remember When“.

Genauso faszinierend finde ich auch den kürzlich veröffentlichten Song „Revision Control“. Wer weiß warum, aber beim Anhören habe ich Flashbacks in unbeschwertere Kindertage mit den dreibeinigen Herrschern. 😉

Um dem Sahnehäubchen schlussendlich noch die Kirsche aufzusetzen, habe ich als Fan von Videospielmusik mit Freuden festgestellt, dass sich Mitch Murder auch erfolgreich am „Green Hill Zone“-Theme aus Sonic the Hedgehog versucht hat.

Mehr braucht es eigentlich nicht für ein bisschen Glücksseligkeit. 😀