Monster unterwegs!

Habt ihr schon den neuen Werbespot von Monster.de gesehen, in dem eine lila befellte Kreatur in der Tradition King Kongs für das berufliche Wohl eine weibliche Angestellte zwangsweise in eine neue Anstellung versetzt?

Muss ich mir als Mann die übliche stereotype Darstellung des Vorgesetzten als Pascha/Bösewicht/Dummkopf gefallen lassen? Wo bleiben die empörten Aufrufe einer #ManToo-Bewegung, die es langsam satt hat, in der Popkultur ständig wahlweise als sexuell diskriminiernder Pascha oder naiver, übertölpelter Dummdödel hingestellt zu werden, um einen Punkt zu verdeutlichen? (siehe z.B. VW Tiguan Trailer Assist oder O₂ Free)

Das aber nur nebenher. Viel mehr böte sich der Spot doch prima für ein Crossover mit dieser Kampagne über Jugendarbeitslosigkeit an.

Ich finde leider keinen Hinweis oder Link mehr, aber das dazugehörige Video porträtiert, soweit ich mich erinnere, die Lebenslinien zweier junger Leute. Während eine Frau beruflich alles auf die Reihe bringt, sehen wir im Hintergrund ständig einen jungen Mann mit augenscheinlich schlechten Chancen im Arbeitsmarkt. Dazu erzählt eine Off-Stimme etwas über „… das Gefühl nicht gebraucht zu werden …“ bzw. „… kein Teil der Gesellschaft zu sein …“. Am Ende des Videos drückt der Lebensabschnittsgefährte der jungen Frau beim abendlichen Spaziergang mit seiner Angebeteten dem verzweifelten „Chancenlosen“ eine angebrochene Flasche Sekt/Wein in die Hand und fordert ihn auf, sich einen „schönen Abend zu machen“. So oder ähnlich. Kennt jemand das Video und hat einen Link?

Wie wäre es denn, wenn unser haariger, lila Freund bei der beruflichen Versetzung unserer Verwaltungsangestellten zufällig an dem Geschäft vorbeigeht, das unser „Chancenloser“ unverrichteter Dinge, geknickt und mit Lebenslauf unter dem Arm verlässt und es diesen wahlweise mit einem Finger weg schnippt oder zertritt? Nicht gesellschaftskritisch genug?

Wenn nach dem monsterlichen Berufsaufstieg der Dame und dem Zertreten der armen Seele noch Zeit für ein bisschen Freizeitgestaltung ist, könnte sich unser bepelzter Freund gerne ins Kino begeben und diesem Popcorn-werfenden Jobware-Unsympathen, der während der Kinovorstellung offenbar nicht auf die Dienste seines Smartphones verzichten kann, durch Hochlegen der übergroßen Füße auf dessen Rückenlehne die Denkmurmel eindrücken.

So lange es dabei seine Augen ausmacht, hätten alle was davon. 😉

Advertisements

Autonomes Auto 🤖🚘

Habt ihr im Zusammenhang mit selbst-fahrenden Autos von dem zynischen Argument gehört, dass in Zukunft, bedingt durch den rasanten Rückgang an Autounfällen, Spenderorgane knapper werden, als sie ohnehin schon sind? Heutzutage noch übliche Verkehrsunfälle mit Todesfolge sorgen trotz der sehr niedrigen Spenderquote für einen Nachschub an Organen, der mit der fehlerfrei fahrenden KI für Transplantationen weg fällt.

robot-car-pictogram

Eine interessante Randnotiz finde ich, dass eine gewisse Anzahl an Verkehrstoten im Autoverkehr als „notwendiges Übel“ gesellschaftlich soweit akzeptiert ist, dass niemand für die gefühlte Sicherheit ein gesetzliches Autofahrverbot einfordert, im gleichen Atemzug die einzig gangbare Lösung für das Problem der polizeibekannten islamischen Terroristen aber die völlige Aufgabe aller Bürgerrechte zu sein scheint. Nur ein Gedankenfurz.

Viel abenteuerlicher ist der gerade stattfindende Schlagabtausch zwischen Automobilherstellern, Versicherungen und Bund, wem denn die ganzen anfallenden Daten (Big Data) gehören. Das dies jeweils einzig und allein der Eigentümer des Fahrzeugs sein könnte, scheint geradezu weltfremd und obszön.

Wieso platzen in solche Diskussionsrunden nicht regelmäßig besorgte Bürger mit einer gesunden Portion Polemik herein und verkünden aus voller Kehle

„Mit Verlaub, das geht Sie einen Scheißdreck an!“

Leben wir inzwischen in einer Welt, wo ich für 50.000 € nur noch eine Lizenz zum Führen meines Kraftfahrzeugs erwerbe? Der neue BMW i365 (vgl. Office 365) im attraktiven Jahresabo? Wartung, Kraftstoff, Versicherung, … gehen selbstverständlich zu meinen Lasten, aber wenn ich eines Tages zu schnell in eine abknickende Kurve beschleunige, erlischt besagte Lizenz und das Gefährt bleibt unvermittelt stehen?

Als professioneller Schwarzmaler und Vollzeitpessimist warte ich schon lange auf einen dystopischen Science-Fiction-Streifen, in dem ein autonom fahrender, martialischer E-Bolide die Hauptrolle spielt.

Man stelle sich das mal vor. Ein skrupelloser Oligarch mit drohendem Nierenversagen schickt seine digitalen Schläger los, welche per Verknüpfung der E-Health-Datenbanken mit den üppigen Datenhalden der Fahrzeughersteller einen geeigneten aber ahnungslosen Spender finden. Dieser wird bei nächster sich bietender Gelegenheit bedarfsgerecht vor dem Krankenhaus in einer Mauer oder Straßenlaterne versenkt und das Organbuffet ist angerichtet.

Amazon stellt per Kofferraumzustellung im verunfallten Fahrzeug sogar gleich die passenden Styropor-Organtransportbehälter inklusive Eis zu. Lieferheld macht zu guter Letzt einen marginalen Umweg, verpackt die ganze Chose und ehe man sich versieht, verspeist man am Krankenbett Pizza Napoli mit anschließender Nierentransplantation.

Da wird aus dem schnellen Sprung am Samstag zu Aldi ganz unerwartet eine Familientragödie.
Abgefahren (im wahrsten Sinne des Wortes)!

  • Teslator — Organ-Wars!
  • Toyota-nado — Jetzt mit Cars statt Sharks!
  • Mercedessaker 7 — Organspender wider Willen!
  • BMWeh — Fahr rechts ran – weg ist das Organ!

Erinnert fast ein bisschen an die unrühmliche Naziepisode mit dem Bevölkerungsregister in Holland. Nur das hier kompatible Organspender bluten müssen. Nicht zu vergessen die bedauernswerten Dreamer in Amerika, die sich nach einem präsidialen Dekret von Barack Obama 2013 aus der Deckung gewagt haben, um jetzt vielleicht von Donald Trump bürokratisch unkompliziert per Strichliste abgeschoben zu werden.

Schreit förmlich nach Shocking Shorts 😉

Langzeitgedächtnisgedanken

Wer schon dem einen oder anderen Unglück mit globaler Strahlkraft beiwohnen durfte/musste, kennt oft bemühte Sätze wie:

Ich weiß noch genau, was ich am 11. September angehabt habe.

Nachdem ich vor einigen Tagen wieder mal einem dieser Sätze begegnete, brachte es mich komischerweise anders als sonst zum Nachdenken.

brain_400

Es hat den Anschein, dass geschichtlich einschneidende Erlebnisse wie Fukushima, der 11. September oder der Mauerfall am 9. November irgendwie einen direkten Draht in unser Langzeitgedächtnis schaffen. Könnte man sich diesen Fakt nicht irgendwie zu Nutze machen?

Werde das wohl bei nächster sich bietender Gelegenheit austesten müssen.

Wenn also wieder mal scheinbar die Welt stillsteht, weil alle gebannt auf die Nachrichtenticker von CNN oder n-tv starren, werde ich wahlweise schnurstracks in die nächste Buchhandlung spurten und mir ein Wörterbuch Deutsch – Finnisch kaufen oder endlich versuchen, mir die PIN-Nummer meiner neuen EC-Karte einzuprägen.

Wenn mich dann das nächste Mal jemand fragt, was in an hatte, als Präsident Trump die Insolvenz der USA nach Chapter 7 erklärt hat, kann ich mit stolz geschwellter Brust verkünden

Missä on lähin ATM?

anschließend souverän auf die EC-Karte 200€ ziehen und ein paar Hektar billiges Bauland in guter New Yorker Innenstadtlage kaufen. Den Rest investiere ich dann in Pennystocks wie General Electric, Coca Cola, Procter & Gamble und Walmart. Konsumwerte gehen schließlich immer.

AfD vs. Zeitmaschine

Nachdem ich letztens über das Thema Zeitreisen im Zusammenhang mit der Verkürzung von Adolf Hitlers Lebenszeit geschrieben hatte, ist mir letztens noch ein Gedanke gekommen, den ich noch ergänzen wollte.

tardis-zeitreise

Gekommen ist er mir, nachdem ich über das plastische, amerikanische Sprichwort

Sweating Like A Whore In Church

– zu deutsch „Schwitzen wie eine Prostituierte in der Kirche“ – gestolpert bin.

Als ich einige der unrühmlichen AfD-Auftritte im Deutschen Bundestag zu meinem Leidwesen mit ansehen musste, habe ich mich nämlich gefragt, ob diese „lupenreinen“ Demokraten bei der Vorstellung von Zeitreisen momentan ähnliche Schweißausbrüche erleben?

Wenn an der Sache mit den Zeitreisen auch nur irgend etwas Wahres dran ist, wäre beim Gang zum Podium jede meiner Nervenfasern bis zum Zerreißen gespannt. Schließlich könnte im nächsten Augenblick (rein zufällig) rechts von mir ein gleißend heller Blitz aufzucken und eine futuristisch, in gelbem Strahlenanzug gekleidete Figur meiner hypothetischen AfD-Bundestagskarriere zum Wohle der Zukunft ein schnelles Ende setzen.

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass wir uns selbst mit demokratischen Mitteln um das Problem AfD kümmern müssen und uns in einer ähnlichen Situation befinden wie Sheldon und Leonard beim Unterzeichnen der Mitbewohnervereinbarung. 😉

Ähnliche Beiträge:

 

Hitler vs. Zeitmaschine

Als ich letztens zufällig ein Best-of-Video von Norm MacDonalds Hitlerwitzen entdeckt habe, war es natürlich unvermeidlich, an irgendeiner Stelle auf das übliche Szenario „Hitler per Zeitmaschine töten“ zu stoßen.

Zeitreise-Wurmloch

Wie so oft versichert man sich in froher Runde, dass man den Schneid hätte, Hitler auf diese Weise zu töten. Ich habe das schon so oft gehört, dass ich zwangsweise auch schon darüber nachgedacht habe.

Allerdings bin ich entgegen der landläufigen Meinung/Mär zu der Überzeugung gelangt, dass ich in keinem denkbaren Fall bereit wäre, Hitler per Zeitmaschine zu töten und es unverantwortlich wäre, dies auch nur in Erwägung zu ziehen.

Nehmen wir doch mal den Fall an, ich würde zurück reisen und dem kleinen Adolf als Kind begegnen. Tobias Haase hatte als „First Steps Award“ Gewinner 2013 zwar den Mut, den kleinen Racker per Mercedes zu überrollen, aber wer keine Skrupel hat, ein zu dem Zeitpunkt unschuldiges Kind zu ermorden, ist vielleicht nicht Teil der Lösung sondern selbst das Problem (vgl. Looper).

Nicht zu vergessen das in Sachen Zeitreisen oft erwähnte Problem des Großvaterparadoxons. Ich will jetzt sicher keine Diskussion über die Gräueltaten des Naziregimes vom Zaun brechen, diese banalisieren oder verharmlosen, aber wenn man diese im Kontext Zeitreisen betrachtet, muss man leider feststellen, das sie einen eklatanten Einfluss auf viele Lebensfäden hatten.

Wie kann man bei all diesen vernichteten Leben und Vertreibungen ernsthaft annehmen, nach der Ermordung Hitlers wieder in seine eigene Zeitlinie zurückzureisen?

Meine Familie ist sowohl von väterlicher als auch mütterlicher Seite geprägt durch Vertreibung aus dem heutigen Polen und Tschechien. So schrecklich es sich auch anhört, ohne Hitler wäre ich heute nicht auf der Welt. Meine Eltern wären sich schlichtweg nie über den Weg gelaufen.

Per Zeitreise Hitler zu töten hat für mich deshalb ebenso viel Gehalt, wie die unzähligen Eskimo-Wörter für Schnee. Schnell und unüberlegt als „gefühlt richtig“ ausgesprochen, hält es keiner näheren Betrachtung stand.

Die einzig richtige Antwort auf die Frage „Würdest du in der Zeit zurückreisen und Adolf Hitler töten“ kann also eigentlich nur Nein! lauten, oder nicht?

Liebesschlösserpest

Ich weiß nicht, wer mit dieser einfallslosen und stumpfsinnigen Unsitte einst angefangen hat, aber mittlerweile scheint es mir so, als wird wirklich jedes noch so windschiefe Brückengeländer über die kleinsten, stinkendsten Rinnsale dieser Republik und die verrostetsten, förmlich nach einer Tetanus-Spritze schreiende Absperrgitter ungezählter Bahnübergange mit den allseits bekannten Liebesschlössern behängt.

Brucke-Liebesschloesser

Ob Jung-Neanderthaler „Lok“ wohl seinerzeit mit einem Klumpen Lehm das Geäst eines über einen Fluss gestürzten Baumstamms verziehrt hat, um für alle Welt sichtbar die ewige Liebe zu seiner „Kii“ zu besiegeln? Man wird es wohl nie wissen.

Mich hat es jedenfalls zu einer Idee für ein lustiges Video inspiriert, die ihr mir bei entsprechendem Talent gerne klauen könnt. Ich sehe momentan zwei mögliche Szenarien.

Szenario #1:

Ein Bauarbeiter im Stil von „Fix it Felix“ beginnt im Zeitraffer gewissenhaft eine Brücke über einen Fluss zu bauen. Als er sich am Ende des Zeitraffers das letzte Mal umdreht, um seinen Pinsel für den letzten Strich in den Farbeimer zu tunken, ist noch alles in schöner Ordnung.

In der finalen Drehung in Richtung Geländer mit tropfendem Pinsel hören wir plötzlich eine Kakophonie von klickenden Schlössern.

Wie nicht anders zu erwarten, hängt alles voller Liebesschlösser. Die Arbeit von Tagen ist ruiniert. Im Hintergrund verschwinden in einer Staubwolke mehrere sich hohl und dümmlich gegenseitig verliebt ins Gesicht grinsende Liebespaare.

Nach kurzem Schockmoment quittiert unser Arbeiter die Situation mit einem Facepalm und den frustrierten Worten: „Das war ja soooo klar!“.

Wem das zu harmlos ist, findet vielleicht an folgender Idee Gefallen.

Szenario #2:

Ein verliebtes Paar schlendert Hand in Hand über eine Liebesschloss-behängte Brücke, um dort ebenfalls den absolut einzigartigen Beweis 😉 für ihre ewige Liebe anzubringen.

Als ihr Schloß, in der Mitte der Brücke angekommen, hörbar um einen Geländerholm einrastet, durchfährt die gesamte Konstruktion ein markerschütterndes Ächzen.

Als berühmter Tropfen, der ein Fass überlaufen lässt, hat dieses letzte Schloss der Statik der Brücke den Rest gegeben. Das Paar stürzt Hand in Hand mit diversen Brückenteilen in die Fluten.

In der Abblende sehen wir zwei Stellen im Fluss an der noch vereinzelt Luftblasen aufsteigen. Aus dem Wasser ragt der Teil des Brückengeländers mit dem zuletzt angebrachten Schloss. Auf ihm steht graviert geschrieben:

Wir wollen niemals auseinander gehen!

Im Hintergrund läuft dazu der Refrain des gleichnamigen Songs von Heidi Brühl.

Wie immer gilt, wer einen Verbesserungsvorschlag, eine bessere Idee oder sonstigen Kummer in Sachen Liebesschlösser hat, ist gerne eingeladen, dies in den Kommentaren unter diesem Beitrag vorzutragen. 😀

Hornhauthobel

Seid ihr eventuell schon mal in den Genuss des „Express Pedi“-Werbespots für diesen elektrischen Hornhauthobel von Scholl gekommen?

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber als Fan von Martina Hills Knallerfrauen sehe ich da ständig einen Sketch vor meinem geistigen Auge.

Ein Frau mit kosmetisch sehr vernachlässigten Füßen und flockiger, zentimeterdicker Hornhaut betritt pfiffelnd ihr Badezimmer, um diesem Zustand mit dem neuen Superhobel wildentschlossen ein Ende zu setzen.

Sie setzt das sirrende Gerät an ihrer Ferse an und mit kettensägenartigen Geräuschen bahnt sich dieses hörbar ächzend unter Aufbringung aller denkbarer mechanischer Kräfte einen Weg durch die tote Haut.

Wer dann letztendlich vorher das Badezimmerfenster nicht verschlossen hat, spielt keine Rolle mehr. Das Ergebnis ist jedenfalls grauenhaft …

Giphy Nebel

An dieser Stelle könnte man dann locker in den Trailer zur 80er Version vom „Nebel des Grauens“ wechseln.

Was immer auch Böses und Grauenhaftes aus dem Nebel auftaucht, überlasse ich eurer Fantasie. Fest steht, das eine Berührung durch das antike Hornhautreibeeisen der Monster augenblicklich am gesamten Fuss Hornhaut und an den Beinen dicke schwarze Haare sprießen lässt.

Was ist diesen armen Kreaturen nur vor 100 Jahren angetan worden?

Unbestätigten Gerüchten zufolge haben sich die Vorväter mit dem Verkauf von Hornhautraspeln der weiblichen Insassen aus der ortsansässigen Irrenanstalt als Biodünger eine goldene Nase verdient, ohne die Damen am Gewinn zu beteiligen.

Klang sehr weit hergeholt. Wer soll so eine Geschichte schon glauben. 😉