Hitler vs. Zeitmaschine

Als ich letztens zufällig ein Best-of-Video von Norm MacDonalds Hitlerwitzen entdeckt habe, war es natürlich unvermeidlich, an irgendeiner Stelle auf das übliche Szenario „Hitler per Zeitmaschine töten“ zu stoßen.

Zeitreise-Wurmloch

Wie so oft versichert man sich in froher Runde, dass man den Schneid hätte, Hitler auf diese Weise zu töten. Ich habe das schon so oft gehört, dass ich zwangsweise auch schon darüber nachgedacht habe.

Allerdings bin ich entgegen der landläufigen Meinung/Mär zu der Überzeugung gelangt, dass ich in keinem denkbaren Fall bereit wäre, Hitler per Zeitmaschine zu töten und es unverantwortlich wäre, dies auch nur in Erwägung zu ziehen.

Nehmen wir doch mal den Fall an, ich würde zurück reisen und dem kleinen Adolf als Kind begegnen. Tobias Haase hatte als „First Steps Award“ Gewinner 2013 zwar den Mut, den kleinen Racker per Mercedes zu überrollen, aber wer keine Skrupel hat, ein zu dem Zeitpunkt unschuldiges Kind zu ermorden, ist vielleicht nicht Teil der Lösung sondern selbst das Problem (vgl. Looper).

Nicht zu vergessen das in Sachen Zeitreisen oft erwähnte Problem des Großvaterparadoxons. Ich will jetzt sicher keine Diskussion über die Gräueltaten des Naziregimes vom Zaun brechen, diese banalisieren oder verharmlosen, aber wenn man diese im Kontext Zeitreisen betrachtet, muss man leider feststellen, das sie einen eklatanten Einfluss auf viele Lebensfäden hatten.

Wie kann man bei all diesen vernichteten Leben und Vertreibungen ernsthaft annehmen, nach der Ermordung Hitlers wieder in seine eigene Zeitlinie zurückzureisen?

Meine Familie ist sowohl von väterlicher als auch mütterlicher Seite geprägt durch Vertreibung aus dem heutigen Polen und Tschechien. So schrecklich es sich auch anhört, ohne Hitler wäre ich heute nicht auf der Welt. Meine Eltern wären sich schlichtweg nie über den Weg gelaufen.

Per Zeitreise Hitler zu töten hat für mich deshalb ebenso viel Gehalt, wie die unzähligen Eskimo-Wörter für Schnee. Schnell und unüberlegt als „gefühlt richtig“ ausgesprochen, hält es keiner näheren Betrachtung stand.

Die einzig richtige Antwort auf die Frage „Würdest du in der Zeit zurückreisen und Adolf Hitler töten“ kann also eigentlich nur Nein! lauten, oder nicht?

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Mega Man Rauschen

Kopfhöher um Gehirn mit OhrwurmMangels einer guten Beitragsidee für diese Woche war ich fast versucht, von einem kreativen „Knoten in meinem Hirn“ zu sprechen, wenn nicht der Hypochonder in mir sofort eindrücklich „inoperabler Hirntumor“ als BREAKING NEWS durch das Sichtfeld meines geistigen Auges getickert hätte.

Seltsamerweise sind, wie schon letztes Mal, wieder fast exakt zwei Monate seit dem letzten Beitrag dieser Art vergangen, weshalb ich geneigt bin, es als periodisch auftretendes Phänomen/Problem anzusehen. Handelt es sich vielleicht um eine bisher unentdeckte männliche Variante einer (Kreativitätsaus-)blutung?

Das einzige Rezept scheint jedenfalls leichte Kost in Form eines Ohrwurm-Beitrags zu sein.

Da ich schon bei mehreren Gelegenheiten auf meine Vorliebe für Videospielmusik hingewiesen habe, sollte meine Begeisterung für den OverClocked ReMix „Magnetic Fireworks“ aus dem NES-Spiel Mega Man 3 keine große Überraschung sein.

Das Besondere an dem Remix für mich ist, dass ich ihn anstelle des schon erwähnten Regen & Donner hin und wieder als „weißes Rauschen“ in meinem Kopfhörer in Schleife laufen lassen kann, um die Umgebungsgeräusche auszublenden.

Warum weiß ich nicht, aber es ist bisher der einzige Song, mit dem es funktioniert. Andere Remixe gehen mir nach ein paar Durchläufen trotz aller Liebe irgendwann auf die Nerven.

 

Liebesschlösserpest

Ich weiß nicht, wer mit dieser einfallslosen und stumpfsinnigen Unsitte einst angefangen hat, aber mittlerweile scheint es mir so, als wird wirklich jedes noch so windschiefe Brückengeländer über die kleinsten, stinkendsten Rinnsale dieser Republik und die verrostetsten, förmlich nach einer Tetanus-Spritze schreiende Absperrgitter ungezählter Bahnübergange mit den allseits bekannten Liebesschlössern behängt.

Brucke-Liebesschloesser

Ob Jung-Neanderthaler „Lok“ wohl seinerzeit mit einem Klumpen Lehm das Geäst eines über einen Fluss gestürzten Baumstamms verziehrt hat, um für alle Welt sichtbar die ewige Liebe zu seiner „Kii“ zu besiegeln? Man wird es wohl nie wissen.

Mich hat es jedenfalls zu einer Idee für ein lustiges Video inspiriert, die ihr mir bei entsprechendem Talent gerne klauen könnt. Ich sehe momentan zwei mögliche Szenarien.

Szenario #1:

Ein Bauarbeiter im Stil von „Fix it Felix“ beginnt im Zeitraffer gewissenhaft eine Brücke über einen Fluss zu bauen. Als er sich am Ende des Zeitraffers das letzte Mal umdreht, um seinen Pinsel für den letzten Strich in den Farbeimer zu tunken, ist noch alles in schöner Ordnung.

In der finalen Drehung in Richtung Geländer mit tropfendem Pinsel hören wir plötzlich eine Kakophonie von klickenden Schlössern.

Wie nicht anders zu erwarten, hängt alles voller Liebesschlösser. Die Arbeit von Tagen ist ruiniert. Im Hintergrund verschwinden in einer Staubwolke mehrere sich hohl und dümmlich gegenseitig verliebt ins Gesicht grinsende Liebespaare.

Nach kurzem Schockmoment quittiert unser Arbeiter die Situation mit einem Facepalm und den frustrierten Worten: „Das war ja soooo klar!“.

Wem das zu harmlos ist, findet vielleicht an folgender Idee Gefallen.

Szenario #2:

Ein verliebtes Paar schlendert Hand in Hand über eine Liebesschloss-behängte Brücke, um dort ebenfalls den absolut einzigartigen Beweis 😉 für ihre ewige Liebe anzubringen.

Als ihr Schloß, in der Mitte der Brücke angekommen, hörbar um einen Geländerholm einrastet, durchfährt die gesamte Konstruktion ein markerschütterndes Ächzen.

Als berühmter Tropfen, der ein Fass überlaufen lässt, hat dieses letzte Schloss der Statik der Brücke den Rest gegeben. Das Paar stürzt Hand in Hand mit diversen Brückenteilen in die Fluten.

In der Abblende sehen wir zwei Stellen im Fluss an der noch vereinzelt Luftblasen aufsteigen. Aus dem Wasser ragt der Teil des Brückengeländers mit dem zuletzt angebrachten Schloss. Auf ihm steht graviert geschrieben:

Wir wollen niemals auseinander gehen!

Im Hintergrund läuft dazu der Refrain des gleichnamigen Songs von Heidi Brühl.

Wie immer gilt, wer einen Verbesserungsvorschlag, eine bessere Idee oder sonstigen Kummer in Sachen Liebesschlösser hat, ist gerne eingeladen, dies in den Kommentaren unter diesem Beitrag vorzutragen. 😀

CNN – weil wir so geil sind!

Hat jemand von euch schon mal regelmäßig in den internationalen Ableger von CNN News reingesehen, um zu erfahren, wie die amerikanische Volksseele so tickt?

Bevor jetzt wieder jemand ein großes Aber auspackt, natürlich habe ich hin und wieder auch in den Fox News Livestream auf Youtube reingeschaut. Außerdem bin mir bewusst, dass die USA momentan so stark polarisiert ist, dass man eigentlich gar nicht von einer Volksseele sprechen kann. Um all das soll es hier gar nicht gehen.

Viel mehr geht es um die Programmgestaltung bei CNN und meine bohrende Frage, wie jemand der beim Begriff Nachrichten vornehmlich an die Tagesschau denkt, länger als 30 Minuten zusehen kann, ohne seinen Verstand zu verlieren? Ernsthaft, meine größte Erkenntnis beim Konsum eines 24h-Nachrichtenformats ist glaube ich, dass man nicht länger als eine Stunde zuschauen kann und vor allem sollte.

Die gefühlten fünfminütigen Nachrichtenschnipsel mit blinkendem „Breaking News“-Ticker – der schriftlich nochmal festhält, was dem gerade abgelichteten „Experten“ verbal aus dem Mund fällt – wird abwechselnd durch einen ebenso langen Werbeblock mit anschließenden Einspielern unterbrochen, in denen man sich verbal selbst minutenlang auf die Schulter klopft, wie geil man doch bei CNN ist.

Einer dieser Einspieler, dem in den letzten Wochen nicht zu entkommen war, endet mit dem Claim „go there“ und zeigt ihren Newsanchor Wolf Blitzer.

Eben jenen Spot müsste man als entsprechendes Spott-Video nochmal mit anderen Berufsgruppen wie Feuerwehrmännern, Polizisten, Metzgern, Bäckern, …. nachdrehen.

Sie bekommen also in der früh einen Anruf, bereiten sich vor, schleppen sich in die Arbeit und erledigen – man stelle sich das mal vor – ihren Job.

Für die Abblende mit dem Claim und Logo fehlt mir noch die zündende Idee. Vom Sinn her irgendwas in der Richtung:

Uns fragt auch keiner und wir erledigen dennoch unseren Job, ohne dass wir alle 10 Minuten mental masturbieren, was für geile Leute wir doch sind

Fällt jemandem von euch etwas dazu ein? Die Vorstellung ist zugegeben etwas größenwahnsinnig aber vielleicht juckt es ja einem Redakteur bei der Heute Show oder dem NEO Magazin Royale unter den Fingern.

Würde mich jedenfalls freuen, etwas (mit dem zweiten) zu sehen. 😀

Google kaputt

In SEO-Kreisen scheint die Top-Position auf der ersten Suchergebnis-Seite ein heiliger Gral zu sein. Es werden Unsummen in die Hand genommen und mit legalen und oft auch schmierigen Tricks alles versucht, um die Konkurrenz auszustechen.

Den Kunden bzw. Empfänger am anderen Ende der Suchergebnisse hat man dabei scheinbar irgendwie aus der Siegesformel herausdividiert.

Strichmännchen verärgert vor PC-Monitor

Dieser kleine Mini-Rant ist deswegen all den zwielichten und öligen Gestalten gewidmet, die mit der anscheinend immer gleichen SEO-Formel ihre nutzlosen „Gelddruck-Maschinen“ auf die vorderen Suchergebnisplätze hieven, wo sie mit generischen Keyword-gespickten Inhalten und der richtigen Domain meine Zeit verschwenden. 😦

Ich weiß nicht ob es inzwischen eine erfolgreiche Zauberformel für hilfreiche Suchergebnisse gibt, aber sobald ich mich heutzutage zwecks Konsumentscheidung über ein Produkt oder eine Gerätekategorie informieren möchte und dabei den Fehler mache, die Worte Empfehlung, Test oder Vergleich mit in die Suchanfrage zu stellen, ersaufe ich förmlich in den immer gleich aufgebauten Websites.

Kernstück ist immer eine Top5/Top10 der besten Produkte, die selbstredend völlig zufällig die Bestseller-Verkaufsränge bei Amazon widerspiegeln und wie nicht anders zu erwarten auch gleich mit den entsprechenden Ref-Links hinterlegt sind.

Man vermische das ganze mit einem hohlen Einleitungstext, einem Potpourri verschiedener – auch falsch geschriebener – Schlüsselwörter für die korrekte Keyworddichte, einer fadenscheinigen Erklärung über das Testprozedere und garniere abschließend mit einer passenden Domain ergänzt um das Wort „-test“ und dem Website-Titel samt aktuellem Monat und Jahr

Voilà und schon steht:

x-beliebiger Test Oktober 2017 • Die 10 besten x-beliebigen Geräte im Überblick
x-beliebigesGerät-test.com
17.10.2017 … Wer liest schon dieses belanglose Blabla , wenn man gerade Knochen wegen solcher Suchergebnisse kotzt? 🤮 Testsieger 🏆 Echte Produkttests Noch mehr Lügen 🤥

Ernsthaft Google, könnte ihr eure fabulöse KI oder Deep-Learning-Algorithmen nicht mal auf diese Art Retorten-Website trainieren und diesen nutzlosen Müll endlich aus dem Index verbannen? Mit den nächsten Monaten Vorlaufzeit hättet ihr jedenfalls genug Zeit für einen gründlichen Frühjahrsputz.

Falthaus

Da rede ich in letzter Zeit ständig von meiner Faszination für „Tiny Houses“ und versuche mich langsam des Eindrucks zu erwehren, das Thema würde mich inzwischen an allen Ecken des Internets und TV-Programms verfolgen – siehe z.B. Amazing Spaces auf kabel 1 oder der schon erwähnte Tiny House Trailer von Laura Kampf – und plötzlich stoße ich auf einen Technology Review Artikel über die britische Ingenieursfirma Ten Fold Engineering.

Während sich Klemens Torggler noch mit einer Tür begnügt hat, falten diese Leute gleich das ganze Haus zusammen. 😀

Als während der Flüchtlingskrise vor zwei Jahren die Auffanglager aus allen Nähten geplatzt sind und man sich „typisch deutsch“ allerortens über die unhaltbare Situation zu beschweren begann, habe ich mir damals schon gedacht, dass hier ein riesiges Potential für eine Lösung für schnell errichtbaren Wohnraum schlummert und mich gewundert dass unsere „Vorsprung durch Technik“-Ingenieure im Geist der zakdornischen Philosophie 😉 nicht schon längst etwas Entsprechendes konzipiert haben.

Die aufklappbaren Wohncontainer von Ten Fold sind jedenfalls genau dass, was mir seinerzeit vorgeschwebt hat. Gefehlt hätte nur ein schnell errichtbares Frisch- und Abwassersystem, Strom- sowie Internetversorgung und ein Wege-/Straßensystem, damit bei Regen nicht alles im Schlamm versinkt.

Eigentlich will ich darauf aber gar nicht hinaus. Vielmehr wäre meine Hoffnung, dass eine großflächige öffentliche Investition für zukünftige Katastrophenvorsorge den Stückpreis für so ein Klapphaus soweit senken würde, das es auch für mich bezahlbar wird. Yum!

Um übrigens nochmal auf den Technology Review-Artikel zurückzukommen. In dessen Kommentaren wird angeregt über das deutsche Baurecht und dessen Probleme mit den „Tiny Houses“ diskutiert. Das wäre tatsächlich mal ein Thema, dass bisher zu kurz gekommen ist und Potential für eine Spezialfolge wäre. Mich würde es auf alle Fälle interessieren.

Open Source Wohnwürfel

Ich hoffe das Thema „Open Source“ hängt euch noch nicht zum Hals raus. Immerhin habe ich gerade erst im letzten Beitrag über die noch laufende Crowdfunding-Kampagne des „Librem 5“ Smartphones gesprochen.

Da ich vor einigen Wochen meine Obsession für die Tiny House-Bewegung erwähnt habe und Laura Kampf just ihre Mini-Serie über ihr zukünftiges Tiny House Trailer Bauwagen-Domizil gestartet hat, muss ich euch natürlich unbedingt einen der letzten Stops von Adam Savage auf seiner Maker Tour als Videoempfehlung ans Herz legen.

Die Rede ist von Incite Focus.

Wie im Video zu sehen, arbeitet man gerade an einem Entwurf für eine „Cabin“ (Hütte/Kabine), deren Baupläne samt Einrichtung komplett Open Source sind und somit von jedermann nachgebaut werden kann.

Ob das Konzept auch dem deutschen Baurecht genügt, sei mal dahingestellt. Von der Grundidee her auf jeden Fall faszinierend.

Für unseren Breitengrad braucht es bestimmt eine gute Wärmedämmung. Außerdem fehlt natürlich ein richtiges Wasserklosett. Eine mobile Chemie-Campingtoilette, die ich bei Bedarf in die Dusche stelle, entspricht jedenfalls nicht meinem Traum von entspanntem Wohnen.