Video- und Linkhalde

Böse Zungen könnten behaupten, dieser Beitrag ist eine weitere, uninspirierte Aufreihung an Video- und Linkempfehlungen, aber meine Netzfunde der letzten Tagen muss ich schon aufgrund „eigenchronologisierenden“ Anspruchs (ist das überhaupt ein Wort?) hier notieren.

Streng genommen ist es eine Melange verschiedener, von mir angesprochener Themen, denen ich letzte Woche wie einem guten, alten Bekannten wieder begegnet bin. Deswegen bietet es sich an, mit Teilüberschriften ein bisschen thematisch zu trennen.

#Healther

Schon im August letzten Jahres habe ich in Anspielung auf Herrn Trumps #Birther-Ausfälle in Richtung Barack Obama meine Verwunderung darüber geäußert, warum es nicht längst eine #Healther-Bewegung gibt.

Bis heute habe ich noch keine Beweise gesehen, die eindeutig widerlegen, dass Herr Trump schon vor Jahren durch Außerirdische entführt, statt der obligatorischen Analsondenuntersuchung sein Schädel eröffnet, das Gehirn operativ entfernt, durch ein Mitglied der Alien-Untersuchungkommission in die entleerte Schädelhöhle defäkiert, abschließend die Hirnschale ohne Operationsnarben wieder verschlossen und das Subjekt schlussendlich wieder unbemerkt in seiner ikonischen New Yorker Immobilie abgeladen wurde.

Unbestätigten Gerüchte zufolge soll ein Trump’sches Kopfschütteln eine einzigartige Geräuschmischung aus einer geschüttelten Dose mit flüssigem Inhalt und einem blubbernden Schlammtümpel sein. Wer kann schon Genaueres sagen. ¯\_(ツ)_/¯

Unabhängig davon hat letzte Woche Bill Maher in seinen „New Rules“ dessen narzisstische Persönlichkeitsstörung zum Schwerpunkt gemacht, was mir wiederum die Hoffnung gibt, dass aus dieser #Healther-Sache doch noch etwas werden kann. 😀

Apropos notorischer Lügner Trump — der in der Programmierung bekannte Logisches NICHT Operator, der jeden Ausdruck negiert, also ins Gegenteil verkehrt und der sprichwörtliche Blick durch die rosarote Brille, hat mich zur Trump-Wahrheitsbrille inspiriert.

Trump-Truth-Glasses

Durch genau so eine betrachte ich seit einiger Zeit sämtliche seiner Interviews und Tweets. Viel unterhaltsamer und schon statistisch näher an der Wahrheit. 🙂

Facebook & Rohingya

Im März diesen Jahres schon von mir erwähnt, hat sich John Oliver in seiner Sendung diesmal humoristisch eingängig mit dem schädlichen Einfluss von Facebook und im Besonderen der Rohingya Flüchtlingskrise beschäftigt. Absolut sehenswert.

Facebook – We’re a toilet! 😉

Krisenrauch?

Die im Juli dank meines pessimistischen Naturells erwähnten Bauchgefühle einer heraufziehenden Wirtschaftskrise, wurden letzte Woche wegen dreier Artikel leider nicht zerstreut bzw. !zerstreut. 😉

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Sheenas Morgenzug

Kopfhöher um Gehirn mit Ohrwurm
In Ermangelung einer besseren Idee gibt es heute wieder einmal einen dieser wunderbar platz füllenden Ohrwurm-Beiträge. 😉

Beim dem dazugehörige Lied handelt es sich diesmal um „9 to 5“ von Sheena Easton.

Der Liedtext ist zugegeben nicht mehr ganz #MeToo-kompatibel aber versprüht für mich dennoch genug 80er-Vibe, dass er stellenweise in Dauerschleife in meinem Kopfhörer läuft.

Als Bonus gibt es im offiziellen Video einen Blick auf das England – wenn man Leuten wie Boris Johnson oder Nigel Farage glauben möchte – der guten alten Zeit. Was waren das doch für goldene Tage, als Dampfrösser noch gute englische „Clean Coal“ verbrannt haben. Beim charakteristischen ‚chuffing sound‘ einer Flying Scotsman bekommt James May wohl heute noch feuchte Augen.

Warum beende ich diese Art Beiträge in letzter Zeit eigentlich immer mit einer müden England-Anspielung? Fast bin ich versucht zu sagen, es setzt dieser Art ideenloser Beiträge noch eine ideenlose Krone auf. 😀

Ich hab nix gemacht!

Ein Aspekt, der mich persönlich in der Berichterstattung über Donald Trump erstaunt, ist die Fixierung auf seine wiederholte Feststellung, es hätte keine „collusion (Geheimabsprache) gegeben.

Trump-Silhouette-NoLiar

Nicht nur, dass „collusion“ überhaupt nicht das Ermittlungsziel der Müller-Untersuchung ist, haben doch die Channel4-Recherchen und im speziellen die Aussagen von Cambridge Analytica CEO Alexander Nix klargestellt, dass der Kandidat überhaupt nicht in etwaige Machenschaften eingebunden ist.

… because the candidate never, is never involved
he’s told what to do by the campaign team …

Selbst wenn sich dies nur auf die Dienste von Cambridge Analytica bezieht, glaubt denn wirklich ernsthaft jemand, dass Donald Trump, dem viele Menschen/Insider die geistige Auffassungsgabe abgesprechen und der nachweislich Geheimdienstinformationen ausplaudert, in eine Verschwörung solchen Ausmaßes eingeweiht werden würde?

Aus dem Grund bin ich fest davon überzeugt, dass Trumps ständige Äußerung „NO COLLUSION“ aus seiner Perspektive ein „100% glaubwürdiges Dementi“ sind, weil ihm schlicht keiner davon erzählt hätte.

Die Versessenheit der Leute, ihn hier der Lüge zu überführen oder ein Geständnis abzuringen, ist völlige Zeitverschwendung.

Viel spannender wäre in meinen Augen eine Offenlegung seiner Steuererklärungen und Ermittlungen wegen Vorteilsnahme im Amt. Die ganzen Staatsgäste, die da in seinem Washingtoner Hotel absteigen haben doch eindeuig ein Geschmäckle 😉

Lektorat wird ausgespart!

Böse Zungen könnten behaupten, es handele sich angesichts der weltweiten Krisenherde um ein Luxusproblem bzw. das in Memen viel zitierte „First World Problem“, aber dennoch muss ich diese Woche wieder mal eine Fuhre Alltagswut abladen, bevor es mir in Form eines Geschwürs ein Loch in den Magen brennt. 😉

Kann es sein, dass die „Rechtschreibung ist für Loser“-Generation (Genärazion-Hä?), die früher schon nach zarter Kritik in Diskussionsforen ein amtlich beglaubigtes Zeugnis für eine attestierte Lese-/Schreibschwäche vorlegte, mittlerweile in den Redaktionsräumen unserer Presseerzeugnisse Dienst schiebt? Kann man in der Presselandschaft von heute ohne „Duden Korrektor“ keinen sinnvollen und fehlerfreien Satz mehr zu Papier bringen? Hat man denn überall das gute alte Lektorat gegen eine Word-Rechtschreibhilfe eingetauscht?

Versteht mich nicht falsch, ich bin bestimmt nicht das, was man im angelsächsischen Raum geflissentlich einen „grammar nazi nennt. Ich bin bei all der Tipperei auf Tastatur und Touchscreen auch nicht frei von Fehl und Tadel und kann über den einen oder anderen Tippfehler geflissentlich hinwegsehen. Wenn sich Fehler in einem Text aber stark häufen oder beim Schreiben Wortkonstrukte stehen bleiben, die selbst ein Laib Brot beim Korrekturlesen entdeckt hätte, frage ich mich schon, welchen Qualitätsanspruch der jeweilige Autor an seine eigenen Texte anlegt.

Letztens servierte beispielsweise der Spiegel eine dieser Perlen:

ohne-lektorat-spiegel

Hat das irgend etwas mit Telefonen zu tun? Ein „Fossilfon“? Haben Archäologen hier ein Fohlen der alt-sibirischen Rasse von Fossilfon-Pferden entdeckt? Kann sich so eine Schlagzeile an der Word-Rechtschreibung vorbei mogeln?

Oder hier ein schönes Ding aus der aktuellen Ausgabe der c’t:

ohne-lektorat-ct2

Dabei sind das nicht mal die schlimmsten Klopfer. Immer öfter stoße ich beim Lesen auf Wortbrei, der zwar orthografisch korrekt ist aber syntaktisch bzw. grammatikalisch keinen Sinn ergibt.

Hier beginnt dann immer das Rätselraten darüber, was der Autor ursprünglich gemeint haben könnte. Mit einmaligen Lesen ist es bei solchen Sätzen meist nicht getan. Jeder weitere Lesedurchgang auf Sinnsuche verfestigt das Bild eines gelangweilt dreinblickenden Tastendreschers, der mit aufgesetzter „Dienst nach Vorschrift“-Miene und „Mir doch scheiß egal“-Attitüde unappetitlich den Rotz in der Nase hochzieht, während er seine Texte auf den Bildschirm erbricht. Die Interpretation wird geflissentlich dem Leser überlassen.

Auch hier steht heute mal c’t Pate:

ohne-lektorat-ct1

… gutgeschrieben wurde worden war.

Der Leser möge sich bitte für seine bevorzugte Variante entscheiden. 😉

Aber Spaß beiseite. Werden Artikel wirklich nicht mal mehr vom Autor gegengelesen, um die größten Schnitzer auszubügeln?

Ich weiß ja nicht, wie es euch anderen da draußen geht, aber eine dermaßen verlotterte Rechtschreibung oder Grammatik, dass man Sätze oder ganze Absätze zum Verständnis mehrere Male lesen muss, drückt für meine Begriffe nichts anderes als Geringschätzung gegenüber dem Leser aus.

Wer an sein eigenes Werk so geringe Qualitätsansprüche stellt, kann nach meinem Dafürhalten gleich Sprüche auf die Klowand kritzeln, hat aber in einer Zeitungsredaktion nichts verloren.

Sommerpause bis zum 3.9. 👕🍹🌞🌴🕶️

Vergifteter Apfel

Diese Woche empfehle ich ein Besuch des YouTube-Kanals von Louis Rossmann. 😀

Dort zeigt er als erklärter Apple-Gegner neben seinen ausführlichen Reparatur-Videos, die sogar das Austauschen von SMDs auf den Mainboards einschließt, wie schlecht Apple-Geräte konstruiert, deren Aufbau dokumentiert und wie wenig gewünscht eine Reparatur durch freie Werkstätten gewünscht ist.

Auch Dinge wie Geplante Obsoleszenz, die Preisgestaltung und Unternehmenskultur in Sachen zertifizierte Apple-Dienstleister (AASP – authorized Apple service provider) und deren Reparaturmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Ich hatte aufgrund des geschlossenen Ökosystems und der horrenden Apothekenpreise der Produkte schon zuvor keine hohe Meinung von Apple, aber die Aussagen eines erfahrenen, freien Reparaturdienstleisters haben mich in der Ansicht bestärkt, dass die EU hier vielleicht doch mal näher hinschauen sollte.

Für mich unterscheidet sich das Geschäftsgebaren in keiner Weise von anderen Marktmachtmißbrauchsfällen wie Microsoft (Internet Explorer), Google (News, Shopping, Android) oder Facebook (WhatsApp).

Das sich Apple-Produkte dennoch immer noch wie geschnitten Brot verkaufen, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Horrende Preise kombiniert mit schlechtem Kundenservice bzw. eingeschränkter Reparaturmöglichkeit sollte nach menschlicher Logik eigentlich dauerhaft am Markt nicht erfolgreich sein. Ich kann mir dass eigentlich nur mit der Gebrauchstauglichkeit (usability) erklären.

Die Leute wollen unkomplizierte Geräte, die nicht viel Einarbeitung erfordern und einen nicht mit zu großer Funktionsvielfalt überfordern und sind dafür bereit, entsprechende Preise zu zahlen. Also mehr für weniger.

Sagt das nun was über den Intellekt in unserer heutigen Gesellschaft aus oder ist das viel mehr ein Hinweis an andere Hersteller, mehr Zeit und Geld in die usability der eigenen Produkte zu investieren?

Ich habe mir da noch keine abschließende Meinung gebildet, da mir bei der Gelegenheit immer die Kritik von Linus Torvalds an der Designphilosophie des GNOME-Desktops einfällt. Die Bestrebungen der GNOME-Entwickler, den Desktop an vielen Stellen stark zu vereinfachen bzw. Funktionalität zu reduzieren hat ihn nämlich zu einer der viel zitierten Aussage verleitet:

If you think your users are idiots, only idiots will use it.

Wenn wir denn alle nur noch Apple-Produkte kaufen, würde uns dass nicht langfristig zu Idioten machen? Oder macht es uns alle produktiver, weil die Geräte „einfach nur funktionieren“ und wir uns nicht mehr mit deren Funktionsweise und Reparatur auseinandersetzen müssten?

Wird Desktop, Laptop, Smartphone und Co. zum reinen Verbrauchsgut, dass bei Defekt wie eine Glühbirne weggeworfen und durch ein neues ersetzt wird?

Ich habe keine Antwort aber stelle fest, dass ich wieder mal stark abschweife. 😉

Mein Hirn hat offenbar hitzefrei! ☀️🧠🍳