Soziale Medien = Nikotin

Zur Aufrechterhaltung der ungebrochenen Dienstagsserie neu veröffentlichter Beiträge gibt es heute eine YouTube-Videoempfehlung. 😀

Die Rede ist vom aktuellen „New Rules“-Segment aus Bill Mahers HBO-Show „Real Time with Bill Maher“, in der er die sozialen Medien in unseren aufmerksamkeitsökonomischen Zeiten bzw. deren T-Shirt-tragenden Silicon-Valley-Oligarchen wie Mark Zuckerberg die Maske des „Weltverbesserers“ vom Gesicht reißt und sie mit Tabakfarmern gleichsetzt.

Während letztere an unsere Jugend noch Nikotin vertickt haben, ist es heute das körpereigene Dopamin, dass beim Checken der Instagram-Likes für das soeben gepostete Bild des mittäglichen Tellers Suppe im Gehirn ausgeschüttet wird.

Hey, immerhin ist es pH-neutral und biologisch abbaubar. 😉

Und wer sich jetzt am Ende des Videos angesichts der gestiegenen Unfallzahlen amerikanischer Fußgänger als Deutscheuropäer angesichts des Mems des „dummen Amerikaners“ imaginär auf die Schultern klopft, dem sei gesagt, dass wir im „Vorsprung durch Technik“-Ingenieurswunderland sogar schon dabei sind, Bodenampeln zu installieren.

Die da oben!

Heute gibt es wieder mal eine „Longread“-Leseempfehlung und im Gegensatz zu früheren Beiträgen müsst ihr dafür nicht mal euer altes Schulenglisch abstauben. 🙂

Der Artikel Wer sind eigentlich „Die da oben“? von Meike Lobo ist zwar schon ein paar Wochen alt, aber immer noch voll umfänglich gültig und absolut lesenswert.

Protest-Demo

Nicht nur beschreibt der Artikel das Problem der oft bemühten, viel zitierten und schwammig definierten Elite, die im Volksmund stets als „die da oben“ bezeichnet wird, sondern versucht sich die Autorin im Gegensatz zu vielen anderen Artikeln auch an einem Lösungsvorschlag und ruft die Leser auf, sich mit Ideen, Kommentaren, Ergänzungen, … an der Konzeption für ein „Bürgerportal“ zu beteiligen, mit Hilfe dessen man mit vertretbarem Zeitaufwand und leicht verständlich aufbereitet herausfinden kann, wer „da oben“ ganz konkret an den eigenen Problemen schuld ist.

Mit diesen zugegeben wenigen und verkürzenden Zeilen, seid ihr jetzt herzlich eingeladen, ohne Umschweife auf den unteren Link zu klicken und euch selbst ein Bild zu machen. 😀

Böhmermann & Sullivan

Zwei Figuren reden über DeutschlandIm Rahmen der Germæntion-Reihe gibt es heute nicht nur eine, sondern gleich zwei Videoempfehlungen.

Die erste betrifft den Auftritt von Jan Böhmermann bei „Late Night with Seth Meyers“ in den USA.

Für alle, die sich in den Late-Night-Wars nicht auskennen, sei kurz erwähnt, das es sich dabei um die alte NBC-Show von David Letterman handelt, die immer direkt nach der berühmten „Tonight Show“ mit Johnny Carson lief.

Ich vermute, der eine oder andere von euch hat von dem Auftritt vielleicht nichts mitbekommen. Deswegen und weil Herr Böhmermann dem amerikanischen TV-Publikum natürlich auch tiefe Einblicke in die deutsche Seele vermittelt, ist das Video in dieser Kategorie gut aufgehoben.

Leute auf der Suche nach einer Fleißaufgabe können sich für weitere Einsichten zusätzlich auch den Backstage Chat-Podcast zwischen den beiden anhören. 😀

Der zweite Tipp betrifft den YouTube-Kanal von Conner Sullivan. Er ist Amerikaner aus Los Angeles, spielt zur Zeit American Football für die Stuttgart Scorpions und entdeckt Deutschland auf seine eigene Art und Weise.

Zu einiger Berühmtheit hat er es kürzlich durch seinen ersten Besuch in einem „richtigen“ 😉 Fussballstation gebracht. Das er sich dabei ausgerechnet das Lokalderby zwischen dem VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC aussucht, völlig unbeleckt die billigste Eintrittskarte für das Stadion kauft und dann im Karlsruher Fanblock endet, sorgt für ein paar aufregende Szenen, die es schlußendlich bis in das Regionalprogramm des SWR geschafft haben.

Seitdem besucht er emsig ein Fußballspiel nach dem anderen. Dennoch würde ich empfehlen, vor allem einen Blick auf die älteren Videos zu werfen. 😀

Wortschatz #9

Wenn einer den nächsten Wortschatz-Beitrag so schnell erwartet hätte, dann wohl am allerwenigsten ich. Als ich gestern allerdings online einen Artikel beim Spiegel über den Auftritt des FBI-Chefs im Geheimdienstausschuss gelesen habe, wurde ich Zeuge eines ausgesprochen seltenen Moments.

Nicht nur eines, sondern gleich zwei Wörter innerhalb eines Satzes ließen mich mal wieder ernsthaft an meinem Bildungsstand und Vokabular zweifeln. Jetzt seid ihr bestimmt neugierig geworden. Also gut, der „schlimme Teil“ des Satzes lautet:

… wie Trump-Sprecher Sean Spicer neulich insinuiert hatte, sagte Comey indigniert.

Es ist zwar noch nicht so schlimm, dass ich in Unkenntnis von „neulich“ und „sagte“ einen Arzttermin für einen Check auf „Midlife-Demenz“ vereinbaren müsste, aber insinuiert und indigniert sind und waren bis heute keine festen Bestandteile in meinem Wortschatz.

Mein in solchen Fällen üblicher Ausflug ins Wiktionary lieferte folgende Ergebnisse.

insinuieren:

  • [1] bildungssprachlich: unterstellen, andeuten

indigniert:

  • [1] von etwas unangenehm, peinlich berührt, weil es zum Beispiel die Normen oder die Würde verletzt

Mit diesen beiden Bildungslücken schreibt sich der letzte Satz fast von selbst. Insinuieren sie doch, wie indigniert ich beim Studium ihrer Bedeutung war. 😉

Undertale Remix

Kopfhöher um Gehirn mit Ohrwurm

Da meine „Justin Timberlake“-Beichte schon wieder ein paar Wochen her ist, hatte ich kürzlich das Gefühl, es wäre mal wieder Zeit für ein bisschen was für die Ohren. Da trifft es sich gut, dass hier im Kopfhörer aktuell wieder mal eine Musik in Dauerschleife läuft. 😀

Bei dem heutigen Stück handelt es sich streng genommen um ein ganzes Album und nicht nur einen einzelnen Song. Die Rede ist von „Undertale Remixed“ des finnischen Musikproduzenten Holder.

Wie der Name schon verrät, handelt es sich um Remixe des Soundtracks zum Indie-Rollenspiel Undertale. Dazu muss gestehen, dass ich das Spiel selbst nie gespielt habe. Da ich aber auch den Animationsfilm Trolls zum Timberlake-Song „Can’t stop the feeling“ nicht gesehen habe, scheint das gut ins Muster zu passen. 😉

Ich weiß übrigens gar nicht ob ihr’s wusstet, aber ich bin generell ein großer Fan von sogenannter „Video Game Music“. Langjährige Leser meines Blogs hätten es vielleicht ahnen können.

Mein Geschmack was das Genre angeht, beschränkt sich zwar im Allgemeinen auf NES Konsolen- und PC-Spiele meiner Jugendzeit, aber hin und wieder reißt mich auch ein gut gemachter Remix zu aktuelleren Soundtracks mit. In solchen Fällen kommt es dann vor, dass ich gar nicht das Original sondern nur den Remix eines Tracks kenne. Asche auf mein Haupt.

Apropos „Undertale Remixed“ – meine absoluten Favoriten sind neben „Spider Dance“ und großen Teilen von „Megalovania“ vor allem „Fallen Down“.

Der Song ist ja so lecker, da kann ich gar nicht genug von kriegen. 😉

Infrastruktur statt Innovation

In Ermangelung einer guten Idee für einen neuen Beitrag habe ich heute leider nur wieder eine Linkempfehlung für einen „Longread“ parat. Wie oft in solchen Fällen, müsst ihr leider eure Englischkenntnisse entstauben. 🙂

schild mit schraubenschlüssel und schraubenzieher

Der Artikel „Hail the maintainers“ beschäftigt sich mit der fast religiös wahnhaften Verehrung der Konzepte „Innovation“ (technische Neuerung) und „Entrepreneurship“ (Existenzgründung) als Antwort auf die Fragen der Zukunft, hinterfragt die Idealisierung des Silicon Valley und feiert „Infrastruktur“ und deren Instandhalter und Reparateure als die wahren Helden.

Da der Artikel einige „schwierige Wörter“ enthält, befürchte ich, dass meine verkürzte Darstellung dem Text überhaupt nicht gerecht wird. Am besten lest ihr einfach selbst. 😉

Nichts desto trotz sei erwähnt, dass inzwischen sogar Donald Trump die Wichtigkeit einer intakten Infrastruktur erkannt hat und mit einem milliardenschweren Programm die bröckelnden Straßen, Brücken und Dämme seines Landes sanieren will.

Da im Artikel explizit die Show „Last Week Tonight mit John Oliver“ und dessen Special zum Thema „Infrastructure“ erwähnt wird, füge ich das YouTube-Video der Vollständigkeit halber unten mit ein.

Komposita – die zweite

Zwei Figuren reden über DeutschlandAuch wenn wir das Thema Komposita bzw. zusammengesetzte Wörter im Rahmen der Germæntion-Reihe bereits früher behandelt haben, will ich mit diesem Beitrag noch ein YouTube-Video nachreichen, auf das ich unlängst gestoßen bin.

Da man als Deutscher mit Ausnahme praktizierender Schweigegelübdler jeden Tag ganz ordinär ohne nachzudenken (auf einen AfD-Witz wurde hier verzichtet) seine Sprache spricht, ist man sich oft gar nicht bewusst, wie fasziniert das Ausland auf deren Erfindungsreichtum blickt, wenn es darum geht, komplizierte Konzepte wie „Schadenfreude in diesem relativ kurzen Wort zu vermitteln.

Neben alten Klassikern wie „Backpfeifengesicht“ und schon erwähnter „Schadenfreude“ sind in diesem Video auch ein oder zwei Überraschungen dabei, die einem wohl nicht sofort als leuchtendes Beispiel für Komposita in den Kopf kommen.

Und weil wir gerade beim Thema sind, will ich zum Abschluß auch das malerische Wort „Atombusen“ nicht vergessen, welches ich wahrscheinlich in einem der unzähligen „America First“ Videos gesehen habe. Mangels Lesezeichen weiß ich nur noch grob aus meiner Erinnerung, wie empört man darüber war, dass wir Deutschen so etwas Wundervolles wie die weibliche Brust mit nuklearer Bedrohung assoziieren können. 😉