Wortschatz #9

Wenn einer den nächsten Wortschatz-Beitrag so schnell erwartet hätte, dann wohl am allerwenigsten ich. Als ich gestern allerdings online einen Artikel beim Spiegel über den Auftritt des FBI-Chefs im Geheimdienstausschuss gelesen habe, wurde ich Zeuge eines ausgesprochen seltenen Moments.

Nicht nur eines, sondern gleich zwei Wörter innerhalb eines Satzes ließen mich mal wieder ernsthaft an meinem Bildungsstand und Vokabular zweifeln. Jetzt seid ihr bestimmt neugierig geworden. Also gut, der „schlimme Teil“ des Satzes lautet:

… wie Trump-Sprecher Sean Spicer neulich insinuiert hatte, sagte Comey indigniert.

Es ist zwar noch nicht so schlimm, dass ich in Unkenntnis von „neulich“ und „sagte“ einen Arzttermin für einen Check auf „Midlife-Demenz“ vereinbaren müsste, aber insinuiert und indigniert sind und waren bis heute keine festen Bestandteile in meinem Wortschatz.

Mein in solchen Fällen üblicher Ausflug ins Wiktionary lieferte folgende Ergebnisse.

insinuieren:

  • [1] bildungssprachlich: unterstellen, andeuten

indigniert:

  • [1] von etwas unangenehm, peinlich berührt, weil es zum Beispiel die Normen oder die Würde verletzt

Mit diesen beiden Bildungslücken schreibt sich der letzte Satz fast von selbst. Insinuieren sie doch, wie indigniert ich beim Studium ihrer Bedeutung war. 😉

Undertale Remix

Kopfhöher um Gehirn mit Ohrwurm

Da meine „Justin Timberlake“-Beichte schon wieder ein paar Wochen her ist, hatte ich kürzlich das Gefühl, es wäre mal wieder Zeit für ein bisschen was für die Ohren. Da trifft es sich gut, dass hier im Kopfhörer aktuell wieder mal eine Musik in Dauerschleife läuft. 😀

Bei dem heutigen Stück handelt es sich streng genommen um ein ganzes Album und nicht nur einen einzelnen Song. Die Rede ist von „Undertale Remixed“ des finnischen Musikproduzenten Holder.

Wie der Name schon verrät, handelt es sich um Remixe des Soundtracks zum Indie-Rollenspiel Undertale. Dazu muss gestehen, dass ich das Spiel selbst nie gespielt habe. Da ich aber auch den Animationsfilm Trolls zum Timberlake-Song „Can’t stop the feeling“ nicht gesehen habe, scheint das gut ins Muster zu passen. 😉

Ich weiß übrigens gar nicht ob ihr’s wusstet, aber ich bin generell ein großer Fan von sogenannter „Video Game Music“. Langjährige Leser meines Blogs hätten es vielleicht ahnen können.

Mein Geschmack was das Genre angeht, beschränkt sich zwar im Allgemeinen auf NES Konsolen- und PC-Spiele meiner Jugendzeit, aber hin und wieder reißt mich auch ein gut gemachter Remix zu aktuelleren Soundtracks mit. In solchen Fällen kommt es dann vor, dass ich gar nicht das Original sondern nur den Remix eines Tracks kenne. Asche auf mein Haupt.

Apropos „Undertale Remixed“ – meine absoluten Favoriten sind neben „Spider Dance“ und großen Teilen von „Megalovania“ vor allem „Fallen Down“.

Der Song ist ja so lecker, da kann ich gar nicht genug von kriegen. 😉

Infrastruktur statt Innovation

In Ermangelung einer guten Idee für einen neuen Beitrag habe ich heute leider nur wieder eine Linkempfehlung für einen „Longread“ parat. Wie oft in solchen Fällen, müsst ihr leider eure Englischkenntnisse entstauben. 🙂

schild mit schraubenschlüssel und schraubenzieher

Der Artikel „Hail the maintainers“ beschäftigt sich mit der fast religiös wahnhaften Verehrung der Konzepte „Innovation“ (technische Neuerung) und „Entrepreneurship“ (Existenzgründung) als Antwort auf die Fragen der Zukunft, hinterfragt die Idealisierung des Silicon Valley und feiert „Infrastruktur“ und deren Instandhalter und Reparateure als die wahren Helden.

Da der Artikel einige „schwierige Wörter“ enthält, befürchte ich, dass meine verkürzte Darstellung dem Text überhaupt nicht gerecht wird. Am besten lest ihr einfach selbst. 😉

Nichts desto trotz sei erwähnt, dass inzwischen sogar Donald Trump die Wichtigkeit einer intakten Infrastruktur erkannt hat und mit einem milliardenschweren Programm die bröckelnden Straßen, Brücken und Dämme seines Landes sanieren will.

Da im Artikel explizit die Show „Last Week Tonight mit John Oliver“ und dessen Special zum Thema „Infrastructure“ erwähnt wird, füge ich das YouTube-Video der Vollständigkeit halber unten mit ein.

Komposita – die zweite

Zwei Figuren reden über DeutschlandAuch wenn wir das Thema Komposita bzw. zusammengesetzte Wörter im Rahmen der Germæntion-Reihe bereits früher behandelt haben, will ich mit diesem Beitrag noch ein YouTube-Video nachreichen, auf das ich unlängst gestoßen bin.

Da man als Deutscher mit Ausnahme praktizierender Schweigegelübdler jeden Tag ganz ordinär ohne nachzudenken (auf einen AfD-Witz wurde hier verzichtet) seine Sprache spricht, ist man sich oft gar nicht bewusst, wie fasziniert das Ausland auf deren Erfindungsreichtum blickt, wenn es darum geht, komplizierte Konzepte wie „Schadenfreude in diesem relativ kurzen Wort zu vermitteln.

Neben alten Klassikern wie „Backpfeifengesicht“ und schon erwähnter „Schadenfreude“ sind in diesem Video auch ein oder zwei Überraschungen dabei, die einem wohl nicht sofort als leuchtendes Beispiel für Komposita in den Kopf kommen.

Und weil wir gerade beim Thema sind, will ich zum Abschluß auch das malerische Wort „Atombusen“ nicht vergessen, welches ich wahrscheinlich in einem der unzähligen „America First“ Videos gesehen habe. Mangels Lesezeichen weiß ich nur noch grob aus meiner Erinnerung, wie empört man darüber war, dass wir Deutschen so etwas Wundervolles wie die weibliche Brust mit nuklearer Bedrohung assoziieren können. 😉

Justin & seine Gefühle

Kopfhöher um Gehirn mit OhrwurmWer meine letzten beiden Ohrwurm-/ Kopfhörerdauerschleifen-Beiträge gelesen hat, könnte den Eindruck gewinnen, ich würde nur noch elektronische Techno-/Dubstep-/House-Musik hören. Dem ist natürlich nicht so.

Als jemand der immer recht spät oder als letzter auf einen Trend oder neuen Song anspringt, muss ich gestehen, dass mein aktueller Ohrwurm Justin Timberlakes „Can’t stop the feeling!“ ist.

Zugegebenermaßen nicht gerade die abwechslungsreichsten Lyrics und auch das Video selbst erinnert doch verdammt stark an „Happy“ von Pharrell Williams, aber der Song funktioniert. Auch wenn ich den Animationsfilm Trolls, dem er offenbar entspringt, noch gar nicht gesehen habe.

Echt eingängig und veranlasst meinen erblassten, haltungsgestörten Nerdkörper zu unansehnlichen, rhythmischen Verrenkungen, wenn er da so mit Kopfhörern vor dem Rechner sitzt. 😉

Wer hätte gedacht, dass ich mal ohne unerbittliche Folter gestehe, einen Justin Timberlake-Song gehört zu haben. Ich jedenfalls nicht.

Mit den Worten von Cosmo Kramer „Look away – I’m hideous“. Hahaha.

Ähnliche Beiträge:

Selbstoptimierung

Heute habe ich wieder mal eine Leseempfehlung für euch. Ich bin auf den „Longread“, was in der heutigen Zeit kurzer Aufmerksamkeitsspannen für einen längeren Beitrag oder Zeitungsartikel steht, über das Blog von Rachel (Happiness Engineer bei Automattic) gestoßen.

Der Artikel im Guardian trägt den Titel „Why time management is ruining our lives“ und beschäftigt sich kritisch mit dem Phänomen des Zeitmanagements bzw. der eigenen Produktivitätssteigerung.

Panik Emoticon

Leider ist der Artikel, wie so oft bei meinen Leseempfehlungen, in Englisch verfasst. Ich hoffe, das tut dem Erkenntnisgewinn keinen Abbruch.

Mir begegnen in den letzten Jahren immer öfter diese Selbstoptimierer-Tipps mit Schlagworten wie Inbox Zero, Getting Things Done (GTD), Kanban, und was es da sonst noch so alles geben mag.

Ein Erkenntnisgewinn in dem Artikel ist, dass all diese neuartigen Methoden trotzdem nicht dazu führen, dass die durch die Optimierung frei werdende Zeit für Freizeit und Entspannung zur Verfügung steht, sondern nur mit mehr Arbeit gefüllt wird.

Vielleicht ist dies der richtige Moment, um unseren SupermarktkassiererInnen wieder die Zeit zu geben, bis der abkassierte Kunde seine Waren eingepackt hat. 😉

Wie haben Redebedarf 🇩🇪🇬🇧🍵🍕💩

Zwei Figuren reden über DeutschlandIn Sachen Germæntion möchte ich euch diesmal auf eine neue Satire-Videokolumne von bento.de aufmerksam machen. In dieser arbeitet sich die Waliserin Elena Cresci humoristisch an unseren Eigenheiten ab. Wieder ordentlich Stoff, um etwas über den „Deutschen“ in uns zu lernen.

Die Kolumne unter dem Namen „Germany, we need to talk!“ umfasst zu diesem Zeitpunkt zwei Folgen. Sofern weitere erscheinen, werde ich die Liste hier unten entsprechend ergänzen. 🙂

In der ersten Folge geht es um unsere Teeobsession bzw. im speziellen um die Qualität unseres „schwarzen Tees“, der, so hat es den Anschein, britische Gaumen beleidigt.

Schwarzer Tee mit Milch

Gefragt nach einem guten schwarzen Tee, hat sich die „Anklägerin“ aber bisher geweigert, eine Empfehlung auszusprechen. 😉

Aus den Kommentaren schließe ich, dass Yorkshire Tea die Antwort ist. Wo man diesen in Deutschland kostengünstig beziehen kann, bleibt aber weiter ein Rätsel. Zudem hat sie es für die maximale Kontroverse vermieden, sich als „Miffy“ (milk first) oder „Tiffy“ (tea first) zu outen.

Was ich allerdings herausfinden konnte ist, dass guter englischer Tee gemäß einem populären Meme die Farbe von He-Man haben muss.

Meme Tee & He-Man

In der unlängst erschienenen zweiten Folge geht es nun um unsere fantasielose und wenig ausgeprägte Art des Fluchens. Trotz umfangreichem Vokabular beschränken wir uns offenbar meist auf die Worte „Scheiße“ und das mittlerweile eingebürgerte „Fuck“. Wobei ich mich, wie bereits bekannt und des öfteren erwähnt, für den Erhalt der guten, alten „Arschgeige“ stark mache.

Apropos fluchen – wie so oft am Ende dieser Germæntion-Beiträge, hat auch diesmal wieder Henning Wehn das letzte Wort und die Begründung parat, warum wir Deutschen weniger fluchen als gewisse Inselbewohner. 😉

… and in Germany we don’t swear at all. Reason being – things work!

Wer hätte gedacht, dass der selbe Ingenieursgeist, welcher dafür sorgt, dass die Klimaanlagen im ICE jeden Sommer ausfallen uns auch zu besseren, weniger fluchenden Menschen macht. 😀

Dass das Akronym unseres Schnellzuges dem englische „ice“ entspricht – was wie bekannt übersetzt zum deutschen „Eis“ wird – und man im Sommer wegen der Klimaanlage als Passagier dennoch einen qualvollen Hitzetod sterben kann, finde ich nicht nur zum Schreien komisch, sondern ist der letzte Beweis, dass auch deutsche Ingenieure einen Sinn für Humor haben. Von wegen also … you have absolutely no sense of humour!

Nachtrag ( 10.1.2017 ):

Folge #3 in der Liste der Folgen ergänzt

Nachtrag ( 12.3.2017 ):

Folge #4, #5 und #6 ergänzt.

Elena Cresci ist nach London zurückgezogen, weshalb die neuen Folgen überraschenderweise ein Loblied auf einige deutsche Eigenarten geworden sind. Da kann man wohl nur noch sagen: „Eine von uns! Eine von uns!“ 😉