Alex Jones & Paul-Gebrüder

Als ich letztens den Beitrag von John Oliver über den Infowars Chef-Verschwörungstheoretiker Alex Jones gesehen habe, fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen.

It’s all about the merch(andise), baby! 😉

Die ganze Kiste ist nur eine mentale Kaffeefahrt, um überteuerten Krimskrams an merkbefreite Placebopatrioten zu verticken.

Seit dieser Erkenntnis sehe ich einige der von unserer Jugend so verehrten Trending-YouTube-Egomanen in einem völlig neuen Licht.

Wenn man bei diesen Paul-Brüdern (Logan & Jake) beispielsweise die Vlogging-Fassade wegnimmt, sind beide nur Merchandise-Artikel verkaufende Kleiderpuppen mit der Moral eines stereotypen Gebrauchtwagen-Händlers.

Mal abgesehen vom jeweiligen Produktsortiment sind diese Paul-Brüder und Alex Jones also in meinen Augen unter dem Strich ein und die selbe Person. Der Rest ist Marketing.

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Soziale Medien = Nikotin

Zur Aufrechterhaltung der ungebrochenen Dienstagsserie neu veröffentlichter Beiträge gibt es heute eine YouTube-Videoempfehlung. 😀

Die Rede ist vom aktuellen „New Rules“-Segment aus Bill Mahers HBO-Show „Real Time with Bill Maher“, in der er die sozialen Medien in unseren aufmerksamkeitsökonomischen Zeiten bzw. deren T-Shirt-tragenden Silicon-Valley-Oligarchen wie Mark Zuckerberg die Maske des „Weltverbesserers“ vom Gesicht reißt und sie mit Tabakfarmern gleichsetzt.

Während letztere an unsere Jugend noch Nikotin vertickt haben, ist es heute das körpereigene Dopamin, dass beim Checken der Instagram-Likes für das soeben gepostete Bild des mittäglichen Tellers Suppe im Gehirn ausgeschüttet wird.

Hey, immerhin ist es pH-neutral und biologisch abbaubar. 😉

Und wer sich jetzt am Ende des Videos angesichts der gestiegenen Unfallzahlen amerikanischer Fußgänger als Deutscheuropäer angesichts des Mems des „dummen Amerikaners“ imaginär auf die Schultern klopft, dem sei gesagt, dass wir im „Vorsprung durch Technik“-Ingenieurswunderland sogar schon dabei sind, Bodenampeln zu installieren.

Zeittöter – Railway Valley 2

feature-icon-gamesHier kommt im Rahmen meiner bekannten Beitragreihe zu Browserspielen ein weiterer Kandidat in Sachen sinnloser Zeitvernichtung.

Im Gegensatz zu Spielen auf früheren Beiträgen wie „GIRP“ und „Crush the Tower“ geht es bei dem heutigen Vorschlag etwas ruhiger zu. Die Rede ist von Railway Valley 2.

Wie der Name vielleicht schon verrät, geht es hier um das Verlegen eines ansehnlichen Gleissystems, um die verschiedenen, abfahrenden Züge in die farblich korrekten Zielbahnhöfe zu bugsieren. Dabei sollte es nach Möglichkeit nicht zu Zusammenstößen kommen.

Screenshot „Railway Valley 2“

Browserspiel Railway Valley 2

Auch wenn ich das Spiel schon vor etlichen Jahren durchgespielt habe, ist das doch einer dieser Klassiker, zu dem ich komischerweise immer wieder zurückkehre.

Nicht nur, dass die im Spielverlauf mehr werdenden Bahnhöfe und Weichen es zu einer Herausforderung machen, jeden Bahnhof untereinander effizient zu verbinden und Zusammenstöße zu vermeiden, kann man sich mit Bonuszügen oder selbst auferlegten Spielzielen das Leben so richtig schön schwer machen.

Ich nehme mir z.B. immer vor, die Gleise so zu verlegen, dass ich keine Bäume oder Gebäude abreißen muss. Außerdem vermeide ich natürlich nach Möglichkeit, teure Brücken über die Seen zu bauen, um so wenig Geld wie möglich auszugeben.

Wem das Verlegen eigener Gleise zu aufwendig oder mühsam ist, kann sein Glück auch gerne bei dem Ableger „Railway Valley Missions“ versuchen. Dort sind die Gleise schon verlegt und man muss lediglich die korrekten Weichen stellen. Das hört sich allerdings leichter an als es ist.

Zeittöter – GIRP

feature-icon-gamesIch kann gar nicht glauben, dass ich in der noch recht jungen Beitragsreihe über meine heiß geliebten Zeitfresser bzw. Vernichter ansonsten produktiver Lebenszeit – auch bekannt als Flash-Browserspiele – noch nicht über einen meiner absoluten Langzeitfavoriten geschrieben habe.

Die Rede ist von Bennett Foddys GIRP.

Während sich „Crush the Tower“ aus dem letzten Beitrag vor allem durch die wiederholten Tastenanschläge der Rechts- und Links-Pfeiltaste für Schmerzen im Handbereich verantwortlich zeichnet, sind es bei „GIRP“ viel mehr die akrobatischen Fingermanöver zur räumlichen Überbrückung der gleichzeitig zu drückenden Tasten, die einem nach einem erfolgreichen Aufstieg das selbst-trügerische Gefühl geben, tatsächlich etwas geleistet zu haben. 😉

Screenshot „GIRP“

Browserspiel GIRP

Ansonsten will ich euch nicht allzu viel über das Spiel verraten.

Erwähnen muss ich aber wohl, dass ihr im Lauf des Aufstiegs einer Möwe begegnet und in seltenen Fällen einige Testpersonen der Kontrollgruppe einen unerklärbaren und irrationalen Hass auf dieses ansonsten unschuldige Tier entwickelt haben.
Nicht ich selbstverständlich!

Abschließend möchte ich noch auf das Päckchens hinweisen, das als Belohnung für den Aufstieg am Gipfel zurückgelassen wurde und zur Vermeidung einer unangenehmen Überraschung möglichst rasch in Beschlag genommen werden sollte.

Fun fact: Der DHL-Paketbote, der das Päckchen ursprünglich wetterfest oben platzieren sollte, hat selbiges, nach mehrmaligem erfolglosen Betätigen von dem was er für eine Klingel hielt, am Fuß des Berges zurückgelassen und lediglich per Felsnagel einen Zettel über eine „Ersatzzustellung beim Nachbarn“ ans Felsmassiv angeschlagen. Leute gibt es! 😉

Zeittöter – Crush the Tower

feature-icon-gamesAls Füller – nicht das Schreibgerät – heute mal wieder ein Beitrag aus meiner Sammlung kleiner Zeitfresser auch bekannt als Flash-Browserspiele.

Während „Dicewars“ aus dem letzten Beitrag bei mir eher in ruhigeren Stunden Gefallen findet, soll es auch Zeiten geben, in denen die Cursor-Tasten meiner Tastatur gefährlich dazu neigen Spinnweben und Staub anzusetzen bzw. einzurosten. 😉

Um dem vorzubeugen, bleibe ich dann hin und wieder bei Crush the Tower hängen.

Screenshot „Crush the Tower“

Browserspiel Crush the Tower

Nach ein paar beherzten Runden, in denen ich unter Aufbringung allen Sportsgeistes angestrengt versuche, in möglichst wenigen Durchgängen die erste Prinzessin zu retten, erinnert mich die brennende Unterarm- und Handmuskulatur zuverlässig daran, wann es Zeit ist, mit der Aufgabe fortzufahren, die ich vor Spielantritt unter heftiger Zwiesprache mit meinem inneren Schweinehund wieder mal erfolgreich prokrastiniert habe.

Wer jetzt ebenfalls Lust bekommen hat, es auszuprobieren, kann ja mal in den Kommentaren genau beschreiben, welche Muskelgruppe bei euch zu erst das Brennen angefangen hat.

Versprecht mir aber aufzuhören, bevor ihr ein RSI-Syndrom entwickelt. Nicht das ich da Klagen höre.

Ähnliche Beiträge:

Zeittöter – Dicewars

feature-icon-gamesIn meinem andauernden Kampf gegen Ideenlosigkeit und Schreibblockade, habe ich mir wieder mal mein Kategorien-Widget in der Seitenleiste angesehen. Dabei ist mir der verwaiste „Games“-Eintrag aufgefallen, der bisher nur zwei Mal verwendet wurde.

Das brachte mich auf die Idee, einen Beitrag oder mit viel Glück sogar eine kleine Serie über die kurzweiligen Browser-Games zu schreiben, die ich heutzutage so spiele, wenn es gilt, sinnlos ein bisschen Zeit totzuschlagen oder vor sich hin zu prokrastinieren.

„Klein“ deswegen, weil ich in meinen jüngeren Tagen durchaus die eine oder andere Vollversion eines Spiels wie z.B. Diablo II oder Half Life erworben habe. Das waren aber noch die Zeiten als man tatsächlich noch einen physischen Datenträger erwarb und der Betrieb des Spiels keine stehende Leitung ins Internet verlangte.

Heutzutage erwirbt man mit dem Kaufpreis ja nur noch eine Spiellizenz auf einem Fremdserver und ist dem Hersteller auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Schaltet dieser den entsprechenden Server irgendwann ab, ist der erworbene Lizenzschlüssel keinen Pfifferling mehr wert. Eigentum ist sowas von gestern. 😉

Von den sogenannten DLCs, mit denen man in der Summe inzwischen das doppelte bis vierfache für ein Spiel zahlt, will ich gar nicht erst anfangen. Mir ist bis heute nicht begreiflich, wieso die Leute bei diesem perversen „Spiel“ mitmachen. Erinnert doch irgendwie stark an die Druckertintenmafia.

Aber genug von mir altem Sack, der von besseren Zeiten schwärmt und wutentbrannt seinen mentalen Gehstock drohgebärdend in Richtung der ins Smartphone vertieften Jugend schwingt. Thema sind ja meine Browserspiel-Favoriten.

Der Klassiker, um den es heute gehen soll ist Dicewars.

games-dicewars

Browserspiel Dicewars

Vom Prinzip her ein vereinfachtes Risiko. Ziel ist die Eroberung der Welt mit Hilfe der eigenen Würfel. Seit Jahren einer meiner gern gespielten Klassiker, wenn es darum geht, ein bisschen Zeit totzuschlagen.

Ich bin natürlich neugierig, wie das bei euch aussieht? Habt ihr auch einen Liebling unter den Browserspielchen? Irgend ein Ding, das vielleicht grafisch nicht viel her macht aber euch trotzdem seit Jahren fesselt? Gemeint sind explizit Spiele, die ihr schon seit Jahren immer wieder spielt.

Bin schon gespannt, ob ich in den Kommentaren etwas dazu höre.

Meine Mühn mi’m Akronym

Trotz einer gewissen Internetaffiniät habe ich auch heute noch enorme Schwierigkeiten mit einer Vielzahl der netztypischen Akronyme, die Leute gerne in ihren Chat-/WhatsApp-/Slack-Sitzungen verwenden. Mit ein Grund, wieso die Website Acronymfinder einen festen Platz in der Lesezeichenleiste meines Browsers hat.

Da ich einen Großteil der Kürzel nicht aktiv nutze, vergesse ich recht schnell wieder wofür sie stehen und muss deshalb jedes mal aufs Neue nachschlagen. Am frustrierendsten ist aber das Déjà-vu, wenn man einen Eintrag bereits zum x-ten Mal nachgeschlagen hat, aber dies erst dann merkt, wenn man das Suchergebnis wieder vor Augen hat.

Usericon mit Sprechblase FML

Vorgestern hatte ich zum ersten Mal den entgegengesetzten Fall. Ich habe ein Chatlog gelesen und bin unvermittelt auf die Abkürzung LMAO gestoßen. Statt der üblichen Verwirrung hätte ich als süddeutscher Nordbayer in dem Moment Stein und Bein geschworen, es steht für das in unserem Kulturkreis oft bemühte „Leckst mi am Oasch“.

Gemäß der lesenswerten Wikipedia-Seite sprechen wir hier vom sogenannten Schwäbischen Gruß. Wer hätte gedacht, dass das auf einen alten Nacktheits- und Abwehrzauber zurückgeht. 😂

Da LMAO im Original für „Laughing my ass off“ steht – also in etwa „Ich lach mit tot“ – das „Leck mich am Arsch“ aber gemäß Thaddäus Trolls Auslegung und meinem Verständnis eher für einen Ausdruck der Überraschung steht, war ich erneut verwirrt.

Werde wohl demnächst damit anfangen, mich lauthals über die unverständliche Jugend zu beschweren und von besseren Zeiten zu schwärmen. Wer könnte es mir in den Zeiten der Prä-Trump-Präsidentschaft schon verübeln. Scheint mir jedenfalls ein Bonus zu meinen mittlerweile üppig wachsenden Nasenhaaren zu sein, die mich immer öfter in der Nase kitzeln und mich damit in den Wahnsinn treiben.