Zeittöter – GIRP

feature-icon-gamesIch kann gar nicht glauben, dass ich in der noch recht jungen Beitragsreihe über meine heiß geliebten Zeitfresser bzw. Vernichter ansonsten produktiver Lebenszeit – auch bekannt als Flash-Browserspiele – noch nicht über einen meiner absoluten Langzeitfavoriten geschrieben habe.

Die Rede ist von Bennett Foddys GIRP.

Während sich „Crush the Tower“ aus dem letzten Beitrag vor allem durch die wiederholten Tastenanschläge der Rechts- und Links-Pfeiltaste für Schmerzen im Handbereich verantwortlich zeichnet, sind es bei „GIRP“ viel mehr die akrobatischen Fingermanöver zur räumlichen Überbrückung der gleichzeitig zu drückenden Tasten, die einem nach einem erfolgreichen Aufstieg das selbst-trügerische Gefühl geben, tatsächlich etwas geleistet zu haben. 😉

Screenshot „GIRP“

Browserspiel GIRP

Ansonsten will ich euch nicht allzu viel über das Spiel verraten.

Erwähnen muss ich aber wohl, dass ihr im Lauf des Aufstiegs einer Möwe begegnet und in seltenen Fällen einige Testpersonen der Kontrollgruppe einen unerklärbaren und irrationalen Hass auf dieses ansonsten unschuldige Tier entwickelt haben.
Nicht ich selbstverständlich!

Abschließend möchte ich noch auf das Päckchens hinweisen, das als Belohnung für den Aufstieg am Gipfel zurückgelassen wurde und zur Vermeidung einer unangenehmen Überraschung möglichst rasch in Beschlag genommen werden sollte.

Fun fact: Der DHL-Paketbote, der das Päckchen ursprünglich wetterfest oben platzieren sollte, hat selbiges, nach mehrmaligem erfolglosen Betätigen von dem was er für eine Klingel hielt, am Fuß des Berges zurückgelassen und lediglich per Felsnagel einen Zettel über eine „Ersatzzustellung beim Nachbarn“ ans Felsmassiv angeschlagen. Leute gibt es! 😉

Komposita – die zweite

Zwei Figuren reden über DeutschlandAuch wenn wir das Thema Komposita bzw. zusammengesetzte Wörter im Rahmen der Germæntion-Reihe bereits früher behandelt haben, will ich mit diesem Beitrag noch ein YouTube-Video nachreichen, auf das ich unlängst gestoßen bin.

Da man als Deutscher mit Ausnahme praktizierender Schweigegelübdler jeden Tag ganz ordinär ohne nachzudenken (auf einen AfD-Witz wurde hier verzichtet) seine Sprache spricht, ist man sich oft gar nicht bewusst, wie fasziniert das Ausland auf deren Erfindungsreichtum blickt, wenn es darum geht, komplizierte Konzepte wie „Schadenfreude in diesem relativ kurzen Wort zu vermitteln.

Neben alten Klassikern wie „Backpfeifengesicht“ und schon erwähnter „Schadenfreude“ sind in diesem Video auch ein oder zwei Überraschungen dabei, die einem wohl nicht sofort als leuchtendes Beispiel für Komposita in den Kopf kommen.

Und weil wir gerade beim Thema sind, will ich zum Abschluß auch das malerische Wort „Atombusen“ nicht vergessen, welches ich wahrscheinlich in einem der unzähligen „America First“ Videos gesehen habe. Mangels Lesezeichen weiß ich nur noch grob aus meiner Erinnerung, wie empört man darüber war, dass wir Deutschen so etwas Wundervolles wie die weibliche Brust mit nuklearer Bedrohung assoziieren können. 😉

Männergrippe

Wieso muss ich mir als jemand, der sich nach Tagen auszehrender, Ebola-ähnlicher 😉 Grippesymptome endlich wieder den Weg zurück ins Licht und das Leben gekämpft hat, ständig diese augenzwinklerischen Artikel und Videos über die „Männergrippe“ lesen und ansehen?

Grippe-Virus

Warum muss ich mir nach wie vor das Gerede entnervter und belustigter Frauen anhören, die an Grippe erkrankt noch ihre drei Kinder einkleiden und satt bekommen, nebenbei ein multinationales Unternehmen leiten, abends drei Stunden schwerer Feldarbeit ableisten und schlussendlich am gesamten familiären Fuhrpark noch als krönenden Abschluss die Winterreifen aufziehen?

Offenbaren doch die ebenfalls zur typischen Grippewellenzeit erscheinenden Artikel und Videos der Gegenseite, dass an dem Phänomen „Männergrippe“ bedingt durch die genetische Disposition und unterschiedlich starker Immunsysteme bei Mann und Frau durchaus etwas dran sein könnte.

Wie können Frauen uns ob unserer Unfähigkeit Kinder zu gebären stets mangelndes Einfühlungsvermögen in Sachen Geburtsschmerzen vorwerfen, dann aber so wenig Empathie an den Tag legen, uns Männer zu jeder neuen Grippesaison in Funk und Fernsehen als jammernde Memmen abzustempeln. Wenn da mal nicht wieder mit zweierlei Maß gemessen wird. 😉

Aber lassen wir das Thema. Der ursprüngliche Grund für den Beitrag ist die schon in einem früheren Beitrag erwähnte Frustration über „verlorene Lebenszeit“ angesichts der alljährlichen Beiträge, Artikel, Videos, Kommentare, … über jammernde Grippemänner, belustigte Frauen und gut gemeinter Gegenbeiträge, die wissenschaftlich eine Lanze für das männliche (schwache) Geschlecht brechen wollen. Ist hiermit alles für den „goldenen Einheitsbrei“ nominiert.

Schließlich – wer hätte es gedacht – steht schon in einer der Erstausgaben der Bauernregeln aus dem Jahre 1681:

Ist’s Männergeschlecht bei Grippe voll Jammer und unzufrieden,
liegt’s an der genetischen Disposition und Immunsystemunterschieden.

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Wortschatz #8

Alternative Fakten belegen, dass die lange Pause der „Wortschatz-Reihe“ von über eineinhalb Jahren auf eine Vokabelexplosion (siehe Kambrische Explosion) bildungssprachlicher Art in meiner Großhirnrinde zurückgeht. 😉

Trotzdem stieß ich gestern beim „mit halbem Ohr hinhören“ im Programm von n-tv auf ein Wort, das einen unverzüglichen Recherchebesuch im Wiktionary auslöste. Da es sich diesmal nicht um ein Netzfundstück handelt, bekomme ich das Zitat leider nicht mehr zusammen. In meiner Erinnerung hörte es sich aber folgendermaßen an:

… Donald Trump behandelte seinen „Travel Ban“ apodiktisch …

Mein erste Gedanke war natürlich „Hä, wie … was haben Apotheken damit zu tun?“. Zu apodiktisch heißt es aber:

  • [1] keinen Widerspruch zulassend
  • [2] Philosophie: nicht widerlegbar

Da ich nicht mit apodiktischer Bestimmtheit behaupten kann, dass oben erwähnte Vokabelexplosion tatsächlich stattgefunden hat, werdet ihr wohl auch zukünftig in den Genuss dieser „great and absolutely fantastic posts“ kommen. It’s great. 😀

Justin & seine Gefühle

Kopfhöher um Gehirn mit OhrwurmWer meine letzten beiden Ohrwurm-/ Kopfhörerdauerschleifen-Beiträge gelesen hat, könnte den Eindruck gewinnen, ich würde nur noch elektronische Techno-/Dubstep-/House-Musik hören. Dem ist natürlich nicht so.

Als jemand der immer recht spät oder als letzter auf einen Trend oder neuen Song anspringt, muss ich gestehen, dass mein aktueller Ohrwurm Justin Timberlakes „Can’t stop the feeling!“ ist.

Zugegebenermaßen nicht gerade die abwechslungsreichsten Lyrics und auch das Video selbst erinnert doch verdammt stark an „Happy“ von Pharrell Williams, aber der Song funktioniert. Auch wenn ich den Animationsfilm Trolls, dem er offenbar entspringt, noch gar nicht gesehen habe.

Echt eingängig und veranlasst meinen erblassten, haltungsgestörten Nerdkörper zu unansehnlichen, rhythmischen Verrenkungen, wenn er da so mit Kopfhörern vor dem Rechner sitzt. 😉

Wer hätte gedacht, dass ich mal ohne unerbittliche Folter gestehe, einen Justin Timberlake-Song gehört zu haben. Ich jedenfalls nicht.

Mit den Worten von Cosmo Kramer „Look away – I’m hideous“. Hahaha.

Ähnliche Beiträge:

Selbstoptimierung

Heute habe ich wieder mal eine Leseempfehlung für euch. Ich bin auf den „Longread“, was in der heutigen Zeit kurzer Aufmerksamkeitsspannen für einen längeren Beitrag oder Zeitungsartikel steht, über das Blog von Rachel (Happiness Engineer bei Automattic) gestoßen.

Der Artikel im Guardian trägt den Titel „Why time management is ruining our lives“ und beschäftigt sich kritisch mit dem Phänomen des Zeitmanagements bzw. der eigenen Produktivitätssteigerung.

Panik Emoticon

Leider ist der Artikel, wie so oft bei meinen Leseempfehlungen, in Englisch verfasst. Ich hoffe, das tut dem Erkenntnisgewinn keinen Abbruch.

Mir begegnen in den letzten Jahren immer öfter diese Selbstoptimierer-Tipps mit Schlagworten wie Inbox Zero, Getting Things Done (GTD), Kanban, und was es da sonst noch so alles geben mag.

Ein Erkenntnisgewinn in dem Artikel ist, dass all diese neuartigen Methoden trotzdem nicht dazu führen, dass die durch die Optimierung frei werdende Zeit für Freizeit und Entspannung zur Verfügung steht, sondern nur mit mehr Arbeit gefüllt wird.

Vielleicht ist dies der richtige Moment, um unseren SupermarktkassiererInnen wieder die Zeit zu geben, bis der abkassierte Kunde seine Waren eingepackt hat. 😉

Zeittöter – Crush the Tower

feature-icon-gamesAls Füller – nicht das Schreibgerät – heute mal wieder ein Beitrag aus meiner Sammlung kleiner Zeitfresser auch bekannt als Flash-Browserspiele.

Während „Dicewars“ aus dem letzten Beitrag bei mir eher in ruhigeren Stunden Gefallen findet, soll es auch Zeiten geben, in denen die Cursor-Tasten meiner Tastatur gefährlich dazu neigen Spinnweben und Staub anzusetzen bzw. einzurosten. 😉

Um dem vorzubeugen, bleibe ich dann hin und wieder bei Crush the Tower hängen.

Screenshot „Crush the Tower“

Browserspiel Crush the Tower

Nach ein paar beherzten Runden, in denen ich unter Aufbringung allen Sportsgeistes angestrengt versuche, in möglichst wenigen Durchgängen die erste Prinzessin zu retten, erinnert mich die brennende Unterarm- und Handmuskulatur zuverlässig daran, wann es Zeit ist, mit der Aufgabe fortzufahren, die ich vor Spielantritt unter heftiger Zwiesprache mit meinem inneren Schweinehund wieder mal erfolgreich prokrastiniert habe.

Wer jetzt ebenfalls Lust bekommen hat, es auszuprobieren, kann ja mal in den Kommentaren genau beschreiben, welche Muskelgruppe bei euch zu erst das Brennen angefangen hat.

Versprecht mir aber aufzuhören, bevor ihr ein RSI-Syndrom entwickelt. Nicht das ich da Klagen höre.

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