Montag, 29 Juni 2009

Top Gear

Wem der Name Top Gear nichts sagt, hat bisher etwas verpasst. Was mich angeht, hat die BBC mit diesem Automagazin das Format zu einer neuen Kunstform erhoben. Das ausgerechnet wir, das Land der Autobauer, bisher nichts auch nur annähernd Vergleichbares geschaffen hat, ist mir ein Rätsel.

Ich vermute mal das ist eine Frage des Geldes bzw. eine Kombination von Sparzwang und fehlender Risikobereitschaft der Sender und weniger des Talents. Genau weiß ich es allerdings nicht.

Sei es wie es mag. Wer des öfteren durch das Netz und im speziellen YouTube streift, wird Top Gear vielleicht durch den Clip über den Veyron Top Speed Test kennen. Den Clip, in dem sie den Bugatti Veyron auf der VW-hauseigenen Teststrecke auf über 407 km/h beschleunigt haben, um zu zeigen, dass der Wagen das auf einer langen Gerade tatsächlich schafft.

Recht amüsant fand ich auch die Folge “Top Gear vs. the Germans“.

icons_movieTop Gear vs The Germans part 1
icons_movieTop Gear vs The Germans part 2

Warum aber nun dieser Artikel? Zum einen, um euch darauf hinzuweisen, dass seit vorletztem Sonntag die neue Season 13 angelaufen ist. Ein gelegentlicher Besuch der Top Gear Homepage oder ein Streifzug durch YouTube sollte euch mit etwas Glück mit neuem Material versorgen.

Der andere Grund ist der Stargast vom vorletzten Sonntag. Seit ich den ersten Top Gear Clip gesehen habe, habe ich davon geträumt, und letzten Sonntag wurde dieser Traum tatsächlich wahr. Michael Schumacher zu Gast bei Top Gear.

Weitere Clips:

icons_movieSchumachers Runde im Ferrari FXX
icons_movieSchumacher Interview

Dienstag, 23 Juni 2009

Zensursula

Offensichtlich hänge ich nicht am Puls des Internets, sonst wäre mir Oliver Kels und Rob Vegas neuer Zensursula Song sicher eher aufgefallen. So habe ich ihn jüngst bei Thomas entdeckt.

Jetzt hätte unsere wahl- und politikverdrossene Jugend mal Gelegenheit Farbe zu bekennen. Deshalb schlage ich vor:

Schluss mit der JAMBA Idiotie
Her mit Zensursulas Klingelmelodie

Wäre doch toll, wenn aus den Handys unserer Jugend an Stelle dieser nervigen Jambaviecher zur Abwechslung mal ein politisches Statement dudelt. Da wäre ich in den öffentlichen Verkehrsmitteln zumindestens besser unterhalten als jetzt. ;)

Was mich bei all dem Protest inzwischen ein bisschen nervt, ist der stete Hinweis trotz allem den Kampf gegen Kinderpornografie zu befürworten.

Sind wir denn inzwischen wirklich so verblödet, dass man so etwas nach jedem kritischen Satz gegen das Zugangserschwerungsgesetz klarstellen muss? In Anlehnung an Linus Torvalds berühmten Ausspruch denke ich mir manchmal:

“Wenn man alles idiotensicher formuliert, werden

  1. irgendwann auch nur noch Idioten zuhören.”
  2. Zuhörer langfristig selbst zu Idioten.”

Offenbar muss dem durchschnittlich intelligenten Bürger dieser Denkprozeß inzwischen abgenommen werden, da dieser sonst fälschlicherweise den Eindruck gewinnt, Deutschland ist zu einer Republik von Pädophilen verkommen. Die bisherigen Appelle haben jedenfalls einige Medienvertreter nicht in ihren Bemühungen gehindert, genau den falschen Eindruck gewinnen zu wollen. ;)

Unabhängig von all dem solltet ihr übrigens bereits anfangen großflächige Kartonagen zu sammeln, da sich Frau von der Leyen wohl demnächst auch dem Problem der Altersarmut und Obdachlosigkeit zuwenden wird, und dann jeden Quadratmeter Pappe für die neuen Stoppschilder brauchen wird.

Bildquelle: <a href='http://www.mediengestalter.cc/2009/06/17/allgemein/zensursula-aus-designersicht/'>mediengestalter.cc</a>

Bildquelle: mediengestalter.cc

Zum Abschluss als Bonbon noch der Hinweis auf den Parole Font, der für zukünftige Protestplakate vielleicht noch ganz nützlich sein kann.

Mittwoch, 10 Juni 2009

TV Zukunft

Nachdem RTL mit Erwachsen auf Probe inzwischen Säuglinge zu Requisiten degradiert ;) , fragt man sich, auf was wir uns in Zukunft noch im deutschen Fernsehen freuen können.

Wie wäre es mit der Gameshow “Stackenblochen“, die laut Conan O’Brien prädestiniert für den deutschen Markt wäre?

Schlimmer als Erwachsen auf Probe kann es bestimmt nicht werden. :lol:

Besser wäre natürlich so etwas wie “Climbing for dollars

Wäre doch unterhaltsam, wenn Senderchefs für entsprechende Werbeeinnahmen ein Seil hochklettern würden, oder nicht?

Manchmal frage ich mich, vor was deutsche TV Chefs noch halt machen würden bzw. warum die Grenzen des guten Geschmacks ständig versetzt werden müssen.

Auf der anderen Seite bin ich inzwischen so weit, diesen Leuten keinen Vorwurf mehr zu machen.

Das Problem sind nicht die Verantwortlichen, die so etwas konzipieren und ausstrahlen, sondern die Leute, die sich sowas im Fernsehen anschauen. Richtig gelesen, ich sage der Zuschauer ist schuld. :)

Haben Sie “Erwachen auf Probe” gesehen?
Dann sind Sie Teil des Problems.

Streng nach Bill Maher: If your phone can fart, you’re part of the problem

Wenn euch also das nächste Mal einer eurer sogenannten Bekannten/Freunde erzählt, er hätte 20,- € bei NeunLive gewonnen, vergesst nicht, euch angemessen für die Qualität des Fernsehprogramms zu bedanken. :lol:

Samstag, 6 Juni 2009

Europawahl

Bevor ihr nun ob der allgemeinen Politikverdrossenheit und langjährigen Enttäuschungen als Mitglieder der Generation C64 bei der morgen anstehenden Europawahl wieder als Nichtwähler in Erscheinung tretet, solltet ihr vielleicht mal einen Blick auf die auf dem Wahlzettel stehende Piratenpartei Deutschlands werfen.

Immerhin besser als das momentane “über-unsere-Köpfe-regieren” der unter Bloggern und NeueTechnologienverstehern wenig beliebten Volksparteien.

Wer bisher noch nicht die Zeit gefunden hat, sich über die Beiträge der etablierten Parteien in Sachen Demokratieabbau und gläserner Bürger zu informieren, findet vielleicht auf der Seite “Bürgerrechte wählen” des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung die nötigen Informationen unter dem Punkt Parteien im Vergleich.

Erstaunt hat mich ein bisschen, das ich lange nichts von der Kandidatur der Piratenpartei zur Europawahl mitgekriegt habe. Von der Generation Internet hätte ich mir da eindeutig mehr erwartet. Virale YouTube Kampagnen mit Schockervideos über die düstere Zukunft oder einen TV-Werbespot, der ähnlich wie damals die Anzeigen in der New York Times des Spread Firefox Projektes durch die Bloggergemeinde zusammengestellt/finanziert/… wird. Nur so ein Gedanke.

Bis vor ein paar Tagen wußte ich jedenfalls nichts von einer Kandidatur zur Europawahl. Ich bezweifle auch, das außerhalb der Generation C64 viele etwas mit dem Namen “Piratenpartei” anfangen können, obwohl auch diesen Leuten der ungezügelt Daten-sammelende Staat langsam unheimlich wird. In meinen Augen eine verpasste Chance. Ich wette beim Namen “Piratenpartei” haben wahrscheinlich viele geistig verkrustete Menschen das Bild einer feuchtfröhlichen Wahlkampfparty der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands vor Augen. ;) :lol:

Deswegen heute noch kurz vor der Wahl mein kleiner Appell. Informiert euch über die zur Wahl stehenden Parteien und macht morgen euer Kreuz, damit Leute wie Wolfgang Schäuble oder Frau von der Leyen erfahren, dass es noch Leute gibt, denen etwas an unserer Privatsphäre und Verfassung liegt. :)

Falls ihr bei all dem vielen Text auf den verlinkten Seiten schon beim Anblick Stresspickel bekommt, hilft euch evenutell auch der Wahl-o-Mat zur Europawahl weiter, der euch anhand einiger Fragen zu eurer Wunschpartei führt.

Zum Abschluß will ich noch klarstellen, dass ich in keiner Verbindung zur Piratenpartei oder irgend einer anderen Partei stehe. Das hier soll keine Wahlwerbung sein, sondern nur ein Appell eure Meinung mit einem Kreuzchen morgen kund zu tun.

Sonntag, 17 Mai 2009

Ubuntu – Kaputtu

Seit Edgy Eft (6.10) nutze ich nun Ubuntu als Desktop OS und jedesmal lese ich mit einem gewissen Unverständnis die blumigen und vor Lob strotzenden Reviews, wenn wieder eine neue Version das Licht der Welt erblickt.

Man sollte doch annehmen, das von Version zu Version die Probleme weniger werden, aber das entspricht irgendwie überhaupt nicht meinen Erfahrungen. Mit jeder neuen Version geht der Kampf von vorne los. Seit 6.10 habe ich mir stets neue Probleme eingekauft, die mir manchmal den letzten Nerv rauben. Dazu muss man sagen, dass ich nicht der größte Linuxguru vor dem Herren bin, und manchmal wie der letzte DAU vor dem PC sitze, wenn es darum geht, ein Linux Problem zu lösen.

Mittlerweile bin ich bei Jaunty Jackalope (9.04) angekommen, und meine Haare werden immer grauer.

Da wäre zum Beispiel der neue PulseAudio Soundserver, der nun schon seit 8.04 dabei ist, und bisher nur Ärger macht. Trotz zahlreich gelesener Tipps und Foreneinträge und voll aufgedrehter Regler (Alsamixer) lässt sich dem System gerade mal eine annehmbare Lautstärke entlocken. Hat irgend jemand von euch vielleicht auch ein Gigabyte GA-MA78G-DS3H Mainboard, und hat es geschafft, dem Realtek ALC889A Chipsatz laute Musik zu entlocken? Ich habe inzwischen aufgegeben. :(

Eine weitere unendliche Geschichte ist das Adobe Flashplugin, das erstmals mit 8.04 und der Einführung des PulseAudio Soundservers so richtig zicken gemacht hat. Zwischenzeitlich (8.10) hatte ich auf Besserung gehofft, aber mit der neusten Version sind alle Probleme zurückgekehrt. Teilweise miese Performance (100% CPU Last), Browserhänger/Abstürze und Probleme mit gleichzeitiger Maus und Tastatureingabe in Flashspielen. Auch hier habe ich mich an den ganzen Tipps und Tricks inzwischen sattgelesen. Bisher kein Erfolg.

Aus dem Standby wacht mein System nur in 9 von 10 Fällen zuverlässig wieder auf. Hin und wieder kommt es vor, das nach dem Aufwachen scheinbar alles funktioniert, aber offenbar keine Festplatte mehr gefunden wird. Das System läuft dann nur noch im Arbeitsspeicher und kann nur durch einen harten Reset mit Affengriff (Reboot) wieder zur Zusammenarbeit überredet werden.

Als ob das nicht genug wäre, hat GStreamer auf einmal trotz Medibuntu Repository Probleme mit der Wiedergabe von Transport-Stream Dateien (TS), die sich in ruckelnden Videos äußern. Nur der VLC macht hier weniger Probleme, hat sich aber auch schon das eine oder andere Mal verschluckt. Gleiches gilt für DVDs, die manchmal unvermittelt mit einem Bildhänger den Dienst einstellen, und erst nach Neustart der Abspielsoftware wieder weiterspielen.

Compiz Effekte habe ich übrigens schon seit 8.04 ausgeschaltet, weil dort sowohl Videos als auch “Visuelle Effekte” unter Rythmbox nur unansehnlich flackern.

Soviel zum täglichen Kampf eines semi-erfahrenen Ubuntunutzers, der die Hurra-Reviews auf Ubuntu bald nicht mehr lesen kann.

Montag, 4 Mai 2009

Schweinegrippe

Angesichts der ganzen Hysterie und dem Bohei in der medialen Berichterstattung rund um die Schweinegrippe, bekommt der Ausdruck

eine Sau durchs Dorf treiben

eine völlig neue Bedeutung. ;) :lol:

Findet ihr nicht?

Da wird eine “Breaking News” nach der anderen durch den Äther gejagt, Bilder einer pandemischen Apokalypse vorgezeichnet oder von einem globalen Killer geredet. Dann soll auf einmal doch nicht alles so schlimm sein, wie zuerst angenommen.

Grippemedikamente wie Tamiflu sollen gut auf den Erreger anschlagen und kaum ist das gesagt, kommt das Schreckgespenst des Lieferengpasses. Irgendwie erinnern mich die aktuellen Ereignisse an den letztjährigen H5N1 Vogelgrippeirrsinn, als sich die Bevölkerung an den angeblich deutschlandweit herumliegenden, ausgemergelten Vogelleichen zu infizieren drohte.

Warum eigentlich die ganze Mühe?

Warum spritzt man der Bevölkerung nicht einfach täglich eine ausreichende Dosis Adrenalin, dann könnten wir unserem Körper zumindest die nachrichteninduzierte Produktion von Stresshormonen ersparen? ;)

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber irgendwie erinnert mich das ganze an das tragische Ableben des Jungen, der immer “Wolf” ruft, bis schließlich wirklich einer kommt und ihm niemand mehr glaubt. Wenn man uns noch öfter etwas von dramatischen Grippepandemien erzählt, befürchte ich, werden wir im tatsächlichen Ernstfall wohl zu GZSZ oder Barbara Salesch umschalten, weil wir dort besser unterhalten werden.

Bevor ihr nun übrigens mit einem dieser neuen, mit der heisen Nadel gestrickten Flashspielchen ein bisschen Schweinegrippe spielen wollt, um eurem Protest über die Medienhysterie Ausdruck zu verleihen, verweise ich euch gerne auf Pandemic 2, wo man von der Pike auf lernen kann, wie man sich als richtige Pandemie zu benehmen hat. :lol:

Aber lest selbst: Die Menschheit ausrotten mit Pandemic II

Mittwoch, 15 April 2009

Briten haben auch 2009 Talent

Wie in den letzten beiden Jahren informiere ich natürlich gern darüber, dass in England die neueste Staffel von Britain’s got Talent angelaufen ist.

All jene, denen das im Moment nichts sagt, werden sich vielleicht an Paul Potts erinnern, der hierzulande mit einem Telekom Werbespot und der Arie Nessun dorma Berühmtheit erlangte. Er war der erste Gewinner dieser Sendung vor 2 Jahren. Besagter Werbespot bestand übrigens zu einem Großteil aus Mitschnitten der Sendung.

Die erste Audition Show ist bereits gelaufen. Deswegen hier zwei Kandidaten, die mir gut gefallen haben.

Da wäre zum einen Demetri mit seinem Sohn Lagi als Stavros Flatley, die mit ihrer Persiflage auf “Michael Flatley – Lord of the Dance” eindrucksvoll den britischen Humor zur Schau stellen. Was soll ich sagen, ich fands lustig.

BGT 2009 – Stavros Flatley

Das zweite Video zeigt die tanzenden Jungs von Flawless.

BGT 2009 – Flawless

Auch wenn schon gemutmaßt wird, das in diesem Jahr Tanznummern wegen dem Vorjahresgewinner George Samson keine großen Chancen auf den Sieg haben, empfand ich sowohl Musik als auch Choreographie als mitreißend.

Nachdem in den nächsten Wochen die weiteren Audition Shows stattfinden, solltet ihr bei Interesse einfach mal öfter bei YouTube vorbeischauen.

Mittwoch, 1 April 2009

Peters Podcastpädagogik

Es soll vorkommen, dass einem das eigene Weblog nicht mehr “webzwonullig” genug erscheint und man sich dahingehend auf die Suche nach Abhilfe begibt. Früher oder später stößt man dabei unweigerlich auf das Thema Podcasting.

Nach Konsum des dazugehörigen Wikipediaeintrages weiß man, dass sich dieses Kofferwort aus den beiden Wörtern “IPod” und “Broadcasting” zusammensetzt und ist sich vielleicht sogar ansatzweise im Klaren, welche Arbeit da auf einen zukommt. Aber dann ist guter Rat teuer.

Sollte man zumindest meinen. Dabei hat sich Peter aus dem Dreibeinblog unlängst die Arbeit gemacht, sich in das Thema einzuarbeiten und teilt sein Wissen mit der Welt im Gegensatz zu gierigen Bankmanagern für lau. Also von wegen teuer.

Wenn ihr mit dem Gedanken schwanger geht “pod zu casten” (Gesundheit!), werft doch einfach mal einen Blick in Peters Artikel, die sich neben der Wahl des richtigen Mikrofons mit allerlei Hilfsmitteln beschäftigen, um eine gute Audioqualität zu erzielen.

Man darf gespannt sein, mit welchen weiteren Artikeln uns Peter in seiner nach eigenen Worten “lockeren Serie” in die Welt der Podcasts entführt.

Wie wäre es mit einem Schwerpunktartikel Video, damit man die Welt auch mit selbstverfassten Gedichten oder Katzencontent in Bild und Ton beglücken kann? ;)

Falls es allerdings lustige Heimvideos sein sollen, möchte ich hier die bescheidene Bitte äußern, auf stolpernde Bräute oder am Tisch einschlafende Babys zu verzichten. Mit dem Rest kann ich leben. :lol:

Donnerstag, 26 März 2009

Killerspiele

Phillips Kommentar zum letzten Artikel hat mich zu folgendem Bild inspiriert, da er meiner Meinung nach kurz und knapp den Irrsinn der Hexenjagd auf sogenannte Killerspiele veranschaulicht.

amok

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In dem Zusammenhang finde ich es richtig, dass die Veranstalter des E-Sport-Turniers der ESL-Liga in Stuttgart nicht auf den Einsatz von Counter-Strike als Turnierspiel verzichtet haben. Dabei bin ich nicht mal aktiver Spieler und längst dem Jugendalter entwachsen.

Ein Verzicht wäre einem Eingeständnis des Zusammenhangs von Killerspielen und Amokläufen gleichgekommen. Gleiches gilt für die geforderte Trauerminute. Wenn der Stadt diese Geste wichtig erscheint, hätte sie sie für das gesamte Stadtgebiet vorschlagen sollen und nicht auf eine spezielle Veranstaltung beschränken wollen.

Das Veranstaltungsverbot der Stadt Stuttgart ist in meinen Augen ein Armutszeugnis.

Die Gleichung Counter-Strike = potentieller Amokläufer geht offensichtlich nur in den Köpfen unserer von blindem Aktionismus getriebenen Politiker auf. Diese Kriminalisierung unserer Jugend geht nicht nur mir furchtbar auf die Nerven.

Warum erinnert mich das ganze an das Ulbricht Zitat:

Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren müssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles heißt, ja, sollte man doch Schluss machen.

So wie die Discomusik-hörende Jugend der DDR schon auf halbem Weg zum Republikflüchtling oder Vaterlandsverräter war, ist jeder Counter-Strike spielende Jugendliche nun offenbar ein potentieller Attentäter.

Beim Thema Killerspiele habe ich mich übrigens letztens gefragt, ob für die Spieler wirklich die korrekte Darstellung der Waffen und das Töten des Mitspielers essentielle Punkte des Spiels sind. Ich glaube das nämlich nicht.

Warum entwickelt man nicht ein Spiel, bei dem der Spieler nicht sein Leben verliert und umfällt, sondern z.B. tatenlos in der Gegend rumstehen muss, oder zurück auf den Anfang teleportiert wird? Man könnte das ganze doch mit witzigen Waffen kombinieren. Das würde den halbinformierten Politikern doch den Wind aus den Segeln nehmen.

Warum nicht eine Waffe, die Gehirnschnecken verschießt und den Spieler bei einem Treffer in einen sabbernden Trottel verwandelt? Oder wie wäre es mit einer kooperativen Waffe, bei der ein teameigener Mitspieler auf mikroskopische Größe verkleinert und dem Gegner injeziert wird? Der injezierte Mitspieler könnte dann an der Wahrnehmung oder den Bewegungsabläufen herumspielen, und so das Spiel des Gegners stören.

Vielleicht eine Leimkanone, die den Gegner an den umöglichsten Stellen im Level festklebt?

Möglichkeiten gäbe es viele. Bestimmt habt ihr was das angeht viel bessere Ideen. Falls ja, lasst hören. :D

Ich bin jedenfalls überzeugt, das ein Spieler auf den Aspekt des Tötens, Blut und maßstabsgetreue Waffen in First-Person-Shootern durchaus verzichten kann, sofern die Waffen witzig und das Gameplay entsprechend ausbalanciert ist.

Ähnliche Artikel:

Freitag, 13 März 2009

Wenn man keine Ahnung hat …

Wenn man sich die ganze peinliche Situation um den angeblichen Forumseintrag der Amokläufers von Winnenden so ansieht, könnte man meinen, das Land Baden-Württemberg hat jüngst eine neue Imagekampagne lanciert.

bw_motto

Ich kann übrigens gar nicht sagen, wie sehr mir die aktuelle Berichterstattung wieder mal auf die Nerven geht. Natürlich muss wieder Counter Strike und Crysis für den Amoklauf herhalten.

Kann mir bitte irgend jemand sagen wieviele dieser übereifrigen Politiker jemals eine Runde Counter Strike gespielt haben? Wieso keifen eigentlich immer die Leute mit der geringsten Ahnung am lautesten?

Ist eigentlich schon mal untersucht worden, wieviele Al-Qaida Bombenleger vorher Minesweeper gespielt haben? Immerhin kommen in dem Spiel Bomben vor. Das ist doch brandgefährlich. ;)

Sind die Cowboy und Indianerspiele in den Kindertagen der alten Politikerriege eventuell eine Verharmlosung von Völkermord gewesen? Sind unsere Politiker tickende Zeitbomben? :lol: