Samstag, 14 November 2009

AddToAny – Social Bookmarks

Für mich ist es immer noch überraschend, dass es auf WordPress.com mit der Einbindung von Social Bookmarks in den eigenen Artikeln schlecht bestellt ist. Damit meine ich die praktischen Buttons unter Artikeln in vielen selbst gehosteten Blogs, die es den Lesern erlauben, interessante Artikel durch einfachen Klick auf Digg, Facebook, Mr.Wong & Co in ihren Profilen abzulegen.

Es gibt zwar die Möglichkeit eines Digg Buttons, aber das Prozedere ist sehr arbeitsaufwendig und deckt zudem nur einen Dienst ab. Torsten hat sich für Mister Wong und dessen Button auch um eine WordPress.com kompatible Lösung bemüht. Aber auch hier ist der Arbeitsaufwand und die Einstiegshürde sehr hoch.

Abgesehen davon ist das die einzige Möglichkeit, einen Button direkt im Artikel abzulegen.

Der AddThis Dienst ist leider nur etwas für die Seitenleiste bzw. ein Text Widget. Damit kann der geneigte Leser also nur das Blog, aber nicht einen bestimmten Artikel ablegen.

Die von vielen Bookmarkdiensten im Internet angebotenen Lösungen fallen für WordPress.com leider auch flach, das fast alle den Einsatz von Javascript voraussetzen. Dieses wird aber aus Sicherheitsgründen auf der Plattform ausgefiltert.

Dieser Umstand hat zur der bekannten Lösung GetSocial bzw. GetSocialLive geführt, die diese Klippe umschiffen soll. Die Desktop Anwendung läuft allerdings nur unter Windows und die eingebetteten Icons werden natürlich von einem Drittserver referenziert. Sollte der mal ausfallen oder den Dienst einstellen, hat man eine Unmenge von defekten Links in seinen Artikeln. Zudem wirkt sich das ganze nicht vorteilhaft auf die Ladezeiten des eigenen Blogs aus.

Glücklicherweise hat sich vor einem halben Jahr der Dienst AddToAny.com den WordPress.com Bloggern angenommen, und sein Angebot dementsprechend angepasst. Das verschafft zumindest ein bisschen Linderung, auch wenn eine in WordPress.com implementierte Lösung immer noch das Beste wäre.

Wie funktioniert die Geschichte mit AddToAny also? Hübsch und einfach der Reihe nach. :)

  1. Zuerst ein Besuch auf AddToAny.com
  2. Dort klickt ihr auf Get the Share Button
  3. Unten auf der Seite findet ihr unter Or choose one of the following: einen WordPress.com Link
  4. Auf dieser folgenden Seite schlägt euch die Seite eine Buttongrafik vor. Näheres dazu später.
  5. Weiter unten findet ihr einen grauen WP.com Share Button. Klickt diesen mit der Maus an, und zieht ihn einfach in die Lesezeichensymbolleiste eures Browsers.
  6. Voilà, geschafft. Jetzt habt ihr ein AddToAny Bookmarklet erstellt

Bevor wir uns damit beschäftigen, was wir mit diesem Bookmarklet anstellen, noch ein paar Worte zur Buttongrafik.

Sollte euch die vorgeschlagene Buttongrafik nicht gefallen, oder nicht mit eurem Blogdesign harmonieren, bietet AddToAny euch an, eine eigene Grafik zu benutzen. Ihr könnt euch entweder im Flickr Pool nach einer geeigneteren Grafik umsehen, oder bei genug ausreichendem Talent mit einem Bildbearbeitungsprogramm eurer Wahl eine eigene Grafik erstellen.

Egal für was ihr euch entscheidet, wichtig ist, am Ende die Grafik in das eigene Blog hochzuladen. Wie das funktioniert, solltet ihr ja wissen, ansonsten hilft euch vielleicht die entsprechende Supportseite weiter. Wenn das erledigt ist, gilt es sich die FILE URL, also die Internetadresse des Bildes, zu kopieren.

Diese fügt ihr auf der AddToAny Seite in das Textfeld ein, klickt auf Change Button und zieht erst dann den WP.com Share Button in eure Lesezeichensymbolleiste. Soviel dazu.

Jetzt haben wir also unser AddToAny Bookmarklet, aber wie funktioniert das Ganze? Folgendermaßen:

  1. Artikel schreiben und wenn er fertig ist auf „Veröffentlichen“ klicken
  2. Wenn ihr die Bestätigung erhaltet, dass der Artikel veröffentlicht wurde einfach einmal auf das Bookmarklet in der Lesezeichensymbolleiste klicken, und der Code für den Button wird automatisch in euren Beitrag eingefügt.
  3. Jetzt nochmal den Artikel aktualisieren und es ist geschafft

Jetzt sollte ein entsprechender Button euren Artikel zieren, über den der Leser euren Beitrag komfortabel in seinem bevorzugten Dienst ablegen kann. Diese Lösung hat den Vorteil, dass AddToAny die Liste der verfügbaren Dienste pflegt und neue Dienste ohne euer Zutun für eure Leser sofort verfügbar sind.

Achtung:

Im Lauf meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass das AddToAny Bookmarklet zwingend den grafischen Editor voraussetzt. Solltet ihr diesen so wie ich deaktiviert haben, wird das Bookmarklet nicht funktionieren.

Auf der AddToAny Seite habe ich einen entsprechenden Hinweis vermisst. Auch eine E-mail an AddToAny.com, in dem ich sie auf darauf hingewiesen habe, dass das Bookmarklet unter gewissen Umständen nicht funktioniert, ist bisher unbeantwortet geblieben. :(

Deswegen habe ich in den letzten Tag selbst ein kleines Bookmarklet zusammengestrickt, das auch für Leute ohne den grafischen Editor seinen Dienst verrichten sollte. Da wie gesagt Javascript Code ausgefiltert wird, kann ich hier leider kein klickbares Bookmarklet erstellen.

Ihr müsst also manuell ein Lesezeichen erzeugen, den unten angegebenen Code kopieren und dann in das Adressfeld eures Lesezeichens einfügen. Abspeichern und ihr habt es geschafft.

javascript:var%20edtr=document.getElementById("content");edtr.value+="\n<p><a%20href=\"http://www.addtoany.com/share_save?linkurl="+encodeURIComponent(document.getElementById("sample-permalink").firstChild.data+document.getElementById("editable-post-name-full").firstChild.data+"/")+"&amp;linkname="+encodeURIComponent(document.getElementById("title").value).replace(/'/g,'%2527')+"\"><img%20src=\"http://static.addtoany.com/buttons/share_save_256_24.png\"%20alt=\"Verteilen\"%20/></a></p>";void(0);

Sollte euch die verwendete Grafik nicht zusagen, müsst ihr ziemlich am Ende des Codes den „src“ Parameter des „img“ Tags ändern und hier die FILE URL einer alternativen Grafik einfügen.

Getestet habe ich das ganze nur in meinem Firefox 3.0.15. Über andere Browser kann ich mangels Alternativen nichts sagen.

Nachtrag:

carluv bestätigt, das mein kleines Bookmarklet auch unter Opera 10.1 am Mac seinen Dienst verrichtet. Gleiches gilt für das ursprüngliche AddToAny Bookmarklet.

Nachtrag 2:

Torsten hat herausgefunden, dass AddThis entgegen meiner Aussage weiter oben, doch das Speichern einzelner Artikel unterstützt.

Ruft ein Leser eures Blogs also einen eurer Artikel auf (BLOGNAME.wordpress.com/JAHR/MONAT/TAG/Titel), statt ihn in der Gesamtübersicht (BLOGNAME.wordpress.com) zu lesen, wird bei einem Klick auf den AddThis Button die komplette URL an den jeweiligen Dienst übertragen.

Trotzdem bleibe ich dabei, dass der durchschnittliche Leser die Social Bookmarks unter dem Artikel erwartet statt in der Seitenleiste. Im Zweifel entsteht also bei der AddThis Lösung ein gewisser Erklärungsbedarf oder man läuft Gefahr, dass der Leser nicht von dieser Funktion erfährt.

Auf der anderen Seite weist Torsten darauf hin, dass AddToAny im Gegensatz zu AddThis nicht den deutschen Ableger von Mister Wong unterstützt. Ein Anmelden mit den deutschen Login Daten auf der .com Seite von Mister Wong ist nämlich nicht möglich.

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Samstag, 26 September 2009

Angriff ist die beste Verteidigung

Was mich in letzter Zeit bei Talkshows und Interviews mit Piratenbeteiligung ein bisschen genervt hat, ist die Tatsache das sich Piraten zu leicht in die Defensive drängen ließen und dann krampfhaft versuchten, sich mühsam wieder aus der Ecke herauszudiskutieren.

Gegen phrasendreschende Medienmaschinen hat man selbst mit fundiertem Wissen und Argumenten gar nicht genug Zeit in so einer Situation als Gewinner vom Platz zu gehen.

Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Familienministerin Frau von der Leyen. Sie quittiert einen legitimen Protest gegen ihr Zugangserschwerungsgesetz salopp mit dem Spruch:

Sie sind also dafür, dass man sich im Inter­net Kin­der­por­nos anschauen kann?!

Schon ist man in den Augen unserer Bundesmutter und dem Rest der Republik „Kinderpornobefürworter“ und steht vor der schwierigen Aufgabe, sich für seinen Protest/sein Anliegen rechtfertigen zu müssen. Dabei ginge es auch anders.

Sagen wir die Errichtung der Zensurinfrastruktur im Sinne von Frau von der Leyen kostet uns hypothetisch gesprochen 100 Millionen Euro. Diese Summe wäre also unser Budget zur Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet.

Damit hätten wir eine Familienministerin, die 100 Millionen in die Hand nimmt, um sie in eine Maßnahme zu investieren, von der schon jetzt unzweifelhaft feststeht, dass sie technisch unwirksam ist, und das Problem von kinderpornographischem Bildmaterial im Internet in keinster Weise angeht.

Das zusammen mit den durchaus vorliegenden Gegenvorschlägen und kritischen Expertenaussagen lässt für mich nur einen Schluß zu, wer hier Sorge dafür trägt, das man weiterhin Kinderpornos im Internet anschauen kann.

Die richtige Antwort auf die Frage unserer Familienministerin wäre also:

Ganz im Gegenteil. Ich stehe hier, weil SIE offenbar nichts dagegen haben, dass man sich im Inter­net Kin­der­por­nos anschauen kann?!“

Gleiches sehe ich auch, wenn es um die Diskussion zu Urheberrechten und dem freien Kopieren geht. Wieso eine provokante Frage nach Diebstahl geistigen Eigentums nicht einfach mit der Gegenfrage beantworten, wie das Gegenüber dieses Urheberrecht technisch durchzusetzen gedenkt. Ich würde wirklich gerne sehen, wie mir das Gegenüber die Vorzüge von DRM erklärt. ;)

Wir haben früher Schallplatten, Kassetten und CDs im Freundeskreis getauscht ohne als Diebe gebrandtmarkt wurden. In Zeiten des Internets ist das deutlich einfacher geworden. Fakt ist, dass wir, was die Möglichkeiten angeht, einer völlig neuen Realität gegenüberstehen.

Anstatt zu versuchen den technisch meist wenig versierten Diskussionspartner mit fundierten Argumenten von der Notwendigkeit einer Reform auf diesem Gebiet zu überzeugen, wäre es doch klüger, den Schwerpunkt der Diskussion darauf zu legen, wie er/sie die Ansprüche der Künstler sinnvoll durchzusetzen gedenkt.

Das würde schnell die eigene Konzeptionslosigkeit des Gesprächspartners offenbaren oder er/sie hätte zumindestens unbequeme Standpunkte zu vertreten. Überwachung jedes Users? DRM? Vorratsdatenspeicherung? Deep Packet Inspection?

In jedem Fall würde man dabei mehr Punkte machen, als sich ständig gegen Vorwürfe der Künstlerausbeutung zu rechtfertigen.

Das ist natürlich nur meine bescheidene Meinung. Ich hätte jedenfalls gern ein bisschen mehr Angriff statt Verteidigung gesehen.

Mittwoch, 23 September 2009

Call-in-TV, die lernen nie

Nachdem mit der Einführung der neuen Gewinnspielregeln endlich die Möglichkeit besteht, Bußgelder zu verhängen, ist es nun soweit.

Wie DWDL.de und Welt.de letzte Woche berichteten, hat die ZAK Ernst gemacht, und tatsächlich entsprechende Bußgelder ausgesprochen.

Laut DWDL.de trifft es neben Sat.1 mit 40.000€ auch Das Vierte mit 12.000€. Selbst 9Live erwarten einige Ordnungswidrigkeitsverfahren, an deren Ende als Ergebnis offenbar Geldbußen stehen sollen.

Eine genaue Aufzählung der einzelnen Verstöße lässt sich dem mehrseitigen DWDL Artikel entnehmen.

Grob gesagt geht es um irreführende Aussagen bzgl. der Schwierigkeitsgrade einzelner Spiele, der Anzahl an geschalteten Leitungen, möglicher suggerierter Lösungen und dem immer wieder gern vorgespielten Zeitdruck. Alles alte Bekannte. ;)

Freudig zur Kenntnis genommen habe ich, dass Das Vierte mit dem Relaunch offenbar plant, seine Gewinnspiel TV Shows einzustellen. Das wäre nach CallActive der nächste Sieg für den Zuschauer. :)

Wie nicht anders zu erwarten, plant ProSiebenSat1 gegen die Bescheide beim Verwaltungsgericht Einspruch einlegen. Die Bußgelder sind also noch nicht in trockenen Tüchern.

Darüber hinaus wird die Rechtmäßigkeit der Bußgelder bestritten, weil die Gewinnspielsatzung auf der sie beruhen, nach Auffassung von ProSiebenSat1 rechtswidrig ist und deswegen im Moment vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof überprüft wird.

Ich bin ja mal gespannt, wer hier am Ende als Sieger aus dem Ring gehen wird.

Montag, 14 September 2009

Rette deine Freiheit

Nach Du bist Terrorist hat Alexander Lehmann einen neuen Kurzfilm namens Rette deine Freiheit vorgestellt.


via netzpolitik.org

Auch das neue Werk beschäftigt sich mit den von der Großen Koalition geplanten Internetsperren (Stichwort Zugangserschwerungsgesetz), gegen die immerhin über 134.000 Bürger damals eine Online Petition unterschrieben haben, über die kaltschnäuzig hinweggegangen wurde.

Ein Besuch der Homepage rettedeinefreiheit.de lohnt auch. Wird hier doch unten im Bereich Erklärungen auf die einzelen Szenen des Videos eingegangen und die propagierten Falschinformationen bekannter Politiker richtig gestellt.

Vielleicht überzeugt es ja doch noch einige Nichtwähler in unserem Land, in zwei Wochen zur Bundestagswahl zu gehen, und das Kreuz bei den Piraten zu machen.

Ihr könnt natürlich auch die FDP wählen, aber dann ist eure Stimme natürlich im Gulli, weil das Internet zugunsten des Koalitionsvertrages der CDU überlassen wird. ;)

Was soll man wählen, wenn man weder Schwarz-Gelb, Schwarz-Rot noch Rot-Rot-Grün als Sieger sehen möchte?

Ähnliche Artikel:

Mittwoch, 2 September 2009

Craig Ferguson in HD

Seit Anfang dieser Woche ist es so weit. CBS hat tatsächlich ein paar Dollar springen lassen und strahlt die Late Late Show mit Craig Ferguson in HiDef (High Definition) aus.

Bei der Gelegenheit gab es auch einen neuen, hübschen Vorspann. Viele Craig Fans werden vielleicht nicht wissen, dass er sowohl im alten als auch neuen Vorspann selbst die Titelmelodie singt. Das nenn ich mal vollen Einsatz. :)

Angeblich hat er auch zwei neue Lampen für sein Studio bekommen, von der gleich bei der ersten Sendung nach der Sommerpause direkt eine ausgefallen ist, und sein erster Gast Emily Deschanel (Bones – Die Knochenjägerin) folgerichtig im Dunklen saß.

Auch auf die eingeblendeten Grafiken musste er in der ersten Sendung verzichten, weil anscheinend noch niemand wußte wie der betreffende Computer zu bedienen ist.

Für eine eigene Band hat es beim „british scottish Conan guy“ (Danke Johannes) auch diesmal wieder nicht gereicht. Auf der anderen Seite, was wäre seine Show ohne seine ständigen Monologe, dass er der einzige Late Night Hoster ohne Band ist. ;)

Ich weiß ja nicht, wie groß die deutsche Fanbase von Craig inzwischen ist, aber ich finde es wird langsam Zeit für ein kleines Spiegel Interview, oder nicht? Immerhin zählt er den Spiegel zu den renomierten Magazinen Deutschlands. Wo sind die Spiegel Reporter, wenn man einen braucht?

Bei der Gelegenheit könnten sie ihn ja auch zu den ganzen deutschen Stereotypen befragen, die er in seiner Sendung immer zum Besten gibt. Vorallem der Ursprung von „germans throwning poop at each other“ würde mich brennend interessieren. :lol:

Dienstag, 25 August 2009

Änderfahrt

Wäre es nicht toll, wenn die Piratenpartei am Wahltag tatsächlich die magische 5%-Hürde schaffen würde? Ein Traum, den vor einiger Zeit schon Ulrich Wickert öffentlich, wenn auch kabarettistisch, formulierte. Ich wünsche es mir jedenfalls von Herzen und werde alles in meiner Macht stehende dafür tun, meine wahlfaule Verwandtschaft auf Trab zu bringen.

Über das Erreichen der 5%-Hürde habe ich mir in letzter Zeit einige Gedanken gemacht. Wenn ihr mich fragt, gelingt das wirklich nur, wenn die Piraten neben ihrer netzaffinen Klientel, von der einige wahrscheinlich noch nicht einmal wählen dürfen, auch Teile der politikverdrossenen Nichtwähler für sich mobilisieren kann.

Diese Nichtwähler, auch dieses Jahr bestimmt wieder um die 20%, sind größtenteils nicht im Netz zu Hause, und haben von der Piratenpartei und ihren Zielen bis auf ein paar schlecht recherchierte Beiträge in Funk, Fernsehen und Zeitungen nicht viel mitbekommmen.

Leute jenseits der Ü40 Generation. Unsere Eltern und Großeltern, welche die Piraten nach wie vor für eine reine Spaßpartei halten.

Nicht alt genug, um den Gang zur Wahl noch als Bürgerpflicht zu verstehen, und durch jahrelang gebrochene Wahlversprechen so politikverdrossen, dass sie am Wahltag einfach zu Hause bleiben, weil „nicht zur Wahl gehen“ angeblich auch eine Form der Stimmabgabe sein soll.

Genau diese Nichtwähler müssten mobilisiert werden. Die Frage ist nur Wie?

Vielleicht hilft in dem Fall ein Blick über den großen Teich. Habt ihr von Sarah Silvermans „The Great Schlep“ während des US Wahlkampfes etwas mitbekommen? Von ihrem Aufruf an das junge jüdische Wahlvolk, seinen Hintern nach Florida zu bewegen, um die eigenen Großeltern davon zu überzeugen, Barack Obama zu wählen?

Würde so etwas Ähnliches auch hier in Deutschland funktionieren? Unsere Eltern und Großeltern sind doch bestimmt auch ausgehungert nach einem Besuch der eigenen Kinder und Enkelkinder, oder nicht? Wer kennt nicht die ewigen Vorwürfe am Telefon, man würde sich viel zu selten blicken und hören lassen. ;)

Warum also nicht ein bisschen Infomaterial ausdrucken, Enkelkinder einpacken, und endlich mal wieder die wahlfaule Verwandschaft besuchen. Bei einem netten Grillabend lässt sich hervorragend über Politik diskutieren. Bei der Gelegenheit lassen sich auch einige Mißverständnisse über die Piraten aus dem Weg räumen.

Selbst wenn sie nicht aus politischer Überzeugung wählen wollen, wäre die Aussicht, den großen Volksparteien, die sie seit Jahren enttäuscht haben, einen Denkzettel zu verpassen, doch sicher ein guter Anreiz. Wäre doch toll, wenn man neben der Großen Koalition gleich noch Schwarz-Gelb verhindern könnte. :D

Natürlich können wir das ganze nicht „The Great Schlep“ nennen, auch wenn wir uns wortwörtlich zur Verwandschaft schleppen. Deswegen habe ich letztens ein bisschen meine Fantasie spielen lassen und kam auf den Begriff Änderfahrt in Anspielung auf die Enterfahrt. Damit es auch einen piratigen Charakter hat.

Aus dem Grund habe ich dann gleich mein Inkscape angeschmissen und habe streng nach Alfred Biolek „schon mal was vorbereitet“:

Aenderfahrt

Creative Commons License
aenderfahrt.png von Martin(IQ) steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Das kleine Piratenschiff habe ich auf openclipart.org gefunden. Der Pirat hat sein zu Hause in der englischen Wikipedia. Den Rest habe ich und mein Inkscape erledigt.

Ist nur so eine Idee. Was meint ihr? Hätte so etwas Aussicht auf Erfolg, oder ist so etwas hierzulande nicht vorstellbar? Ist es am Ende vielleicht eine dämliche Idee? Würde sich ein Nichtwähler überhaupt überzeugen lassen, doch zur Wahl zu gehen?

Wie auch immer, ich denke der Schlüssel für einen Pirateneinzug sind die Nichtwähler. Wer anderer Meinung ist, oder mir unverhohlen beipflichten möchte, kann das gern in den Kommentaren tun. :D

Freitag, 21 August 2009

Sommerdemagogie

Der Wahlkampfauftritt unserer Familienministerin Ursula von der Leyen ist zwar schon ausgiebig in der Blogosphäre verlinkt und diskutiert worden, aber vielleicht hat ihn der eine oder andere ja doch noch nicht gesehen. Außerdem wollte ich natürlich auch meine Meinung zum Besten geben.

Es hat den Anschein, Frau von der Leyen hätte sich eine kleine Sommerdemagogie eingefangen.

Ich habe es doch immer gesagt. Diese vermaledeite Urlaubszeit in der die Touristen allerlei Krankheiten mit nach Hause bringen. Da wird doch nicht irgend jemand an einem Sangriaeimer mitgesoffen haben und jetzt unsere Familienministerin angesteckt haben? :lol:

Hier auf alle Fälle das Video von Frau von der Leyens Auftritt in Sulzbach (Saar)


via netzpolitik.org

Ein Transkript der Rede ist ebenfalls auf netzpolitik.org erhältlich.

Auf einen Punkt in der Rede will ich eingehen. Über den Rest soll sich jeder selbst ein Urteil bilden.

… Dann kam der Chaos Computer Club und die Piratenpartei, die plötzlich schrien: “Das ist Zensur!”. Meine Damen und Herren, Kinderpornographie im Internet anzuschauen ist Kindesmissbrauch und ich rufe all denjenigen zu, die in diesem Zusammenhang von Zensur im Internet sprechen: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und das Recht gilt online genauso wie offline. Was wir niemals in einer Zeitung tolerieren würden, tolerieren wir im Internet genau so wenig.

Abgesehen von der abgedroschenen Phrase des „rechtsfreien Raumes Internet“, dem Prof. Dr. Thomas Hoeren (Skriptum Internet-Recht) energisch widersprechen würde, vermittelt mir dieser Satz den Eindruck, dass Frau von der Leyen bis heute überhaupt nicht begriffen hat, um was sich die ganze Zensurdebatte dreht.

Während CCC und Piratenpartei eine Diskussion über die Methoden der Sperrung, deren Wirksamkeit und die inhärenten Gefahren führt, unterstellt sie mit ihrer bescheuklappten, eindimensionalen Argumentation, hier würde es tatsächlich um die Frage gehen, ob wir uns klar für oder gegen Kinderpornographie im Internet aussprechen.

Dabei scheint sie nicht zu begreifen, dass keiner der Diskussionspartner die Verfügbarkeit solchen Bildmaterials im Internet befürwortet. Die Debatten des CCC und der Piraten drehen sich im Kern überhaupt nicht um das Thema Kinderpornograhie.

Ich wage mal die These das jedes Mitglied des CCC oder der Piraten Kinderpornographie genauso gern aus dem Internet verschwinden sehen würde, wie die Familienministerin. Der Knackpunkt ist aber das WIE.

Die technische Lösung Frau von der Leyens ist nun mal eine Maßnahme, die Zensur im schlimmsten, mißbräuchlichten Fall begünstigt. Das hat Frau von der Leyen bis heute noch nicht begriffen oder sieht diese Gefahr in ihrem kleinen Kämmerlein einfach nicht.

Wagen wir das Gedankenspiel und sagen Ja und Amen zur Errichtung dieser technischen Infrastruktur zur Netzfilterung. Wie sähe denn der Vorschlag von Frau von der Leyen aus, gäbe es einen dokumentierten Fall von mißbräuchlicher Verwendung dieser technischen Maßnahme? Die allgemeine Erfahrung hat uns ja leider gelehrt, das ein Mißbrauch nicht eine Frage von Ja oder Nein sondern nur eine Frage nach dem WANN ist.

Hat unsere Familienministerin hier schon entsprechende Vorschläge zum Strafmaß gemacht? Angesichts der Schwere müssten es dann schon hohe Strafen sein.

Zum Thema Machtmißbrauch staatlicher Stellen bzw. den Erfahrungen muss man nur Google anschmeissen.

Hat zwar nicht alles direkt mit Internetzensur zu tun, aber zeigt doch, dass solche staatlichen Privilegien immer mißbraucht werden. Wie will Frau von der Leyen einen Mißbrauch verhindern? Hat sie dazu schon mal Stellung genommen?

Ist sie sich bewußt, dass sie mit dieser Maßnahme die Büchse der Pandora öffnet? Ist ihr China und Iran kein warnendes Beispiel?

Ist vielleicht nur meine Meinung/Ansicht zu dem Thema. Wer anders darüber denkt, kann dies gerne in den Kommentaren tun, solange es von staatlicher Seite noch erlaubt ist. ;)

Ähnliche Artikel:

Dienstag, 18 August 2009

Er/Sie/Es suchte … (4)

Nachdem sich die Suchbegriffstatistik meines Blog endlich wieder von den unzähligen Duplo Bastelanleitungsanfragen erholt hat – inzwischen hat anscheinend jeder in der Republik mindestens einen Duplo Schmetterling gefaltet – ist es wieder mal an der Zeit, einen Blick auf die schrägsten, gesammelten Suchanfragen zu werfen, die Menschen auf der Suche nach Antwort in die Weite des Internets hinausschreien.

Hier ist sie also, meine aktuelle Top10

iq 81 folgen

Mein erster Gedanke wäre natürlich vermehrter CallTV Konsum. ;)

Schlecht wäre es jedenfalls, jemandem mit einem IQ von 81 zu folgen. Solche Leute sind übrigens ziemlich einfach an ihren politischen Ansichten und Haarschnitten zu erkennen. ;)

9live wann geld auf dem konto

Berechtigte Frage. Wann sind die 200 Lappen, die man für die Stadt ohne A,B,C,D,E,F,G,H,I,J,K,N,O,P,Q,R,S,T,V,W,X,Y,Z,Ä,Ö und Ü gewonnen hat, auf dem Konto? Ganz einfach.

Sobald auf deinem Kontoauszug der 600,-SOLL Posten deines Telefonanbieters auftaucht.

nach besuch im sportstudio schmerzt der

Solche abgeschnittenen Anfragen sind mir immer die liebsten, weil das offene Ende zu Spekulationen einlädt. Was könnte unser Suchender hier gemeint haben?

Seinen Geldbeutel? Klare Sache – Sportstudio zu teuer. Vielleicht einen Körperteil, der durch unsachgemäße Bedienung eines Sportgeräts gezerrt oder gequetscht wurde? Das könnte beim Hausarzt zu peinlichen Schilderungen führen.

Sei es wie es mag. Wenn man der Werbung glauben darf, solltest du einfach zwei Aspirin einwerfen und gut ist. :)

orthopädischer streckgurt

Klingt irgendwie nach einem politisch korrekten Begriff für Galgen. :lol:

Kaufen Sie heute noch diesen orthopädischen Streckgurt für nur unglaubliche 19,95 €, und ihre Nackenprobleme gehören der Vergangeheit an.

Baum / Balken nicht enthalten. Muss seperat erworben werden.

schmerzen in der hand nach stossen

Doch, doch. Ich erkenne das ganz klar ein Muster. Als Laie würde ich sagen, die Schmerzen kommen vom zu starken Stoßen.

Eine andere Möglichkeit wäre die Autobahnausfahrt „Stossen“ – sofern diese existiert – nach deren Passierung auf einmal Schmerzen in der Hand aufgetreten sind?

„Nach Stossen hat auf einmal furchtbar meine Hand wehgetan, bis ich gemerkt habe, das sie seit zwei Kilometern in der Fahrertür eingeklemmt war.“

unmenschliche brüste

Könnte derjenige wirklich einen meiner Cartoons gesucht haben? Unmenschlicher gehen die Brüste wohl kaum.

Auf den zweiten Blick fallen mir noch jede Menge Tiergesäuge ein. Am Ende wird er aber (ich geh jetzt einfach mal stark von einem ER aus) wahrscheinlich nur auf der Suche nach Abbildungen übermäßig großer weiblicher Geschlechtsmerkmale gewesen sein.

Dabei solltest du aber nicht vergessen:

Je größer, desto rückenschmerziger.

Also bitte ein bisschen Mitleid.

menstruation linux

Linuxdistributionen scheinen immer noch wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Von dieser habe ich bisher noch nichts gehört. Ist das eine Distribution, die ganz auf die Bedürfnisse des weiblichen Teils unserer Gesellschaft ausgerichtet ist? Was zeichnet die Distribution aus?

Kann es sein, das sie alle 28 Tage die Mitarbeit verweigert und jeden Anmeldeversuch mit rätselhaften Fehlermeldungen quittiert? Mit einer ständig aufpoppenden Dialogbox, die unentwegt fragt, was man gerade denkt? Stelle ich mir als Mann ziemlich nervig vor.

Geht es am Ende gar nicht um eine Distribution, sondern um die Anleitung für den ersten OpenSource Tampon, den Frau macgyveresque aus alltäglichen Haushaltsmitteln schnell selbst herstellen kann?

mein frau liest toilette

Gibt es tatsächlich inzwischen ein Magazin dieses Namens? Ein Frauenmagazin für Toilettenleserinnen mit dem treffenden Namen „Toilette“? Sollte George Carlin am Ende recht gehabt haben?

Oder haben wir es mit dem esoterisch angehauchten Teil der weiblichen Bevölkerung zu tun, die statt aus Kaffeesatz nun aus den Hinterlassenschaften in der Toilettenschüssel lesen kann? Was sagt Spritzdurchfall und eine dementsprechend gesprenkelte Schüssel über meine Zukunft aus?

„Schatz, ich bin fertig. Kannst du mal kucken kommen?“

was sagt meine ip über mich aus

Wenn es nicht der Spritzdurchfall ist, dann eben die IP Adresse. Esoterik 2.0 sozusagen.

Er: „Du Schatz, schau mal meine IP Adresse. Was bringt die Zukunft?“
Sie: „Ich sehe nackte Frauen. Welche Seite wolltest du aufrufen, hmm?“
Er: *räusper* „ähh, wollte gerade mal bei OBI.de wegen Spiegelfliesen …“

augenbinde frau

Noch so ein hippes, neues Produkt. Ich vermute mal es geht um eine neues Hygieneprodukt für unregelmäßig auftretende Weinkrämpfe.

Nimmt die Tränen da auf, wo sie passieren.

Könnte natürlich auch in Richtung Makeuperhalt gehen. Jetzt neu:

Augen rausheulen und trotzdem perfekt geschminkt?
Die FlennFix Ultra Augenbinde machts möglich.

Freitag, 31 Juli 2009

Sommerhit

Gerade frisch bei Ehrensenf entdeckt. Die Heavy-Volxmusiker Troglauer Buam.

Heavy-Volxmusiker weil sie Rock- und Volksmusikelemente erfolgreich miteinander vermischt haben. Wer hätte gedacht, das E-Gitarre und Akkordeon gut zusammenspielen.

Wegen meiner tiefsitzenden Abneigung gegen Volksmusik und der Tatsache das Roy in Lederhosen zum Interview erscheint waren die Erwartungen natürlich nicht besonders hoch.

Als ich allerdings den neuen Song „Alles wird gut“ zum ersten Mal gehört und dazu das Video gesehen habe, war ich angenehm überrascht. Sehr eingängig und auch im Vollsuff bestimmt noch gut zum Mitgröhlen geeignet. ;)

Hätte durchaus Potential zum Sommerhit angesichts der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise, wenn mit Ablauf der Kurzarbeit zum Herbst eine riesige Kündigungswelle durchs Land rollt. Sofern man den Experten in Funk und Fernsehen glauben darf.

Da kommen ein paar tröstende Worte à la „Alles wird gut“ doch sehr gelegen.