Geliebte Feinde

Zwei Figuren reden über DeutschlandAls ich letztens durch meine Kategorie Germæntion gestreift bin, hätte ich Stein und Bein geschworen, bereits einen Beitrag über die hervorragende zehnteilige Dokumentation „Geliebte Feinde – Die Deutschen und die Franzosen“ verfasst zu haben.

Dem ist nicht so und da besagte Kategorie sehr England- und Amerika-lastig ist, will ich das hiermit korrigieren.

Die Dokumentation liefert einen umfangreichen Einblick in die deutsch-französische Geschichte und fördert meiner Meinung nach ungemein das gegenseitige Verständnis darüber wie Deutsche und Franzosen so „ticken.“ Stichwort Fremdbild und Eigenbild.

Wenn ihr mich fragt, ist die Dokumentation ein richtiges Juwel. Gerade deswegen finde ich es so schade, dass sie mittlerweile offenbar aus der Mediathek bei ARTE verschwunden ist.

Glücklicherweise hat die Dokumentation jemand auf YouTube hochgeladen. Ich habe mir deswegen die Mühe gemacht, die einzelnen Teile als Linkliste aufzubereiten und hier unten einzufügen. Ich hoffe die Videos bleiben verfügbar und fallen nicht einem Copyright-Claim zum Opfer.

Da jeder der Teile über 40 Minuten lang ist, solltet ihr etwas Zeit mitbringen. 😀

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Stilles Wasser

Wenn es um stilles Mineralwasser geht, habe ich mich schon immer über Leute gewundert, die es kästenweise aus dem Getränkemarkt schleppen. Ich würde ja nichts sagen, wenn wir in einem Dritte-Welt Land leben und uns aus den Leitungen eine braune Schlacke entgegenschießt, aber das Gegenteil ist der Fall.

Nirgendwo ist die Trinkwasserverordnung strenger als hier in Deutschland.

Diverse Wasch- und Spülmaschinenhersteller erzählen zwar ständig, dass es Gegenden mit maschinenbedrohend, hohem Kalkgehalt im Wasser gibt, aber trotz differierendem Kalkgehalt, würde ich überall in der Republik bedenkenlos ein Glas Leitungswasser trinken.

Zu meiner Erleichterung habe ich von einer Erkrankung aufgrund häßlicher Kalkablagerungen auf den Beißwerkzeugen noch nichts gehört.

Würden Tropfsteine im Mund eigentlich je nachdem ob Ober- oder Unterkiefer auch als Stalaktit und Stalagmit klassifiziert werden?

Jedesmal wenn ein gequältes, männliches Geschöpf im Schlepptau seiner besseren Hälfte den bis zur Belastungsgrenze mit stillem französischen Wasser überladenen, zierlichen Einkaufswagen unter Aufbringung seiner lebenslang erworbenen Fahrkünste durch die eng verwinkelten Gassen dankbar in Richtung Kasse zirkelt, kann ich mir kaum ein Lachen verkneifen.

Bevor mir nun jemand Schadenfreude unterstellt – es ist nicht so, dass ich über das gequälte, bedauernswerte Wesen lache. Vielmehr habe ich in dem Moment immer das Bild eines verschmitzt lächelnden Franzosen mit Baskenmütze vor Augen, der sich, bewaffnet mit einer Palette leerer PET Flaschen, auf den Weg in den Hinterhof begibt, um die Flaschen dort am häuslichen Wasserhahn aufzufüllen und hübsche Etiketten über die vulkanische Herkunft des Wassers aufzukleben.

Kann es sein, das unser Trinkwasser abgefüllt in Flaschen nach Frankreich verkauft wird?

„L’eau allemande“

Gebraut nach deutscher Trinkwasserverordnung aus dem Jahre 2001

Vor kurzem dachte ich noch, ich wäre einer der Wenigen, dem die ganze „Stille Wasser“ Sache merkwürdig vorkommt, bis ich auf einen Artikel von Hotel Villa de Art aufmerksam geworden bin.

Zu allem Überfluß läuft seit neustem ein Werbespot für eines dieser „Sprüh-selbst-Kohlensäure-in-dein-Wasser“ Geräte, der ähnlich argumentiert. Da wurde es natürlich Zeit, meine Meinung kund zu tun. 😉