Damenkarte

Als ich vor einigen Wochen so durch die Fernsehkanäle zappte, blieb ich kurioserweise bei einer Sendung über Restaurants hängen. Den genauen Kontext habe ich leider vergessen.

Was mir allerdings in Erinnerung blieb war, dass die Lokalität gehobeneren Niveaus doch tatsächlich noch eine sogenannte „Damenkarte“ führte. Eine Speisekarte ohne Preise, damit sich die weibliche Begleitung frei von Schuldgefühlen und Sitcom-typisch das teuerste Gericht bestellen kann. 😉

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Und was soll ich sagen. Ich vermisse angesichts der Sendung die Entrüstungsstürme der Feministen, die für ihr Recht eintreten, ihr Essen im Restaurant selbst zu bezahlen. Wo war der Leitartikel in EMMA, der sich gegen die Damenkarte ausspricht? Wo bleibt der lautstarke Chor an Frauen, die uns ständig als „Manspreader“ verurteilen, ohne nachvollziehen zu können, wie es sich anfühlt, Skrotum und Penis zwischen den Beinen spazieren zu führen?

Ehrlich gesagt habe ich mich aber eigentlich gefragt, ob eine Damenkarte in der heutigen „Social Justice Warrior“ geprägten Zeit nun sexistisch ist oder nicht? Ist es vielleicht nur der Begriff „Damenkarte“ an sich?

Wenn man seine bessere Hälfte – ob nun Mann oder Frau – zum Essen einladen möchte, spricht doch eigentlich nichts gegen den dahinterstehenden Gedanken, dass er/sie sich nicht um den Preis sorgen, sondern nach Herzenslust Essen soll, nach was es ihm/ihr gelüstet.

Keine Ahnung, ob es Wasser gießen auf die Mühlen des teilweise überbordenden Genderwahnsinns wäre, aber ist es nicht an der Zeit, für die „Damenkarte“ einen geschlechtsneutralen Begriff zu finden?

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