Brain Hacking

Auch auf die Gefahr hin, ständig das gleiche Thema durchzukauen, möchte ich unbedingt auf den Auftritt von Roger McNamee bei Real Time with Bill Maher hinweisen.

Roger McNamee – früher Facebook-Investor und seinerzeit Mentor von Mark Zuckerberg – spricht dort über die Gefahren der sozialen Medien. Ein Thema, über das meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig gesprochen wird.

Ihr dürft mich gerne als fortschrittsfeindlichen Schwarzmaler bezeichnen, aber über die subtilen, gesellschaftszersetzenden und schädlichen Langzeitwirkungen von sozialen Medien wie Facebook und Snapchat sind wir uns glaube ich noch gar nicht richtig im Klaren.

Wenn es nicht völlig unangebracht wäre, würde ich es glatt als den Contergan-Skandal unserer Zeit bezeichnen. Mit dem Unterschied, dass durch die fatalen, spät erkennbaren Nebenwirkungen junge Generationen nicht körperlich sondern mental fehlgebildet aufwachsen. Wobei die Waschmittel-fressende Jugend in letzter Konsequenz ihrer Like-Sucht dann doch körperliche Schäden davonträgt.

Apropos „Tide Pod-Challenge“ — ich sähe es in Anlehnung an Meister Rörich gerne, wenn ein verantwortungsvoller Erziehungsberechtigter mal ein Video hochladen würde, wo er/sie dem Nachwuchs per Ohrfeige die Waschmittelkapsel aus dem Mund befördert und den Vorgang kommentiert mit:

Was soll der Zirkus hier – wieso fresst ihr mein Waschmittel? *SLAP*

Zurück zu Roger McNamee. Neben dem durch Tristan Harris (ehemaliger Produktmanager bei Google) in einem 60 Minutes Interview geprägten Begriff „Brain Hacking“, geht es um die Filterblasenproblematik, Aufmerksamkeitsökonmie, Smartphone-Suchtproblematik und selbstverständlich die Wahlbeeinflussung der Russen durch Bots auf Facebook und Twitter. Spannender Stoff wie ich finde.

Wenn ihr mich fragt, sollte statt dem gebetsmühlenartig geforderten Coden/Programmieren lieber mehr Medienkompetenz in den Grundschulen unterrichtet werden, um diesen schädlichen Einflüssen entgegenzuwirken.

Nachtrag ( 31.01.2018 ):

„… durch die fatalen, spät erkennbaren Nebenwirkungen …“ im vierten Absatz ergänzt, um das Argument zu verdeutlichen.

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