CNN – weil wir so geil sind!

Hat jemand von euch schon mal regelmäßig in den internationalen Ableger von CNN News reingesehen, um zu erfahren, wie die amerikanische Volksseele so tickt?

Bevor jetzt wieder jemand ein großes Aber auspackt, natürlich habe ich hin und wieder auch in den Fox News Livestream auf Youtube reingeschaut. Außerdem bin mir bewusst, dass die USA momentan so stark polarisiert ist, dass man eigentlich gar nicht von einer Volksseele sprechen kann. Um all das soll es hier gar nicht gehen.

Viel mehr geht es um die Programmgestaltung bei CNN und meine bohrende Frage, wie jemand der beim Begriff Nachrichten vornehmlich an die Tagesschau denkt, länger als 30 Minuten zusehen kann, ohne seinen Verstand zu verlieren? Ernsthaft, meine größte Erkenntnis beim Konsum eines 24h-Nachrichtenformats ist glaube ich, dass man nicht länger als eine Stunde zuschauen kann und vor allem sollte.

Die gefühlten fünfminütigen Nachrichtenschnipsel mit blinkendem „Breaking News“-Ticker – der schriftlich nochmal festhält, was dem gerade abgelichteten „Experten“ verbal aus dem Mund fällt – wird abwechselnd durch einen ebenso langen Werbeblock mit anschließenden Einspielern unterbrochen, in denen man sich verbal selbst minutenlang auf die Schulter klopft, wie geil man doch bei CNN ist.

Einer dieser Einspieler, dem in den letzten Wochen nicht zu entkommen war, endet mit dem Claim „go there“ und zeigt ihren Newsanchor Wolf Blitzer.

Eben jenen Spot müsste man als entsprechendes Spott-Video nochmal mit anderen Berufsgruppen wie Feuerwehrmännern, Polizisten, Metzgern, Bäckern, …. nachdrehen.

Sie bekommen also in der früh einen Anruf, bereiten sich vor, schleppen sich in die Arbeit und erledigen – man stelle sich das mal vor – ihren Job.

Für die Abblende mit dem Claim und Logo fehlt mir noch die zündende Idee. Vom Sinn her irgendwas in der Richtung:

Uns fragt auch keiner und wir erledigen dennoch unseren Job, ohne dass wir alle 10 Minuten mental masturbieren, was für geile Leute wir doch sind

Fällt jemandem von euch etwas dazu ein? Die Vorstellung ist zugegeben etwas größenwahnsinnig aber vielleicht juckt es ja einem Redakteur bei der Heute Show oder dem NEO Magazin Royale unter den Fingern.

Würde mich jedenfalls freuen, etwas (mit dem zweiten) zu sehen. 😀

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Hornhauthobel

Seid ihr eventuell schon mal in den Genuss des „Express Pedi“-Werbespots für diesen elektrischen Hornhauthobel von Scholl gekommen?

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber als Fan von Martina Hills Knallerfrauen sehe ich da ständig einen Sketch vor meinem geistigen Auge.

Ein Frau mit kosmetisch sehr vernachlässigten Füßen und flockiger, zentimeterdicker Hornhaut betritt pfiffelnd ihr Badezimmer, um diesem Zustand mit dem neuen Superhobel wildentschlossen ein Ende zu setzen.

Sie setzt das sirrende Gerät an ihrer Ferse an und mit kettensägenartigen Geräuschen bahnt sich dieses hörbar ächzend unter Aufbringung aller denkbarer mechanischer Kräfte einen Weg durch die tote Haut.

Wer dann letztendlich vorher das Badezimmerfenster nicht verschlossen hat, spielt keine Rolle mehr. Das Ergebnis ist jedenfalls grauenhaft …

Giphy Nebel

An dieser Stelle könnte man dann locker in den Trailer zur 80er Version vom „Nebel des Grauens“ wechseln.

Was immer auch Böses und Grauenhaftes aus dem Nebel auftaucht, überlasse ich eurer Fantasie. Fest steht, das eine Berührung durch das antike Hornhautreibeeisen der Monster augenblicklich am gesamten Fuss Hornhaut und an den Beinen dicke schwarze Haare sprießen lässt.

Was ist diesen armen Kreaturen nur vor 100 Jahren angetan worden?

Unbestätigten Gerüchten zufolge haben sich die Vorväter mit dem Verkauf von Hornhautraspeln der weiblichen Insassen aus der ortsansässigen Irrenanstalt als Biodünger eine goldene Nase verdient, ohne die Damen am Gewinn zu beteiligen.

Klang sehr weit hergeholt. Wer soll so eine Geschichte schon glauben. 😉

Podcast statt Hitzlast

Die immer noch andauernde Hitze hat mein Hirn offenbar bräsig gemacht. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass mir so wirklich gar nichts einfallen will, damit ich ein paar Zeilen für einen Beitrag zusammen bekomme.

podcast-microphone

Deshalb belasse ich es heute bei einer Podcast-Empfehlung. Die Rede ist vom „Monday Morning Podcast“ des amerikanischen Stand Up Comedians Bill Burr.

icons_audioMonday Morning Podcast

Keine Ahnung warum, woher und wieso, aber seit einigen Wochen bin ich ein riesen Fan. Schon bevor er in einem seiner Podcasts offenbarte, dass er deutsch-irische Wurzeln hat, war mir anhand des trockenen, ungeschminkten, unverstellt direkten und stellenweise politisch unkorrekten Humors klar, dass da was „Deutsches“ in sein Erbgut mit reingespielt haben muss.

Ich wurde jedenfalls sofort an Chelsea Handler erinnert.

Als kleines „Amuse-Gueule“ hier einer meiner Lieblingsclips. Eine Unterhaltung mit seiner Frau Nia über die Tatsache, dass er nicht aus seinen Hotelzimmern auscheckt, sondern einfach verschwindet, um dem Smalltalk/Kundendienst/Feedbackanfragen zu entgehen.

Geliebte Feinde

Zwei Figuren reden über DeutschlandAls ich letztens durch meine Kategorie Germæntion gestreift bin, hätte ich Stein und Bein geschworen, bereits einen Beitrag über die hervorragende zehnteilige Dokumentation „Geliebte Feinde – Die Deutschen und die Franzosen“ verfasst zu haben.

Dem ist nicht so und da besagte Kategorie sehr England- und Amerika-lastig ist, will ich das hiermit korrigieren.

Die Dokumentation liefert einen umfangreichen Einblick in die deutsch-französische Geschichte und fördert meiner Meinung nach ungemein das gegenseitige Verständnis darüber wie Deutsche und Franzosen so „ticken.“ Stichwort Fremdbild und Eigenbild.

Wenn ihr mich fragt, ist die Dokumentation ein richtiges Juwel. Gerade deswegen finde ich es so schade, dass sie mittlerweile offenbar aus der Mediathek bei ARTE verschwunden ist.

Glücklicherweise hat die Dokumentation jemand auf YouTube hochgeladen. Ich habe mir deswegen die Mühe gemacht, die einzelnen Teile als Linkliste aufzubereiten und hier unten einzufügen. Ich hoffe die Videos bleiben verfügbar und fallen nicht einem Copyright-Claim zum Opfer.

Da jeder der Teile über 40 Minuten lang ist, solltet ihr etwas Zeit mitbringen. 😀

Altersbedingtes Déjà-vu

Als ich letztens bei einer TV-Sendung hängen geblieben bin, in der ein Metzger interviewt wurde und dem aufgrund seiner Körperfülle augenzwinkernd die Frage gestellt wurde, wie gern und oft er seine eigenen Produkte konsumiert, ist mir schlagartig aufgefallen, wie sich Déjà vu-Erlebnisse in den letzten Jahren bei mir zu häufen scheinen.

Déjà-vu

Ich merke das daran, dass ich mir immer häufiger die letzten fünf Minuten Lebenszeit zurückwünsche, wenn sich eine Handlung oder Situation in einer Weise entwickelt, dass sich über deren leider vorhersehbaren Ausgang aufgrund fortgeschrittener TV-Erfahrung Enttäuschung breit macht. In extrem entnervten Gemütszuständen neige ich inzwischen sogar dazu, dem Fernseher bzw. imaginären Sendungsverantwortlichen ein lautstarkes und verächtliches „Und wieder fünf Minuten Lebenszeit, die mir keiner zurückbringt“ entgegenzuschleudern.

Das soziale Umfeld reagiert erwartungsgemäß nicht sehr positiv, wenn es ob der verschwendeten Sendeminuten unerwartet aus mir herausbricht. Eine andere Lösung als das Fernsehen komplett einzustellen ist mir bisher nicht eingefallen. 😉

Ich erwäge allerdings ernsthaft, mit einer Materialsammlung zu beginnen und mir dafür eine Kategorie auszudenken, unter der ich solche Lebenszeitfresser veröffentlichen kann. Ihr habt nicht zufällig eine Idee?

Könnte man ja auch mit einem Award für Fantasie- & Einfallslosigkeit garnieren. Wie wäre es z.B. mit der „goldenen Schüssel Einheitsbrei“?

Anfangen würde ich wie gesagt mit dem korpulenten, wohlstandsbäuchigen Metzger, dem man die latenten Bluthochdruckprobleme an den rosigen Wangen und dem hochroten Kopf förmlich ansehen kann und dessen Interviews oder Gesprächsbeiträge stets mit der Erkenntnis enden, dass ihm oder ihr die eigene Wurst einfach „zuuu guuuuut“ schmecken würde.

Zu meiner Überraschung wurde im bewussten Metzgerbeitrag übrigens weder ein Cutter noch Autoklav erwähnt. Zumindest das ist mir also erspart geblieben. #Silberstreif

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Conan in Berlin

Zwei Figuren reden über DeutschlandWie bereits im September angekündigt, ist gestern das Berlin-Special von Conan O’Brien gesendet worden.

Für alle, die das bisher nicht mitbekommen haben, möchte ich hiermit die Laute schlagen und die frohe Kunde überbringen, dass ihr euch die Folge auf teamcoco.com in seiner Gesamtheit ansehen könnt. 😀

Also nichts wie los zu:

icons_moviehttp://teamcoco.com/berlin/

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Spazierstock auf der Flucht

Zunächst mal muss ich wohl vorausschicken, dass ich mit diesem Beitrag weder über das Für und Wider des neuen Sexualstrafrechts diskutieren noch Vergewaltigungen oder häusliche Gewalt trivialisieren möchte.

Es ist nur so, dass ich letztens in die Zwangslage versetzt wurde ;), mir mal wieder Disneys Mary Poppins anzusehen. Und was soll ich sagen – nach neuer Gesetzeslage muss ich feststellen, dass Berts Spazierstock eindeutig den Regenschirm von Mary Poppins vergewaltigt.

Mary Poppins Umbrella and Cane

Als wäre das noch nicht genug, haben wir es außerdem mit der Zurschaustellung von häuslicher Gewalt zu tun. Oder glaubt hier wirklich ernsthaft jemand, dass es bei diesem einen Übergriff auf den untersetzten Ehemann in der Musiktruppe bleibt?

Ich muss gestehen, ich verstehe bis heute nicht, warum der Ehemann mit dem Tamburin geschlagen wird. Als Kind noch viel weniger.

Kann man den Film wirklich Kindern zeigen ohne zumindest in einem klärenden Gespräch auf die Zeiten hinzuweisen, in denen er gedreht wurde?