Toiletteneinsicht

Als ich gestern den üblichen Toilettengang absolvierte, um den morgendlichen Harndrang aufzulösen, traf mich bei Ausführung der (Wohl-)Tat schlagartig die Erkenntnis, dass sich die Zeitspanne zwischen dem Hinsetzen – morgens bin ich definitiv „Sitzpinkler“ – und dem eigentlichen Beginn der Blasenentleerung über die fortschreitenden Lebensjahre merklich verlängert hat.

Piktogramm Toilette

Während es in jungen Jahren gemäß meiner Erinnerung nach maximal zwei Sekunden im Porzellanthron plätscherte, muss mein körperliches „Abwassersystem“ heutzutage in der Früh offenbar erst mal in Stimmung kommen. Das kann dann schon mal zehn bis fünfzehn Sekunden dauern.

Ich weiß nicht warum, aber in jenem Moment musste ich unweigerlich an einen alten Baum mit seinen Jahresringen denken. Da man an deren Anzahl das Lebensalter ablesen kann, habe ich mich plötzlich gefragt, ob die Zeitspanne zwischen mentalem Startschuss und tatsächlichem „Wasser marsch!“ Rückschlüsse auf das Alter zulässt?

Getreu dem Motto: „Ich bin schon rauf auf 30 Sekunden. Zeit, sich einen Porsche zu kaufen und die Haare zu färben“ 😉

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Klorollenepiphanie

Als ich vor einigen Tagen, wie viele andere Westeuropäer auch, auf dem Porzellanthron saß, um wieder einmal meinen Darminhalt zu entleeren, waren streng nach Murphys Gesetz natürlich nur noch drei Blatt Klopapier auf der Rolle und der weitere Nachschub, wie sollte es auch anders sein, außer Reichweite.

Da saß ich nun mit verschmutztem After und hoffte auf eines dieser Chanukkawunder, bei dem drei Blätter auf magische Weise für eine vollständige Hinterteilreinigung ausreichen. Als Atheist, der Wunder aller Art negiert, hat sich das aber natürlich schon in den nächsten Sekunden als Wunschvorstellung herauskristallisiert.

Während ich also, meine weiteren Schritte planend, so auf der Schüssel saß, fiel mein Blick auf die jetzt leere Papprolle. Just in diesem Moment hatte ich einen „Doc Brown“-Moment, der meine Gedanken auf eine Reise schickte und der Grund für diese Zeilen ist. Und dabei musste ich mir nicht mal den Kopf am Waschbecken stoßen.

Über leere Klorollen freuen sich in der Regel bisher nur Kinder für diverse Bastelprojekte. Als Erwachsener sind sie dagegen meist ein Ärgernis und bedeuten als Mülltrenner, die wir natürlich alle sind, abhängig von eurer Wohnsituation nach der Sitzung einen nervigen Umweg zur Papiertonne. o_O

Hinzu kommt, dass der Abriss des letzten Blatts eine bescheidene Lebensleistung darstellt – „Ha! Und wieder eine Rolle geschafft“ – und man als Belohnung enttäuschenderweise doch nur eine schnöde, graue Papierrolle in Händen hält!

Wieso nicht stattdessen auf die Rolle eine Reihe von Gewinnnummern aufdrucken und einmal im Monat eine Lotterie ausgespielen, in der ein Jahresvorrat Klopapier gewonnen werden kann? Mit etwas Glück würde ich Herrn Murphy für ein Jahr ein Schnippchen schlagen. 😉

Leere Klorolle mit Zahlen

Weit sind meine Überlegungen noch nicht gediehen, aber mir drängt sich gerade der Begriff Toilotto auf. Sofern euch der Jahresvorrat nicht wertvoll genug erscheint, könnte man auch über eine dieser exquisiten japanischen Washlets nachdenken, die gerne einen fünfstelligen Betrag kosten.

In der Angelegenheit der Klopapierbeschaffung keinen Zentimeter weitergekommen, versuchte ich mir gerade einzureden, wie blöd und unrealistisch die Idee ist und auf welche lotterie- und glücksspielrechtlichen Hindernisse ich stoßen würde, als sich meine Gedanken plötzlich um Charlie und die Schokoladenfabrik drehten.

Weniger wegen der Affinität zwischen menschlichen Exkrementen und Schokolade als viel mehr wegen des goldenen Tickets. Statt einiger Gewinnnummern könnte man wie in der Geschichte bzw. dem Film eine begrenzte Anzahl an goldenen Tickets um die Papprolle wickeln.

Goldenes Ticket

Die glücklichen Finder hätten damit eine Betriebsführung in der Klopapierfabrik gewonnen, wo sie das gesamte Produktsortiment ausprobieren und am Ende beim Gang durch den angeschlossenen Fabrikverkauf so viel Hygieneartikel mitnehmen dürften, wie sie tragen können. Wieso sollte sich ein Kofferraumdeckel mal nicht wegen zuviel Klopapier statt der üblichen, sperrigen IKEA-Möbel nicht mehr schließen lassen können?

Und wieder schweiften meine Gedanken weiter. Was könnte man denn noch als Unterhaltung oder Belohnung auf die Rolle packen? Spontan denke ich an die Fußball WM-Aufkleber in den Duplo- und Hanuta-Packungen von Ferrero. Was war das aufregend, wenn man wieder ein fehlendes Motiv gefunden hatte.

Schokoriegel mit Sammelbildern

Als bekennender Toilettenleser wäre im Zeitungsständer sogar genug Platz für das entsprechende Einklebealbum. Es stellt sich nur noch die Frage wie eine Erwachsenenversion aussehen könnte, in welche Themenbereiche das Album aufgegliedert würde bzw. welche Motive die Aufkleber zieren sollen. Schon beginnt sich in meinem Kopf eine erste Liste mit groben Ideen abzuzeichnen.

  1. Spektakuläre Spritzdurchfälle
  2. Die dreckigsten Toiletten der Welt
  3. Die besten Toilettenwandsprüche
  4. Bekannte Stuhlsorten
  5. Starschnitt des SquattyPotty-Einhorns
  6. Glitzeraufkleber

Bei dem Motiv für die Glitzeraufkleber will mir momentan nichts einfallen. Wenn ich aus früheren Panini-Sammelalben-Zeiten aber etwas gelernt habe, dann, dass Glitzeraufkleber unheimlich wichtig sind. 🙂

Wie Peter vor einigen Jahren so treffend unter einem anderen Beitrag bemerkte: „Das Thema Toilette ist ja so dankbar…“. Wem jetzt also ebenfalls eine Idee für weitere Aufklebermotive unter den Nägeln brennt oder einen Motivtipp zur Gestaltung der Glitzeraufkleber hat, ist gerne eingeladen, dies in den Kommentaren zu hinterlassen.

Um die Geschichte noch abzuschließen, konnte das Prokrastinieren natürlich nicht ewig weitergehen. Deshalb habe ich dann wohl oder übel in den saueren Apfel gebissen und bin mit heruntergelassener Hose in einem unbeobachteten Moment zweibeinig zum Vorratsschrank gehüpft, und habe mit unter dem Arm geklemmten Nachschub ebenfalls hüpfend den Rückweg angetreten.

Als einer der üblichen „Schönwetter-Christen“ hätte ich Gott gedankt, dass mich dabei niemand beobachtet hat. So habe ich stoisch das Reinigungsprozedere abgeschlossen, gespült und habe nach dem Waschen meiner Hände sofort mit dem Verfassen dieses Blogbeitrags begonnen.

Doppelfunktionstür

Vor ein paar Tagen bin ich auf reddit.com wieder auf eine neckische, innenarchitektonische Spielerei gestoßen, die mich minutenlang innehalten ließ, um das Foto aufmerksam zu studieren.

Vielleicht wird es auf dem Bild nicht auf den ersten Blick klar, aber es handelt sich sozusagen um eine Tür mit doppelter Funktion. Man kann das Badezimmer entweder komplett abschließen oder alternativ nur den Toilettenbereich.

Das erste Bild links oben ist innerhalb des Badezimmers aufgenommen und zeigt die verschlossene Toilette mit rechts angrenzender Dusche. Oben rechts wurde von außen mit Blick in das Badezimmer aufgenommen. Unten links sind wir im Badezimmer mit geschlossener Tür und offenem Toilettenbereich und rechts unten befinden wir uns schließlich wieder außen vor der geschlossenen Badezimmertür.

Wie oben rechts zu erkennen, kann im Fall eines besetzten Throns 😉 eine zweite Person immer noch duschen oder sich die Hände waschen. Wirklich clever, wie ich finde.

Den Kommentaren auf reddit zufolge handelt es sich übrigens um das Standard-Badezimmer der Holiday-Inn Hotelkette in verschiedenen Ländern.

Nachdem ich vor einiger Zeit schon eine Drehplattentür von Klemens Torggler bewundert habe, frage ich mich, ob sich hier eventuell ein abstruser Türenfetisch abzeichnet.

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Asiatisches Toilettenkind

Immer wieder sehe ich die Brise One Touch Werbung und den asiatisch anmutenden Jungen, der nach verrichtetem Geschäft auf der Badezimmerkeramik enttäuscht feststellt, dass der in unmittelbarer Nähe installierte Duftspender ausgeduftet hat.

Jedesmal schiebt der Junge einen Zettel unter der Tür durch, um seine Erziehungsberechtigten über diesen Umstand zu informieren.

Dabei ist die Frage, wie besagter Zettel und Stift in die Toilette gelangt ist, für mich nicht mal die drängendste. Wobei ich mich schon frage, warum man solche Schreibutensilien mit auf das stille Örtchen nimmt.
Weiß der Junge schon, dass der Duftspender leer ist? Warum dann nicht schon vor dem Toilettengang darüber informieren, anstatt kryptische Zettel unter der Tür durchzuschieben?

Gibt es andere gute Gründe, auf der Toilette Schreibutensilien zu lagern? Welche wären das? Wird im asiatischen Kulturkreis eventuell Stuhltagebuch geführt?

Aber wenden wir uns lieber meiner drängendsten Frage zu. Wieso ist das Kind asiatischer Herkunft? Welcher werberelevante Gedankengang hat die jeweilige Agentur dazu veranlasst?

Ich würde das wirklich gerne verstehen. Ist der asiatische Kulturkreis weltweit ein Inbegriff für Badezimmerhygiene? Und wenn ja, weiß das auch der durchschnittliche Fernsehzuschauer in Deutschland?

Ist die Erklärung vielleicht ganz simpel? Wollte man einfach Kosten sparen, und hat für den europäischen Markt keinen neuen Spot produziert?

Ich bitte darum, den Artikel nicht als Aufruf „Deutsche Kinder in deutschen Toilettenspots“ mißzuverstehen.
Er entspringt dem tatsächlichen Interesse, die Beweggründe für den aktuellen Spot zu verstehen. In der jetzigen Form spricht mich der Spot jedenfalls überhaupt nicht an.

Er wirkt eher verstörend, da ich bei all der Nachdenkerei natürlich keine Zeit finde, auch noch in den Supermarkt zu rennen, um mir besagten Duftspender zu kaufen.

Unabhängig von der ganzen Diskussion muss ich feststellen, dass der Spot ziemlich einfallslos ist. Was hätte man aus der Thematik „Gerüche auf der Toilette“ nicht für wunderbar witzige Spots drehen können.

Wie ist das bei euch? Spricht euch dieser Spot an? Was sind denn eure Beweggründe für den Kauf des Produkts?
Ist es eher das Verlangen, dass es auf der Toilette immer gut riecht, oder doch der Versuch, dem nachfolgenden Toilettenbesucher die Gerüche des gestern verspeisten Bohneneintopfs zu ersparen? 😉

Toilettenleser?

Gibt es eigentlich Frauen, die auf der Toilette lesen?

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis kenne ich viele „Männer“, die so wie ich, bekennende Toilettenleser sind.

Bei einer kürzlichen Diskussion ist uns aufgefallen, das niemandem eine Frau bekannt ist, die gleiches praktiziert.

Einige von uns Männern haben spezielle Zeitungs- und Zeitschriftenständer, die unsere Toilettenliteratur von verirrten Spritzern der Gattung Stehpinkler (das schließt den jeweiligen Toiletteneigentümer größtenteils mit ein) schützen soll.

Im Baumarkt habe ich unlängst eine luxuriöse Edelstahlkonstruktion entdeckt. Zeitungsständer und Toilettenpapierhalter in einem. Sogar im Einzelhandel ist das Phänomen also inzwischen angekommen. Trotzdem ist niemandem ein toilettenlesendes, weibliches Exemplar bekannt.

Ist diese Tatsache schon mal wissenschaftlich untersucht worden? Warum lest ihr Frauen nicht auf der Toilette? Oder kennt jemand unter euch tatsächlich ein holdes Weib, das lesend seine Notdurft verrichtet?

Für den unwahrscheinlichen Fall, das tatsächlich jemand so ein Exemplar kennt: Was liest Sie denn so auf der Toilette? Vielleicht muss ich den Zeitungsständer nur mal frauengerecht bestücken bzw. ergänzen. Liegt es nur an der Vielfalt des Lesestoffs und Frau war bisher zu schüchtern nachzufragen?

Oder ist Lesen einfach nicht kommunikativ genug? Wäre Videotelefonie vielleicht die bessere Lösung? Ich meine, unter dem Gesichtspunkt das Frauen im Restaurant immer gemeinsam auf die Toilette gehen, wäre das zumindest denkbar.

Wer übrigens Muße hat, über seine bevorzugte Toilettenliteratur oder die eigenen Beweggründe für das Lesen auf der Toilette zu berichten, ist in den Kommentaren herzlich dazu eingeladen.

Für mich ist es zum Großteil die Tatsache, dass die Toilette der ungestörteste, ruhigste Raum der Wohnung ist. An dem „stillen Örtchen“ ist also durchaus etwas dran.

Kein Telefon, Radio, Fernseher, … und die Tür ist praktischerweise recht unkompliziert abschließbar. Außerdem erleichtert es ungemein die Argumentation, wenn man wieder mal zwei Stunden nicht ans Telefon gegangen ist.

Wo warst du? Ich habe ständig angerufen.
Auf der Toilette.

Klobrille?

Nachdem ich schon zu alt für die Sendung mit der Maus bin 😉 stell ich die Frage mal so in den Raum.

Wofür gibt es eigentlich eine Klobrille, und warum ist sie hochklappbar? Ich spreche von dem Ding, das wir Männer bevorzugt hockgeklappt lassen, wenn wir die Toilette verlassen. Warum ist die überhaupt hochklappbar ausgelegt?

Warum wird die Schüssel nicht in einem Stück gegossen und dann der Rand mit irgend einem gesäßfreundlichen Material veredelt?

Irgendwie muss es doch einen Sinn haben, das man die Klobrille hochklappen kann. Ich will bloß gerade nicht draufkommen.

Als Mann könnte man natürlich argumentieren, dass das für die Stehpinkler gedacht ist und somit die Brille in einem hygienischen Zustand hinterlässt. Wenn das der Fall ist, warum verlangt das weibliche Geschlecht dann eigentlich, dass wir uns hinsetzen?

Wenn das WC schon so eine Komfortfunktion anbietet, warum dann nicht nutzen?

Würde eine fest integrierte Klobrille nicht zumindest einen Teil der Männer dazu motivieren, sich hinzusetzen?

Wo seid ihr Klemptnermeister, wenn man euch mal braucht?! 😉

Froh auf dem Klo?

Was geht nur in den Köpfen der Werbefachleute vor, wenn es um das Thema Badezimmerhygiene geht? Sobald es in letzter Zeit um die Anpreisung der antibakteriellen Wirkung von WC-Reinigern geht, liegt anscheinend nichts näher, als ein unschuldiges Kind, das die Badezimmerkeramik möglichst fanatsievoll in sein tägliches Spiel einbaut.

Sei es der kleine Sven, der auf der Klobrille mit seinem Matchbox Auto ein Rennen fährt, oder der frühreife Andreas, der gerade Kapitän Nemos Abenteuer in der Nautilus erlebt, und dabei literweise das kostbare Nass durch die Spülung jagt.

Hatten eure Eltern „Kaspar Hauser“ zum Vorbild, als sie euch erzogen haben? Wurdet ihr tagelang auf der Toilette eingesperrt oder hattet ihr kein Kinderzimmer?

Soweit ich mich zurückerinnern kann, habe ich als Kind niemals auf der Toilette gespielt. Für mich war sie schon immer nur der Ort, an dem man sich seiner diversen Verdauungsprodukte entledigt. Falls sich an dieser Tatsache etwas geändert hat, bitte ich darum, mir das mitzuteilen.

Kann ich dann eigentlich aus der Toilette essen, wenn ich meine Schüssel mit eurem Wunderprodukt ausgewischt habe? Muss ich unserem kleinen Rex dann nicht mehr predigen, dass das Wasser in der Toilette „Pfui“ ist?

Wie ist das eigentlich mit dieser Superkeimproblematik? Man kennt das Problem ja aus den Krankenhäusern und den gleichnamigen Krankenhauskeimen. Durch das ständige Desinfizieren entwickeln sich Keime die gegen einen Großteil der antibakteriellen Putzmittel immun sind. Passiert dann das gleiche auf meiner Toilette?

Nicht das ich mich in 10 Jahren auf meine Keramik setze und mir erst dort einen üblen Durchfall einfange. Obwohl sich das für die Klopapierindustrie ganz pratiksch anhört. Einmal hingesetzt, kann man gar nicht mehr aufhören. Und was das erst für einen Markt für die Raumerfrischungsindustrie eröffnet. Das würde den Brise One Touch Duftspender zum glühen bringen. Bei „einem Touch“ wird es dabei nämlich nicht bleiben.

Ich fürchte den Tag, an dem ich Gefallen an dem Gedanken finde, mich auf ein dreckiges Bahnhofsklo zu setzen, weil meine eigene Toilette inzwischen zu gefährlich geworden ist. 😆