AfD vs. Zeitmaschine

Nachdem ich letztens über das Thema Zeitreisen im Zusammenhang mit der Verkürzung von Adolf Hitlers Lebenszeit geschrieben hatte, ist mir letztens noch ein Gedanke gekommen, den ich noch ergänzen wollte.

tardis-zeitreise

Gekommen ist er mir, nachdem ich über das plastische, amerikanische Sprichwort

Sweating Like A Whore In Church

– zu deutsch „Schwitzen wie eine Prostituierte in der Kirche“ – gestolpert bin.

Als ich einige der unrühmlichen AfD-Auftritte im Deutschen Bundestag zu meinem Leidwesen mit ansehen musste, habe ich mich nämlich gefragt, ob diese „lupenreinen“ Demokraten bei der Vorstellung von Zeitreisen momentan ähnliche Schweißausbrüche erleben?

Wenn an der Sache mit den Zeitreisen auch nur irgend etwas Wahres dran ist, wäre beim Gang zum Podium jede meiner Nervenfasern bis zum Zerreißen gespannt. Schließlich könnte im nächsten Augenblick (rein zufällig) rechts von mir ein gleißend heller Blitz aufzucken und eine futuristisch, in gelbem Strahlenanzug gekleidete Figur meiner hypothetischen AfD-Bundestagskarriere zum Wohle der Zukunft ein schnelles Ende setzen.

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass wir uns selbst mit demokratischen Mitteln um das Problem AfD kümmern müssen und uns in einer ähnlichen Situation befinden wie Sheldon und Leonard beim Unterzeichnen der Mitbewohnervereinbarung. 😉

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Kleiderschrankangst

Noch heute frage ich mich manchmal, welche ungewöhnlichen Umstände Robin Williams seinerzeit dazu bewogen haben, sich an der Tür seines Kleiderschrankes zu erhängen.

Welche Dämonen auch immer da am Werk gewesen sein mögen, hat es mich doch immer getröstet, dass mein klappriger IKEA-Kleiderschrank so einem Unterfangen erfolgreich im Weg steht. Als ich allerdings letztens über die alte Aufbauanleitung stolperte, wurde mir schlagartig bewusst, dass mein PAX Kleiderschrank im Lateinischen für „Frieden“ steht.

Kleiderschrank

Seither kann ich mich nicht des Eindrucks verwehren, dass meine Schrankwand mich verhöhnt. Ist da vielleicht irgend eine Verschwörung im Gange? Basiert «John Carpenter’s Sie leben» am Ende auf einer wahren Geschichte?

Auf jeden Fall habe ich jetzt Angst, dass eines – hoffentlich fernen – Tages in meiner Todesanzeige so etwas stehen wird wie „Er hat seinen Frieden gefunden!“ und der Pfarrer bei eben jenen hohlen Worten der Trauergemeinde ein verschmitztes Augenzwinkern herüber werfen wird. Too soon?

Megadeutsch!

stickman-altersackIn der Reihe Generationenkonflikt bzw. gealterter Vierziger, der von besseren Zeiten lamentiert, gebe ich hier und heute offiziell zu Protokoll, dass mir der übermäßige und grammatikalisch falsche Gebrauch des Wortes „Mega“ mittlerweile abwechselnd die Fussnägel hochrollen oder die Magensäfte in Mund und Rachenraum hochsteigen lässt.

Find ich MEGA!!!
Das is ja voll MEGA!!!
MEGA, alda!!!

So und ähnlich klingt es mittlerweile aus Funk, Fernsehen und jedem drittklassigen YouTube-Video. Wider besseren Wissens würde ich vermuten, es handelt sich um „Dieter Bohlen-Sprech“. Oder war es am Ende doch Mario Barth? Wer hat damit nur angefangen?

Zeternd sitze ich, die Mattscheibe explosiv mit einem Speicheltröpfchenbombardement eindeckend vor dem Bildschirm und rufe: „MEGA-geil?, MEGA-anstrengend?, MEGA-zum-Teufel-nochmal-WAAAAAAAS?

Zum meiner Verteidung kann ich leider nicht viel mehr sagen als:

Heut‘ bin ich der Großvater, und was sonst wohl würde ich den jungen Leuten sagen, als „I bims, der Teilzeitmisanthrop!“ 😉

CNN – weil wir so geil sind!

Hat jemand von euch schon mal regelmäßig in den internationalen Ableger von CNN News reingesehen, um zu erfahren, wie die amerikanische Volksseele so tickt?

Bevor jetzt wieder jemand ein großes Aber auspackt, natürlich habe ich hin und wieder auch in den Fox News Livestream auf Youtube reingeschaut. Außerdem bin mir bewusst, dass die USA momentan so stark polarisiert ist, dass man eigentlich gar nicht von einer Volksseele sprechen kann. Um all das soll es hier gar nicht gehen.

Viel mehr geht es um die Programmgestaltung bei CNN und meine bohrende Frage, wie jemand der beim Begriff Nachrichten vornehmlich an die Tagesschau denkt, länger als 30 Minuten zusehen kann, ohne seinen Verstand zu verlieren? Ernsthaft, meine größte Erkenntnis beim Konsum eines 24h-Nachrichtenformats ist glaube ich, dass man nicht länger als eine Stunde zuschauen kann und vor allem sollte.

Die gefühlten fünfminütigen Nachrichtenschnipsel mit blinkendem „Breaking News“-Ticker – der schriftlich nochmal festhält, was dem gerade abgelichteten „Experten“ verbal aus dem Mund fällt – wird abwechselnd durch einen ebenso langen Werbeblock mit anschließenden Einspielern unterbrochen, in denen man sich verbal selbst minutenlang auf die Schulter klopft, wie geil man doch bei CNN ist.

Einer dieser Einspieler, dem in den letzten Wochen nicht zu entkommen war, endet mit dem Claim „go there“ und zeigt ihren Newsanchor Wolf Blitzer.

Eben jenen Spot müsste man als entsprechendes Spott-Video nochmal mit anderen Berufsgruppen wie Feuerwehrmännern, Polizisten, Metzgern, Bäckern, …. nachdrehen.

Sie bekommen also in der früh einen Anruf, bereiten sich vor, schleppen sich in die Arbeit und erledigen – man stelle sich das mal vor – ihren Job.

Für die Abblende mit dem Claim und Logo fehlt mir noch die zündende Idee. Vom Sinn her irgendwas in der Richtung:

Uns fragt auch keiner und wir erledigen dennoch unseren Job, ohne dass wir alle 10 Minuten mental masturbieren, was für geile Leute wir doch sind

Fällt jemandem von euch etwas dazu ein? Die Vorstellung ist zugegeben etwas größenwahnsinnig aber vielleicht juckt es ja einem Redakteur bei der Heute Show oder dem NEO Magazin Royale unter den Fingern.

Würde mich jedenfalls freuen, etwas (mit dem zweiten) zu sehen. 😀

Google kaputt

In SEO-Kreisen scheint die Top-Position auf der ersten Suchergebnis-Seite ein heiliger Gral zu sein. Es werden Unsummen in die Hand genommen und mit legalen und oft auch schmierigen Tricks alles versucht, um die Konkurrenz auszustechen.

Den Kunden bzw. Empfänger am anderen Ende der Suchergebnisse hat man dabei scheinbar irgendwie aus der Siegesformel herausdividiert.

Strichmännchen verärgert vor PC-Monitor

Dieser kleine Mini-Rant ist deswegen all den zwielichten und öligen Gestalten gewidmet, die mit der anscheinend immer gleichen SEO-Formel ihre nutzlosen „Gelddruck-Maschinen“ auf die vorderen Suchergebnisplätze hieven, wo sie mit generischen Keyword-gespickten Inhalten und der richtigen Domain meine Zeit verschwenden. 😦

Ich weiß nicht ob es inzwischen eine erfolgreiche Zauberformel für hilfreiche Suchergebnisse gibt, aber sobald ich mich heutzutage zwecks Konsumentscheidung über ein Produkt oder eine Gerätekategorie informieren möchte und dabei den Fehler mache, die Worte Empfehlung, Test oder Vergleich mit in die Suchanfrage zu stellen, ersaufe ich förmlich in den immer gleich aufgebauten Websites.

Kernstück ist immer eine Top5/Top10 der besten Produkte, die selbstredend völlig zufällig die Bestseller-Verkaufsränge bei Amazon widerspiegeln und wie nicht anders zu erwarten auch gleich mit den entsprechenden Ref-Links hinterlegt sind.

Man vermische das ganze mit einem hohlen Einleitungstext, einem Potpourri verschiedener – auch falsch geschriebener – Schlüsselwörter für die korrekte Keyworddichte, einer fadenscheinigen Erklärung über das Testprozedere und garniere abschließend mit einer passenden Domain ergänzt um das Wort „-test“ und dem Website-Titel samt aktuellem Monat und Jahr

Voilà und schon steht:

x-beliebiger Test Oktober 2017 • Die 10 besten x-beliebigen Geräte im Überblick
x-beliebigesGerät-test.com
17.10.2017 … Wer liest schon dieses belanglose Blabla , wenn man gerade Knochen wegen solcher Suchergebnisse kotzt? 🤮 Testsieger 🏆 Echte Produkttests Noch mehr Lügen 🤥

Ernsthaft Google, könnte ihr eure fabulöse KI oder Deep-Learning-Algorithmen nicht mal auf diese Art Retorten-Website trainieren und diesen nutzlosen Müll endlich aus dem Index verbannen? Mit den nächsten Monaten Vorlaufzeit hättet ihr jedenfalls genug Zeit für einen gründlichen Frühjahrsputz.

Open Source Smartphone

Auch wenn meine Leserschaft vielleicht nicht besonders groß bzw. zahlreich ist, will ich doch die Gelegenheit nutzen, mit diesem Beitrag auf das neue und laufende Crowdfunding-Projekt von Purism aufmerksam zu machen.

Purism ist ein in San Francisco beheimateter Computerhersteller, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, dass Benutzer wieder die volle Kontrolle über ihre Geräte erhalten und vor allen anderen Dingen nicht ausspioniert werden.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte 2015 mit den durch die Crowd finanzierten Librem-Laptops. Angelehnt ist das ganze Projekt an die vier bekannten Freiheiten, wie sie die Free Software Foundation für freie Software definiert.

Das schließt ein selbst entwickeltes Mainboard mit freiem BIOS, und damit ein Verzicht auf die Intel Management Engine sowie fest verdrahtete Schalter für Kamera, Mikrofon, WLAN und Bluetooth mit ein.

Zudem ist die Hardware und das auf Debian basierende, eigene Betriebssystem darauf ausgelegt, standardmäßig die Privatsphäre des Benutzers zu schützen. Das bedeutet, keine Anmeldung mit eindeutiger ID oder Benutzerkonto wie bei Google/Android oder Apple/MacOS/iOS, um das Gerät überhaupt sinnvoll nutzen zu können.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die Geräte natürlich auch leicht repariert werden können, da sie nicht wie sonst üblich verklebt sondern – man höre und staune – verschraubt sind.

Der Vorstandsvorsitzende (CEO) Todd Weaver erklärt das Ganze sehr anschaulich bei einem Auftritt auf Twit.tv’s Wochenmagazin The New Screen Savers:

Wie im Video am Schluß angekündigt, war der Plan, sich nach Laptop und Tablet im Jahr 2017 dem Projekt Smartphone bzw. Mobiltelefon zu widmen. Und was soll ich sagen, man hat Wort gehalten und tatsächlich am 24. August den Startschuß für die Crowdfinanzierung gegeben.

Das Ziel von 1,5 Millionen Dollar wurde Stand 26.09. bereits fast zur Hälfte (714.000 Dollar) erreicht und die Kampagne läuft noch weitere 27 Tage.

Sollte also jemand von euch Interesse haben, einen kleinen Beitrag zur Unterstützung zu spenden oder sogar eines der Librem 5 Telefone zu kaufen, sei er oder sie hiermit darauf hingewiesen. 😀

Da der letzte Versuch mit dem Ubuntu Edge kapital gescheitert ist, wäre es schön, wenn das Projekt ein unternehmerischer Erfolg werden würde und Verbraucherrechte sowie Datenschutz wieder an erster Stelle stehen könnten.

Da Purism mit Laptops/Tablets bereits einiges an Expertise gesammelt hat und das Finanzierungsziel nicht so ambitioniert festgesetzt wurde, stehen die Chancen hoffentlich diesmal deutlich besser. Ich drücke jedenfalls ganz fest die Daumen 🤞, dass es tatsächlich einen Markt für Produkte gibt, die wieder die Interessen der Benutzer in den Mittelpunkt stellen.

Es würde mich so freuen, wenn es endlich mal jemandem gelingen könnte, dieses unheilige Oligopol aus iOS und Android aufzubrechen und da weiterzumachen, wo Windows Phone und Firefox OS gescheitert sind. Wenn es noch einer schafft, dann hoffentlich Open Source (ohne Google).

Plazenta-Pillen

Als Hobbyhypochonder 😉 nehme ich normalerweise Reißaus vor jedweder Form medizinischer Sendung. Die anfänglichen Symptome der meisten schreckenerregenden Krankheiten – ob einem nun ein Körperteil abfault oder man unkontrolliert aus diversen Körperöffnungen blutet – scheinen schließlich immer ein Kratzen im Hals, Gelenkschmerz oder das Jucken einer alltäglichen Körperstelle zu sein. Symptome die jeder von uns schon erlebt hat.

Pille mit Klapperstorch und Biohazardsymbol

Umso erstaunlicher ist es, dass ich letztens einen Artikel aus dem Ressort Gesundheit des Spiegels tatsächlich bis zum Ende gelesen habe. Dieser beschreibt die mysteriöse wiederholte Erkrankung eines Neugeborenen, die sich letztendlich auf die Pilleneinnahme der getrockneten und pulverisierten Plazenta durch die Mutter zurückführen lässt.

Hätte ich mich früher über solche Leute mit zu viel Zeit, Geld, übersteigertem Ego und selbstgestricktem Weltbild aufgeregt, reift in mir in letzter Zeit die beruhigende Erkenntnis, dass man hier der Evolution hautnah beim Arbeiten zusehen kann.

Waren es früher Radium-Wässerchen oder die Haarentfernung per Röntgenstrahlung, sind es heute eben Vagina-Jadeeier und Plazentapillen, die dafür sorgen, dass sich dieser Schlag Mensch seltener vermehrt als geistig zurechnungsfähige Menschen.

Zur thematischen Abrundung überfiel mich während des Schreibens dieses Beitrags einer der seltenen „Entropy Fan“-Flashbacks. Danke George Carlin. 😀