Plazenta-Pillen

Als Hobbyhypochonder 😉 nehme ich normalerweise Reißaus vor jedweder Form medizinischer Sendung. Die anfänglichen Symptome der meisten schreckenerregenden Krankheiten – ob einem nun ein Körperteil abfault oder man unkontrolliert aus diversen Körperöffnungen blutet – scheinen schließlich immer ein Kratzen im Hals, Gelenkschmerz oder das Jucken einer alltäglichen Körperstelle zu sein. Symptome die jeder von uns schon erlebt hat.

Pille mit Klapperstorch und Biohazardsymbol

Umso erstaunlicher ist es, dass ich letztens einen Artikel aus dem Ressort Gesundheit des Spiegels tatsächlich bis zum Ende gelesen habe. Dieser beschreibt die mysteriöse wiederholte Erkrankung eines Neugeborenen, die sich letztendlich auf die Pilleneinnahme der getrockneten und pulverisierten Plazenta durch die Mutter zurückführen lässt.

Hätte ich mich früher über solche Leute mit zu viel Zeit, Geld, übersteigertem Ego und selbstgestricktem Weltbild aufgeregt, reift in mir in letzter Zeit die beruhigende Erkenntnis, dass man hier der Evolution hautnah beim Arbeiten zusehen kann.

Waren es früher Radium-Wässerchen oder die Haarentfernung per Röntgenstrahlung, sind es heute eben Vagina-Jadeeier und Plazentapillen, die dafür sorgen, dass sich dieser Schlag Mensch seltener vermehrt als geistig zurechnungsfähige Menschen.

Zur thematischen Abrundung überfiel mich während des Schreibens dieses Beitrags einer der seltenen „Entropy Fan“-Flashbacks. Danke George Carlin. 😀

Epischerer Saxofon-Kerl?

Wenn ich für den „Epic Sax Guy“ mit meinem Beitrag letztes Jahr sehr spät dran war, kann man mit Fug und Recht sagen, dass dieser hier, wenn der Eurovision Song Contest 2017 auch schon wieder mehr als eine Woche her ist, gerade erst gestern war. 😉

Wie schon 2010 ist dieses Mal wieder das „Sunstroke Project“ für die Republik Moldau an den Start gegangen und getreu dem Motto „Never change a running system“ – das passendere „Never change a winning team“ hätte wenigstens einen ESC-Sieg vorausgesetzt – ist auch wieder das fleischgewordene Meme in Gestalt des „Epic Sax Guy“ mit von der Partie.

Da nicht nur das gemeine Pokémon der Evolution unterworfen ist, hat es sich das Netz nicht nehmen lassen, dem altbekannten Saxofon-Kerl eine neue Evolutionsstufe anzudienen. Fürderhin sei unser Blechbläser also bekannt unter seinem neuen Namen „Ultra Sax Guy.“

Was jetzt noch fehlt und der eigentliche Grund für diese Zeilen ist, ist der epochale, neue Remix, der für unbestimmte Zeit als Dauerbeschallung in meinem Kopfhörer laufen soll. Da sieht es nämlich derzeit noch schlecht aus.

Alles was ich bisher auf Soundcloud und YouTube entdeckt habe, hört sich lieblos zusammengeschnitten an. Es braucht wohl doch länger als eine Woche um aus ein paar Samples und Loops einen ansprechenden Song zu stricken. 😀

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Britische Mohnblume

Hat sich der eine oder andere von euch schon mal gewundert, warum britische Prominenz jeder Klasse (A-Promi, B-Promi, …) in unzähligen YouTube-Videos immer so seltsamen rot-schwarzen Modeschmuck am Revers oder der Kleidung trägt?

Mohnblume Remembrance Day

Mir ist das Phänomen in den letzten Jahren so oft aufgefallen ist, dass ich meine aufgestellte Schmuck-Hypothese ernsthaft anzuzweifeln begann. Das gehäufte Auftreten konnte einfach kein Zufall mehr sein. Also mal ernsthaft und seriös recherchiert – was heutzutage wohl googlen meint – und was stellt sich heraus?

Bei dem mysteriösen Gebilde handelt es sich um eine stilisierte Mohnblume.

Unsere austrittsfreudigen britischen Freunde gedenken damit jedes Jahr am 11. November der gefallenen Soldaten im 1. Weltkrieg (Anm. mittlerweile auch der des 2. Weltkriegs) am sogenannten „Remembrance Day“ (auch „Poppy Day“ oder „Armistice Day“). Das Datum geht auf den Waffenstillstand von Compiègne zurück, in dem das Ende aller Kriegshandlungen am „Elften Tag des elften Monats um elf Uhr“ festgeschrieben wurde.

Die Mohnblume (Remembrance Poppy) geht dabei auf das berühmte Gedicht „In Flanders Fields“ von John McCrae zurück, in dem

… der rot blühende Klatschmohn an das vergossene Blut der Gefallenen erinnert und dennoch die Hoffnung nährt, dass das Leben weitergeht.

„Mister Duncan“ erklärt das ganze für alle Interessierten nochmal hübsch und in leicht verständlichem Englisch in seinem YouTube-Video. 🙂

Fällt euch bei der Gelegenheit ein, was wir in unseren Gefilden am 11. November so kurz nach elf Uhr feiern, während auf der Insel die Toten betrauert werden? Ob das zu unserem Ruf der „ugly germans“ beigetragen hat? 😉

Sei es wie es mag – wieder mal was gelernt.

Zum Abschluß hier noch ein kleines Bonbon in Form eines Beitrags des oft in meinem Blog erwähnte Comedians Henning Wehn. Auch er hat das Thema „Remembrance Day“ in einem seiner TV-Auftritte verarbeitet. 😀

Meine Mühn mi’m Akronym

Trotz einer gewissen Internetaffiniät habe ich auch heute noch enorme Schwierigkeiten mit einer Vielzahl der netztypischen Akronyme, die Leute gerne in ihren Chat-/WhatsApp-/Slack-Sitzungen verwenden. Mit ein Grund, wieso die Website Acronymfinder einen festen Platz in der Lesezeichenleiste meines Browsers hat.

Da ich einen Großteil der Kürzel nicht aktiv nutze, vergesse ich recht schnell wieder wofür sie stehen und muss deshalb jedes mal aufs Neue nachschlagen. Am frustrierendsten ist aber das Déjà-vu, wenn man einen Eintrag bereits zum x-ten Mal nachgeschlagen hat, aber dies erst dann merkt, wenn man das Suchergebnis wieder vor Augen hat.

Usericon mit Sprechblase FML

Vorgestern hatte ich zum ersten Mal den entgegengesetzten Fall. Ich habe ein Chatlog gelesen und bin unvermittelt auf die Abkürzung LMAO gestoßen. Statt der üblichen Verwirrung hätte ich als süddeutscher Nordbayer in dem Moment Stein und Bein geschworen, es steht für das in unserem Kulturkreis oft bemühte „Leckst mi am Oasch“.

Gemäß der lesenswerten Wikipedia-Seite sprechen wir hier vom sogenannten Schwäbischen Gruß. Wer hätte gedacht, dass das auf einen alten Nacktheits- und Abwehrzauber zurückgeht. 😂

Da LMAO im Original für „Laughing my ass off“ steht – also in etwa „Ich lach mit tot“ – das „Leck mich am Arsch“ aber gemäß Thaddäus Trolls Auslegung und meinem Verständnis eher für einen Ausdruck der Überraschung steht, war ich erneut verwirrt.

Werde wohl demnächst damit anfangen, mich lauthals über die unverständliche Jugend zu beschweren und von besseren Zeiten zu schwärmen. Wer könnte es mir in den Zeiten der Prä-Trump-Präsidentschaft schon verübeln. Scheint mir jedenfalls ein Bonus zu meinen mittlerweile üppig wachsenden Nasenhaaren zu sein, die mich immer öfter in der Nase kitzeln und mich damit in den Wahnsinn treiben.

O₂ Free – Musik braucht Mann

Da ich an „sexistischen“ Werbespots momentan einen Narren fresse, will ich mal den zur Zeit versendeten O₂ Free Spot erwähnen.

Zunächst mal verstehe ich das Konzept nicht, dass wir uns allem Anschein nach kilometerweit unter Wasser im New York Central Park befinden, in dem ungeachtet der, verglichen mit Luft sehr viel höheren Dichte von Wasser, ein Vogel durchs Bild fliegt.

Will O₂ uns auf eine Zukunft vorbereiten, in der die Polkappen geschmolzen sind und das direkt am Atlantik gelegene New York besonders stark betroffen ist? #KlimawandelRulez #Waterworld

Wenn ich den Claim „Wenn anderen die Luft ausgeht …“ höre, wäre mein erster Gedanke jedenfalls nicht eine überschwemmte Großstadt. Mir würde spontan wohl eher der Autopilot aus dem Film „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ in den Sinn kommen. Das zum Thema Sexismus. 😉

Aber genug von den Nebensächlichkeiten. Viel interessanter ist die Tatsache, dass die junge Frau auf der Parkbank in Sachen Musikgenuss immer auf einen männlichen Gegenpart angewiesen ist. Wieso wird ihr hier kein eigenes Smartphone zugestanden? Wieso muss sie sich von männlichen Parkbesuchern „aushalten“ lassen? Haben wir es hier mit einer neuen Form der Landstreicherei oder Musikprostitution zu tun?

Eine Frau ohne eigenes Smartphone spiegelt überhaupt nicht meine Lebenserfahrung wider. Deswegen finde ich den Anblick zwar nicht direkt verstörend, aber ein „Geschmäckle“ hat er für meine Begriffe schon. Heutzutage führt doch wirklich jede Person ungeachtet des Geschlechts das eigene Smartphone spazieren und kapselt sich per Kopfhörer von der Umwelt ab. So erlebt in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Damit aber noch nicht genug. Es stellt sich natürlich die Frage, ob der bedauernswerte Protagonist, der sein Datenvolumen aufgebraucht hat, in einer wie auch immer gearteten Beziehung zu der Frau steht. Das Bild der beiden auf der Parkbank vermittelt mir zumindest den Eindruck. Falls das so ist, wirft der Spot auch hier kein gutes Licht auf die Charaktere.

Da hätten wir auf der einen Seite die promiskuitive Musikliebhaberin, die sich den Nächstbesten schnappt, wenn der eigene Partner mangels Datenvolumen oder Guthaben ausfällt und auf der anderen Seite den entschwebenden Mann, der das Feld einem Datenvolumen-potenteren Widersacher überlassen muss, weil er das stereotype Rollenbild des Ernährers nicht ausfüllt.

Zugegeben, die Sache ist etwas an den Haaren herbeigezogen, aber so empfinde ich eben, wenn ich den Spot sehe. Beziehungsweise, es ärgert mich, dass hier wie schon so oft niemand protestiert, wenn ein weiteres Exemplar von „trotteligem Mann“ ganz unverhohlen durch ein Anderes ausgetauscht wird, nur weil sich dieser entweder finanziell nicht in der Lage sieht oder prinzipiell weigert die überhöhten Datentarife eines Mobilfunkproviders zu zahlen.

Vermutlich sind es gerade die Mobilfunkbetreiber, die hinter den Kulissen am stärksten gegen frei zugängliche WLAN Hotspots und für die Störerhaftung lobbyieren. Sollte die Politik es jemals schaffen, dieses Problem zur allgemeinen Zufriedenheit zu lösen, könnten alle Beteiligten zu fairen Preisen die Musik ihrer Wahl hören und niemand müsste wegen fehlendem Datenvolumens entschweben.

VW Tiguan – Trailer Sexist

Hatte jemand unter euch schon das Vergnügen, den neuen Werbespot von Volkswagen für den Tiguan zu sehen? Ich rede von dem mit den lachenden Pferden, der die sogenannte „Trailer Assist“-Funktion anpreist.

Im Allgemeinen wird der Werbespot als sehr gelungen und lustig bezeichnet. Ich will hier allerdings einfach mal ein Gedankenexperiment in den Raum stellen.

Wie wäre es, die Fahrer durch Frauen zu ersetzen? Der Reitsport wird schließlich sowohl von Mann als auch Frau gleichermaßen gern betrieben. Wieso hat Volkswagen das hier also nicht gemacht?

Richtig – es wäre markerschütternd sexistisch und Garant für einen ausgewachsenen Shitstorm mit dem eigenem Twitter Hashtag #TrailerSexist.

Man stelle sich das nur mal vor. Eine Frau, die mit der Beherrschung des eigenen Fahrzeuges kämpft, um ihren Pferde-Trailer rückwärts einzuparken durch lachende Pferde zu verspotten. Da würde uns in die 70er Jahre zurückwerfen, als der 7. Sinn im Vorabendprogramm noch das Problem „Frau am Steuer“ diskutierte.

Wieso ist es dann in Ordnung, wenn hier ein Mann der Lächerlichkeit preisgegeben wird? Hat jemand von euch Proteststürme gesehen oder „Social Justice Warriors“ Boykottaufrufe in Richtung Volkswagen schreien hören. Ich jedenfalls nicht.

Versteht mich nicht falsch. Ich finde den Spot ebenfalls lustig und möchte hier kein großes Fass aufmachen. Mich stört nur die leichte Heuchelei, die mitschwingt.

Ständig heißt es, im Kampf für die Gleichberechtigung müssten wir alle unser Bewusstsein selbst für die kleinen Ungerechtigkeiten schärfen. Wenn dann aber so ein Spot versendet wird, wo wieder ein trotteliges Exemplar von Mann zur allgemeinen Erheiterung durch den Kakao gezogen wird, herrscht plötzlich schweigen im Wald.

Ich bin mir übrigens nicht zu fein, unumwunden zuzugeben, dass ich mangels Erfahrung selbst Schwierigkeiten hätte, Fahrzeuganhänge jedweder Art präzise und ansehnlich einzuparken. Fühle mich dadurch keineswegs in meiner Männlichkeit verletzt.

Ich würde die albernen Kleppern ja auffordern, es besser zu machen, aber ohne opponierbare Daumen können die sich ja nicht mal freiwillig melden. 😉

Gronkhs Leben im Minecraft-Wald

Der Sommer und die Temperaturen nähern sich zusehends ihrem Höhepunkt. Im selben Ausmaß schwinden bei mir die kreativen Säfte und wenn man den Zugriffszahlen glauben schenkt, auch die Leselust der Besucher. Was ist nur aus den guten alten Stubenhockern geworden? Sind die jetzt doch alle im Schwimmbad?

Wie auch immer. Ergebnis des quälend schlechten Fernsehprogramms kombiniert mit der Hitze ist eine ausgewachsene Ideenlosigkeit. Ich zermartere mein Hirn aber mir will einfach nichts Produktives oder Unterhaltsames einfallen.

Deswegen heute einfach mal eine kleiner Beitrag zum aktuellen Minecraft „Life in the Woods“ Let’s Play von Gronkh. Eigentlich weniger zum Let’s Play als vielmehr zu dem, was sich beim Konsum Verstörendes in meinem Kopf abspielt.

Selbstzweifel

Als Ü35er nagt in mir ständig der Verdacht, nicht mehr zur richtigen Zielgruppe zu gehören. Sollten Leute meiner Generation nicht lieber ein gutes Buch lesen oder Besseres mit ihrer Zeit anfangen? Bin ich intellektuell vielleicht im Kinder-Fernsehprogramm hängen geblieben? Nur eine rhetorische Frage. 😉

Sinnsuche

Läuft die ganze Rohstoffsammlerei, Lagerhaus- und Küchenautomatisierung nicht langfristig darauf hinaus, das komplette Inventar des Kreativ-Modus abzubilden? Ich an gleicher Stelle würde mich in manch dunkler Stunde fragen, warum dann nicht gleich im Kreativmodus spielen?

Ich schau zuviel TV

Bin ich der einzige, der jedesmal, wenn Gronkh über „die Vault“ spricht, nicht an einen Bunker sondern den unsympathischen Bösewicht „Ellis DeWald“ aus Beverly Hills Cop III denken muss?

Ellis Dewald

Für alle Bildungslückler hier exemplarisch die berühmte Dinner-Rede.

Axel Foleys herzhaftes „Bravo DeWald“ würde mir übrigens gut auf dem Soundboard von Gronkh gefallen? Ich höre das sozusagen immer zwischen den Zeilen, wenn er zu Beginn einer neuen Session auf die Änderungen in der Vault eingeht. 😉

Ich bin einfach zu deutsch

Geht Gronkhs Aussprache von „gut“ als „jud“ auf Berliner oder doch einen Kölner Akzent zurück? Ich habe dabei jedenfalls immer die berühmte Szene aus Woody Allens „Der Stadtneurotiker“ vor Augen, als Alvy Singer mit seinem treuen Freund Rob die Straßen New Yorks entläuft und er über das Essen mit den NBC-Leuten schwadroniert.

Neulich war ich mit ein paar Leuten von NBC zum Essen verabredet. Ich sagte: „Kommt, Kinder, ich lad Euch alle ein!“. Daraufhin sagte Tom Christie: „Also jud“. Nicht „Also gut“, sondern „Also jud!“ Verstehst Du? Nicht gut, sondern jud! Jud!

Das waren sie also, die Dinge, die sich beim Minecraft-Let’s Play Konsum in meinem Kopf abspielen. Vom sowieso üblichen Selbsthass und den Selbstzweifeln mal abgesehen. 😉