Was geht, Deutschland?

Zwei Figuren reden über DeutschlandDer letzte Beitrag in Sachen Germæntion ist, man höre und staune, schon annähernd ein Jahr her. Da trifft es sich gut, dass ich unlängst auf eine Artikelserie bei bento.de gestoßen bin, die unter dem Motto „Was geht, Deutschland“ verschiedene Nicht-Deutsche über unsere Eigenheiten zu Wort kommen lässt bzw. genauer gesagt Fragen stellen lässt.

Gefragt wurde dabei bisher nach der uns eigenen Verschlossenheit, der Liebe zum Brot, unserer „Schamlosigkeit“ auf der Toilette, dem Wunsch nach Alleinsein, unserem Kleidungsstil und natürlich dem effektiven Zeitmanagement.

Lesenswert macht die Artikel, dass hier tatsächlich Experten zu Wort kommen, die die jeweilige Frage sachkundig und stellenweise sogar kulturhistorisch beantworten.

Wieder mal eine gute Gelegenheit etwas über den Deutschen in sich zu lernen und obendrein ein Erkenntnisgewinn, wie undeutsch man in gewissen Aspekten des täglichen Lebens sein kann. Entgegen der landläufigen Meinung in einem der Artikel habe ich nämlich durchaus Probleme mit dem Pissoir-Urinieren in Bedürfnisanstalten.

Sobald eine andere Person neben mir steht, schließt da mental irgend ein Ventil in meiner Blase und nichts geht mehr. Nach einer Minute stehender Untätigkeit kommen dann die quälenden Gedanken hinzu, was Miturinierer ob des ausbleibenden Plätschergeräusches denken werden. Das gibt mir und meiner Blase dann den Rest und schickt mich in Richtung Toilettenkabine.

Auf meinem Weg dorthin werde ich dank des ausführlichen Artikels zukünftig wohl auch noch meinen vor langer Zeit verstorbenen Nazi-Großvater hören, der mir hinterherschreit: „Mann, bist du heute wieder undeutsch!“. Danke Bento – nicht 😉

 

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Sommerkost

Zwei Figuren reden über DeutschlandAls leichte „Sommerkost“ gibt es heute eine kleine Videoempfehlung. Gemeint ist der YouTube-Kanal der niederländischen Reise-Videobloggerin Ivana Perkovic.

Ich bin wie üblich über eine „Germany“-Suche auf ihre YouTube-Videos gestoßen und schaue seitdem immer wieder mal rein. Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass ich abgesehen von gelegentlichem Foodporn größtenteils nur ihre Besuche in Deutschland angesehen habe.

Der Campingtrip mit ihrem Vater im Mai nach Thüringen (Tag 583 ff.) fand ich total faszinierend. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie schön es im Osten sein kann. Wieso sollte man bei solchen grünen Hügeln noch nach Neuseeland fahren?

Böhmermann & Sullivan

Zwei Figuren reden über DeutschlandIm Rahmen der Germæntion-Reihe gibt es heute nicht nur eine, sondern gleich zwei Videoempfehlungen.

Die erste betrifft den Auftritt von Jan Böhmermann bei „Late Night with Seth Meyers“ in den USA.

Für alle, die sich in den Late-Night-Wars nicht auskennen, sei kurz erwähnt, das es sich dabei um die alte NBC-Show von David Letterman handelt, die immer direkt nach der berühmten „Tonight Show“ mit Johnny Carson lief.

Ich vermute, der eine oder andere von euch hat von dem Auftritt vielleicht nichts mitbekommen. Deswegen und weil Herr Böhmermann dem amerikanischen TV-Publikum natürlich auch tiefe Einblicke in die deutsche Seele vermittelt, ist das Video in dieser Kategorie gut aufgehoben.

Leute auf der Suche nach einer Fleißaufgabe können sich für weitere Einsichten zusätzlich auch den Backstage Chat-Podcast zwischen den beiden anhören. 😀

Der zweite Tipp betrifft den YouTube-Kanal von Conner Sullivan. Er ist Amerikaner aus Los Angeles, spielt zur Zeit American Football für die Stuttgart Scorpions und entdeckt Deutschland auf seine eigene Art und Weise.

Zu einiger Berühmtheit hat er es kürzlich durch seinen ersten Besuch in einem „richtigen“ 😉 Fussballstation gebracht. Das er sich dabei ausgerechnet das Lokalderby zwischen dem VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC aussucht, völlig unbeleckt die billigste Eintrittskarte für das Stadion kauft und dann im Karlsruher Fanblock endet, sorgt für ein paar aufregende Szenen, die es schlußendlich bis in das Regionalprogramm des SWR geschafft haben.

Seitdem besucht er emsig ein Fußballspiel nach dem anderen. Dennoch würde ich empfehlen, vor allem einen Blick auf die älteren Videos zu werfen. 😀

Geliebte Feinde

Zwei Figuren reden über DeutschlandAls ich letztens durch meine Kategorie Germæntion gestreift bin, hätte ich Stein und Bein geschworen, bereits einen Beitrag über die hervorragende zehnteilige Dokumentation „Geliebte Feinde – Die Deutschen und die Franzosen“ verfasst zu haben.

Dem ist nicht so und da besagte Kategorie sehr England- und Amerika-lastig ist, will ich das hiermit korrigieren.

Die Dokumentation liefert einen umfangreichen Einblick in die deutsch-französische Geschichte und fördert meiner Meinung nach ungemein das gegenseitige Verständnis darüber wie Deutsche und Franzosen so „ticken.“ Stichwort Fremdbild und Eigenbild.

Wenn ihr mich fragt, ist die Dokumentation ein richtiges Juwel. Gerade deswegen finde ich es so schade, dass sie mittlerweile offenbar aus der Mediathek bei ARTE verschwunden ist.

Glücklicherweise hat die Dokumentation jemand auf YouTube hochgeladen. Ich habe mir deswegen die Mühe gemacht, die einzelnen Teile als Linkliste aufzubereiten und hier unten einzufügen. Ich hoffe die Videos bleiben verfügbar und fallen nicht einem Copyright-Claim zum Opfer.

Da jeder der Teile über 40 Minuten lang ist, solltet ihr etwas Zeit mitbringen. 😀

Komposita – die zweite

Zwei Figuren reden über DeutschlandAuch wenn wir das Thema Komposita bzw. zusammengesetzte Wörter im Rahmen der Germæntion-Reihe bereits früher behandelt haben, will ich mit diesem Beitrag noch ein YouTube-Video nachreichen, auf das ich unlängst gestoßen bin.

Da man als Deutscher mit Ausnahme praktizierender Schweigegelübdler jeden Tag ganz ordinär ohne nachzudenken (auf einen AfD-Witz wurde hier verzichtet) seine Sprache spricht, ist man sich oft gar nicht bewusst, wie fasziniert das Ausland auf deren Erfindungsreichtum blickt, wenn es darum geht, komplizierte Konzepte wie „Schadenfreude in diesem relativ kurzen Wort zu vermitteln.

Neben alten Klassikern wie „Backpfeifengesicht“ und schon erwähnter „Schadenfreude“ sind in diesem Video auch ein oder zwei Überraschungen dabei, die einem wohl nicht sofort als leuchtendes Beispiel für Komposita in den Kopf kommen.

Und weil wir gerade beim Thema sind, will ich zum Abschluß auch das malerische Wort „Atombusen“ nicht vergessen, welches ich wahrscheinlich in einem der unzähligen „America First“ Videos gesehen habe. Mangels Lesezeichen weiß ich nur noch grob aus meiner Erinnerung, wie empört man darüber war, dass wir Deutschen so etwas Wundervolles wie die weibliche Brust mit nuklearer Bedrohung assoziieren können. 😉

Wie haben Redebedarf 🇩🇪🇬🇧🍵🍕💩

Zwei Figuren reden über DeutschlandIn Sachen Germæntion möchte ich euch diesmal auf eine neue Satire-Videokolumne von bento.de aufmerksam machen. In dieser arbeitet sich die Waliserin Elena Cresci humoristisch an unseren Eigenheiten ab. Wieder ordentlich Stoff, um etwas über den „Deutschen“ in uns zu lernen.

Die Kolumne unter dem Namen „Germany, we need to talk!“ umfasst zu diesem Zeitpunkt zwei Folgen. Sofern weitere erscheinen, werde ich die Liste hier unten entsprechend ergänzen. 🙂

In der ersten Folge geht es um unsere Teeobsession bzw. im speziellen um die Qualität unseres „schwarzen Tees“, der, so hat es den Anschein, britische Gaumen beleidigt.

Schwarzer Tee mit Milch

Gefragt nach einem guten schwarzen Tee, hat sich die „Anklägerin“ aber bisher geweigert, eine Empfehlung auszusprechen. 😉

Aus den Kommentaren schließe ich, dass Yorkshire Tea die Antwort ist. Wo man diesen in Deutschland kostengünstig beziehen kann, bleibt aber weiter ein Rätsel. Zudem hat sie es für die maximale Kontroverse vermieden, sich als „Miffy“ (milk first) oder „Tiffy“ (tea first) zu outen.

Was ich allerdings herausfinden konnte ist, dass guter englischer Tee gemäß einem populären Meme die Farbe von He-Man haben muss.

Meme Tee & He-Man

In der unlängst erschienenen zweiten Folge geht es nun um unsere fantasielose und wenig ausgeprägte Art des Fluchens. Trotz umfangreichem Vokabular beschränken wir uns offenbar meist auf die Worte „Scheiße“ und das mittlerweile eingebürgerte „Fuck“. Wobei ich mich, wie bereits bekannt und des öfteren erwähnt, für den Erhalt der guten, alten „Arschgeige“ stark mache.

Apropos fluchen – wie so oft am Ende dieser Germæntion-Beiträge, hat auch diesmal wieder Henning Wehn das letzte Wort und die Begründung parat, warum wir Deutschen weniger fluchen als gewisse Inselbewohner. 😉

… and in Germany we don’t swear at all. Reason being – things work!

Wer hätte gedacht, dass der selbe Ingenieursgeist, welcher dafür sorgt, dass die Klimaanlagen im ICE jeden Sommer ausfallen uns auch zu besseren, weniger fluchenden Menschen macht. 😀

Dass das Akronym unseres Schnellzuges dem englische „ice“ entspricht – was wie bekannt übersetzt zum deutschen „Eis“ wird – und man im Sommer wegen der Klimaanlage als Passagier dennoch einen qualvollen Hitzetod sterben kann, finde ich nicht nur zum Schreien komisch, sondern ist der letzte Beweis, dass auch deutsche Ingenieure einen Sinn für Humor haben. Von wegen also … you have absolutely no sense of humour!

Nachtrag ( 10.1.2017 ):

Folge #3 in der Liste der Folgen ergänzt

Nachtrag ( 12.3.2017 ):

Folge #4, #5 und #6 ergänzt.

Elena Cresci ist nach London zurückgezogen, weshalb die neuen Folgen überraschenderweise ein Loblied auf einige deutsche Eigenarten geworden sind. Da kann man wohl nur noch sagen: „Eine von uns! Eine von uns!“ 😉

Conan in Berlin

Zwei Figuren reden über DeutschlandWie bereits im September angekündigt, ist gestern das Berlin-Special von Conan O’Brien gesendet worden.

Für alle, die das bisher nicht mitbekommen haben, möchte ich hiermit die Laute schlagen und die frohe Kunde überbringen, dass ihr euch die Folge auf teamcoco.com in seiner Gesamtheit ansehen könnt. 😀

Also nichts wie los zu:

icons_moviehttp://teamcoco.com/berlin/

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