Warmwasserrecycling

Kann man nach all den Belästigungsskandalen rund um Harvey Weinstein, Louis C.K, Bill O’Reilly, Matt Lauer, Charlie Rose, … und dem hoffentlich damit einhergehenden Kulturwandel dann eigentlich als Mann auch gefahrlos seine Vorliebe für heiße Duschen offenbaren? Oder funktioniert dieser Wandel nur in eine Richtung und man wird von Geschlechtsgenossen weiterhin als der obligatorische „Warmduscher“ verspottet?

warmduscher-piktogramm

Ich jedenfalls kann kalte Duschen nicht ausstehen und gestehe hiermit, dass ich ohne das dem Deutschen inhärente schlechte Gewissen über all das verschwendete Wasser wahrscheinlich stundenlang in einer brühend heißen Dusche stehen würde.

Salat würde ich deswegen aber noch nicht dort zubereiten. 😉

Dennoch habe ich mich letztens gefragt, ob es nicht eine Art Erfindung/Technik gibt, mit der man, sagen wir nach zehn Minuten Duschzeit, einen Hebel umlegen und das abfließende heiße Wasser gleich wieder zum Duschen verwenden kann?

So könnte man auch mal eine halbe Stunde ohne schlechtes Gewissen duschen und das warme Wasser laufen lassen. 😀 Sauber genug müsste man nach dem Einseifen und dem gelegentlichen Schamponieren doch eigentlich sein, oder?

Gibt es hygienische Gründe, die dagegen sprechen? Würden da irgend welche Bakterienkolonien im Duschkopf wachsen? Könnte man das abfließende Wasser in dem Fall eventuell mit UV-Licht desinfizieren? Nie ist ein Klemptner da, wenn man mal einen braucht.

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4 Gedanken zu “Warmwasserrecycling

    • Habe ich nicht bedacht, aber du hast recht. In letzter Konsequenz bräuchte es wohl einen weiteren Abfluss und ein zusätzliches Abflussrohrsystem speziell für diesen Zweck, dessen Benutzung man dann an der Duschamatur umschaltet.

      Klingt schon beim ersten Nachdenken nicht sehr praktikabel und teurer als ein Jahresvorrat heißen Duschwassers.

  1. Der verachtete Warmduscher ist jemand, der IMMER warm duscht und vor kalten Duschen Angst hat. Aber kalt Duschen macht man(n) nur, um sich schnell zu erfrischen oder wach zu werden.

    Wenn es Dir nichts ausmacht in Deiner eigenen Suppe zu garen… mit einem durchschnittlichen Duschgang bekommt man die handelsübliche Badewanne fast voll. Also statt dessen gleich in einem wohltemperierten Raum die Wanne heiß füllen und darin abhängen. Schön viel Schaum fabrizieren; der isoliert die Wassermasse gegen kältere Luft oder direkt Tropentemperaturen im Badezimmer herstellen. Ist auch das nicht zufriedenstellend, am Besten gleich den Gang zur Sauna antreten.

    Recycling von Duschwasser ist mit einer Normalausführung der handelsüblichen Dusche nicht machbar. Wo @dergrafvonborg schon auf Rückstände hinweist, biete ich noch Pilzkulturen, die warmes Duschwasser einfach lieben und zwischendurch in Wasserhähnen oder Duschköpfen ausharren. Etliche Bade-/Duschzusätze sind heutzutage so gut abbaubar und relativ PH-neutral, dass darauf üppige Bakterienrasen wachsen. Spätestens beim zweiten Durchlauf hat sich Nährwert verdoppelt. Lang genug praktiziert, könnte man die anwachsene Biomasse im Wasser zur Besiedlung unfruchtbarer Böden verwenden. UV-Licht ist eine nette Idee, aber energietechnisch läuft es schon durch Wiedererhitzen aus dem Ruder, ohne Killerlampen im Ausfluss.

    Komischerweise ist momentan eine langanhaltende heiße Dusche auch für mich das Nonplusultra, weil meine Badewanne für mich viel zu klein ist. Wäre ich reich, dann hätte ich gerne einen Sensorischen Depriviationstank im Keller, um mal richtig zu entspannen.

    • Entschuldige die reichlich verspätete Antwort.

      In der Tat nehme ich hin und wieder auch gerne ein Vollbad. Das Problem ist, die Vorbereitung ist zeitaufwendiger. Wanne sauber machen, Wäscheständer wegräumen, Badeschaum einfüllen, … Da verliere ich beim Gedanken daran schon manchmal die Lust. Ein Sprung in die Dusche ist viel unkomplizierter. Zwischen Wunsch zur Verwirklichung steht eigentlich nur die Entkleidung. Bin manchmal wirklich erschreckend stinkend faul.

      Für eine eigene Sauna reicht weder Platz noch Geld und entgegen der landläufigen Annahme, Deutsche hätten kein Problem mit dem Nacktsein, habe ich zu viele Komplexe, mein Fleisch unbekleidet der Öffentlichkeit vorzuführen.

      Deine berechtigten Einwände hinsichtlich Pilzkulturen und der Energiebilanz der UV-Desinfektion haben mich natürlich ernüchtert. Wenn ich beim Verfassen des Beitrags nicht nüchtern gewesen wäre, müsste ich wohl eine Schnapsidee meinerseits konstatieren.

      Belasse ich es eben weiter bei dem schlechten Gewissen, wenn die Dusche für das gute Gefühl mal wieder fünf Minuten länger läuft. 🙂

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