Toiletteneinsicht

Als ich gestern den üblichen Toilettengang absolvierte, um den morgendlichen Harndrang aufzulösen, traf mich bei Ausführung der (Wohl-)Tat schlagartig die Erkenntnis, dass sich die Zeitspanne zwischen dem Hinsetzen – morgens bin ich definitiv „Sitzpinkler“ – und dem eigentlichen Beginn der Blasenentleerung über die fortschreitenden Lebensjahre merklich verlängert hat.

Piktogramm Toilette

Während es in jungen Jahren gemäß meiner Erinnerung nach maximal zwei Sekunden im Porzellanthron plätscherte, muss mein körperliches „Abwassersystem“ heutzutage in der Früh offenbar erst mal in Stimmung kommen. Das kann dann schon mal zehn bis fünfzehn Sekunden dauern.

Ich weiß nicht warum, aber in jenem Moment musste ich unweigerlich an einen alten Baum mit seinen Jahresringen denken. Da man an deren Anzahl das Lebensalter ablesen kann, habe ich mich plötzlich gefragt, ob die Zeitspanne zwischen mentalem Startschuss und tatsächlichem „Wasser marsch!“ Rückschlüsse auf das Alter zulässt?

Getreu dem Motto: „Ich bin schon rauf auf 30 Sekunden. Zeit, sich einen Porsche zu kaufen und die Haare zu färben“ 😉

Advertisements

2 Gedanken zu “Toiletteneinsicht

  1. Bin ja auch schon nahe an die Fuffzig, aber „Wasser Marsch!“ ist immer noch wie ein Dammbruch – Es sei denn, Freund Koffein hatte die Hände im Spiel. Der täuscht meiner Blase manchmal eine anstehende Sintflut vor und dann sind es auch nach einer Gedenksitzung nur vielleicht ein halbes Schnapsglas, wo normalerweise gut ein halber Liter in die Schlüssel brettert (Ich trinke sehr viel Flüssigkeit über den Tag).
    Ganz andere Nummer der Stuhlgang. Kündigt sich an wie ein übelst schwerer Attillerieschlag, aber dann ziert sich Freund Kolon mit der Wahrheit rauszurücken und das Ganze wird ein längere Meditationsübung, bis dann endlich das Äquivalent von drei Wahlreden das Porzelan ziert (nicht nur heiße Luft, sondern richtiger Shit). Selbst bei Durchfall gehört Meditation dazu – früher ging das wesentlich flotter. Anscheinend ist altersuntypisch der Schließmuskel noch auf Schwarzenegger-Niveau, wie auch der Proktologe feststellen musste, der bei der Untersuchung ernsthafte Schwierigkeiten bekam.

    • Mit der Durchflussmenge an sich habe ich auch keine Probleme. Wenn es läuft, dann läuft es auch. Ich bin also noch nicht Dauerkonsument eines Präparates aus dem berühmten Arzneikürbis. 😉

      Ich hatte allerdings keine blasse Ahnung, dass Koffein einen solchen Einfluss haben kann. Kaffee hat mir persönlich nie geschmeckt, aber ich bin jetzt seit mehreren Monaten Intensivkonsument von schwarzem Tee. Deswegen frage ich mich, ob dies vielleicht der Grund für meine Beobachtung bzw. die Zeitverzögerung sein könnte. Dank dir auf alle Fälle für den Hinweis.

      Was dein Stuhlgangproblem angeht, überbrücke ich solche Pausen als Toilettenleser mit dem Konsum eines lesenswerten Zeitungs- oder Magazinartikels. 🙂

      Andererseits könntest du ja auch mal eine Testsitzung mit dem in meinem Beitrag „Klorollenepiphanie“ erwähnten Squatty Potty durchführen und dann berichten, ob an dieser „Darmentleerung in der Hocke“ wirklich etwas dran ist. Vielleicht ist uns der asiatische Raum mit seinen Hocktoiletten da tatsächlich voraus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s