Altersbedingtes Déjà-vu

Als ich letztens bei einer TV-Sendung hängen geblieben bin, in der ein Metzger interviewt wurde und dem aufgrund seiner Körperfülle augenzwinkernd die Frage gestellt wurde, wie gern und oft er seine eigenen Produkte konsumiert, ist mir schlagartig aufgefallen, wie sich Déjà vu-Erlebnisse in den letzten Jahren bei mir zu häufen scheinen.

Déjà-vu

Ich merke das daran, dass ich mir immer häufiger die letzten fünf Minuten Lebenszeit zurückwünsche, wenn sich eine Handlung oder Situation in einer Weise entwickelt, dass sich über deren leider vorhersehbaren Ausgang aufgrund fortgeschrittener TV-Erfahrung Enttäuschung breit macht. In extrem entnervten Gemütszuständen neige ich inzwischen sogar dazu, dem Fernseher bzw. imaginären Sendungsverantwortlichen ein lautstarkes und verächtliches „Und wieder fünf Minuten Lebenszeit, die mir keiner zurückbringt“ entgegenzuschleudern.

Das soziale Umfeld reagiert erwartungsgemäß nicht sehr positiv, wenn es ob der verschwendeten Sendeminuten unerwartet aus mir herausbricht. Eine andere Lösung als das Fernsehen komplett einzustellen ist mir bisher nicht eingefallen. 😉

Ich erwäge allerdings ernsthaft, mit einer Materialsammlung zu beginnen und mir dafür eine Kategorie auszudenken, unter der ich solche Lebenszeitfresser veröffentlichen kann. Ihr habt nicht zufällig eine Idee?

Könnte man ja auch mit einem Award für Fantasie- & Einfallslosigkeit garnieren. Wie wäre es z.B. mit der „goldenen Schüssel Einheitsbrei“?

Anfangen würde ich wie gesagt mit dem korpulenten, wohlstandsbäuchigen Metzger, dem man die latenten Bluthochdruckprobleme an den rosigen Wangen und dem hochroten Kopf förmlich ansehen kann und dessen Interviews oder Gesprächsbeiträge stets mit der Erkenntnis enden, dass ihm oder ihr die eigene Wurst einfach „zuuu guuuuut“ schmecken würde.

Zu meiner Überraschung wurde im bewussten Metzgerbeitrag übrigens weder ein Cutter noch Autoklav erwähnt. Zumindest das ist mir also erspart geblieben. #Silberstreif

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2 Gedanken zu “Altersbedingtes Déjà-vu

  1. In letzter Konsequenz habe ich bei mir „Fernsehen“ abgeschafft. Entscheidend war eher die unterirdische Werbeindustrie mit grenzdebilen Spots, wo sich Wereb-Mami darüber freut, dass Ihre degenerierte Brut mit extrem verdreckten Schuhen über das frisch Gewischte tobt. Es gibt bei mir nur noch Filme aus der Konserve und gelegentlich mache ich mich über Youtuber lustig, die sich Illusionen über Ihren „Star“-Status machen, während sie sich in Computerspielen (die ich eventuell mal spielen würde) bis auf die Knochen blamieren.

    • Da rennst du bei mir offene Türen ein. 😀 Ich bin nämlich selbst am überlegen, ob ich mir nicht z.B. mit einem RaspberryPi so eine Art Mediencenter aufbaue, auf dem ich dann all meine DVDs als .iso-Dateien ablege.

      Habe allerdings noch nicht abgeklärt, ob das erstens technisch funktioniert und dann auch noch an mein altes Röhrengerät angeflanscht werden kann.

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