Schriftliche Kündigung

Das ist wieder mal so ein Reizthema, bei dem ich jederzeit und unvermittelt Gift und Galle spucken könnte. Als ich nämlich schon vor einiger Zeit den gerade zu unerhörten Versuch unternahm, meinen langjährigen Mobilfunkvertrag kündigen zu wollen, musste ich wieder einmal feststellen, durch wie viele Ringe ein Unternehmen jemanden springen lassen kann, um zu seinem Recht zu kommen.

Vertrag Kündigung

 

Das fängt schon damit an, das man ohne dreijähriges Studium der Supportseiten und fantasievollem Befüllen des Suchfunktioneingabefeldes nicht mal auch nur in die Nähe eines entsprechenden Kündigungsformulars gelangt.

Hat man dies dann doch wider Erwarten geschafft, unterliegt man als naiver Trottel, der ich bin, in den Zeiten des Internets sofort dem Trugschluss, dass man dieses online ausfüllen und abschicken könnte.

Weit gefehlt! Das Formular muss ausgedruckt, handschriftlich ausgefüllt und dann postalisch korrekt frankiert an eine separat zu ermittelnde Adresse versandt werden. Sicherheitshalber natürlich auch noch als Einschreiben mit Rückschein.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man dankbar sein, den ganzen Vorgang nicht per Flaggenalphabet am Konzernsitz in irgend ein obskures Fenster morsen zu müssen. 😉

Ernsthaft, mir will einfach nicht in den Kopf, wieso es möglich ist, einen Mobilfunkvertrag ohne diese ganzen formellen Sperenzchen abzuschließen, bei der Kündigung aber dann die ganze Wucht deutscher Bürokratie zu spüren. Ist dieser Schikane rechtlich wirklich nicht beizukommen?

In einem ähnlichen Fall habe ich tatsächlich mal einen dieser hilflosen, Textbausteine zitierenden Supportmitarbeiter gefragt, wieso das so kompliziert sein muss, wenn für einen Vertragsabschluss offenbar nicht mal meine Unterschrift vonnöten war? Als Antwort erhielt ich nur einen gemurmelten Verweis auf irgend welche Wettbewerbsgesetze, die ich mangels Jurastudium nicht verifizieren konnte. Mehr hat das Redeskript dieses bedauernswerten Menschen dazu offenbar nicht hergegeben.

Wenn ich irgend etwas zu sagen hätte, würde ich gesetzlich festschreiben lassen, dass Unternehmen verpflichtet sind, ihren Kunden eine Kündigungsmöglichkeit anzubieten, die sich in der Abwicklung am Prozedere des Vertragsabschlusses orientiert.

Dann möchte ich mal sehen, ob einer dieser „3 Monate Kündigungsfrist“-Mobilfunkanbieter den Schneid besitzt, auf meinen unterschriebenen und ausreichend frankierten Vertrag zu warten. 😉

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