Zeitumstellung

Als vor einigen Tagen wieder eine Umstellung der Uhren auf die Sommerzeit anstand, wiederholte sich das inzwischen übliche, „halbjährliche“ Ritual, welches daraus besteht, in der Wohnung jedes dämliche Gadget und jeden noch so unnützen Stromfresser aufzuspüren, bei dem der verantwortliche Ingenieur den Geistesblitz hatte, das Gerät mit einem Zeitmesser auszurüsten.

Uhrenziffernblatt

Der Rundgang umfasst mittlerweile Backofen, Mikrowelle, Kaffeemaschine, Küchenradio, zwei Radiowecker und eine Wohnzimmer-Wanduhr.

Ich bin kein fortschrittsfeindlicher Mensch, aber in stillen Momenten soll es schon vorkommen, dass ich mich vor dem „Internet der Dinge“ (IoT) fürchte, wenn jeder noch so überflüssige Gegenstand mit dem Internet verbunden ist und die emsigen Ingenieure dann auch Kühlschrank, Toilettenbrille und Wohnungstür „veruhrt“ haben.

Ja, ihr lest richtig. So wie ein unsympathischer Kriegsherr einen Landstrich „vermint“, ist die abscheulichste Waffe des Ingenieurs in meinen Augen die gerätinterne Uhr und er/sie wird erst ruhen, wenn auch der letzte Gegenstand dieser Welt „veruhrt“ wurde und mir gemäß meiner persönlichen Verschwörungtheorie das Leben endgültig zur Hölle gemacht wurde.

Zu meiner großen Schande muss ich gestehen, dass ich während früherer Rundgänge beim Uhren umstellen in den besonders dunklen Abgründen meiner Seele schon manchmal den Wunsch verspürt habe, diese feine Spezies Mensch mit einer antiken Uhrenkette nackt durch die Straßen zu peitschen. 😉

Zumal es mit der einmaligen Umstellung ja nicht getan ist. Komischerweise haben die verschiedenen Uhren auch alle die Eigenart im Lauf der Zeit unterschiedlich lang nachzugehen. So ist es nach zwei Monaten in der Küche 13:34 Uhr während im Schlafzimmer mit 13:29 Uhr die halbe Stunde noch nicht mal voll ist.

Ich habe schon ernsthaft in Erwägung gezogen, die Wohnung der Einfachheit halber in unterschiedliche Zeitzonen aufzuteilen. Das würde mir zumindest das ständige Nachstellen der Uhren ersparen. 😆

Der eigentliche Grund für diesen Beitrag ist allerdings die folgende Idee, die ich zur Beantwortung einmal in den Raum stelle. Der zuständige Ingenieur möge sich dann bitte hier in den Kommentaren melden und mir mitteilen, wie praktikabel sie ist.

Die Stromleitung kann heutzutage per PowerLAN auch für die Datenübermittlung genutzt werden. Wäre es deshalb möglich, dass die großen Stromanbieter bundesweit ein Zeitsignal in die Stromleitung einspeisen, das alle Geräte, die an der Steckdose hängen, abgreifen könnten? Würde das mein Problem lösen?

Apropos „Zeitmesser“. Ihr wisst schon, was dem nächsten, dahergelaufenen Ingenieur bei dem Begriff einfällt?

Küchenmesser mit Digitaluhr im Griff

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Sollte das tatsächlich eines Tages Realität werden, kann ich mir den entsprechenden „Aktenzeichen XY… ungelöst“-Beitrag schon heute ausmalen.

Der leblose Körper des vermissten Diplom-Ingenieurs Norbert Utzlos wurde durch einen Fußgänger an einem Autobahnabschnitt der A2 zwischen Kreuz Bielefeld und Bielefeld-Süd entdeckt.

Das Opfer wurde durch eine seiner eigenen Erfindungen tödlich im Rücken verletzt. Auffällig ist, dass die Uhr in der Tatwaffe zum Tatzeitpunkt offenbar noch nicht auf die Sommerzeit eingestellt war.

Wer Angaben zum Täter oder Tathergang machen kann, …

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Ein Gedanke zu “Zeitumstellung

  1. Sommerzeit, Winterzeit… So nutzlos wie ein Kropf. Längst hat man festegstellt, dass die versprochene Energieeinsparung nicht existent ist. Die eine Stunde mehr Sonne am Abend sollte gut für’s Gemüt sein – merkt man laut Forschung aber auch nicht, weil die Stunde früher aufstehen das wieder aufhebt. Oft nicht erwähnt : die Tiere, wie z.B. Kühe, die mit der plötzlichen Umstellung auch überhaupt Nichts anfangen können. Eher bekannt : absolutes Chaos in Fahrplänen rund um den Globus.

    Und dann lässt man sich auf der Zunge zergehen, dass es schon einmal Sommerzeit gab : unter Adolf nämlich. Mit den gleichen Prämissen, den gleichen Ergebnissen. Nur waren die Nazis konsequenter – man hat es noch vor Kriegsende wieder abgeschafft.

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