Pray for Belgium?

Wenn nach den kürzlichen Anschlägen in Brüssel etwas so sicher war, wie das „Amen in der Kirche“ ;), dann das Trending Topic #PrayforBelgium auf Twitter.

Die Leser meines Blogs werden sich sicher noch an meinen Beitrag „Pray for Paris?“ erinnern. Die Quintessenz lautet auch diesmal, dass die Schuld bei der Religion selbst zu suchen ist, auch wenn das offenbar wieder niemand sagt.

Da ich mich aber ansonsten nicht wiederholen möchte, habe ich mein Inkscape angeschmissen und habe eine kleine Grafik zusammengebastelt, um meine Frustration auszudrücken. Eine künstlerische Auseinandersetzung sozusagen.

PrayforBelgium

Das auch diesmal berühmte Gebäude weltweit in den belgischen Landesfarben angestrahlt wurden, ist zwar auf der einen Seite solidarisch gut gemeint, wirkt auf mich aber mittlerweile wie blinder Aktionismus.

Liegt die Schuld vielleicht bei mir? Bin ich schon zu abgestumpft oder ist das mein selbstzerstörerischer Fatalismus? Mir kommt es jedenfalls wie eine nutzlose Ersatztherapie vor.

Statt sich ernsthaft mit den Ursachen des Terrorismus auseinanderzusetzen, werden ein paar Gebäude angestrahlt. Einfach um das Gefühl zu haben, auch etwas getan zu haben, bevor man sich wieder seinem Leben widmet.

Ähnliches schreibt übrigens auch Sascha Lobo in seiner Spiegel-Kolumne, wenn er fragt, warum wegen Dikwa keine Denkmäler in nigerianischen Landesfarben angestrahlt wurden.

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4 Gedanken zu “Pray for Belgium?

  1. Tolle Grafik, gefällt mir gut und drückt auch aus wie ich drüber denke. Ich habe gestern per Zufall von Brüssel gehört ( ich schaue ja keine Nachrichten mehr) mein erster Impuls war Mitgefühl, mein zweiter “ Und wer ist jetzt für die IS verantwortlich?“ Wie konnte so eine Miliz überhaupt entstehen? Die Antwort darauf kennen wir zwei ja.

  2. Die Grafik gefällt mir auch, wobei ich glaube, dass Gebete das Problem NICHT sind. Eher die Waffenlieferungen und die „Wie-Du-Mir-So-Ich-Dir-Mentalität“.
    Das Anstrahlen von Gebäuden ist schön, aber Stromverschwendung.

  3. Wer ist für die IS verantwortlich… z.B. Leute, die es nicht verkraftet haben, dass man ihr Regime gestürzt hat, um dann mittels stumpfer Auslegung einer Religion eigentlich Unbeteiligte dazu brachten nach der Pfeife von Ex-Militärs zu tanzen.

    So verantwortlich man die USA auch für die chaotischen Zustände im Irak und Afghanistan machen möchte : sowohl Saddam Hussein wie auch die Taliban sind das größere Übel gewesen.

    Religion ist wieder nur mal mehr ein Deckmantel und aus falsch verstandener Solidarität beklatschen Anhänger dieser Religion jede Aktion gegen „Ungläubige“ – wobei die Da’esh eindeutig mehr Moslems als alle Anderen umgebracht hat. Und „unsere“ Religionen beeilen sich nur damit, sich als die nette Alternative zu präsentieren. Der Kuschelpapst wird’s schon richten.

    Oh, nein. Die armen Araber sind nicht durch die Bank die bedauernswerten Opfer, die vom Westen drangsaliert werden. Sie drangsalieren sich hauptsächlich selber und einige von Ihnen möchten alle Anderen gerne auch drangsalieren. Wenn ich „Kreuzritter“ als Argument höre, muss ich lachen. Abgesehen davon, dass das Unternehmen der Kreuzzüge unausgegorener Mist war – die Kreuzzüge sind auch nur eine Reaktion auf die gewaltsame Verbreitung des Islam. Man schaue sich mal genau den Umfang der Islamischen Expansion an und dagegen die lahmen Kreuzzüge.

    Das arabische Chaos hat nicht der Westen zu vertreten – das sind immer noch Spätfolgen der Implosion des Osmanischen Reichs. Dass die Briten den Saudis den Steigbügel hielten, hat eigentlich auch nur den Türken geschadet, die im Gegenzug dann aber über Atatürk den Anschluss an die Moderne schafften und somit eher wieder gewonnen haben. Das Adolf mit dem fanatischen Islam geliebäugelt hat, sollte weltpolitisch auch wieder nur den Allierten schaden, war aber ineffektiv. Im Gegenzug gibt es harmlose Formen von Christentum und Islam – die nämlich andere Leute nach Ihrer Fasson glücklich werden lassen und Niemanden damit penetrieren wollen.

    Um das mal über mich klar zu stellen : es gibt für mich keine Menschenrassen; es ist mir egal woher jemand kommt, solange er bewußt keinen Ärger macht. Arschlöcher und Dumme sind ziemlich gerecht über den Erdenball verteilt. Natürlich kann ich besser mit Jemanden um, der meine Sprache spricht und meine Werte teilt; ich gestehe aber auch den Anderen zu, dass sie lernen können – so wie ich lernen muss, wie es bei denen zuhaus zu geht, wenn ich mich dort als Gast bewegen will. Nacktbaden in Saudi Arabien geht gar nicht. In den USA an einem Textilbadestrand übrigens auch nicht.

    Das südlichere Afrika hat jetzt das Nachsehen, weil es denen gefühlt schon immer dreckig ging und Afrika ebenso gefühlt wesentlich weiter weg ist. Auch ist den Deutschen bis auf ein kurzes Kolonieabenteuer Afrika nie so verbunden gewesen, wie anderen Kolonialstaaten. Schätze mal, dass die meisten Menschen Afrika schon als hoffnungslosen Fall abgeschrieben haben und deshalb auf die x-te Hungersnot oder Bürgerkrieg nur noch mit resigniertem Schulterzucken reagiert wird. Haben die nicht gerade schon wieder Ebola am Hacken ?

    Das Glas ist halb gefüllt. Der Optimist sagt, es ist halb voll. Der Pessimist sagt, es ist halb leer. Der Ingenieur sagt, das Glas ist zu groß. Der Bonze sagt, die Anderen sind schuld und leert das Glas.

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