Ubuntu – Kaputtu

Seit Edgy Eft (6.10) nutze ich nun Ubuntu als Desktop OS und jedesmal lese ich mit einem gewissen Unverständnis die blumigen und vor Lob strotzenden Reviews, wenn wieder eine neue Version das Licht der Welt erblickt.

Man sollte doch annehmen, das von Version zu Version die Probleme weniger werden, aber das entspricht irgendwie überhaupt nicht meinen Erfahrungen. Mit jeder neuen Version geht der Kampf von vorne los. Seit 6.10 habe ich mir stets neue Probleme eingekauft, die mir manchmal den letzten Nerv rauben. Dazu muss man sagen, dass ich nicht der größte Linuxguru vor dem Herren bin, und manchmal wie der letzte DAU vor dem PC sitze, wenn es darum geht, ein Linux Problem zu lösen.

Mittlerweile bin ich bei Jaunty Jackalope (9.04) angekommen, und meine Haare werden immer grauer.

Da wäre zum Beispiel der neue PulseAudio Soundserver, der nun schon seit 8.04 dabei ist, und bisher nur Ärger macht. Trotz zahlreich gelesener Tipps und Foreneinträge und voll aufgedrehter Regler (Alsamixer) lässt sich dem System gerade mal eine annehmbare Lautstärke entlocken. Hat irgend jemand von euch vielleicht auch ein Gigabyte GA-MA78G-DS3H Mainboard, und hat es geschafft, dem Realtek ALC889A Chipsatz laute Musik zu entlocken? Ich habe inzwischen aufgegeben. 😦

Eine weitere unendliche Geschichte ist das Adobe Flashplugin, das erstmals mit 8.04 und der Einführung des PulseAudio Soundservers so richtig zicken gemacht hat. Zwischenzeitlich (8.10) hatte ich auf Besserung gehofft, aber mit der neusten Version sind alle Probleme zurückgekehrt. Teilweise miese Performance (100% CPU Last), Browserhänger/Abstürze und Probleme mit gleichzeitiger Maus und Tastatureingabe in Flashspielen. Auch hier habe ich mich an den ganzen Tipps und Tricks inzwischen sattgelesen. Bisher kein Erfolg.

Aus dem Standby wacht mein System nur in 9 von 10 Fällen zuverlässig wieder auf. Hin und wieder kommt es vor, das nach dem Aufwachen scheinbar alles funktioniert, aber offenbar keine Festplatte mehr gefunden wird. Das System läuft dann nur noch im Arbeitsspeicher und kann nur durch einen harten Reset mit Affengriff (Reboot) wieder zur Zusammenarbeit überredet werden.

Als ob das nicht genug wäre, hat GStreamer auf einmal trotz Medibuntu Repository Probleme mit der Wiedergabe von Transport-Stream Dateien (TS), die sich in ruckelnden Videos äußern. Nur der VLC macht hier weniger Probleme, hat sich aber auch schon das eine oder andere Mal verschluckt. Gleiches gilt für DVDs, die manchmal unvermittelt mit einem Bildhänger den Dienst einstellen, und erst nach Neustart der Abspielsoftware wieder weiterspielen.

Compiz Effekte habe ich übrigens schon seit 8.04 ausgeschaltet, weil dort sowohl Videos als auch „Visuelle Effekte“ unter Rythmbox nur unansehnlich flackern.

Soviel zum täglichen Kampf eines semi-erfahrenen Ubuntunutzers, der die Hurra-Reviews auf Ubuntu bald nicht mehr lesen kann.

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4 Gedanken zu “Ubuntu – Kaputtu

  1. Man fragt sich ja schon manchmal, was die Entwickler für Hardware verwenden, daß ihnen sowas nicht auffällt. Mit einem Core-i7 Quad auf dem Board sind die Performance-Probleme des Flashplayers vermutlich vollkommen irrelevant…

    Es gibt aber wirklich zufriedene Ubuntu-Anwender – ich bin einer davon. Allerdings nutze ich Ubuntu „nur“ als Server-Betriebssystem. Dafür habe ich einen relativ alten (und stromsparenden) FSC Scenic-C mit PIII und 2GB RAM unter dem Tisch stehen. Da steckt eine 8GB SLC-Flashdisk als Bootplatte mit Ubuntu Server 8.04 LTS als Betriebssystem drin, eine 500GB-HDD für die Daten ist intern verbaut und eine 750GB USB-Platte fürs Backup hängt noch draußen dran (750GB deshalb, weil da auch die Backups von den anderen Rechnern drauf landen…). Läuft perfekt und ist nebenher noch Mediaserver, dank einer GraKa mit S-Video-Anschluß.

    Mein vorheriges Setup mit SuSE (damals noch ohne die Flashdisk) war ein absolutes Drama dagegen. Ich habe sogar wissentlich PulseAudio nachinstalliert, so kann ich jetzt auch ganz einfach Audio vom Laptop aus per PulseAudio-Plugin über Winamp zum Server und damit zur Anlage schicken…

    In der Firma habe ich mir zwar als „zweiten Bildschirm“ einen Ubuntu-Desktop installiert (als Admin nehme ich mir die Freiheit, in einer 100%-Windows-IT nur um Akzente zu setzen einen Linux-Desktop zu verwenden… :D), ebenfalls mit 8.04 LTS – allerdings ist da die wichtigste Anwendung der Citrix Reciever. Die Anwendungen kommen bis auf Firefox vom XenApp-Server und bedient wird alles per Synergy vom Laptop aus. Ist also fast ein ThinClient. Von dem her bin ich für die Desktop-Version keine Referenz und enthalte mich des Urteils…

    • Man fragt sich ja schon manchmal, was die Entwickler für Hardware verwenden, daß ihnen sowas nicht auffällt.

      Exakt.

      Ich wundere mich immer wieder, warum viele Fehler nicht im Vorfeld der Veröffentlichung einer neuen Version auffallen.

      Mit LTS Versionen gab es bei mir erfahrungsgemäß auch immer weniger Probleme. Deswegen kann ich deinen positiven Kommentar bzgl. 8.04 durchaus verstehen.

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