Englische Weihnachten

Habt ihr durch Zufall schon den neuen T-Mobile Werbespot gesehen?

Deutschtümelei ist mir im Allgemeinen zuwider und sicher will ich auch nicht die BILD Volksfahne wehen sehen, aber wäre es so enorm schwierig gewesen, im Spot ein deutsches Weihnachtslied zu singen?

Nebenbei, wenn man in der Wikipedia explizit nach „Volksprodukten“ sucht, findet sich noch vor der BILD Zeitung der Hinweis auf den Volksempfänger im dritten Reich. Ob die Bezeichnung für die diversen BILD Werbeaktionen wirklich so klug gewählt ist? 😉

Aber zurück zur aktuellen T-Mobile Werbung. Warum würde Sie ihrem im Auto eingeschneiten Lebensabschnittspartner am Telefon ausgerechnet ein englisches Weihnachtslied vorsingen? Verstehe ich erstens nicht und wirkt zweitens vollkommen unglaubwürdig.

Sogar internationale amerikanische Konzerne wie McDonalds (Ich liebe es) werben inzwischen in deutscher Sprache.

Zugegeben, in dem Fall ist es nicht die eigentliche Werbebotschaft (claim), aber trotzdem wirkt das Lied auf mich eher wie ein Fremdkörper und spricht mich dazu auch in keinster Weise an.

Ist das vielleicht ein Zielgruppenproblem? Bin ich nicht mehr hip genug, nur weil mich so ein Weihnachtslied nicht mehr anspricht? Ist es vielleicht sogar schon nicht mehr hip, hip zu sagen? Was ist denn an dieser Stelle aktuell?

Das letzte was ich noch so am Rande mitbekommen habe, ist „phat“, aber das würde sich wohl erbärmlich anhören, wenn es aus meinem Mund kommt.

Was solls, muss ich eben weiter mit der Konkurrenz telefonieren. 😆

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13 Gedanken zu “Englische Weihnachten

  1. Ich finde die Vermarktung des Telefonierens als ach so tolle, gefühlvolle Art der zwischenmenschlichen Kommunikation irgendwie das dämlichste an der Werbung.
    Ist ja schon ’ne Weile zu beobachten – man denke nur letztes Jahr an diesen Bekloppten aus der Vodafone-Werbung, der durch die Stadt gerannt ist und jeden vollgequatscht hat…

    A propos telefonieren: Toll ist ja auch die neue o2-Werbung, wo der Umstand, daß man beim bestimmten Tarif keine subventionierten Handys mehr erhält, als bahnbrechender Vorteil präsentiert wird: „Behalten Sie, was Ihnen lieb ist: Ihr Handy“ oder so ähnlich.
    Herrlich!

  2. @Torsten
    Willst du andeuten, du kennst tatsächlich den Regisseur?

    In dem Fall kannst du ihn ja wirklich fragen, ob dieses Liedchen seine Entscheidung war bzw. ob er mit dem Ergebnis zufrieden ist. 😉

    @OttoKrüja

    … daß man beim bestimmten Tarif keine subventionierten Handys mehr erhält, als bahnbrechender Vorteil präsentiert wird …

    Endlich treffe ich jemanden, der das genauso sieht wie ich. Das nenne ich mal PR.

    Da wird mir nichts, dir nichts das subventionierte Handy abgeschafft, und dann besitzt man doch tatsächlich die Frechheit, das als Dienst am Kunden zu verkaufen.

    Wenn sie wenigstens ehrlich mit den Kunden umspringen würden, hätte ich ja nichts dagegen einzuwenden, aber dass man die Leute wirklich für komplett hirnamputiert hält, um es mit so einer PR Kampagne zu probieren, schlägt in meinen Augen dem Fass den Boden aus.

    @Ecki

    … das ist wie mit “20 % auf alles”

    Außer Tiernahrung, versteht sich.

    Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn mich ein Werbespot nervt, steht felsenfest sicher, dass ich das beworbene Produkt nicht mal mit einer Kneifzange anfassen würde.

  3. @Martin:
    Die Firma, in der ich arbeite hat die Postproduktion gemacht. Sowohl für den „Bekloppten […] der durch die Stadt gerannt ist und jeden vollgequatscht hat…“ als auch für die T-Mobile-Spots. Kennen wäre also übertrieben. Ich habe als IT-ler seine E-Mailadresse eingerichtet … Mit Glück treffe ich ihn auf der Weihnachtsfeier, aber das ist eher unwahrscheinlich weil er in der Berliner „Filiale“ arbeitet und ich in Hamburg. 🙂

    Ja, die Werbung. Obwohl ich ja in der IT gelandet bin, habe ich ein Soziologie-Studium hinter mir (Frag‘ nicht …) und da geht mir einiges an Gedanken durch den Kopf, wenn ich sehe, was wir so schneiden und nachbearbeiten müssen. Manchmal tut es echt weh, was da verbrochen wird. Aber den Kunden kann man sich nicht immer aussuchen und die angesprochenen Spots sind noch harmlos. Ich könnte da noch ganz andere Geschichten erzählen …

    Kennst Du eigentlich die Rubrik „Flop der Woche“ (bzw. die unspannendere „Top der Woche“-Rubrik) bei Horizont.net?

    Gruß, Torsten

  4. Na dann lass uns mal hoffen, der Berliner Kollege taucht überraschend auf der Hamburger Weihnachtsfeier auf. 🙂

    Kennst Du eigentlich die Rubrik “Flop der Woche” (bzw. die unspannendere “Top der Woche”-Rubrik) bei Horizont.net?

    Nein, die ist mir bisher entgangen, aber ich habe gerade mal einen Blick reingeworfen.

    Sieht nach einer ergiebigen Quelle für einen frustrierten Fernsehzuschauer wie mich aus. 🙂

  5. frustrierten Fernsehzuschauer

    Sind wir das nicht alle? Oder sollten es zumindest sein? 😉

    BTW, hast Du heute Abend Switch Reloaded gesehen? Mit einem Cameo von „Das Fernsehlexikon“ von Stefan Niggemeier, dessen Blog sich ja auch in deiner Blogroll befindet …

  6. Nein, leider nicht gesehen. Aber den Artikel in Stefan Niggemeiers Blog habe ich gelesen, und mich anschließend geärgert, dass ich es verpasst habe.

    Switch Reloaded ist auffallend gut geworden in letzter Zeit, oder ist das nur mir aufgefallen? Haben die einen neuen Gagschreiber, Regisseur?

  7. Die Werbung insgesamt ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Die einzige Werbung, die mich in den letzten Jahren wirklich angesprochen hat, waren die „Abenteuerland“-Werbespots von ThyssenKrupp. Das war zwischenrein eine erfrischende Ausnahme.

    Ansonsten empfinde ich die heutige Werbung einfach nur als nervtötend, egal, was beworben wird. Werbung ist heute einfach nur noch laut und bunt. Wenns doch nur mal wieder sowas wie damals das HB-Männchen gäbe. Da hat das Zusehen Spaß gemacht…

  8. Da hast du leider recht. Der letzte Werbespot, der mir noch angenehm in Erinnerung ist, war der von Apollo Optik mit der Osterglocke.

    Ansonsten ist mir nur noch die „Wir lieben Lebensmittel“ Kampagne von Edeka aufgefallen. Wobei da der Werbespot mit der Wirklichkeit kollidiert, wenn man in der Wursttheke des lokalen Edekamarktes die vertrockneten, Trauerränder am Wurstaufschnitt betrachtet.

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