Ausgekocht

Wenn ich noch eine Koch-, Promi- oder Dinnershow, noch irgend einen Rezeptvorschlag oder auch nur irgendeine Sendung die im entferntesten etwas mit der Führung eines Restaurants zu tun hat, im Fernsehen sehe, kotze ich in eine Omlettpfanne und schicke das ganze samt Rezeptvorschlag an die Zuschauerredaktionen von Deutschlands Fernsehsendern.

Im Ernst. Wollt ihr mir die Birne weichkochen? Findet ihr nicht, ihr habt den Bogen langsam überspannt?

Die ganze Welt redet im Moment über die Finanzkrise und ihre Auswirkungen. Wo aber bleiben die Berichte über die seit Jahren grassierende TV Krise? Wo bleiben die Zeitungsartikel über dreiste Programmverantwortliche, die angesichts unterirdischer Programmqualität noch die Frechheit besitzen, einen Jahresbonus einzufordern und mit astronomischen Rentenansprüchen in eine ungefährdete Zukunft blicken? 😉

Langsam muss doch wirklich jedes Gericht mindestens 200 mal gekocht sein. Jeder B-, C- und D-Promi muss doch jeden Artgenossen schon mindestens einmal in den eigenen vier Wänden bekocht haben.

Ich flehe euch an. Macht endlich Schluß mit der ganzen Kocherei. Man kann überhaupt nicht mehr unbedarft sein TV Gerät einschalten, ohne gleich wieder in eine Starkochvisage zu blicken, die gerade frisch geschöpftes Meersalz in eine Pfanne träufelt.

Zurück zur Programmvielfalt flehe ich auf Knien. Ansonsten werde ich wohl demnächst eine Fernsehzuschauerinteressenvereinigung gründen müssen, die sich mit Nachdruck für die Einführung eines neuen Warnzeichens einsetzt, und Deutschlands Fernsehsender dazu zwingt, Niederqualitätsprogramme neben dem Senderlogo zusätzlich mit diesem auszuzeichnen. 😆

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Puh, so viel Polemik musste mal sein. Der Start der neuen Reihe „Mein Restaurant“ mit Christian Clerici hat für mich das Fass einfach zum überlaufen gebracht. Mit Kopfschütteln ist das ganze schon lange nicht mehr zu ertragen.

Bei der Qualität des frei empfangbaren Fernsehprogramms frage ich mich, warum Premiere so einen kleinen Kundenstamm hat. Die jetzige Situation wäre doch eine prima Ausgangslage, um mit einer guten Programmreform und anpasster Werbestrategie die ganzen frustrierten Zuschauer als Kunden zu gewinnen.

Bei meinem Glück passiert aber genau das Gegenteil und Premiere erwägt gerade die Einführung eines neuen Spartenkanals, der sich den ganzen Tag ums Kochen und Dinieren dreht. 😉

So wird es wohl nichts mit dem Abo.

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6 Gedanken zu “Ausgekocht

  1. Wer sowas wie tvgusto unbedingt braucht – naja. Wobei – mir wäre es eigentlich am liebesten, wenn es für jedes Thema, jede Serie, etc. einen eigenen Kanal gäbe.

    Dann könnte ich den Müll, den ich nicht will, einfach aus der Favoritenliste löschen und mir aus dem Rest meinen Lieblingsmix zusammenprogrammieren… Mit dem Mischprogramm ist man auf Gedeih und Verderb den Programmdirektoren ausgeliefert.

    Aber ich kann Dich beruhigen, Premiere ist im Moment noch garantiert kochmützenfreie Zone. 😀

    Ubrigens schaue ich mittlerweile mehr Premiere als „normale“ Programme – einfach weils werbefrei ist und mir das Angebot mehr zusagt. Wer wie ich als Lieblingskanäle Discovery und Animal Planet gemixt mit SciFi sowie ein bischen Disney Channel und Fox hat, bekommt meistens ein gutes abendfüllendes Programm zusammen, das es bei den „freien“ so sowieso nie geben wird. Ab und an einen guten Film auf Premiere 1-4 oder auch mal einen kostenpflichtigen auf Premiere Direkt nehme ich natürlich auch mit – bei den Filmkanälen sind die Wiederholungen allerdings doch sehr häufig…

    Gäbe es „Dr. House“ und „Genial daneben“ nicht, würde ich unter den „freien“ eigentlich nur noch die ÖR und ab und an N24 anschauen.

    Wer allerdings lieber seichte Ware wie Kochsendungen, Gerichtsshows usw. sieht, hat vom Abo nicht viel…

  2. Hallo trekkie 🙂 ,

    für jede Serie einen Kanal gibt glaube ich die Bandbreite nicht her. Ansonsten ist die Idee aber nicht schlecht.

    Der Wunsch, sich sein Programm selbst zustammenzustellen ist ja jetzt schon Realität. Mit ein Grund, warum jüngere Zuschauer ins Web auswandern.

    Auf lange Sicht wird das auch der Untergang des Fernsehens werden, wenn die Verantwortlichen keine Antwort darauf finden. Die Leute wollen die Freiheit der eigenen Programmgestaltung.

    Siehe TiVo in Amerika.

    Im Moment wird das Phänomen hier in Europa noch stark bekämpft, weil man damit die Werbeblöcke überspringen könnte.

    Ähnliches sieht man übrigens in der Musikindustrie. Stichwort ITunes und der Untergang von Musikalben. Jüngster Fall ist das Album „Black Ice“ von AC/DC.

    Kultrocker AC/DC boykottieren iTunes

  3. Mittlerweile hab‘ ich hier im Kabel über 400 Sender. Davon sind 350 Müll (wer schaut sowas wie „Wein TV“?). Also könnte man schon mal 300 Serien abbilden. Dazu dann noch 50 Filmkanäle. 😀

    OK, Scherz beiseite. Für jede Serie ein Kanal ist natürlich unrealistisch. Aber es wird sich was ändern müssen, ewig werden die Leute dieses Schrottprogramm sicher nicht mehr anschauen…

  4. wer schaut sowas wie “Wein TV”?

    Alkoholiker? 😉

    Ist vielleicht wie mit einem Porno der Lust auf Sex macht. 😆

    „Ja, du kleiner Rothschild,
    komm lass deinen Korken knallen.“

    „Zeig mir dein Etikett“

    „Dein schlanker Flaschenhals …“

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