Verchromter großer Bruder

Versteh einer die Menschen. Was müssen wir nicht in letzter Zeit alles über Datenmißbrauch lesen. Da werden munter die persönlichen Daten der Bundesbürger verhökert, und die Skandalschreie werden ein ums andere Mal lauter, aber kaum wirft Google einen neuen Browser auf den Markt, überschlägt man sich teilweise vor Lobeshymnen.

Beruhigend finde ich die jetzt stattfindende Diskussion um die EULA, die mit Googles Chrome einhergeht.

Mir kommt dieses Monstrum auf alle Fälle nicht auf die Platte. Nicht mal wenn es potenzsteigernd wäre und gleichzeitig noch Krebs heilen könnte.

Schon vor langer Zeit habe ich mir eine Google Diät verpasst und beschränke meinen Googlekonsum auf die Suchmaschine. Übrigens auch einer der Gründe, warum ich mich damals für einen WordPress.com Account entschieden habe, statt auf die seinerzeit populäre Blogger.com Plattform des Suchmaschinenriesen zurückzugreifen.

Das der Browser nun Chrome heißt, was für eine Ironie. Weiß doch jeder, das man auf Chrom ständig seine Spuren hinterlässt. Da kommt man mit dem Putzen und Polieren doch kaum hinterher. Diverse Autotuner können wahrscheinlich ein Lied davon singen. 😆

Ich warte schon sehnsüchtig auf das erste Surfspurenvernichter Addon, das dann wahrscheinlich auf den schicken Namen „Chrome Polish“ hören wird.

Update ( 10.09.2008 ):

Auf die Idee mit Chrome Polish ist bis jetzt noch niemand gekommen, aber die entsprechende Software, um Chrome das „nach Hause telefonieren“ abzugewöhnen, gibt es anscheinend schon.

Kill-ID für Chrome
UnChrome

Dann wird „Chrome Polish“ eben doch das polnischen Sprachpaket für den Chrome Browser werden. 😆

Advertisements

6 Gedanken zu “Verchromter großer Bruder

  1. Als ich von Chrome das erste Mal hörte wollte ich den Browser erst sofort runterladen und einen Erfahrungsbericht posten. Aber ich bin am Release-Tag aus irgendeinem Grund nicht mehr dazu gekommen und am nächsten Tag hatte ich keinen Bock mehr drauf! Dann habe ich nachgedacht und mir sind genau die gleichen Gedanken durch den Kopf gegangen. Außer Google als Suchmaschine nutze ich nur noch Picasa. Was soll’s? Wenn ich mich bei Flickr anmelde, ist es aus datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten auch nichts anderes.

  2. Hallo Roman,

    … und am nächsten Tag hatte ich keinen Bock mehr drauf!

    Ich hab auch lange überlegt, ob ich was dazu schreiben soll, da die Blogosphäre zu dem Zeitpunkt schon am Thema „Chrome“ zu explodieren drohte. 😉

    Dann hatte ich allerdings die Idee für diese kleine Grafik und wollte natürlich einen Text dazuschreiben, weil sie sonst vielleicht nicht verstanden wird. 🙂

    Wenn ich mich bei Flickr anmelde, ist es aus datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten auch nichts anderes.

    Das stimmt. Kritisch wird es in meinen Augen allerdings, wenn man mehrere Dienste des gleichen Herstellers nutzt.

    Würdest du also gleichzeitig über Yahoo das Web durchsuchen, dort deine Mails & Fotos verwalten, und dazu noch ein Blog dort führen, wäre das genauso bedenklich wie im Fall Google.

    Wenn man sich das mal vorstellt. Die kennen deine E-Mails, wüßten durch dein Blog, was in deinem Leben los ist und hätten per Flickr noch den Bildbeweis. Da fehlen eigenlich nur noch die Bankdaten. Ich wette mal, die wissen jetzt schon mehr als jeder Geheimdienst. 😆

  3. Ja, das kann einem schon manchmal Angst machen. Aber was soll es? Die Alternative wäre, sich ganz vom Internet fernzuhalten, um keine Spuren zu hinterlassen – ich werde immer Spuren im Internet hinterlassen, egal was ich mache.

    Mich ganz vom Internet fernzuhalten, ist für mich aber keine Alternative – die Vorteile überwiegen aus meiner Sicht eindeutig.

  4. Verlange ich ja gar nicht. 🙂

    Ich rate nur immer, die eigenen Aktivitäten auf verschiedene Plattformen bzw. unterschiedliche Hersteller zu verteilen.

    Das ist es nämlich was Google so gefährlich macht. Die umfassenden Profile, die man aus den Logs der verschiedenen Produkte stricken kann.

  5. Grundsätzlich richtig.

    Aber wenn ich meine Aktivitäten und damit Spuren auf mehrere Anbieter verteile, ändert das an der Tatsache selbst doch nichts, das ich Spuren hinterlasse. Ob es da nun einen Datenmonopolisten gibt oder nicht – ich bin gläsern.

    Eine solche Aufforderung habe ich auch nicht herausgelesen. Aber aufgrund des oben geschilderten Sachverhaltes ist ein vollständiges Fernhalten aus dem Internet für mich die einzige Möglichkeit dem ganzen Datensammeln von Google & Co. zu entgehen. Stattdessen mache ich es denen leicht und melde mich sogar noch freiwillig bei StudiVZ und Last.FM an. Warum? Weil es mir Spaß macht und für mich die Vorteile überwiegen.

  6. Aber wenn ich meine Aktivitäten und damit Spuren auf mehrere Anbieter verteile, ändert das an der Tatsache selbst doch nichts, das ich Spuren hinterlasse.

    Logisch.

    Aber so liegen die Daten zumindestens nicht in den Händen eines Anbieters, der sie ganz leicht miteinander verknüpfen könnte.

    Außerdem kann man ja immer noch entscheiden, welche Informationen man im Einzelnen preis gibt.
    Ich verwende z.B. generell immer eine seperate Mail Adresse, andere Benutzernamen und auch bei den sonstigen Angaben ist man ja nicht direkt zur Wahrheit verpflichtet. 😉

    Wofür benötigt ein Forenbetreiber bitte meine Adressdaten, Geburtsdaten…? Wenn ich das Gefühl habe, diese Daten sind im jeweiligen Fall nicht erforderlich, habe ich mir schon immer die Freiheit herausgenommen, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s