Liebesüberprüfung

Man mag ja von Astrologie halten was man will *räusper Humbug räusper*, aber wenigstens ist die Sache noch so pseudowissenschaftlich, daß eine dementsprechend erfahrene Person anhand der Planetenkonstellation ein passendes Diagramm aller in den jeweiligen Häusern stehenden Himmelskörpern erstellen kann. 😉

Was sich da allerdings seit einiger Zeit in den unteren Bildhälften verschiedener Musiksender abspielt, entzieht sich vollkommen meiner Erkenntnis.

Der Dank unseres Schulsystems systematisch verblödete, junge Mensch schickt den eigenen Vornamen mit dem seiner/seines Geliebten per SMS an eine bestimmte kurze, knackige Nummer und ein „magisches Orakel“ ermittelt aus dieser Namenskombination eine ebenso magische Prozentzahl.

Diese Maßzahl steht offenbar für die körperliche und geistige Kompatibilität zweier Liebender. Weiterführende Informationen gibt es in der Regel in Form von schwulstigen Erklärungen, die genauso gut einem Glückskeks entsprungen sein könnten.

Seit wann bestimmt mein Vorname über mein Liebesleben oder schickt mich in die Lebenskrise? Werden diese Angaben für eine Eheannulierung bei Gericht anerkannt? Nach welchen Gesetzmäßigkeiten wird diese Maßzahl ermittelt? Spielt da mehr als der bloße Zufall mit?

Ich weiß nur soviel, wenn meine bessere Hälfte eine Satz mit den Worten „Unser Lovecheck auf …“ beginnen würde, stünde ich entweder vor dem Garderobenschrank um mir die Jacke anzuziehen, da ich mental schon auf halbem Weg zum Scheidungsrichter wäre, oder ich würde hektisch in den Gelben Seiten nach einem Möbelpacker blättern, da sich je nach Besitzverhältnissen entweder Sie oder ich eine neue Bleibe suchen müßte.

Wer bezahlt ernsthaft 1,99 € pro SMS für solche Informationen und viel wichtiger, ist diese Person auf den geistigen Gesundheitszustand hin untersucht worden?

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8 Gedanken zu “Liebesüberprüfung

  1. Das erinnert mich dann doch weit entfernt an so Kinderspielchen in der Schule, in denen die Buchstaben durchgezählt wurden und dann nachher eine Prozentzahl rauskam, die einem sagte ob man zusammen passt *rofl*.
    Das war aber billiger. Wenn man das Papier, die Tinte, die Abnutzung am Schreibgerät zusammenrechnet, dann komme ich auf ca. 5 cent??? Ok, das war dann nicht das rausgerissene Stück Papier aus dem Vokabelheftchen :-D, das war schon was besseres dann.
    Aber da gabs keine so schönen Erklärungen zu dem Ganzen wie bei diesen „hochwissenschaftlichen“ *röchel* Informationen ;-).

  2. Aus dem Blickwinkel hab ich es noch gar nicht betrachtet.

    Könnte man in dem Fall dann nicht die Bezahlung wegen beschränkter Geschäftsfähigkeit verweigern? 😉

    Wenn man so doof und verklärt durch die Welt rennt, kann man doch nicht voll zurechnungsfähig sein.

  3. Ja, doch, das kenn ich auch, wie es Silke beschreibt, liegt also nicht nur am anderen Geschlecht (wobei ich doch Schiffe versenken bevorzuge). Ich hatte auch das gleiche Gefühl des Zusammenhangs, und für mich als angehenden Informatiker wär es auch ein leichtes, dafür ein kleines passendes Programm zu schreiben. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass das nur per Zufallsgenerator entschieden wird.

    Naja, zu deinem „Beispiel“: Passen Jamba und Martin zusammen?

    J = 1
    A = 3
    M = 2
    B = 1
    R = 1
    T = 1
    I = 1
    N = 1

    (Hoffe, das Prinzip wird schnell deutlich)

    13211111

    (Nun die erste und die letzte, die zweite und die vorletzte, etc., Zahl addieren; wiederholen bis eine Zahl von 1 bis 100 übrig bleibt)

    2432

    47 => 47 %
    Also, wie du siehst, werdet ihr euch tatsächlich nicht wirklich nahe kommen. Schulisch gesehen ist das durchgefallen.
    Meinen Glückwunsch für dich! Wer braucht schon JAMBA?!

  4. Man lernt wirklich nie aus. 🙂

    Vielen Dank für deinen informativen Einblick. Sieht schlüssig aus.

    … und für mich als angehenden Informatiker wär es auch ein leichtes, dafür ein kleines passendes Programm zu schreiben.

    Interessanter wäre ein Programm, in das ich meinen Vornamen eingebe, und es mir ausspuckt, welchen Vornamen mein Idealpartner haben dürfte.

    Würde doch einiges vereinfachen und die Auswahl stark einschränken. 😆

    Falls allerdings jemand von Jamba hier mitliest, musst du dich beeilen, da es sonst spätestens nächste Woche als JAMBA Partnerorakel schon 1,99 €/SMS kostet, das herauszufinden. 😉

    Etwas beunruhigend finde ich, das ich für mich allein nur auf 42% komme.

    MARTIN → 111111 → 222 → 42 → 42%

    Folglich wäre ich mit Jamba immer noch besser dran, als wenn ich Single bleiben würde. 😯 😉

  5. Ich weiß nicht was mich mehr beunruhigt.

    Entweder die Tatsache, das ich schwul werden und jemand mit dem gleichen Vornamen finden muss, oder dass ich nur mit mir selbst das wahre Glück finde. 😉

    Wenigstens kenne ich jetzt den Vornamen meiner rechten Hand. 😉 😆

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