*Piep* happens

Wer schon einmal amerikanisches Fernsehen gesehen hat, dem wird bereits das eine oder andere Piepen aufgefallen sein.

Mit Vorliebe werden die berühmt markigen Wörter wie shit und fuck melodisch verfremdet. Bestes Beispiel war die MTV Serie The Osbournes, wo fuck und fucking inflationär oft gebraucht wurden, um eine anständige, innerfamiliäre Unterhaltung zu führen. Da verkam eine Folge schnell mal zu einem melodischen Pfeifkonzert. 😉

Zu meinem Erstaunen ist es anscheinend auch verboten God oder Jesus Christ (dschieses kreist) von sich zu geben, wenn eine Kamera auf jemanden gerichtet ist.

Gibt es denn irgendwo eine Liste, die aufführt, was ein Amerikaner im heimischen Fernsehen nicht von sich geben darf?

Als es vor einigen Tagen wieder mal in einem YouTube Video piepte hatte ich spontan eine lustige Idee.

Man stelle sich vor, auf der Wiese vor dem Weißen Haus in Washington D.C. landet aufgrund unseres technischen Fortschritts ein Alien um (Achtung: StarTrek Terminus) den ersten Kontakt herzustellen. Das gute Wesen steigt also aus, schreitet die Rampe herunter und nähert sich dem aufmarschierten Empfangskomitee aus hochrangigen Politikern.

Nach kurzer beiderseitiger Begrüßung erklärt das Wesen, man hätte nun lange Jahre das irdische Fernsehprogramm studiert um unsere Kultur und Sprache besser kennenzulernen. Dabei fügt es in jeden seiner Sätze an geeigneter Stelle ein markantes Piep mit ein, das sich dank hochentwickelter Stimmbänder natürlich exakt so anhört wie im Fernsehen wahrgenommen. 😉

Auf die verwunderte Frage, was es mit dem seltsamen Piepen auf sich hat, entgegenet unser außerirdischer Freund, dass die eigenen Sprachwissenschaftler nach jahrelanger Forschung zu dem Schluß gekommen sind, das schrille Geräusch hätte die Funktion eines Pronomen oder diene zumindest der sprachlichen Ausschmückung. 😆

Hat man so etwas schon mal in einer amerikanischen Komödie gesehen? Falls ja, wäre ich für den Filmtitel dankbar.

Wer übrigens mal eine amerikanische Fernsehsendung sehen will, in der unverpiept aus dem reichen Spektrum amerikanischer Schimpfwörter zitiert wird, sollte beispielsweise einen Blick auf die HBO Sendungen von George Carlin werfen.

Das Bühnenprogramm „Jammin‘ In New York“ wurde bereits 1992 aufgezeichnet. Da aber George W. Bush wie schon sein Vater George H. W. Bush einen Irakkrieg geführt hat, wirkt das ganze erstaunlich zeitlos. Zur Entwarnung sei gesagt, dass der Irakkrieg nur einen kleinen Teil des Programms ausmacht. Also umbedingt komplett anschauen. 🙂

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4 Gedanken zu “*Piep* happens

  1. Zu meinem Erstaunen ist es anscheinend auch verboten God oder Jesus Christ (dschieses kreist) von sich zu geben, wenn eine Kamera auf jemanden gerichtet ist.

    Man darf in den Staaten meines Wissens nach auch nicht das Wort condom im TV aussprechen, geschweige denn eines zeigen (wie das mit der öffentlichen Benutzung desselben ist, weiß ich jetzt leider nicht^^)

    Ich mag amerikanische Redesendungen aber nicht – für mich toppen die in Puncto Niveaulosigkeit sogar noch unsere einheimischen Britt, Geissen & Co.!

  2. Hallo christoph,

    das klingt ja fast so, als hätte die katholische Kirche da ein Wort mitzureden, wenn man nicht über Kondome sprechen kann. Dann wundert mich allerdings, warum „Jesus Christ“ ausgepiept wird.

    Könnte natürlich auch sein, das in dem Fall der Vertreter einer anderen Glaubensgemeinschaft seine Finger im Spiel hat. 😉

  3. Hallo trekkie,

    ein bisschen wundert mich die Piepserei auch. Passt irgendwie überhaupt nicht zu „land of the free“.

    Ich kann nur hoffen, das so etwas bei uns nie Einzug hält. Wobei, zuzutrauen ist es unseren Politikern.

    Wenn so etwas kommt, dann bestimmt aus Richtung Familienministerium im Rahmen des Jugendschutzes. Könnte ich mir zumindest vorstellen.

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