Briten haben Talent

Sie suchen wieder, die Briten. Zur Zeit läuft die zweite Staffel der Talentshow Britain’s Got Talent.

Wie letztes Jahr erhält der Gewinner neben einem 100.000 Pfund Scheck die Chance, in der Royal Variety Show, also vor königlichem Publikum aufzutreten. In diesem Jahr wird Prince Charles die royale Prominenz sein.

Wer sich ein bisschen im internationalen Fernsehen auskennt, wird sich sicher noch an den Gewinner der letzten Staffel erinnern. Der Glückliche war damals Paul Potts.

Bis zu diesem Zeitpunkt hielt ich die Behauptung, daß Briten schlechte Zähne haben, für genauso stereotyp wie die vom lederhosentragenden Deutschen, der in seiner Freizeit gerne marschiert. Jetzt frage ich mich ernsthaft, wo die ganzen Lederhosenträger ständig aufmarschieren. 😉

Auch dieses Jahr haben die laufenden Vorausscheidungen schon wieder ein paar aussichtreiche Kandidaten zu Tage gefördert. Exemplarisch zwei Beispiele.


Dabei geht es mir vordergründig gar nicht um das Talent der Kandidaten, sondern viel mehr um das der britischen Fernsehmacher.

Die Frage ist sicherlich nicht zum ersten Mal gestellt worden, aber warum schaffen es deutsche Fernsehmacher nicht, so ein Showformat ähnlich gefühlvoll/gelungen auf die Mattscheibe zu bringen?

Wieso muss bei Talentfragen eigentlich automatisch Dieter Bohlen mit in der Jury sitzen? Wenn ich das zum Beispiel mit DSDS vergleiche, frage ich mich immer, was hat „Britain’s got Talent“, was deutschen Shows fehlt?

Ist es die Inszenierung, die Emotionen, die Qualität der Jury, das richtige Studiopublikum oder doch das fehlende, deutsche Königshaus, vor dem ein Auftritt eine Ehre wäre? Bei der Aussicht auf eine Gesangseinlage vor unserer Kanzlerin Frau Merkel durchströmt mich jedenfalls im Moment kein Anflug von Patriotismus. 😆

Ist es doch ein Mentalitätsproblem? Ist DSDS die deutsche Idealvorstellung einer Talentshow und ich bin einer der wenigen, der das nicht einsehen will. Handelt es sich womöglich um das berühmte Geisterfahrersyndrom?

ACHTUNG: Auf der A3 kommt Ihnen zwischen Köln-Dellbrück und Kreuz Köln-Ost ein Geisterfahrer entgegen.
Was einer? – Hunderte.

Warum sehe ich mir drei Mal lieber einen qualitativ schlechteren YouTube Clip an, als auch nur versehentlich in eine der deutschen TV-Talentschmieden reinzuzappen?

Eines steht für mich jedenfalls fest. Wenn es um Talentshows geht, muss ich sagen: Britain’s got Talent.

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4 Gedanken zu “Briten haben Talent

  1. Der britischen Show fehlt was (bzw. besser: jemand) – das ist das Geheimnis, warum die es besser können.

    DSDS ist auf Bohlen-Niveau. Das ist das Problem. Dazu noch hält er sich für was besseres, ohne es wirklich zu sein und benimmt sich mitunter unmöglich. Der geistige Horizont ist nun mal der Abstand zwischen Brett und Kopf, da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Vermutlich lynchen mich jetzt die Fans, aber alles was H. Bohlen produziert klingt zudem noch irgnedwie gleich (gut oder schlecht, je nach Geschmack) – egal ob Modern Talking, C.C. Catch oder die DSDS-Sieger. Da kommt dann eben auch nicht viel neues, das die Charts im Sturm erobert, hinterher.

  2. Die „Verbohlung“ würde zumindest den Qualitätsstandard bei RTL erklären, aber was ist mit den Pendants bei den anderen Sendern?

    Diese Shows sind doch keinen Deut besser. Da muss noch irgend etwa anderes mitspielen. Wahrscheinlich ist es Kostendruck.

    Alles muss nur noch billig produziert werden. Das sehe ich an so vielen Stellen. Bestes Beispiel – Automagazine.

    Wenn man einmal das britische TopGear gesehen hat, kann man über das deutsche PS-Fernsehen nur noch müde lächeln.
    Siehe z.B den Beitrag über den Veyron Top Speed Test: http://youtube.com/watch?v=9hEZc4JMMsk

  3. Hmm… Bohlen hats vorgemacht und alle anderen haben kopiert? 😀

    Nee, im Ernst: Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte. Einerseits ist es bei den Casting-Shows sicher das schlechte Vorbild Bohlen, andererseits ist auch die Sparwut deutscher Sender nicht unschuldig. Ach ja – und vermutlich hat auch die komplett andere Mentalität der Briten ihren Anteil…

    Den Veyron Speed-Test kenne ich schon, das ist eine super Aktion gewesen. ver mutlich beschreibt kein anderer Satz deutschland so treffend wie der, den er losläßt, bevor er den Schlüssel in das Zusatz-Schloß steckt, das das Auto für die 400km/h bereitmacht: „This is Germany. There are Procedures to go through. I like Procedures.“ 😀

    Ach ja, wer das Veyron-Video liebt, sollte auch das der MTT Y2K gesehen und (vor allem) den Artikel der BikerSzene gelesen haben:


    bikerszene.de – MTT-Y2K-Superbike-Gasturbinenmotorrad

  4. Talentshows sind schon länger ausgelutscht. Das zieht man jetzt noch solang es sich wirtschaftlich auszahlt weiter und dann werden diese grässlichen Formate hoffentlich wieder von der Mattscheibe verschwinden.

    Warum können das die Deutschen ohnehin nicht richtig? Weil sie Deutsche sind und schon die Mentalität eine ganz andere ist, man ist nicht so empfänglich für Dinge, die im Niveau etwas höher (und damit definitiv weit über Herrn Bohlen) stehen, weil man die Glotze sowieso nur zum Entspannen anmacht. Dafür wird in Deutschland mehr Bier getrunken, ist doch auch etwas, oder? 🙂

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