Werbung – Realität

Wer wäre heutzutage noch sonderlich überrascht, wenn man ihm/ihr sagen würde, dass in der Werbung schamlos gelogen wird? Wer schreit schon laut „Skandal“, wenn man die braune Schlacke, die sich unter unappetitlichen Geräuschen klumpenweise aus dem Glas befreit, mit dem makellosen Abbild der original italienischen Pastasauce auf der Verpackung vergleicht?

Längst haben wir uns doch damit abgefunden, das jegliches Fertiggericht in Aussehen, Geschmack und Konsistenz heute kaum noch von einer Dose Hunde- oder Katzenfutter unterschieden werden kann. Hauptsache man muss nicht viel kochen, und es macht einigermaßen satt. 🙂

Gerade weil das so ist, möchte Samuel Mueller sein Kunstprojekt Werbung gegen Realität nicht als Diffamierung oder Anprangerung dieser Umstände verstanden wissen. Es ist lediglich eine vergleichende Gegenüberstellung des Verpackungsinhalts mit dem auf ihr aufgedruckten Produkt.

Ein Vergleich zwischen der Mahlzeit, wie sie in einer perfekten Welt auszusehen hat, und dem was uns da entgegenblickt, wenn wir den Aluminiumdeckel abreißen oder die Dose aufmachen.

Fototechnisch kunstvoll in Szene gesetzt. 😀

Ich finde es erstaunlich wie groß die Unterschiede bei einigen Produkten ausfallen. Bei diesem Heringssalat würde ich mich jedenfalls fragen, ob da in der Fabrik nicht eventuell etwas falsch abgefüllt worden ist. 😆

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12 Gedanken zu “Werbung – Realität

  1. Wow. Das ist ja erschreckend. Zum Glück gibts bei mir wenig aus der Dose bzw. überhaupt wenig Fertiggerichte.

    Aber es läßt hoffen, daß wenigstens ein paar Produkte dem Verpackungsaufdruck doch noch ähnlich sehen. Meistens sind es allerdings die Schoko- oder Müsliriegel…

  2. Sehr guter Link. Ich möchte noch hinzufügen, das sich häufig nicht nur bei der optischen Erscheinung, sondern auch bei der Füllmenge Ernüchterung einstellt …

  3. … aufgrund eben dieser Tatsache (Pampe) kaufe ich nahezu keine Fertiggerichte.
    Denn auch geschmacklich oft unterste Lade.
    Und auch andere Lebensmittel driften leider immer mehr ab. LEIDER. 😦

  4. Hm. Gerade bei den Salaten geben doch die Bilder einen groben Überblick über die Zutaten in dem Salat. Ich kann sofort erkennen: Aah, Ei is drin, Hühnchen und – iih – Ananas.
    Das ‚wahre‘ Gesicht des Salates kann ich eh sehen, da diese meist in durchsichtigen Verpackungen anzutreffen sind.

    Dann kommt hinzu, daß die Vergleiche hinken. Der Fotograf hätte sich schonmal die Mühe machen müssen, den Mikrowellenfraß aus den Kammerverpackungen rauszunehmen und auf einen Teller zu legen.
    Denn – in der Verpackung fallen die schweren Stückchen nach unten und man sieht natürlich nur die Soße, ja dann ist es kein Wunder, daß alles pampig aussieht.
    Auf dem Teller fließt jedoch die Soße nach unten und da sieht’s dann schon anders aus.

    Und zu guter Letzt: Friert oder ‚tuppert‘ mal Euren Sonntagsbraten ein…

    Das einzige, was diese Fotostrecke zeigt, ist, wie schrecklich lieblos die „frisch“ zubereiteten Produkte (Burger) ggü. ihren Fotopendants aussehen. Aber das wussten wir alle eh schon.

  5. Pingback: Werbewahn » Werbung vs. Wirklichkeit

  6. @Martin
    Gern geschehen.

    Da das Projekt wirklich wie die berühmte Faust aufs Auge zu eurem Blog passt, habe ich natürlich auch überhaupts nichts gegen die „einfache Übernahme“ einzuwenden. 😀

    @trekkie

    Meistens sind es allerdings die Schoko- oder Müsliriegel…

    Stimmt. Offensichtlich kann man bei „festen“ Nahrungsmitteln weniger falsch machen.

    @romanmoeller

    … sondern auch bei der Füllmenge Ernüchterung einstellt …

    Das sollte doch aber meistens nur eine optische Täuschung sein, oder?
    Auf den Packungen steht zumindestens meistens:
    „Die Füllhöhe schwankt transportbedingt“

    Der Inhalt wird doch in der Produktion immer abgewogen. Oder sprichts du von dem Mengenunterschied zwischen Packungsinhalt und aufgedrucktem Produkt?

    @Wilfried

    Und auch andere Lebensmittel driften leider immer mehr ab.

    Hast du da ein konkretes Beispiel?

    Es soll ja schon die eine oder andere Rezepturänderung gegeben haben, aber alles was mir bisher geschmeckt hat, schmeckt eigentlich immer noch.
    Wenn, dann habe ich immer das Problem, daß bestimmte Produkte, die ich mochte, von heute auf morgen aus dem Sortiment genommen wurden. Echt ärgerlich.

    Mein Lieblingsmüsli aus der Kindheit gab es zum Beispiel auf einmal nicht mehr.

    @OttoKrueja

    … , den Mikrowellenfraß aus den Kammerverpackungen rauszunehmen und auf einen Teller zu legen.

    Wobei man den „Fraß“ ja nach dem Aufwärmen wirklich aus der Kammerverpackung essen soll. Ich habe das jedenfalls nie auf einen Teller gegeben.

    Aber das wussten wir alle eh schon.

    Da gebe ich dir natürlich recht. Sicher wissen wir das alle. Deswegen ist es ja auch kein großer Skandal. 🙂

    Trotzdem ist es eine nette, einfache Idee, die gut umgesetzt wurde. Muss man auch erstmal drauf kommen.
    Zumindest geht es mir bei solchen Seiten immer so, daß ich denke:
    „Da hättest du auch selber drauf kommen können.“ 😀

  7. In der Tat. 🙂

    Wenn man einige der Fertiggerichte ansieht, muss man nach dem Verzehr tatsächlich von einer Heldenleistung sprechen.

    Einige der Gerichte könnte ich mir gut als „Ekelprüfung“ für das Dschungelcamp auf RTL vorstellen. 😆

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