Asiatisches Toilettenkind

Immer wieder sehe ich die Brise One Touch Werbung und den asiatisch anmutenden Jungen, der nach verrichtetem Geschäft auf der Badezimmerkeramik enttäuscht feststellt, dass der in unmittelbarer Nähe installierte Duftspender ausgeduftet hat.

Jedesmal schiebt der Junge einen Zettel unter der Tür durch, um seine Erziehungsberechtigten über diesen Umstand zu informieren.

Dabei ist die Frage, wie besagter Zettel und Stift in die Toilette gelangt ist, für mich nicht mal die drängendste. Wobei ich mich schon frage, warum man solche Schreibutensilien mit auf das stille Örtchen nimmt.
Weiß der Junge schon, dass der Duftspender leer ist? Warum dann nicht schon vor dem Toilettengang darüber informieren, anstatt kryptische Zettel unter der Tür durchzuschieben?

Gibt es andere gute Gründe, auf der Toilette Schreibutensilien zu lagern? Welche wären das? Wird im asiatischen Kulturkreis eventuell Stuhltagebuch geführt?

Aber wenden wir uns lieber meiner drängendsten Frage zu. Wieso ist das Kind asiatischer Herkunft? Welcher werberelevante Gedankengang hat die jeweilige Agentur dazu veranlasst?

Ich würde das wirklich gerne verstehen. Ist der asiatische Kulturkreis weltweit ein Inbegriff für Badezimmerhygiene? Und wenn ja, weiß das auch der durchschnittliche Fernsehzuschauer in Deutschland?

Ist die Erklärung vielleicht ganz simpel? Wollte man einfach Kosten sparen, und hat für den europäischen Markt keinen neuen Spot produziert?

Ich bitte darum, den Artikel nicht als Aufruf „Deutsche Kinder in deutschen Toilettenspots“ mißzuverstehen.
Er entspringt dem tatsächlichen Interesse, die Beweggründe für den aktuellen Spot zu verstehen. In der jetzigen Form spricht mich der Spot jedenfalls überhaupt nicht an.

Er wirkt eher verstörend, da ich bei all der Nachdenkerei natürlich keine Zeit finde, auch noch in den Supermarkt zu rennen, um mir besagten Duftspender zu kaufen.

Unabhängig von der ganzen Diskussion muss ich feststellen, dass der Spot ziemlich einfallslos ist. Was hätte man aus der Thematik „Gerüche auf der Toilette“ nicht für wunderbar witzige Spots drehen können.

Wie ist das bei euch? Spricht euch dieser Spot an? Was sind denn eure Beweggründe für den Kauf des Produkts?
Ist es eher das Verlangen, dass es auf der Toilette immer gut riecht, oder doch der Versuch, dem nachfolgenden Toilettenbesucher die Gerüche des gestern verspeisten Bohneneintopfs zu ersparen? 😉

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4 Gedanken zu “Asiatisches Toilettenkind

  1. Hm, also mich macht der Spot auch irgendwie überhaupt nicht an. Das mit dem Zettel ist vollkommen bar jeder Realität.

    Zum einen glaube ich weniger, daß so ein Quietschi überhaupt das Duft-Teil benutzt – in dem Alter geht man aufs Klo, sch… sich aus und verschwindet wieder, wies da riecht ist einem eher wurst – und zum anderen wird der Junge, wenn überhaupt, dann nach Muttern schreien und ihr das Problem eher lautstark mitteilen als mit einem Zettel.

    Im übrigen werden bei uns hier (wie auch bei den meisten meiner Bekannten) Hygieneutensilien auf dem Örtchen gelagert, Ersatz wäre also ggf. direkt bei der Hand.

    Daß Zettel und Stift auf dem Klo bereitliegen gibts bei mir aber auch – den Stift brauche ich ggf. für Kreuzworträtsel o.ä. und den Zettel für Notizen, wenn mir was wichtiges einfällt (meist nachts). Einen Zettel unter der Tür durchgeschoben hat aber bei mir noch nie einer… 😀

  2. Beruhigend, das nicht nur bei mir keine Schreibutensilien auf der Toilette zu finden sind. 🙂

    Auch was die Lagerung der Hygieneartikel angeht, könnte ich mich da unter deinen Bekannten einreihen.
    Alles was das Badezimmer betrifft, wird auch dort gelagert.

    Man kennt das ja. Da hat man sich gerade seiner drei Pfund entledigt, und dann sind nur noch drei Blatt Papier auf der Rolle. Da ist es praktisch, dass der Nachschub in greifbarer Nähe gelagert ist. 😀

    Aus dem selben Grund gehört, wie du schon richtig festgestellt hast, auch der Nachschub für das Toilettenodeur in selbiger gelagert.

    Gerade fällt mir noch ein, dass unser kleiner asiatischer Freund eigentlich noch viel zu jung für das Lesen und Schreiben ist.
    Es ist ja bekannt, das in asiatischen Ländern ein andere bildungspolitischer Standard herrscht, und Kinder dort eher ans Lesen und Schreiben herangeführt werden.

    Könnte das der Grund für den kleinen „Chang“ (oder wie auch immer er im Spot heißt) sein?

  3. naja, der junge hat schon was. niedlicher knirps, uns so intelligent.
    was mich an dem spot bisher vor allem verwundert ist, ist dass die mutter überhaupt nicht asiatisch sondern europäisch ist. und der junge sieht auch nicht gemischt aus.
    ich stand ja auslandsadoptionen immer kritisch gegenüber. das hat sich aber gewandelt seit ich weiß dass das grenzalter für adoption in deutschland 35 jahre ist. aber so alt schaut die frau nun auch wieder nicht aus.
    oder ein kind des ehemanns aus erster ehe?
    da fand ich den spot schon fast wieder gut. mal soziale realität weg von der werbestandardfamilie,…oder so.

  4. Ein völlig neuer Gesichtspunkt. 😀

    So genau habe ich mir die Mutter gar nicht angesehen. Muss ich wohl nächstes Mal einen genaueren Blick drauf werfen.

    Wenn es stimmt, lässt das wie bereits von dir gezeigt, viel Raum für weitere Spekulation. 😀

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