Toilettenleser?

Gibt es eigentlich Frauen, die auf der Toilette lesen?

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis kenne ich viele „Männer“, die so wie ich, bekennende Toilettenleser sind.

Bei einer kürzlichen Diskussion ist uns aufgefallen, das niemandem eine Frau bekannt ist, die gleiches praktiziert.

Einige von uns Männern haben spezielle Zeitungs- und Zeitschriftenständer, die unsere Toilettenliteratur von verirrten Spritzern der Gattung Stehpinkler (das schließt den jeweiligen Toiletteneigentümer größtenteils mit ein) schützen soll.

Im Baumarkt habe ich unlängst eine luxuriöse Edelstahlkonstruktion entdeckt. Zeitungsständer und Toilettenpapierhalter in einem. Sogar im Einzelhandel ist das Phänomen also inzwischen angekommen. Trotzdem ist niemandem ein toilettenlesendes, weibliches Exemplar bekannt.

Ist diese Tatsache schon mal wissenschaftlich untersucht worden? Warum lest ihr Frauen nicht auf der Toilette? Oder kennt jemand unter euch tatsächlich ein holdes Weib, das lesend seine Notdurft verrichtet?

Für den unwahrscheinlichen Fall, das tatsächlich jemand so ein Exemplar kennt: Was liest Sie denn so auf der Toilette? Vielleicht muss ich den Zeitungsständer nur mal frauengerecht bestücken bzw. ergänzen. Liegt es nur an der Vielfalt des Lesestoffs und Frau war bisher zu schüchtern nachzufragen?

Oder ist Lesen einfach nicht kommunikativ genug? Wäre Videotelefonie vielleicht die bessere Lösung? Ich meine, unter dem Gesichtspunkt das Frauen im Restaurant immer gemeinsam auf die Toilette gehen, wäre das zumindest denkbar.

Wer übrigens Muße hat, über seine bevorzugte Toilettenliteratur oder die eigenen Beweggründe für das Lesen auf der Toilette zu berichten, ist in den Kommentaren herzlich dazu eingeladen.

Für mich ist es zum Großteil die Tatsache, dass die Toilette der ungestörteste, ruhigste Raum der Wohnung ist. An dem „stillen Örtchen“ ist also durchaus etwas dran.

Kein Telefon, Radio, Fernseher, … und die Tür ist praktischerweise recht unkompliziert abschließbar. Außerdem erleichtert es ungemein die Argumentation, wenn man wieder mal zwei Stunden nicht ans Telefon gegangen ist.

Wo warst du? Ich habe ständig angerufen.
Auf der Toilette.

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15 Gedanken zu “Toilettenleser?

  1. @refu

    Stimmt, an die Schnurlosen habe ich gar nicht gedacht. Wobei ich so etwas nicht mit aufs Klo nehme, weil ich unter der abwegigen Paranoia leide, dass mir das in die Kloschüssel fallen könnte.

    Was mir schon alles in die Schüssel gefallen ist, geht auf keine Kuhhaut. Besonders ärgerlich wenn es an einem Sonntag passiert und der Notdienst für die Verstopfung gleich mal Apothekenpreise berechnet. 😆

    @vivec
    Noch ein lesender Toilettenbruder? Oder doch eine Toilettenschwester, wenn man der Beschreibung auf Manavortex.de folgt? Dann wärst du wirklich die erste bekennende Toilettenleserin dich ich kenne. 🙂

    Bei mir sind es eigentlich nur Zeitschriften. Die sind kurzweiliger. Ein Buch habe ich noch nie mitgenommen, wäre aber mal eine Idee.

    Wo du gerade vom Feuillton schreibst, mit dem du dir … frage ich mich gerade, was man eigentlich in so einem Fall mit der Bildzeitung machen sollte.

    Wenn ich an dieses Kombigerät aus dem Baumarkt denke, müsste ich ständig überlegen, wo die jetzt hingehört. Oben in den Klopapierspender oder doch nach unten zur „Scheißhauslektüre“? 😆

  2. Ich denke, das ganze ist genau das gleiche Phänomen wie beim Friseur oder in der Arztpraxis – es ist einfach nur die falsche Literatur im Angebot!

    Wenn ich im Wartezimmer sitze, ist der einzige Stern, der es zwischen die geschätzt 3674 Tinas, Lenas, Galas und Chantals geschafft hat, seltsamerweise meist belegt. Von einer Frau!

    Da ich mich nun leider weder für die geheimen Sexbekanntschaften des Königs aus Weißichwo noch für die ausgelesene, 2 Jahre alte Autobild interessiere, gibt es für mich nur eine Lösung dieses Problems: Einfach selbst eine Zeitschrift mitbringen.

    Also, liebe Damen der Schöpfung:
    Wenn euch die Men‘s Health, QM und Co. auf dem Klo eurer Freunde nicht zusagen, macht ihnen doch ein schönes Geschenk und bringt mal etwas „geistreichere“ Literatur aufs Örtchen 😉

    Um es mal mit den Worten eines berühmten schwedischen Philosophen zu verknüpfen:
    S*****t du noch, oder liest du schon?

  3. Hallo Christoph,

    was den Auswahl des Lesestoffs in Wartezimmern angeht, kann ich dir nur beipflichten.

    Das scheint auch eines dieser ungeschriebenen Naturgesetze zu sein, die bisher nicht ausreichend erforscht wurden.

    Als ich dein Wartezimmererlebnis gelesen hatte, hat mich das jedenfalls frappierend an meine bisherigen Wartezimmererfahrungen erinnert.

  4. Aber Hallo! Ich kenne so viele Frauen, die auf dem Klo lesen. Ich kenne Toiletten, wo sich die Frauenzeitschriften türmen und obendrauf liegt ein Aschenbecher mit angerauchter Zigarette! Bei mir selber liegt da übrigens Spektrum der Wissenschaft und ein welliges lustiges Taschenbuch, das ich inzwischen auswendig kann. Aber ich bin ja auch ein Mann…

  5. Interessantes Thema! Ich lese auf dem Klo meistens Gratis-Wochenzeitungen. Wir haben hier vier oder fünf Wochenzeitungen, wo der Anzeigenteil allein 50% schon der gesamten Zeitung ausmacht. Die sind es gerade wert, auf dem Klo gelesen zu werden.

    Große Literatur nehme ich ungern mit auf’s Klo. Ich will nicht Gefahr laufen, ans Klo zu denken wenn ich mal zurückdenke, wo ich die letzten Seiten meines Lieblingsbuches gelesen habe. 😉

  6. @Meskalinopolis

    Bin echt überrascht, das es anscheinend doch so viele Frauen gibt, die auf der Toilette lesen.
    Da muss ich mein Weltbild wohl überdenken. 🙂

    Lustiges Taschenbuch kann ich mir übrigens gut als Klolektüre vorstellen. Nicht zu anspruchsvoll und kurzweilige Geschichten. Vielleicht lege ich mir auch mal eins zu.

    @romanmoeller
    Diese Wochenzeitungen kenne ich auch. Aber für das Klo sind die mir persönlich nicht unterhaltsam genug. Da würde ich dann doch eher zum lustigen Taschenbuch tendieren.

    Wenn andererseits das Klopapier alle wäre, wäre die Wochenzeitung wieder eine Überlegung wert. Wirklich schwierige Entscheidung. 😉

  7. Also – ich war am Wochenende erst bei einer Freundin zu Besuch. Sie liest garantiert auf dem Klo, da liegen nämlich Lustige Taschenbücher – mindestens vier oder fünf Stück. Da sie im Moment Single ist, sind das auch unter Garantie ihre.

    Ich weiß auch von mindestens zwei weiteren Frauen, daß sie auf dem Klo lesen. Die eine hat dort immer einen Vorrat an Tierzeitschriften liegen und die andere liest dort die „Bunte“, die ihr Mann sicher nicht anrührt, dem gehören nämlich die danebenliegenden Auto, Motor und Sport…

  8. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass das lustige Taschenbuch anscheinend eine hervorragende Klolektüre ist. 😉

    Inzwischen bin ich richtig froh, dass ich den Beitrag geschrieben habe. Unglaublich wieviele Frauen ihr alle kennt, die auch auf der Toilette lesen.

    Ich war echt der Überzeugung, das wäre ein reines Männerphänomen. Wie man sich doch täuschen kann.

  9. Ich lese überall, also auch auf dem Klo. Meistens nehme ich, so wie vivec, das Buch mit, dass ich gerade am Wickel habe und dabei kann es sich auch durchaus um ein Lustiges Taschenbuch handeln. Die sammel ich nämlich mit großer Begeisterung!

    Der Grund ist schlichtweg der, dass es auf dem Klo langweilig ist. Es soll ja Leute geben, die sich mit Inbrunst an der Entleerung ihres Darms erfreuen können und diesem Akt die dementsprechende Aufmerksamkeit schenken, aber ich finde diese Rumsitzerei öde; da nutz ich die Zeit doch lieber sinnvoll.

  10. Lese am liebsten die PC-Welt oder die ZILLO auf der Kackschüssel, ganz früher gerne Zeitungen. Seit ich ein Smartphone hab am liebsten RSS-News oder auch mal die Emails 😉

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