CallTV Moralpredigt

Gestern hat Norman Magolei, in seiner Funktion als Co-Co-Moderator, im Rahmen des Kabel 1 Filmquiz eine flammende Moralpredigt gehalten, warum 9-Live nach eigener Aussage „so geil“ ist, und andere CallTV Anbieter (Automarken mit O; lange Durchstellpausen) dies eben demzufolge (Ungeil?) nicht sind.

Ist die Moralpredigt inzwischen ein ebenso fester Programmbestandteil wie der Diskurs zwischen Moderator und Regie ob der Schwierigkeit des aktuellen Rätsels?

Der gute Norman war also einkaufen, und hat nur Lebensmittel eingekauft, die mit einem „S“ beginnen. Hoffentlich geht ihm an einem „S“-Tag niemals der Kaffee aus. 😉

Neben Schnaps, Sauerkirschen, Schokolade, und Süßstoff waren auch noch drei andere Lebensmittel gesucht.

Im Laufe der Sendung gab Herr Magolei den Tipp, zwei der verbliebenen Lösungen hätten etwas mit Fischsorten zu tun. Die durchgekommenen Anrufer antworteten also wahrheitsgemäß mit Fischsorten wie Sardellen und der korrekten Lösung Sardinen.

Als dann allerdings eine Zuschauerin die Lösung Seelachs zum Besten gab, zögerte Herr Magolei. Mit Hife von vagen Andeutungen schaffte er es noch, der Zuschauerin die korrekte Lösung Seelachsfilet zu entlocken.

Im Anschluß daran feierte er diese Wohltat als den feinen Unterschied zwischen 9-Live und der lästigen Konkurrenz, die diese Lösung wahrscheinlich als falsch abgelehnt hätte.

Diese Auffassung teile ich nicht. Wenn man den Zuschauern schon Tipps gibt, die den Eindruck erwecken, das eine Fischsorte gesucht ist, ist es doch nicht verwunderlich, wenn die Zuschauer auch nur Fischsorten als Antwort geben.

Die Antwort einer Zuschauerin mit ein bisschen Hilfe doch noch in einen Gewinn umzuwandeln, ist in meinen Augen keine Wohltat oder der feine Unterschied, sondern nur eine Wiedergutmachung für den ursprünglich irreführenden Tipp.

Interessanter wäre vermutlich gewesen, die Reaktionen zu beobachten, wenn die Antwort „Seelachs“ als falsch gewertet und am Ende der Sendung Seelachsfilet aufgelöst worden wäre.

Diskutieren liese sich auch über den Tipp zum letzen Begriff, es würde sich um eine Art „Aufschnitt“ handeln. Dieser wurde später noch durch einen zweiten Hinweis, es würde sich um Käse handeln, ergänzt. Auch hier wird wieder der Eindruck vermittelt, es würde eine Käsesorte bzw. deren Aufschnitt gesucht.

Lösungen also wie „Schweizer Käse Aufschnitt.“

Auf die Lösung Schnittkäse wäre man mit diesen Tipps nicht gekommen. Ist Schnittkäse doch nur ein Oberbegriff für Käsesorten, die sich durch ihren höheren Wassergehalt besser in Scheiben schneiden lassen.

Bezweifeln möchte ich auch, das jemand beim Einkaufen an der Käsetheke mit den Worten „100g Schnittkäse“ von der Bedienung abhängig vom Ausbildungsgrad etwas anderes zu hören bekommt als „Von welcher Sorte bitte“ bzw. „Hamm wer nich.“ 😉
Bei Schnittkäse wüßten selbst die „Wir lieben Lebensmittel“-Edeka Superverkäuferinnen nicht, wo sie ihre Käsegabel reinstechen sollten.

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