Am Anfang war das Radio …

Zugegeben, zunächst war natürlich Chaos, dann ein bisschen Schöpfung, und erst dann kam das Radio. Aber wozu die Bibelspalterei. 😉

Es knisterte munter aus den Volksempfängern, und plötzlich kam jemand auf die brilliante Idee, dass ein paar bewegte Bilder zum Ton eine feine Sache wäre. Potzblitz, das Fernsehen war geboren.

In den Kinder- und Jugendtagen des Mediums war die Auswahl noch nicht so groß. ARD, ZDF und die Regionalprogramme, mehr brauchte man nicht zur Glücksseligkeit. Hätte man in diesen Tagen jemandem etwas von Werbeunterbrechung erzählt, wohl jeder hätte an den Staubsaugervertreter gedacht, der an der Haustür klingelt.

Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann

Dann trat das Privatfernsehen auf den Plan. Das Abstellen der Türklingel war nutzlos geworden. Jetzt wurde der spannende Fernsehfilm durch Werbung unterbrochen.

Am Anfang noch zaghaft eingesetzt – der Zuschauer musste sich schließlich erst mal an die notorische Störung gewöhnen – trübten Kaffee, Windeln, Fertigfraß und Toilettenodeur immer öfter den Filmgenuß.

Statt des Films mit Werbeunterbrechung witzelten Spötter inzwischen, das Werbefernsehen würde immer öfter durch den Film unterbrochen werden.
Wer sollte sich noch auf die Vielfalt der käuflich zu erwerbenden Produkte konzentrieren können, wenn alle halbe Stunde ein Film störte. 😆

Ob man die folgende Entwicklung wohl später mal so in einem Geschichtsbuch nachlesen kann?

  1. Film
  2. Film mit Werbeunterbrechung
  3. Werbung mit Filmunterbrechung

Jeder der schon mal einen Intelligenztest gemacht hat oder bereits Mensa Mitglied ist, wird sich fragen, wie diese logische Reihe fortgesetzt wird.

Die Antwort ist nicht schwer. Mich traf sie wie ein Blitz, als Walter Freiwald mit seinem RTL Shop in eine Werbepause abgab.
Na klar, die Werbung mit Werbeunterbrechung.

Ob Teleshopping nun tatsächlich eine Form von Werbung ist, überlasse ich jedem selbst. Der eine wird einwerfen, es sei eine Serviceleistung, ein anderer wird mir vielleicht beipflichten.

Für mich ist Teleshopping jedenfalls nur eine andere Form von Werbung.

Wenn ich nicht gerade Probleme habe einzuschlafen, mal wieder herzhaft zu lachen oder mich über die Wohnzimmercouch erbrechen möchte, schalte ich wie bei jeder gewöhnlichen Werbeunterbrechung einfach weiter. 😉

Hat denn schon irgend jemand eine Idee, was nach der „Werbung mit Werbeunterbrechung“ als nächstes auf uns zukommt? Ich werfe immer gern einen Blick in die Zukunft.

Bis es soweit ist, schau ich mal, was Walter wieder für neue Zaubertricks aufführt. Danach werde ich mal in Erfahrung bringen, ob mein Gemüsehändler am Eck eigene Autogrammkarten hat. 😆

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4 Gedanken zu “Am Anfang war das Radio …

  1. Werbeunterbrechung der Werbeunterbrechungen der Werbeunterbrechungen der Werbung… öhm…

    nein…

    WERBEWAHN!!!

    Darf man das dann so bezeichnen? 😀
    sorry für die Werbung hier… *verzieht sich jetzt*

    grüße aus Wien
    Phillip

  2. @Martin

    Werbeunterbrechung der Werbung in der Werbesendung

    Klasse. 😆

    @Phillip
    Du kleiner Schelm 😉 😆

    Ich könnte mir durchaus vorstellen, das „Werbewahn“ die Überschrift auf dem Konzeptpapier lautet, sofern die Industrie jemals so etwas plant.

    Sollte es jemals dazu kommen, weiß ich ja, wo die
    Schuldigen zu finden sind. 😉

    Die Werbung ist übrigens kein Problem. 🙂

  3. Die TV Werbung ist doch heutzutage unverzichtbar, finanzieren sich doch sämtliche Privvatsender darüber. Im Übrigen gibt es mittlerweile Werbecharts, was ich zwar auch für bedenklich halte aber es ist nicht zu ändern, der Zuschauer bestimmt, eas er sehen mag. Nichts desto Trotz, die Privatsender sind, trotz Werbung, klasse.

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