Froh auf dem Klo?

Was geht nur in den Köpfen der Werbefachleute vor, wenn es um das Thema Badezimmerhygiene geht? Sobald es in letzter Zeit um die Anpreisung der antibakteriellen Wirkung von WC-Reinigern geht, liegt anscheinend nichts näher, als ein unschuldiges Kind, das die Badezimmerkeramik möglichst fanatsievoll in sein tägliches Spiel einbaut.

Sei es der kleine Sven, der auf der Klobrille mit seinem Matchbox Auto ein Rennen fährt, oder der frühreife Andreas, der gerade Kapitän Nemos Abenteuer in der Nautilus erlebt, und dabei literweise das kostbare Nass durch die Spülung jagt.

Hatten eure Eltern „Kaspar Hauser“ zum Vorbild, als sie euch erzogen haben? Wurdet ihr tagelang auf der Toilette eingesperrt oder hattet ihr kein Kinderzimmer?

Soweit ich mich zurückerinnern kann, habe ich als Kind niemals auf der Toilette gespielt. Für mich war sie schon immer nur der Ort, an dem man sich seiner diversen Verdauungsprodukte entledigt. Falls sich an dieser Tatsache etwas geändert hat, bitte ich darum, mir das mitzuteilen.

Kann ich dann eigentlich aus der Toilette essen, wenn ich meine Schüssel mit eurem Wunderprodukt ausgewischt habe? Muss ich unserem kleinen Rex dann nicht mehr predigen, dass das Wasser in der Toilette „Pfui“ ist?

Wie ist das eigentlich mit dieser Superkeimproblematik? Man kennt das Problem ja aus den Krankenhäusern und den gleichnamigen Krankenhauskeimen. Durch das ständige Desinfizieren entwickeln sich Keime die gegen einen Großteil der antibakteriellen Putzmittel immun sind. Passiert dann das gleiche auf meiner Toilette?

Nicht das ich mich in 10 Jahren auf meine Keramik setze und mir erst dort einen üblen Durchfall einfange. Obwohl sich das für die Klopapierindustrie ganz pratiksch anhört. Einmal hingesetzt, kann man gar nicht mehr aufhören. Und was das erst für einen Markt für die Raumerfrischungsindustrie eröffnet. Das würde den Brise One Touch Duftspender zum glühen bringen. Bei „einem Touch“ wird es dabei nämlich nicht bleiben.

Ich fürchte den Tag, an dem ich Gefallen an dem Gedanken finde, mich auf ein dreckiges Bahnhofsklo zu setzen, weil meine eigene Toilette inzwischen zu gefährlich geworden ist. 😆

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4 Gedanken zu “Froh auf dem Klo?

  1. Untersuchungen haben gezeigt, daß es auf deutschen Toiletten hygienischer zugeht, als in deutschen Küchen. Aus Amerika erfahren wir, daß die Zunahme allergischer und bakterieller Erkrankungen in direktem Zusammenhang mit übertriebener Hygiene stehen.

    Wir sind hier zu Viert. Da muß eigentlich immer jemand aufs Klo, wir hätten gar keine Zeit, dort auch noch zu spielen. Im Übrigen sind wir es gewöhnt, unsere Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen, weshalb das Klo als Ort der Nahrungsaufnahme sowieso ausscheidet. Ich stelle mir das gerade einmal plastisch vor: Unsere vierköpfige Familie mit einem dreigängigen Menü um die Kloschüssel versammelt.

  2. Ein Freund von mir arbeitet beim Gesundheitsamt und ist für die Kontrollen der Gaststätten zuständig. Es ist immer wieder ein abendfüllendes Thema, wenn der von seinen täglichen Beobachtungen berichtet. Einmal bin ich mit ihm mitgegangen. Das Dollste, was ich sah, waren die aufgetauten Kartons mit Tiefkühl-Pommes, die schon eine Woche in der abgeschlossenen dritten Kabine des Herrenklos gelagert wurden.

  3. Mit all dem, was ich schon so gehört habe und deinen eigenen Beobachtungen, sollte man sich glaube ich wirklich angewöhnen, im Restaurant nachzufragen, ob man die Küche besichtigen darf.

    In einem guten Restaurant sollte das eigentlich kein Problem sein. Und da wo es verweigert wird, sollte man konseqent das Lokal verlassen.

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