Papi, Rex ist weg!

Das schreit das kleine Mädchen im neuen Aspirin Werbespot. Und natürlich ist ein Scheißwetter draussen. Es regnet in Strömen. Wieso kann der Köter auch nicht weglaufen, wenn die Sonne scheint. 😉

Wenn ich ein Hund wäre, würde ich mir doch einen besseren Tag aussuchen, um die Kurve zu kratzen. Noch dazu, wo ich keinen Regenschirm halten kann, da ich auf allen Vieren laufe. Im lustigen, kleinen Regenmäntelchen, das Frauchen gekauft hat, sehe ich auch nicht besonders vorteilhaft aus. Aber nein, es muss Regenwetter sein. Das lässt mich doch ernsthaft an der Intelligenz von Hunden zweifeln.

Wahrscheinlich hat sich das gute Tier einfach nur geärgert, das es den gleichen Namen trägt, wie Millionen anderer Hunde in Deutschland. Kann mir vorstellen, das es einem an die Substanz geht, wenn die Hälfte deiner Freunde Bello und der Rest Rex heißt.

Vielleicht tun wir dem Hund aber auch Unrecht, und er wollte gar nicht raus. Vielleicht sah Frauchen nur die kostspieligen Urlaubspläne gefährdet. Wilde Spekulation, ich weiß. Trotzdem wirkt die ganze Situation verdächtig. 😉

Gut, aber darum soll es gar nicht gehen. Es hilft alles nichts. Papi muss vor die Tür und Klein-Rex suchen. Geschwächt durch einseitige Ernährung, Stress in der Arbeit und Fitnesswahnverweigerung kommt es wie es kommen muss. Der gute Papi fängt sich eine Erkältung ein.

Er sitzt also bemitleidenswert auf der Couch. Da kommt seine bessere Hälfte (Hobbymedizinerin) und säuselt liebevoll, „Schatz, ich glaube du brütest eine Erkältung aus, nimm doch eine Aspirin.“

Wie sie das nur so schnell diagnostiziert hat? Es hätte ja genausogut die Vogelgrippe oder Ebola sein können. Aber sie ist sich sicher. Faszinierend. 🙂

Das ist er, der neue Aspirinwerbespot. Und er steht ganz in der Tradition der letzten Werbespots. Vorher waren es glaube ich zwei Sportlerinnen (Fitnesswahnjünger?) in der Umkleide, von der eine der beiden irgendwie geartete Schmerzen hatte (Muskelschmerzen? Regelschmerzen?). Der gutgemeinte Rat der Freundin war natürlich nichts anderes, als eine Aspirin einzuwerfen.

Worauf das abzielt ist klar. Verbreiterung des Einsatzgebietes bzw. Absatzsteigerung. Egal was für ein Schmerz es ist, Aspirin hilft zuverlässig. Will man hier amerikanische Verhältnisse einführen? Kaufen wir unsere Tabletten demnächst also im Supermarkt als kundenfreundlichen 100-Pillen-Pack und schmeissen, sobald es ziept, eine Tablette ein? 😉
Wenn das mal nicht mit der deutschen Vorstellung von Medizin bzw. Medikamenten kollidiert. Ich bin ja mal gespannt, ob das ehrgeizig gesteckte Ziel erreicht wird.

Da man den Erfolg natürlich nicht ausschließen kann, können wir uns ja gleich ausmalen, wie die gleiche Szene sagen wir mal 20 Jahre später aussieht.

Schönstes goldenes Herbstwetter. Die Tochter stürzt verstört, den Tränen nahe, ins Wohnzimmer. „Papi, Rex ist weg“
Papi darauf: „Du Schatz? Wo sind denn die Aspirin?“

Jetzt muss ich Schluß machen. Durch die ganze Schreiberei hab ich einen Krampf im Finger bekommen. Das tut echt weh. Ich muss gleich mal ins Badezimmer und in der Hausapotheke nachsehen , ob wir noch Aspirin da haben.

Verwandte Artikel:

Advertisements

Ein Gedanke zu “Papi, Rex ist weg!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s