Unternehmenssteuerreform

Gestern abend Monitor (RealPlayer erforderlich) gesehen, und dabei auf den Bericht über die neue Unternehmenssteuerreform gestoßen. Da solche Dinge leider viel zu oft überlesen werden bzw. nach kurzer Zeit wieder in Vergessenheit geraten, sei es hier kurz notiert.

In kurzen Sätzen notiert geht es um folgendes:
Nominell, das heißt so steht es auf dem Papier, beträgt die Unternehmenssteuer für Kapitalgesellschaften rund 40%. Das setzt sich zusammen aus Körperschafts- und Gewerbesteuer. Dieser Satz von 40% ist im europäischen Vergleich ziemlich hoch.
Durch diverse Steuerschlupflöcher, allen voran das Verrechnen von aufgelaufenen Verlusten im Ausland, zahlen die Unternehmen aber nie den vollen Satz von 40%. Der Finanzwissenschaftler Prof. Lorenz Jarass (in der Sendung) kommt zum Ergebnis, das die tatsächliche Ertragssteuerbelastung in 2005 nur 16% betrug. Die Gewinne wurden also nicht. wie auf dem Papier mit 40%, sondern im Durchschnitt nur mit 16% versteuert.
Als Beispiel für das „Arm rechnen“ wird im Beitrag z.B. IKEA angeführt. So werden, laut Beitrag, in Deutschland erwirtschaftete Gewinne ins Ausland verlagert, die in Osteuropa aufgelaufenen Verluste der Markteinführung dagegen eingerechnet. Schon ist man ärmer auf dem Papier. Und das ganze völlig legal.
Vergleicht man nun die 16% tatsächliche Belastung mit dem europäischen Ausland, so steht Deutschland auf einem der hinteren Plätze (vor Griechenland) und wäre damit ein Steuerparadies.
Und genau vor diesem Hintergrund verlangen die Unternehmensverbände von der Bundesregierung eine Unternehmenssteuerreform, um noch weniger zu bezahlen. Die 40% seien im internationalen Vergleich nämlich ein überdurchschnittlich hoher Wert. 😉

Also schaut euch den Beitrag mal an. Ist echt empfehlenswert.

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Ein Gedanke zu “Unternehmenssteuerreform

  1. Dann schauen wir mal den Wohlstand der Länder an, die einen niedrigen effektiven Steuersatz haben wie solche mit einem hohen.
    Bei nüchterner Betrachtung kommt es nämlich gar nicht auf die Höhe des Steuersatzes an (vgl. Wohlstand Schweiz zu Schweden – bei uns wird gerne Gerechtigkeit angeführt, die es per definitionem nicht als Allgemeingültigkeit gibt folglich eines der durchsichtigsten Argumente) – sondern was unsere leitenden Angestellten – sprich Politiker – daraus machen. Fazit: In Schweden wie in der Schweiz wären sie schon lange gefeuert.

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